Das Spardogma kommt ins Wanken

Kommentar der anderen | Bernhard Wrabetz, 3. August 2011, 18:52

Zu lange hat die EU-Politik die Rezeptur des IWF befolgt und Schuldenkrisen durch Sparmaßnahmen bekämpft - Von Bernhard Wrabetz

Die Empirie zeigt, dass andere Strategien sinnvoller sind.

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Als der Astronom Kopernikus 1543 die Erde aus dem Zentrum des Universums verbannte und an ihre Stelle die Sonne setzte, war die Aufregung groß. Obwohl die meisten Astronomen und Philosophen schon die längste Zeit Schwierigkeiten hatten, ihre Beobachtungen und Berechnungen mit dem geozentrischen Weltbild in Einklang zu bringen, war doch die Hemmung groß, einen Glaubenssatz aufzugeben, der über Jahrhunderte das Denken Europas geprägt hatte. Als Galileo Galilei und andere 1610 die kopernikanische Theorie durch Beobachtungen zu untermauern suchten, schritt die Inquisition ein und verhängte ein Denkverbot. Erst 1822 entschloss sich die Kirche, die Sonne offiziell als Fixstern anzuerkennen.

Die kopernikanische Wende, die die Empirie vor den Glauben stellte, wird heute jedem Mittelschüler als grandioses Beispiel für den Sieg der Vernunft über das Dogma, als Geburtsstunde des modernen und aufgeklärten Europas gepredigt. Über ein halbes Jahrtausend später dürfen wir alle zahlende Zeugen eines Spektakels sein, das das heilige Offizium stolz gemacht hätte. Diesmal geht es um vergleichsweise Banales, für das tägliche Leben vieler Europäer aber deutlich Spürbareres: die Staatsschuldenkrise.

Weniger interne Abwertung

Wieder steht ein Dogma zur Diskussion: Seit Jahrzehnten glauben wir inbrünstig, dass eine Staatsschuldenkrise durch rezessive Wirtschaftspolitik und einschneidende Sparmaßnahmen der öffentlichen Haushalte bewältigt werden kann. Wenn man nur den politischen Willen aufbringe, die Leistungen des Staates auf das unvermeidliche Minimum zu reduzieren, das Staatseigentum im Wege von Privatisierungen zu versilbern und über Lohn- und Konsumverzicht Volkswirtschaften um zehn oder fünfzehn Jahre zurückzuschrumpfen, dann werde alles wieder gut. Dann könne man auf niedrigerem Niveau wieder in den globalen Wettbewerb einsteigen, sich aus der Misere herausexportieren und auch wieder auf den Märkten Geld aufnehmen, das man für den Fortbestand eines Staates benötige. Diese Rezeptur wird vom IWF seit Jahrzehnten in nahezu unveränderter Form verschrieben. Auch jetzt, im Falle Griechenlands, Irlands und Portugals und vielleicht auch bald für andere Staaten der Eurozone. Da bei der Eurozone die Möglichkeit der Abwertung der nationalen Währung fehlt, liegt der Akzent bei den Strukturprogrammen der europäischen Peripherie stärker auf der "internen Abwertung", so der nicht gerade transparente Code für Lohn- und Gehaltskürzungen.

Der theoretische Ansatz ist weitgehend unwidersprochen, der politische Konsens zum Thema unerschütterlich. Einzig die Empirie sträubt sich vehement. Denn die Beispiele dafür, dass die Rosskur wirkt, sind an einer Hand abzuzählen. Ob sie unter Bedingungen einer unvollkommenen Währungsunion funktioniert, ist nicht einmal theoretisch gesichert, vor allem wenn man die Notwendigkeit einer Umschuldung nicht wahrhaben will.

Nun erfrechten sich die US-Ratingagenturen, durch die Herabstufung der europäischen Sorgenkinder ihren Abfall vom Glauben zu dokumentieren. Sie teilten den Investoren unumwunden mit, dass sie mit Verlusten rechnen müssen, dass trotz aller gegenteiliger Beteuerungen ein Schuldenschnitt unausweichlich sei. Es wundert nicht, dass Europa darauf empört reagierte. Vor allem die portugiesische und wohl auch die irische Regierung, die ihren Bürgern drastische Einkommensverluste und bittere Jahre verordneten, die mit Verve und unter hohen sozialen und politischen Kosten das Traditionsrezept von IWF und EU durchziehen, waren geschockt. Portugals Premierminister sprach von einem Schlag in die Magengrube, ein prominenter Banker gar von Finanzterrorismus.

