Gesundheitsminister zurückgetreten

4. August 2011, 16:46

Als Reaktion auf Ausschluss von Diskussionen um Budget-Umverteilung

Bukarest - Der rumänische Gesundheitsminister Attila Cseke ist am Donnerstag zurückgetreten. Der Politiker der Demokratischen Union der Ungarn in Rumänien (UDMR) protestierte damit dagegen, dass er bei der jüngsten Budgetanpassung nicht zurate gezogen wurde.

Csekes Ministerium soll nach der am Mittwoch beschlossenen Anpassung zusätzlich 70 Millionen Euro erhalten, um das Defizit der Krankenkasse CNSAS auszugleichen. Weitere 35 Millionen Euro werden an die Durchführung von Reformen im Gesundheitssystem geknüpft. Laut Cseke bedeutet dies, dass "das Budget des Ministeriums praktisch unverändert bleibt, nur die Krankenkasse erhält eine gewisse Summe".

Reformen gefordert

Die Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der EU hatten bei ihrem am 1. August abgeschlossenen Evaluationsbesuch im Rahmen des laufenden Präventiv-Kreditabkommens über 5,4 Milliarden Euro insbesondere weitere Reformen und eine effizientere Ausgabenpolitik im Gesundheitssystems gefordert. Laut Cseke hat das Gesundheitsministerium in den vergangenen zwanzig Jahren stets den kleinsten BIP-Prozentsatz erhalten, unabhängig von der regierenden Partei.

Der Premier Emil Boc von den regierenden Liberaldemokraten (PDL) sowie die Parteikollegen des Ex-Ministers forderten Cseke auf, ihm Amt zu bleiben. Premier Boc zeigte sich überrascht, dass der Gesundheitsminister an den Budget-Diskussionen nicht teilgenommen hatte.

Boc muss binnen 15 Tagen einen neuen Minister ernennen. Dieser wird laut Cseke ebenfalls von der UDMR gestellt werden, "da es sich nicht um ein politisches Problem handelt". Cseke, der in seiner Amtszeit äußerst unpopuläre Maßnahmen wie die Gehaltskürzungen infolge der Wirtschaftskrise sowie die Schließung zahlreicher unrentabler Krankenhäuser durchsetzen konnte, erklärte, dass die Reformen fortgesetzt werden müssten. "Es ist noch ein langer Weg bis wir ein System haben werden, das das Geld vernünftig ausgibt", so Cseke. (APA)

Adolf Ogi
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12.8.2011, 01:02
Einsparungspotential

Rumänien hat das billigste Gesundheidssystem in ganz Europa, mit den niedrigsten Gehältern für Krankenschwestern und Ärzte. Da kann man wirklich nirgends mehr sparen. Wenn die wüssten, was in Österreich ein Spitalsbett pro Tag kostet, würden die ausflippen. Weil so viel verdient dort das Personal einer Station im ganzen Monat.

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