Bankensektor

Abhängigkeit von privaten Banken beenden

Leser-Kommentar | 4. August 2011, 11:31

Die "Finanzkrise“ ist eine "Krise des Finanzsektors“. Warum wurde daraus eine Realwirtschafts- und in vielen Staaten sogar eine Staats-Krise?

Praktisch der gesamte Zahlungsverkehr wird über private Banken abgewickelt (Girokonten) und die Vergabe von Krediten liegt weltweit fast ausschließlich bei privaten Banken. Und diese privaten Banken bestimmen, durch die Art und Weise wie sie das Geld verwalten und wie sie Kredite vergeben, nicht nur die Wirtschaft, sondern zunehmend auch die Politik.

Dass diese Anhäufung von faktischer Macht und Reichtum zu einer totalen Abhängigkeit von Wirtschaft und Staat vom privaten Bankensektor führte, wurde von vielen seit Jahren beobachtet, jedoch erfolglos bejammert. Und der alles dominierende private Bankensektors nütze seine dominierende Stellung zu einem gigantischen Missbrauch der Kreditvergabe und des darauf aufbauenden Finanzmarktes.

Es wurde eine unübersehbare Menge von "Papieren" geschaffen, die sich letzt endlich als Blase in Billiardenhöhe erwiesen.

Und nun darf diese Blase nicht platzen, weil mit dem Untergang vieler privater Banken auch der Untergang weiter Teile der Wirtschaft und sogar vieler Staaten herbeigeführt würde. Also, retten wir was nicht mehr zu retten ist. Das kann natürlich auf Dauer nicht gelingen, daher muss die Abhängigkeit vom privaten Bankensektor durchbrochen werden. Wirtschaft und Staat müssen weiter bestehen können, auch wenn ein Großteil des privaten Bankensektors und des damit verbundenen Finanzmarktes einbrechen.

Neue Strukturen schaffen

Es geht folglich darum, so schnell wie möglich Finanzstrukturen zu schaffen, die ein Überleben von Realwirtschaft und Staat ohne privaten Bankensektor und ohne Finanzmarkt ermöglichen. Die aufgeblähten privaten Banken und die nicht mehr marktfähigen "Papiere" müssen verschwinden, Realwirtschaft und Staat müssen jedoch weiter bestehen können. Es werden natürlich enorme Vermögen verloren gehen, das darf aber nicht Realwirtschaft und Staat mit in den Abgrund reißen. Es ist vielleicht ein Trost, dass viele Vermögen nur Scheinvermögen sind, weil sie auf "Papieren" beruhen, die realistisch betrachtet nie marktfähig waren oder schon längst nicht mehr sind.

Auftrennung in vier Bereiche

Eine mögliche Lösung wäre Auftrennung des Konzepts "Bank" in vier Teilbereiche:

  1. Zahlungsverkehr (kostenloses Giro-Konto für alle vor Ort lebenden Menschen und alle ansässigen Betriebe)
  2. Spareinlagen (besser ausgedrückt, gesicherte Rücklagen)
  3. Staatskredite (Kredite an Bund, Länder und Gemeinden)
  4. Kredite an Betriebe und Privatpersonen

Zahlungsverkehr

Es soll eine staatliche Bank (eine direkt vom Finanzministerium geleitete und überwachte Bank) geben, die lediglich kostenloses Giro-Konto für alle vor Ort lebenden Menschen bereitstellt. Die Menschen können solche Girokonten für sich selbst und für ihre Betriebe nutzen, müssen aber nicht. Es steht jedem frei diese "Sozialleistung" zu konsumieren oder sie abzulehnen. Wichtig dabei ist, dass diese kostenlosen Girokonten nicht überzogen werden können, also keine Kreditvergabe implizit geschehen kann.

Die Wirtschaft kann ohne Zahlungsverkehr nicht funktionieren und der Staat muss vernünftigen Menschen (und Betrieben) eine sichere Möglichkeit bieten, ihren Zahlungsverkehr unabhängig von Finanzkrisen abwickeln zu können.