Es ist müßig, über die Motive der Ratingagenturen zu spekulieren. Ihr einziger Job ist es, ihren Anlegern und Spekulanten möglichst hohe Gewinne zu garantieren. Weder volkswirtschaftliches Verantwortungsgefühl noch Sorge um den gesellschaftlichen Wohlstand stehen in ihrem Pflichtenheft.

Wenn nun diese Agenturen ihren Kunden empfehlen, nicht mehr an ein Dogma zu glauben, das sie selbst über Jahrzehnte hochgehalten haben, so mag miese Marktmanipulation eine Rolle spielen. Es mag auch sein, dass die Selffulfilling Prophecys der großen drei ihnen und vielen Investoren obszöne Gewinne auf dem Rücken der europäischen Steuerzahler einbringen.

Es mag aber auch sein, dass die Ratingagenturen aus der Subprime-Krise gelernt haben, dass Dogmen wie jenes vom ewigen und unerschütterlichen Anstieg der Immobilienpreise an der Realität zerschellen können. Nun haben sie sich eben vom Glaubenssatz des EU-Gläubigerschutzprogrammes verabschiedet.

Mehr Gestaltungskraft

Der jüngste Eurogipfel gibt Anlass zur Hoffnung. Die angekündigten Schritte sind mutiger, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Ideen und Instrumente, die noch vor Wochen den heiligen Zorn der Glaubenshüter provoziert haben, sind nun Konsens. Für Optimisten ist erkennbar, dass die europäischen Staatenlenker Gestaltungskraft zurückerobern, dass sie endlich das tun, was die "Märkte" ihnen schon längst unterstellen.

Die Beteiligung privater Gläubiger an der Bewältigung der Schuldenkrise ist nun mehr oder weniger gegessen. Die Eurozone wird ihre schwächsten Mitglieder nicht fallenlassen und ermöglicht ihnen durch niedrigere Zinsen und längere Laufzeiten die Chance, sich tatsächlich aus der Schuldenfalle zu befreien. Mittelfristig wird man wohl um eine echte Wirtschafts- und Fiskalunion nicht herumkommen, die die Eurozone gegen Krisen und Attacken strukturell absichert. Den integrationsmüden Europäern dieses Projekt eines massiven Souveränitätstransfers schmackhaft zu machen wird ein hartes Stück Arbeit. Noch rufen viele nach dem Inquisitor, wenn jemand von Transferunion und Eurobonds spricht. Angesichts der Alternativen geraten aber auch hier Dogmen ins Wanken. (DER STANDARD, Printausgabe, 4.8.2011)

BERNHARD WRABETZ (48) ist österreichischer Botschafter in Lissabon. Er war unter anderem außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Gusenbauer.

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gewissengewissen
 
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mehr Konjunktur durch Sparen, mehr Jobs durch Hinauswürfe/"Arbeits"zeit"verlängerung": (2/2)

MundMs
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Die Ratingagenturen mit den Aufklärern der Rennaissance zu vergleichen ist nicht nur dreist und falsch, sondern eine Beleidigung der Aufklärung. Die Sache schaut nämlich ein bischen anders aus.

Jede (bedeutende) Ratingagentur würde ein Land herabstufen, das gemessen an den Staatseinnahmen hohe Schulden macht. Der Umstand, dass nun auch herabgestuft wird, wenn ein verschuldeter Staat versucht zu sparen, ändert an dem zuvor genannten Umstand nichts.

Im Gegenteil.

Die Ratingagenturen konnten in mehreren Interviews nicht sagen, was gemacht werden müsse, damit sie mit der Herabstufung aufhören. Das heißt hier wird kein neues Paradigma angewandt, sondern dem betroffenen Staat eine vollkommen determinierte Zukunft vorgehalten, was mit Aufklärung nichts mehr zu tun hat.

