Geldstrafe fällt mit 2000 Euro gering aus - Weitere millionenschwere Sammelklage wird in Soeul vorbereitet
Die südkoreanische Kommunikationsbehörde KCC hat Apple aufgrund der Standortspeicherung von iPhone- und iPad-Nutzern zur Zahlung von drei Millionen Won - umgerechnet 1982 Euro - verurteilt. Einem Reuters-Bericht zufolge hatte dem Unternehmen eine Geldstrafe von etwa 6600 Euro sowie eine dreiprozentige Gewinn-Abgabe an die KCC gedroht.
Schadensersatz
Damit wurde Apple erstmals wegen Standortaufzeichnung ohne die Zustimmung von Nutzern verurteilt. Im Juli waren einem iPhone-Besitzer von einem südkoreanischen Bezirksgericht umgerechnet 664 Euro zugesprochen worden. Der Schadensersatz sollte ihn für die Speicherung seiner Daten und Verletzung seiner Privatsphäre entschädigen. Zudem fordert die KCC sowohl von Apple als auch von Google eine künftige standardmäßige Verschlüsselung der erfassten Ortsdaten auf Smartphones. Google Korea sagte in einem Statement, man werde sich mit dem KCC-Beschluss befassen.
Sammelklage
Während die Zahlung von knapp 2.000 Euro Peanuts für Apple sein dürften, wird in Südkorea eine millionenschwere Sammelklage gegen den iPhone-Hersteller vorbereitet. In deren Rahmen vertritt eine US-amerikanische Anwaltskanzlei rund 27.800 Mandanten. Ausgehend vom obigen Strafmaß müsste Apple eine Schadensersatzsumme von umgerechnet 18 Millionen Euro zahlen.
Softwarefehler war Ursache
Im April 2011 meldeten Sicherheitsforscher, dass iPhone und iPad Ortsdaten der Gerätebesitzer sammelt. Apple hatte daraufhin erklärt, es handelte sich um einen versehentlichen Mitschnitt. Als Grund wurde ein Softwarefehler angegeben - der Webstandard berichtete. Mit einem Update sollte die Aufzeichnung auf eine Woche beschränkt werden.
Opt-out auf Android-Devices
Google hingegen besteht darauf, dass die Ortsdienste auf Android nicht illegal seien, da sie "strikt Opt-in" sind. (ez, derStandard.at, 04. August 2011)