Vielleicht kann man diese Bank "öffentliche Bank für den Zahlungsverkehr" nennen. Die Aufgabe nicht überziehbahre Girokonten zu Verwalten ist finanztechnisch, und wenn man sich auf Internet-Banking und Telefon-Banking beschränkt, auch verwaltungstechnisch einfach. Die Kosten halten sich im Rahmen und sind absehbar. Es ist auch kein speziell ausgebildetes Personal notwendig und die Führungskräfte brauchen keine Ausbildung im Finanzwesen, lediglich etwas administratives Geschick. Die Rechnerleistung für das Internet-Banking könnte am freien Markt angemietet werden. Eine schnelle Realisierung ist daher tatsächlich möglich.

Gibt man den Zahlungsverkehr in die öffentliche Hand, könnte man weiterführend auch den Devisenhandel (das Geldwechseln in verschiedene Währungen) von einer „öffentlichen Bank für den internationalen Zahlungsverkehr" weltweit abwickeln lassen, und damit den spekulativen Devisenhandel unterbinden (der täglich ca. 4 Billionen Dollar umsetzt). Jeder Geld-Transfer zwischen verschiedenen Währungs-Gebieten würde dann "demokratisch geregelt" über die "öffentliche Bank für den internationalen Zahlungsverkehr" laufen, z.B. mit Hilfe einer fiktiven Weltwährung (deren Verhältnis zu den verschiedenen tatsächlichen Währungen demokratisch bestimmt wird).

Spareinlagen

Für die Menschen und auch für Betriebe ist es günstig sichere Bar-Reserven bzw. Rücklagen anzulegen, um künftige finanzielle Engpässe besser zu überstehen oder um Pläne in der Zukunft (ohne Kreditaufnahme) zu realisieren. Daher sollte der Staat eine "öffentliche Bank für garantierte Rücklagen" anbieten, bei der Privatpersonen und Betriebe "kostenlose und zinsenlose Rücklagekonten" eröffnen können. Der Staat garantiert diese Rücklagen und die Rücklagen dürfen eine bestimmte Höhe pro Person und pro Betrieb nicht überschreiten. Die maximale Höhe der Rücklagen ist sicher eine schwierige (und natürlich auch politische) Frage. Derzeit scheinen 100.000 Euro ein diskutierbarer Betrag zu sein. Mehr an "Rücklagen-Sicherung-Sozialleistung" sollte der Staat nicht bieten.

Die "Rücklagen" könnte der Staat wie Steuereinnahmen verbuchen und Abhebungen wie Steuerausgaben. Man wird eine gewisse Summe (aus Erfahrungswerten errechnet) für tägliche Auszahlung bereitstellen. Auch diese "öffentliche Bank für garantierte Rücklagen" ist daher einfach und schnell ohne spezielle Fachleute zu realisieren. Auch die "gesicherten Rücklagen" könnten der Einfachheit halber über einen Internetzugang abgewickelt werden (ein anschauliches Beispiel dafür wäre http://bundesschatz.at ).

Staatskredite

Der grundlegende Fehler bei "Staatskrediten" ist die Aufnahme der Staatskredite bei "privaten Banken" und damit die "Förderung der privaten Banken durch risikolose Zinseinkünfte". Die Zinseinkünfte bei Staatskrediten sind praktisch risikolos, weil die Zinsen gezahlt werden solange der "Staat" existiert. Und sollte es zu einem Zusammenbruch des "Staates" kommen, sind die "privaten Banken" unser geringstes Problem. Nach dem Zusammenbruch der Ordnung gibt es überhaupt keine Garantien mehr, daher brauchen die Banken diesen Extremfall finanzplanerisch praktisch nicht berücksichtigen.

Es ist natürlich eine schwierige Frage, ob der "Staat" (Bund, Länder, Gemeinden) zu viele Kredite aufgenommen hat und ob der "Staat" überhaupt Kredite aufnehmen darf oder soll. Diese Frage kann nur "politisch" geklärt werden. Es ist sehr wichtig, dass Staatskredite von einer "öffentlichen Bank für Kredite an Bund, Länder und Gemeinden" vergeben werden, und keinesfalls von "privaten Banken", weil es sich dabei um eine staatspolitische Aufgabe handelt, die unter „öffentlicher politischer und wirtschaftlicher Kontrolle" abzuwickeln ist. Es ist vor allem wichtig, dass die Zinsen an den „Staat" zurückfließen bzw. die Kredite zinsenfrei sind, weil diese Kredite hoffentlich zum Wohle der Allgemeinheit aufgenommen wurden, und nicht zur Bereicherung von "Privatpersonen" (privater Banken) führen dürfen.