Vielmehr geht es am Aktienmarkt um Wettgewinne und da ist es praktisch, wenn es Institutionen gibt, die den Ausgang sehr subtil, aber stark beeinflussen können.

john the miracle
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frage

wir haben ja gelernt dass rating agenturen von ihren auftraggebern bezahlt werden, dafür dass sie ein rating erstellen. nebenbei haben auch staaten begonnen die ratings als relevante benchmarks anzuerkennen. die frage ist: bezahlen die staaten auch für ihre ratings? wenn nicht dann ist klar warum gerade staaten runtergestuft werden und nicht irgendwelche anderen papiere. wenn schon wirds zeit dass sich ein paar politiker mal ordentlich aufregen...

gewissengewissen
 
00

100% RICHTIG: Rating Agencies betreiben nach keiner Definition "Aufklärung" sondern arbeiten als Privatfirmen gewinnorientiert, indem sie den Anschein einer moralischen (bewertenden) Instanz erzeugen.
(Zusatzeffekt: von verschuldeten/herabgestuften Staaten werden MEHR Zinsen kassiert,
-- d.h. negative Ratings bringen mehr Aufträge für neuerliche Ratings --
ähnlich wie Arbeitslose für denselben Kredit plötzlich mehr Zinsen zahlen sollen)

gewissengewissen
 
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mehr Konjunktur durch Sparen, mehr Jobs durch Hinauswürfe/"Arbeits"zeit"verlängerung": (2/2)

gewissengewissen
 
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die USA haben Rockefeller (Standard Oil) genauso das Monopol abgedreht
-- "AntiKartell" kommt von dort --
wie etliche Gemeindebauten in Wien aus Erbschaftsteuer Rothschildt entstanden.

"Reagan-Stils" oder "Bush-Stils" wäre treffender.

und: "Staat" (also "wir" alle) sollten der "Wirtschaft" energisch strikte, enge Rahmenbedingungen setzen.

(also definieren, was ÜBERHAUPT Gewinnziel sein darf, und mit welchen Ressourcen: O2 VERBRAUCH (!), CO2 Ausstoss, Rohstoffe, Abfälle wie Bauxitschlamm etc.)

Staat=Politik ist nicht "Partner von Wirtschaft" sondern muss deren FELDGRENZEN setzen.
(NICHT "Gleichgewicht")

Wirtschaft findet schon ihren Weg.

(Existenz- und "Rechts"-) Sicherheit ist für MENSCHEN wichtig, nicht für Firmen!

gewissengewissen
 
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mehr Konjunktur durch Sparen, mehr Jobs durch Hinauswürfe/"Arbeits"zeit"verlängerung": (1/2)

Wrabetz widerspricht solchem Unsinn, gotsedank.

Auch Stiglitz (INET,Columbia etc.) machte zuletzt am 30.7. im Printstandard darauf aufmerksam.

Klar, dass nur "mehrJobsAlsLeute" (fromme Hoffnung) oder "weniger"Arbeits"zeit" (dilettantisch) oder echtes Existenzgeld (OHNE Bedingungen) die "Arbeits"losigkeit" herunterbringen.

Klar auch, dass ("BIP"gemessene) "Konjunktur" durch "Sparen" (auch des Staates) SINKT ...
... und nur stabiler Konsum
-- der nebenbei auch Demokratie sichert ("wen unterstütz ich, wo kauf ich ein?") --
OHNE staatliches Sparen breiteren Wohlstand erzeugt.

"Deregulierten Kapitalismus amerikanischen Stils" und "Gleichgewicht Markt/Staat" (Zitate Stiglitz) zu beklagen, giesst aber Öl auf falsche Feuer:

Atlantis-Couple
00
Unser Botschafter in Lissabon.

Jetzt wundert mich langsam nichts mehr.

Joe Dalton1
22

Was genau soll uns der Kommentar sagen? Mittel gegen hohe Schulden - einfach mehr Geld ausgeben?

Und natürlich wieder auf die Ratingagenturen eindreschen. "Ihr einziger Job ist es, ihren Anlegern und Spekulanten möglichst hohe Gewinne zu garantieren"
Ihr Job ist es, den Anlegern zu sagen, wie sicher es ist, dass sie ihr Geld wiederbekommen. Dafür werden sie bezahlt, nicht fürs Schönfarben und Lügen. Dazu haben wir unsere Politiker und die EZB.

