Fernsehen und Schwarzsehen 2.0: Streaming-Portale im Überblick

Was heimische und internationale Mediatheken zu bieten haben

Der ORF hat Anfang August begonnen, seine TVthek auszuweiten. Es werden 100 On-Demand-Sendungen abrufbar sein und die regelmäßigen Live-Streams werden von 20 auf 50 erhöht. Das klingt alles sehr gut, aber im Vergleich mit anderen Ländern sieht man, es geht noch mehr.

ZDF und ARD

Die ZDF-Mediathek bietet eine Vielzahl an Serien und Sendungen an. Wie der ORF bietet der deutsche öffentlich-rechtliche Sender Live-Übertragungen an. Das Angebot ist umfangreicher und übersichtlicher als jenes vom ORF. Die ZDF-Mediathek ist, genauso wie ARD-Mediathek, in Österreich abrufbar.

BBC iPlayer

Anders sieht es beim britischen öffentlich-rechtlichen Sender BBC aus. Zwar stellt BBC Worldwide mittlerweile sein Programm via iPlayer, in elf westeuropäischen Ländern zur Verfügung, allerdings nur für Besitzer eines iPads. Alle anderen Seher, außerhalb Großbritanniens, können nicht auf das On-Demand-Angebot von BBC zurückgreifen. Auch Hulu oder Netflix kann man in Österreich nicht nutzen, da die Dienste mit Hilfe von IP-Blocking Computer außerhalb der USA oder dem Vereinigten Königreich aussperren.

Virtual Private Network

Mit Hilfe eines Virtual Private Network (VPN) umgehen geneigte User das Problem. Auf Seiten wie myvpnreviews.com finden sie einen passeden kommerziellen VPN-Anbietern. Mit Hilfe dieser Anbieter verbinden sie sich mit einem Server in einem anderen Land, vorzugsweise den USA oder Großbritannien. So wird dem On-Demand-Dienst vorgetäuscht, dass die User aus eben jenem Land kommen,  wodurch sie Zugriff auf Hulu und Co erhalten.

Overplay

Ein Anbieter der sich auf Online-TV-Dienste spezialisiert hat ist Overplay. Der Dienstleister bietet für 9,95 Dollar im Monat Server aus 31 Ländern an. Der Dienst funktioniert entweder mit einer eigenen Software, für Windows und Mac OS X, oder gänzlich ohne Software für beinahe alle Systeme.

Hotspot Shield

Ebenfalls für Windows und Mac gibt es die Software Hotspot Shield. Das kostenlose Programm erstellt zwischen dem Endgerät des Kunden und den Betreibern ein VPN und ermöglicht so unerkannt im Internet zu surfen. Die Software finanziert sich durch Werbung, die nach der Installation im Browser angezeigt wird. Außerdem werden die Webseiten langsamer aufgebaut, als normal. Die Geschwindigkeitsreduzierung ist aber annehmbar. Man kann die VPN-Verbindung jederzeit trennen und bei Bedarf wieder einschalten.

Was bieten die Streaming-Portale?

Was kann man auf den diversen Streaming-Portalen sehen? Der BBC iPlayer bietet verschiedenste Sendungen On-Demand. Über iPlayer Desktop kann man auch Live-Streams empfangen. Das Programm gibt es für Windows, Mac OS X und Linux. Der iPlayer ist für britische User auch für die Playstation 3 erhältlich.

Hulu, Netflix, Amazon

Hulu.com bietet viele Serien, TV-Sendungen und Filme. In der Gratis-Variante kann man bei Hulu nur die letzten fünf Folgen einer Serie sehen. Will man Zugriff auf alle Folgen, muss man Hulu Plus abonnieren. Für 7,99 US-Dollar im Monat bekommt man dann die Videos sogar in HD-Qualität.