Die "öffentliche Bank für Kredite an Bund, Länder und Gemeinden" ist natürlich eine hoch politische Angelegenheit und muss auf demokratischen Weg realisiert und später abgewickelt werden. Z.B. unter strenger demokratischer Kontrolle, am besten durch einen permanenten Ausschuss aus Parlamentariern, Landtagsabgeordneten und Volksvertretern. Ob das möglich ist und wie lange eine Realisierung dauert, bleibt offen, sollte aber die Banken im Teilbereich 1 und 2 nicht tangieren. Deshalb ist die Aufgliederung in Teilbereiche so wichtig, um ein Scheitern in einem Teilbereich ohne große Nebenwirkung auf andere Teilbereiche wegzustecken.

Kredite an Betriebe und Privatpersonen

Kredite an Betriebe und Privatpersonen sollten weiterhin vom privaten Bankensektor abgewickelt werden. Man sollte nicht versuchen, eine allgemeingültige Lösung anzubieten. Die "Kreditvergabe" und "sinnvolle Kriterien dafür" sind ein zu komplexes weltanschauliches Thema.

Es kann auch einen privaten Finanzmarkt gegen, der zahlreiche "Papiere" auflegt und damit handelt. Das darf aber die Verwaltung eines Staats (Bund, Länder und Gemeinden) nicht tangieren.

Der Staat soll sich weitestgehend aus dem privaten Bankensektor und dem privaten Finanzmarkt heraushalten und in diesem Bereich auch keinerlei Garantien übernehmen. Es kommen und gehen verschiedenen Banken und verschiedene "Papiere" und die Kunden tragen das volle Risiko.

Der private Bankensektor und der private Finanzmarkt bedürfen einer Regulierung, wie jeder Bereich der Wirtschaft (um Fairness und Rechtssicherheit herzustellen), es darf aber auf keinen Fall notwendig werden rettend einzugreifen.

Wenn man unbedingt will könnte man für die Vergabe von Wohnungskrediten an Privatpersonen die "Wohnbauförderung" als "öffentliche Bank für Wohnbau" verwirklichen, oder einen "öffentlichen Bausparplan" entwerfen. Weiters könnte man für "soziale oder ökologische" Betriebe eine "öffentliche Bank zur Förderung des sozialen und ökologischen Wirtschaftens" gründen. Diese Banken-Pläne sollen aber strikt von den oben angeführten drei Teilbereichen 1. bis 3. getrennt betrachtet werden. Mehr wirtschaftsliberal denkende Menschen werden eher an "Peer to Peer Konzepte" oder an "verantwortlich privatwirtschaftlich geführte Banken" denken. Eher "linksorientierte Menschen" werden sich "öffentliche Banken" oder Genossenschaften wünschen. Und alle sollen sich diese Art von Bank schaffen, die sie für richtig halten.

Man braucht keinen politischen Sieg, um eine eigene spezielle Bank zu gründen. Der "Markt" oder das "Volk" entscheidet langfristig welches Konzept haltbar ist. Die Kredite an Privatpersonen und Betriebe sind zwar wichtig, aber nicht so wichtig wie die Banken in den Teilbereichen 1 bis 3. Im Teilbereich 4 kann durchaus "Chaos" herrschen und alle politischen Richtungen könnten ihr eigenes Konzept in Form von eigenen Banken realisieren. Und man wird beim Geschäftemachen mit dem privaten Bankensektor sehr vorsichtig sein müssen um sein Geld nicht zu verlieren. Das wird hoffentlich den Aufbau von "ehrlichen privaten Banken" fördern.