Niccolo Machiavelli..
 
01
Was genau ist hier gegenwärtiges das Dogma ?

Wo in Europa ist denn wirklich gespart worden? Genausowenig in den USA!
Unser Dogma das uns in gegenwärtige Misere gebracht hat ist jenes, einfach noch mehr Schulden auf Kosten der Zukunft zu machen, das war schon Ursache der 2008er Krise (Schulden egal ob Private oder Staaten).
Die Vernunft besagt doch: Keiner kann langfristig mehr ausgeben als er einnimmt und daran hat sich bisher weder die USA noch EU gehalten!

Harald Schoenknecht
02

"... Keiner kann langfristig mehr ausgeben als er einnimmt ..."

Und TROTZDEM glauben die Meisten immer noch das Geld "arbeiten" kann, also das man fuer Geld Zinsen einheben kann (also: langfristig mehr ausgeben kann als im Moment).

... aber... das haben Sie nicht gemeint, oder 8o)

(der Hintergrund der Problematik ist aber ernster)

PeAcE

Niccolo Machiavelli..
 
01

Auch ein Anhänger einer dieser aktuellen Verschwörungstheorien ?

Wenn ja, bin ich gleich gespannt, bitte belehren Sie mich doch wie das Geld geschöpft wird, der Zins Ursache allen übels ist und Banker in Wahrheit die bösen von allem sind

Harald Schoenknecht
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Nein... denn die Zinseinnahmen werden ja auch wieder ausgegeben (z.B. Gehaelter und Instandsetzung und Bau von Banken, etc.). Ich denke nicht das ich ein Verschwoerungstheoretiker bin.

Ich sehe nur das bei einem Kreditgeldsystem neues Geld ueber Kredit geschaffen wird, und wenn man diesen tilgen will, dann muss dieses geschaffene Geld wieder vernichtet werden. Wenn die (GELD!)Vermoegen steigen MUESSEN die (Geld)Schulden steigen.

Das mit dem Zins ist nur Panikmache... das Geld "stockt" einfach im Moment, es wird nicht im gleichem Masze ausgegeben wie es eingenommen wird... (oder anders: Wir haben keinen Gleichgewichtszustand sondern anwachsende (Geld)Vermoegen)

PeAcE

Kampfsoletti
03
Wird immer behauptet...

... ist aber leider Falsch. :(
Überlegen Sie mal. Wenn alle Verschuldet sind -- wo ist das Geld geblieben? Und wenn kein Geld da ist woher nehmen?

Harald Schoenknecht
02

Es MUESSEN Leute verschuldet sein, damit Andere Vermoegen besitzen. So funktioniert unser Geldsystem. Neues Geld kommt ins System ueber Kredite (also: Verschuldung (von "Irgendjemand" (Wer sich momentan hauptsaechlich verschuldet? Am Ende der Staat! (Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren))).

Wir schenken weder Geld her, noch wird es ueber irgendwelche Resourcen (Gold) eingebracht (Wenn Sie Gold verkaufen muss der Kaeufer auch Geld besorgen, Gold ist kein offizielles Zahlungsmittel!).

Ueberlegen Sie etwas was "Geldschoepfung" bedeutet...

(Diese Problematik betrifft Geld, nicht Immobilien oder anderes Eigentum)

(Ich habe das mehr fuer die Mitleser geschrieben, ich denke mir das Sie die Problematik durchaus kennen koennten)

PeAcE

Niccolo Machiavelli..
 
10

Was genau soll falsch sein und wieso ?

Kampfsoletti
01

Nach Ihrer Definition ist es ja so: Der Staat leiht sich Geld welches er nicht durch Steuereinnahmen lukrieren kann.
Die frage ist von wem leiht sich der Staat das Geld? Alle anderen Staaten sind ja auch verschuldet. Und Geld sollte ja ein Schuldschein des Staates sein.

Können Sie mir folgen, auf was ich hinaus will?

Niccolo Machiavelli..
 
10

nein noch immer nicht, leider ...

ich hoffe nur nicht Sie wollen auf eine dieser abstrusen Verschwörungstheorien hinaus und mir nun Ihre ultimative Erkenntnis der Geldschöpfung erklären ...

