FPK-Basis

"Stehen wie ein Mann hinter dir, Uwe!"

Reportage | 4. August 2011, 17:49
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    foto: apa/eggenberger

    Auf seine Getreuen kann sich der wegen Korruption - nicht rechtskräftig - verurteilte Kärntner Landesvize und FPK-Chef Uwe Scheuch auch jetzt verlassen.

Rund 350 FPK-Anhänger stärkten ihrem Parteichef in Pörtschach den Rücken

Pörtschach - "Uwe! Uwe! Uwe!", skandierten die Anhänger bei seinem Eintreffen im Kongresshaus in Pörtschach am Wörthersee. Wenigstens hier bekam der wegen Korruption - nicht rechtskräftig - verurteilte FPK-Chef und Kärntner Landesvize Uwe Scheuch nur vereinzelt Buhrufe zu hören. Genau deswegen hatte der Jugendreferent tags zuvor noch seine eigene Beachvolleyball-Party für 1000 Jugendliche gemieden, die er eingeladen hatte.

Eine kleine Gruppe von Getreuen postierte sich in Pörtschach schon vor dem Kongresshaus. "Uwe ist kein Verbrecher!" oder "Wir lassen uns von einem Fehlurteil nicht stoppen!", war dort auf den Transparenten zu lesen.

Im Saal wurde der FPK-Chef mit Jubel und Akklamationen bedacht - gerade so, als hätte er eben eine Heldentat vollbracht. Wie ein Märtyrer einer außer Rand und Band geratenen "Politjustiz" wurde Uwe Scheuch dann auch von den rund 350 Parteimitgliedern stundenlang gefeiert, die eigentlich zu der Info-Veranstaltung über das "Schandurteil" gekommen waren. Unter den Gästen auch FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler, die FPK-Regierungsmitglieder und viele Bürgermeister sowie der EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, Nationalratsabgeordneter Martin Strutz und Herbert Haupt.

Wenn an der Parteibasis die Empörung über das erstinstanzliche Urteil vereinzelt in Drohungen mündete ("In Kalabrien würde der Richter nimmer leben!"), so hielten sich doch die meisten Funktionäre weitgehend an die Sprachregelung: Man kritisierte vor allem das Urteil als hart.

"Da müsste man ja alle 132 Bürgermeister einsperren, wenn sie für Investoren intervenieren", echauffierte sich etwa der Klagenfurter Vizebürgermeister Albert Gunzer. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war zwar nicht erschienen, hatte aber seinen Stellvertreter Norbert Hofer und Generalsekretär Herbert Kickl geschickt. Letzterer schimpfte über die rot-schwarzen "Zotteln", die sich jetzt der "Justizkeule" bedienen würden, "weil sie uns anders nicht mehr besiegen können."

"Aber", so rief Kickl: "Die gesamte FPÖ steht wie ein Mann hinter dir, Uwe!" Das Kesseltreiben habe eingesetzt, seit sich FPK und FPÖ wiedervereinigt hätten. Gerhard Dörfler machte klar, dass er keinesfalls als Nachfolger Scheuchs für die Parteispitze bereitstehe: "Jeder Versuch, uns auseinanderzudividieren, wird scheitern." Scheuch selbst bekräftigte: "Ich werde nicht weichen vor diesem krassen Fehlurteil! Ich werde meine Arbeit für Kärnten fortsetzen und alle Rechtsmittel ausschöpfen." Denn mit diesem Urteil sei eine neue Dimension des politischen Kampfes gegen die Freiheitlichen eröffnet. (stein, DER STANDARD; Printausgabe, 5.8.2011)

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18 Postings
Fritzz !
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Diese Kärntner sind wirklich unfassbar ... Es wird Zeit in diesem Saustall einmal ordentlich auszumisten. Und auch die FPÖ zeigt hier zum Glück wieder einmal ihr wahres Ich! Diese Typen sind die Feinde der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit - hier sieht man dass es nicht übertrieben ist solch harte Vorwürfe zu erheben. Es wird Zeit, sich dagegen zu wehren. Oder will tatsächlich jemand von Strache, Kickl und Scheuch regiert werden (Kärntner natürlich ausgenommen)?