Ein wichtiger Aspekt im privaten Bankensektor ist die so genannte "Geldschöpfung" (die bei jeder Kreditvergabe erfolgt). Um den privaten Bankensektor wirkungsvoll kontrollieren und richtig beziffern zu können (was den Nationalbanken unter Führung der EZB obliegt), muss die Geldschöpfung zumindest zentral (am besten bei der EZB) erfasst oder besser abgewickelt werden. Von außen betrachtet (aus der Sicht der Bankkunden) ändert sich dabei nichts, die Buchgeldmenge wäre aber dadurch bezifferbar. Erst nach genauer Kenntnis der Buchgeldmenge ist es möglich "steuernd" in den privaten Bankensektor einzugreifen. Und genau diese Steuerung kann die EZB im Moment praktisch nicht ausüben weil sie den wichtigsten Parameter, die Buchgeldmenge, nicht kennt und auch nicht wirkungsvoll beeinflussen kann. (Leser-Kommentar, Reinhard Sündermann, derStandard.at, 4.8.2011)

Autor

Dipl. Ing. Reinhard Sündermann war Software- und System-Ingenieur und dann zweiundzwanzig Jahre Patentprüfer. In der Pension beschäftigt er sich als politisch interessierter Autodidakt mit dem Thema Finanzmarkt.

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mikromalist
 
00
Planwirtschaft über die Hintertür

des Finanzsystems.
Die Macht er Banken ist möglich, weil Politiker bluf sind. Banken müssten, wie andere Wirtschaftsunternehmen behandelt werden und krachen können.
Wie wird das erst, wenn Politiker völlige Steuerungsmacht erhalten (der Demokratiewunsch ist naiv)?
Geld is ein Produkt mit Zeitwert, Medium für ökonomische Transaktionen, Zählwerk und Speicher für Werte.
Nur weil die Politik den privaten und staatlichen Kapitalismus begünstigt, ist es nicht der Grund des Übels.

F.B.R.
00
Klingt nach Hypo Alpe Adria Zwo

nur mit den Unterschieden

- auf Bundesebene und nicht auf Landesebene
- alle nehmen die Bank aus und nicht nur Parteigünstlinge der P-O-T-G Partei

F.B.R.
00
"die Führungskräfte brauchen keine Ausbildung im Finanzwesen, lediglich etwas administratives Geschick."

Wer so was lesen muss, greift sich an den Kopf. Die de fakto dann größte Bank Österreichs soll nicht von Fachkräften geleitet werden, sondern von billigen Hansln ohne Ahnung?

So eine Bank wäre nach 6 Woche in Konkurs. Wenn sie von der part-of-the-game Partie schon am ersten Tag m it ein paar Tricks ausgeräumt werden würde....

Jimmy Deen
00

ich finde den vorschlag durchaus sehr diskussionswürdig und auch umsetzbar, da sich für den privaten sektor, sprich sie und alle anderen, die sie leute über den tisch ziehen möchten, können es weiterhin tun, nichts ändert nur der staatliche, öffentliche teil ändert sich in bezug auf kreditaufnahme und abschaffung der zinszahlungen und zinseinhebungen. ! und überall gibt's sanktionierende kontrolle dazu !

die ausbildung und das wissen der leute die diese 'behörden' führen ist natürlich verbesserungswürdig.

notanickname
00

bis auf die "demokratisch" bestimmten wechselkurse, die dann am st. nimmerleinstag ausdisskutiert werden (denkens mal an irgendein beliebiges abkommen mehrer nationen, im wesentlichen beschliesst man da beim jährlichen treffen, in den nächsten jahren eine entscheidung zu treffen....)

lest sich das alles ganz vernünftig. Nur die umsetzung wird nicht möglich, denn sämtliche nutzniesser des aktuellen systems wehren sich natürlich mit allen mitteln gegen eine änderung.

naja, da der supergau unseres geldsystems noch aussteht, mal schaun wies danach weitergeht....

darkblue2
00

demokratisch bestimmte wechselkurse? das ist so, als wenn man über den preis von vw, bmw, nudeln, fleisch, obst, gemüse etc an der wahlurne abstimmen würde.
@bank für garantierte Rücklagen: diese bank wird nie einlagen erhalten. warum sollte man etwas einlegen, wenn man keine zinsen dafür erhält?
@bank für kredite an den staat: wie refinanziert sich diese bank? einlagen gibt es ja nicht. weiters wird für ausleihungen kein zins verlangt. erfolgt die refinanzierung nun zwangsweise am markt, dann ist diese bank aber ein reiner verlustbetrieb (kein zinsertrag aber dafür zinsaufwand) den wiederum der staat erhalten muss. dann kann man aber die kredite auch gleich bei den privatbanken aufnehmen.