BTW: Ich habe bisher hier gar nichts definiert

Kampfsoletti
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Ich halte mich für keinen

Verschwörungstheoretiker - aber die Frage wo den das ganze Geld sei, konnte mir bis dato nur sogenannte "Verschörungstheorethiker" einigermaßen plausible erklären. Ob jetzt das Schuldgeld schuld ist kann ich nicht sagen - ich finde es aber sehr befremdlich die Geldschöpfung an Privat auszulagern.

Und die Logik wir retten Banken, und geben günstiges Geld an die Banken, welches der Staat selber nicht hat und sich von Banken borgen muss. Das Geld wird munter in Staatsanleihen(hoch verzinst) investiert und der Staat muss auch gerettet werde da sonst die Banken(schon wieder) kaputt gehen. Ist schon etwas pervers. Finden Sie nicht auch?

Lord Chaos
00

Der Artikel ist mehr als oberflächlich. Zuerst einmal geht der Autor stillschweigend davon aus, dass sämtliche überschuldeten Länder gleich sind und es daher eine einzige sinnvolle Lösung gibt.
Dass die Ursache der Überschuldung völlig andere sind lässt er unter den Tisch fallen: Zb Griechenland, Portugal und die USA haben Jahrzehnte über ihre Verhälnisse gelebt. In diesen Fällen ist ein Sparprogramm unumgänglich da sich vermutlich niemand finden wird der die Defizite dauerhaft finanzieren will.
Zb bei Irland liegt die Sache völlig anders. Die Schulden sind die Folge eines (wenn auch selbst verschuldeten) einmaligen katastrophalen Ereignisses. Hier ist die Idee die Staatsschulden per Schuldenschnitt zu reduzieren viel sinnvoller, da der

cipf
 
05

Dass beim "versilbern" von Staatseigentum IMMER private Investoren profitieren und profitiert haben, das wird gerne übersehen wenn die "Sparflammen Doktrin" durchgezogen wird.
Angesichts der Erkenntnis frage ich mich doch, wer im IWF wohl das Sagen haben könnte?
Großinvestoren? :-)) - aber geh, nie doch nicht!

john the miracle
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es können offensichtlich...

gegenwärtig nicht genügend kriege geführt werden bei deren folgendem wiederaufbau genug verdient werden kann. also holen wir uns das geld halt irgendwie anders...die frage ist: wer spekuliert gegen griechenland? wahrscheinlich die gleichen leute die dann im iwf bestimmen dass jetzt endlich wiedermal staatseigentum verkauft werden soll und dass die griechen gefälligst den gürtel enger schnallen müssen. oder?

Kapitalismus Luege
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UKUSA drucken und verborgen Geld, der Rest muß sparen

die Logik des Neoliberalismuses

Agnostiker1
52
Dem guten Mann gehen die elementarsten Grundbegriffe...

der politischen Ökonomie ab. Wenn der Herr Botschafter seine Philosophie des unzureichenden NIchtsparens weiter realisieren würden, sind wir sehr bald auf dem Weg von Griechenland & Co. Heute schon gehen über 20 % des Budgets allein für Zinsen weg. Und wenn ich sein Gesabbere richtig deute, ist für ihn die Sozialquote von über 30 % eine heilige Kuh. Wenn er das Budget weiter analysiert, wird er feststellen, dass Teile des Verwaltungshaushaltes bereits finanziert werden muss, von Investitionen ganz zu schweigen, sitzen wir auf einer Bombe. Der Herr verdankt seinen Posten offenbar der Tatsache, dass er ein Bauchredner der Freunde der Schulden ist. Wenn der Kanzler einen Funken Sachverstand hätte, würde er den Herrn von seinem Amt abberufen.

Harald Schoenknecht
11

Ja, 20% gehen fuer Zinsen d'rauf... und... wer bekommt dieses Geld? Folgen Sie der Spur, und Sie werden (genug Mut und Geduld) auf das Kernproblem stossen. Es werden einige Dogmen fallen muessen, oder aber es wird wieder irgendwelche "schoenen" Ablenkungen geben (Kriege bieten sich dafuer immer an).

PeAcE

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