Jo Jekyll
04
Der Kalabrien Vergleich

zeigt perfekt, welches Demokratie- und Rechtsstaatsverständnis die Anhänger und Politiker der FPK/FPÖ haben! Die wissen ja sogar selber, dass sie nichts anderes sind als eine Mafia, die allerdings auch nach den eigens dafür geschaffenen Paragrafen behandelt gehören!!

Hey Ho Let's Go Veg
01

"Da müsste man ja alle 132 Bürgermeister einsperren, wenn sie für Investoren intervenieren", echauffierte sich etwa der Klagenfurter Vizebürgermeister Albert Gunzer.

Anscheinend hat dieses Vorgehen Methode und wird als ganz normal angesehen

philidor85
00

ja, eben wegen der generalpräventiv gebotenen wirkung dieses urteils ist ein teil der strafe ja auch unbedingt

ansonsten wäre er mit einer geldstrafe und einer bedingten davon gekommen

es sollte jeder, der für seinen eigenen vorteil oder dessen seiner kumpel oder der partei politische macht nutzt, dafür belangt werden

investoren anlocken um arbeitsplätze zu schaffen, ist ja ihr job - dafür gehen sie nicht in häfn

staatliche anreize anbieten und eine kleine provision für die parteikasse rausschlagen ist bereicherung auf kosten des staates, also der bürger für die gearbeitet wird und die die macht übergeben haben

als ob das nicht jeder kapieren würde...es macht nur spaß wenn mans ungestraft tun kann

Loup Garou
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tja... er hat die Möglichkeit zur Schadensbegrenzung gehabt...

so aber wird man einen amtierenden LH-Stellvertreter verknacken und vorführen.
Und die 350 Stimmen werden bei den nächsten Wahlen wohl zu wenig sein.
Mal sehen ob Strache dann immer noch hinter ihm steht...

Befreier von Butter und Eier
01

Pörtschach - "Auwe! Auwe! Auwe!"

erkelteter tiger
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wollen die dann alle mit in den kanst

und was sagt das über menschen die offensichtliche korruption befürworten,
was sind das für verkommene, gewissenlose figuren

Samhain
00
"Stehen wie ein Mann hinter dir, Uwe!"

Na, dann bin ich aber gespannt, ob diese dann auch in den Häf'n gehen.

michikklas
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Also steht die FPÖ für Straffreiheit bei Korruption, oder wie soll man deren Position verstehen?

PS: Im Parteiprogramm habe ich leider nichts darüber gefunden.

R.U.Sirius
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im tausendjährigen Parteiprogramm?

Urbin
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Kärnten ist China

Während die Diskussion in ganz Österreich im Zuge des Scheuchprozesses und seiner Konsequenzen im Internet läuft, wird ebendiese Diskussion im Kärntner Onlinemedium mit der größten Verbreitung seit Tagen völlig unterbunden. Begründung der Mediumsleitung: fehlende personelle Ressourcen und Schutz der Poster vor strafrechtlicher Verfolgung!!! Man darf sich bei dieser Medienzensur also nicht wundern, dass KärntnerInnen demokratische Hinterwelter sind und bleiben.

ferdl90
012

diese ganze FPÖ FPK Partei ist einfach nur noch widerlich und abstoßend

free spirit
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"Stehen wie ein Mann hinter dir, Uwe!"

ein mann ist wohl einer zuwenig, hehe...

peter Egon
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Richtigstellung 2

"Uwe ist ein Verbrecher!"
oder
"Wir lassen uns von einem Fehlurteil stoppen!",
...der Fehlerteufel halt.

Außerdem erscheint der Satz "Die gesamte FPÖ steht wie ein Mann hinter dir, Uwe!" ziemlich anzüglich.

Hans Funkelfels
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außerdem ist der satz sexistisch.

R.U.Sirius
00

Äußerst schlecht getschändert. Da muss sich seitens der Redaktion nochmals der Fehlerteufel eingeschlichen haben.
Die FPKler sind doch für ihr emanzipatorisches Wesen bekannt, besonders Landeshäuptling Dörfler. Stichwort "Brennesselsuppe".

marmux
 
00
Richtigstellung

Hier hat sich am Anfang des Artikels leider der Fehlerteufel eingeschlichen.
Richtigerweise lautet der erste Satz des Beitrags wie folgt:
PÖRTSCHACH - "Uwei, Uwei, Uwei!", skandierten die Anhänger bei seinem Eintreffen.............

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