Hans Hosendonner<<3
00
10.8.2011, 09:00
in diesem punkt macht es der author umständlicher als nötig. denn de facto könnte sich der staat ja sein geld selbst drucken, ohne umweg eines kredits

auch heute wird das geld von den zentralbanken einfach gedruckt, allerdings dann gegen den leitzinssatz an die geschäftsbanken verliehen, die dann zu höheren zinsen das geld an die staaten verborgen.
die zentralbanken gehören übrigens großteils auch privaten gechäftsbanken.
die staaten lasssen sich somit von den banken ausrauben durch zinszahlungen für ein geld, das den banken garnicht gehört, und das von der zentralbank aus dem nichts erschaffen wurde.
natürlich müsste der staat bei der erschaffung neuen geldes mit augenmaß vorgehen um keine inflation aus zu lösen.
aber im heutigen system haben wir beides: schulden UND übermäßige ausweitung der geldmenge

andreas wreiser
 
12
Die Banken müssten zerschlagen werden in Geschäfts- und Investmentbanken

das war eine der wichtigste Lehren von der Weltwirtschaftskrise von 1929,
die noch immer nicht vollzogen worden ist.
Wenn heute oder in einem Jahr wieder eine
Zocker-Großbank pleite gehen würde,
müßen wieder zig Milliarden Euro von den Steuerzahlern dafür herhalten.

TRENNT ENDLICH DIE BANKEN VOM CASINO !!!

fordert auch der Wirtschaftsprofessor Roubini http://www.wiwo.de/finanzen/... en-431861/

Jimmy Deen
00

clinton, billybob, ließ extra so eine vereinbarung (glass-steagall-act) aufheben, wodurch eben der bürger zur haftung hervorgekramt wurde. die europäer haben's ihm nachgemacht.

F.B.R.
00
Irre ich mich, oder hat man nicht gerade in den USA

diese Zerschlagung zu 100% durchgeführt, lastet der Zerschlagung nun die Krise an und führt die Geschäfts- und Investmentbanken wieder zusammen?

Kann mich aber auch irren.

O5
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"In der Pension beschäftigt er sich als politisch interessierter Autodidakt mit dem Thema Finanzmarkt."

Merkt man ;-)

site:°~+*-||!#.\>
25
Sie vergessen, Raiffeisen besitzt bereits halb Österreich

Sehr erfreulich, dass sich wer mit konstruktiven Vorschlägen beschäftigt - einige Ansätze sind durchaus interessant.

Allerdings wird sich an der Systemrelevanz und der Abhängigkeit der Wirtschaft von den Banken nichts ändern, solange die Geldschöpfung bei privaten Banken liegt.

Ein weitgehend unregulierter Bankensektor/Finanzmarkt in dem - wie im derzeitigen System - Chaos herrscht, würde im Falle einer vorprogrammierten Pleite ebenfalls die gesamte Wirtschaft in den Abgrund reißen = Kreditklemme.

Ein Vorteil gegenüber dem bestehenden Finanzsystem ist daher nicht wirklich erkennbar.

Ein besserer Ansatz mit Verbesserungspotenzial hier:

http://www.monetative.de/

http://www.youtube.com/watch?v=IS2uwiDl2VE

Jimmy Deen
00

wird sich deshalb nie durchsetzen da sie ja kredite aufnehmen, weil sie das geld nicht haben.

die trennung von geschäfts- & investmentbanken würde hier schon fast reichen, mit einigen kleinen gesetzesänderungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Glas... eagall_Act

Kampfsoletti
01
Interssantes Video.

Mork vom Ork
10

nur @kostenloses Giro-Konto:

jo, und ich nehm an die nötige Infrastruktur zahlt der Steuerzahler :)

Kampfsoletti
11
Wo liegt das Problem?

Die Kosten sind nicht besonders hoch. Man könnte es auch mit der SV koppeln.

F.B.R.
00
Und ob die Kosten hoch sind,

Sie brauchen landesweit Filialen mit Fachpersonal, ein extrem aufwendiges Computersystem, Back Office Abteilungen, die auf den korrekten Ablauf aufpassen usw. usf.

Vom Girogeschäft allein kann bei weitem kein Institut leben, die anderen Bankgeschäft bringen die für den Erhalt des Betriebes erforderlichen Einnahmen.

Jimmy Deen
00

kreditvergabe heißt nicht gleich casinospielen. da gibt's ne große benadbreite. vor allem weil die banken genau wissen wollen warum sie gewisse beträge haben wollen.