Ein anderer Anbieter, mit einer großen Auswahl an Filmen und TV-Serien, ist Netflix. Allerdings benötigt man für die Anmeldung eine amerikanische Postadresse. Danach kann man für 7,99 US-Dollar unlimitiert Filme und Serien sehen.

Mit Amazon Instant Video kann man online Videos leihen oder kaufen. Dabei bezahlt man entweder pro Video oder man ist im Besitz eines Amazon Prime Kontos für 79 US-Dollar im Jahr, dann kann man die Filme und TV-Serien ohne zusätzliche Kosten sehen.

Verstoß gegen AGB

Es sei darauf hingewiesen, dass es, nach den AGB der einzelnen Streaming-Plattformen, nicht erlaubt ist, mit Hilfe eines VPN auf die Videos zuzugreifen. Für alle, die keine VPN-Dienste oder, die hier nicht erwähnten, Proxy-Server verwenden wollen, müssen auf heimische Anbieter zurückgreifen.

Alle größeren österreichischen Fernsehsender bieten auf ihrer eigenen Webseite eine Mediathek an. Ein Streaming-Portal, über das man gesammelt auf Produktionen verschiedener Sender zugreifen kann, gibt es hingegen nicht.

Maxdome

Mit Maxdome gibt es ein deutsches Videoportal, über das man TV-Produktionen von mehreren deutschen Sendern, aber auch US-amerikanische Spielfilme und Serien streamen kann. Maxdome hat angekündigt, zukünftig auch ORF-Produktionen anzubieten. Für 19,99 Euro pro Monat kann man auf alle angebotenen Videos zugreifen, allerdings nur aus Deutschland.

Flimmit

Für Filme gibt es in Österreich nicht viele Angebote. Das Streaming-Portal Flimmit bietet Filme sowohl zum Mieten, als auch zum Kauf an. Ein Film für 24 Stunden zu mieten, kostet 2,99 Euro. Der Kaufpreis variiert von Film zu Film. Außerdem verlinkt Flimmit bei einzelnen Filmen zu Online-Händlern, bei denen man die DVD oder andere Medien zum Film kaufen kann. TV-Serien gibt es nicht.

Mubi

Mubi.com ist eine Streaming-Seite für Cineasten. Neben Filmen, gibt es auch ein Diskussionsforum und Rezensionen. Es werden vor allem Arthouse-Filme und Festivalbeiträge angeboten. Teilweise kann man Filme gratis streamen, ansonsten zahlt man für einen Spielfilm 3,59 Euro. Für 12,99 Euro im Monat kann man unbegrenzt Filme ansehen, allerdings ist die Auswahl sehr klein und TV-Serien gibt es keine. In den USA bietet Mubi eine weit größere Auswahl als in Österreich. Auf das Portal kann auch über die Playstation 3 zugegriffen werden.

MyVideo und YouTube

Auch myvideo.de und YouTube bieten Filme als Stream an. Sind es bei MyVideo immerhin über 500, kann man über YouTube Movies derzeit ganze vier Filme sehen. MyVideo hat jetzt allerdings die Beta-Phase für MyVideo.tv gestartet. Auf dieser Plattform sollen vermehrt Filme und Serien ausgestrahlt werden, ob davon alle auch in Österreich zu sehen sind, ist noch nicht klar.

Keine Alternative

Für Serienjunkies oder Blockbuster Fans in Österreich gibt es nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, Filme oder TV-Serien zu streamen. So kann man nur auf heimische TV-Produktionen oder auf relative teure Streaming-Portale, mit überschaubarem Portfolio, zurückgreifen. Möchte man ein breites Angebot zu annehmbaren Preisen, muss man entweder warten, bis es solche Angebote auch nach Österreich schaffen oder über einen VPN-Dienst auf Streaming-Portale in den USA oder Großbritannien zurückgreifen.

Es sei allerdings noch einmal betont, dass diese Vorgehensweise gegen die AGB der einzelnen Portale verstößt. (soc)

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