Werner Lischka
10
die ideen des authors (teil2)

punkt 2 - spareinlagen werden von privatpersonen und unternehmen ja auf basis des zinsversprechens getätigt. hier wird es problematisch. beim angeführten bausparen zahlt war der staat eine prämie, die zinsen kommen aber v.d. bank. die notwendigen mittel müsste die staatsbank f. spareinlagen von der staatsbank f. kredite (pkt 3) erhalten - damit haben wir aber schon eine nicht gewollte verflechtung und auch die zinsenlosen staatskredite werden damit unmöglich.
d. punkte 2 und 3 könnten eher in einer staatlichen anlagebank mit hochsicherer anlage und reduziertem kreditkundenbereich (öffentliche kreditnehmer) realisiert werden. u.u. kann dann die einlagensicherung des privatsektors (pkt. 4) wegfallen.
d. kann alles bieten - ohne staatshaftung.

Werner Lischka
10
die ideen des authors sind durchaus ...

... diskussionswürdig.
punkt 1 sollte kaum probleme machen. gratis-konten bieten viele banken an, die notwendige software gibts am markt. da ausser zahlungsverkehr hier nichts geboten wird, ist auch kaum ein risiko f.d. staat gegeben. das. in einigen posts angesprochene thema 'geldwäsche' wird heute bereits via it-lösungen behandelt (oder auch nicht).
die fremdwährungszahlungen können über autom. bezogene tageskurse realisiert werden. bei tagfertigen buchungen fällt spekulation eher weg.
punkt 3 ist kritischer - hier muss die staatsbank zur alleinigen geldaufnahme b.d. ezb verpflichtet werden - und die menge gedeckelt sein. wie ausfälle abgefangen werden ist zu diskutieren (rücklagenpflicht).

Mork vom Ork
00

1. auch "gratiskonten" sind nicht gratis - schauns mal die Nebengebühren an, die Banken verdienen auch an den Zinsen, bei dem Konzept des lieben herren dürfen das die Banken nicht, denn einlagengeschäft und zahlungsverkehr wären ja zu trennen.
2. Geldwäsche wird über IT-Lösungen geregelt? das glaubens wirklich? ^^ - ein Blick in die Geldwäscherichtlinie würde helfen ;)

F.B.R.
00
Beim Zahlungsverkehr

werden keine Zinsen gezahlt.

Zinsen gibts logischerweise nur auf Einlagen, und die muss man seitens der Bank auch irgendwie erwirtschaften.

Und wie Staatsbanken wirtschaften haben wir in den 70ern und 80er erlebt ... Länderbank, das Geldgrab ... Giro Zentrale, die Geldvernichterin ...

Werner Lischka
00
re: geldwäsche

wie glauben sie werden hohe beträge und regelmäsige überweisungen ermittelt? ich kenne den zahlungsverkehr - da überprüft keiner alle zahlungen, sondern die abteilung beschäftigt sich a) mit hohen summen (d.h. firmenüberweisungen zum termin) und b) mit konten, die v.d. it ausgesondert werden.
die richtlinien sind hier eher theoretisch (d.h. man dokumentiert die erfüllung - aber mehr auch nicht).

EU-Austretter
06
Den Banken die Eier abschneiden! Wuerden sich viel mehr Menschen so detailliert Gedanken zu diesem Thema machen, waere das wohl die letzte grosse Wirtschaftskrise.

Beim Vorschlag, den Staat als Vehikel fuer den Zahlungs-und Devisenverkehr anzuvisieren, moechte ich allerdings zu bedenken geben, dass der Staat mit detailliertem Wissen, wer was wann wo und bei wem kauft oder verkauft, ein enormes Druckmittel gegen tatsaechliche oder vermeintliche "Terroristen", vulgo kritische Menschen in die Hand bekommt.

Mein Loesungsvorschlag: Den Banken die Eier abschneiden, in dem man ihnen das Recht auf Bilanzverlaengerung, vulgo Geldschoepfung nimmt und damit die Systemrelevanz.

http://www.monetative.de/

Dazu noch:
http://www.justusbuendnis.de/info/manuel_heckel

PS: Das ist kein Aufruf zur Gewalt:
Den Banken, nicht den Bankern

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