Hypothese

Die Erde hatte früher womöglich zwei Monde

3. August 2011, 19:11
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    foto: illu: jutzi, asphaug

    Aus zwei mach einen: Nach neuen Berechnungen dürfte das Hochland auf der Rückseite des Monds auf den Einschlag eines anderen zurückgehen.

Eine Kollision der beiden Trabanten könnte die unterschiedlichen Mondhemisphären erklären

London/Wien - Dass die Erde einen natürlichen Satelliten hat, der sie in 27 Tagen und knapp acht Stunden umkreist, dürfte auf eine Kollision zurückgehen. Planetenforscher gehen heute davon aus, dass vor rund 4,5 Milliarden Jahren die Erde einen "Streifschuss" von einem anderen Planeten in Marsgröße abbekam. Aus den Trümmern dürfte sich der Mond gebildet haben, der eine recht ähnliche geologische Zusammensetzung wie die Erde hat.

Doch womöglich kam es als Folge dieses gigantischen Aufpralls zur Bildung eines zweiten Trabanten, der die Erde eine ganze Weile begleitete, vermuten nun Martin Jutzi und Erik Asphaug (Uni Bern und University of California in Santa Cruz) in der britischen Wissenschaftszeitschrift "Nature" (Bd. 476, S. 69). Mit dessen Existenz könnte sich nämlich erklären lassen, warum die Rückseite des Mondes aus bergigem und stark zerklüftetem Hochland besteht, während die uns zugewandte Seite flache Tiefebenen besitzt.

Nach aufwändigen Simulationen und Berechnungen gehen Jutzi und Asphaug davon aus, dass der zweite Mond einen Durchmesser von etwa 1200 Kilometern hatte, was in etwa ein Drittel jenes des Mondes beträgt. Dieser kleinere Himmelskörper sei nach seiner Entstehung für ziemlich lange Zeit - also einige Dutzend Millionen Jahre - in einer relativ stabilen Umlaufbahn geblieben, ehe er schließlich mit dem Mond kollidierte.

Nach den Berechnungen der Forscher erfolgte dieser Mond-Mond-Zusammenprall mit einer Geschwindigkeit von 2,4 Kilometern in der Sekunde (bzw. gut 8000 km/h). Als Folge dieses doch recht gewaltigen Einschlags - der kleinere Mond hatte vier Prozent der Mondmasse - lagerte sich das Gestein an der getroffenen Seite des Mondes an. Dies würde laut Jutzi und Asphaug nicht nur erklären, warum es auf der Mondrückseite gebirgiges Hochland gibt, sondern auch warum dort die Mondkruste wesentlich dicker ist als auf der erdnahen Hemisphäre. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 4. 8. 2011)

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QUMI
00

Könnte jemand erklären, warum vor einigen Jahren im Verhältnis sehr oft Menschen auf dem Mond waren, dies jetzt aber nicht mehr interessant ist?

Liegt es daran, dass die Kosten im Verhältnis zum Ertrag zu gering sind? Keine Rohstoffe; keine Möglichkeit produktive Ansiedelungen zu machen?

Kosten für andere Missionen, die mehr Rohstoffe versprechen?

xray -
00
12.8.2011, 22:57

eine objektive einschätzung:
1. der besuch des mondes ist wissenschaftlich nicht sonderlich ertragreich. wir haben bodenproben, es ist ein klumpen stein, viel mehr gibt's "vor ort" nicht zu erforschen. den rest kann man billiger herausfinden (beobachtung, messung, raumstationen, ...), und es gibt spannendere objekte da draußen.
2. der besuch des mondes ist wirtschaftlich nicht sonderlich ertragreich. der transport von wenig masse dort hin oder hierher zurück ist teuer, und was dort zu finden ist, ist nicht wertvoll genug.
3. vor einigen jahren war es ein politisches wettrennen zu einem schwierig, aber doch erreichbaren ziel. 1969 hat dann einer der beiden "first" gerufen, damit war die sache gegessen.

Pflaster ohne Trost
42
War überhaupt schon jemand am Mond? :)

eknaD
10

"Konkurrierende Hypothesen gibt es genug: Eine im Vorjahr publizierte Studie schlägt vor, dass Gezeitenkräfte für die Form des Mondes verantwortlich sind. Die Gravitation der Erde hätte demzufolge die Mondkruste an verschiedenen Stellen unterschiedlich beeinflusst und sie unterschiedlich dick gemacht. Nicht geklärt werden konnte mit dieser Hypothese allerdings, warum sich die erdabgewandte so stark von der erdzugewandten unterscheidet. (...)

Um die Richtigkeit der Thesen zu überprüfen, braucht es jedenfalls mehr und neue Daten, die nicht von Modellen stammen, sondern vom Mond selbst."

http://science.orf.at/stories/1686118/
(vom 4.8.2011)

fritz1004
02

Könnte es weiter sein, daß die erdzugewandte Seite mit der dünneren Kruste z.B. schwerer (oder im Gegenteil leichter?) ist, als die abgewandte, und daß sich gerade deshalb eine gebundene Rotation des Mondes entwickelte, die uns genau diese Seite und nicht die andere zeigt?

martzypan
11
interessante frage

denn meine wäre gewesen, warum sich das ding nach dieser kollision nicht dreht...

SpaceDudeAlien
01
Aber er dreht sich doch...

albert bickel
20

....aber nicht um die eigene Achse wie's bei einem aussermittigen Aufprall erfolgen hätte müssen.

A Voice
01
sondern

um welche?

albert bickel
10
sondern

um die Erde.

Du(Erde) stehst und ein Auto(Mond) fährt im uhrzeigersinn im Kreis um dich herum.Ddu siehst immer nur die rechte Autoseite, für dich dreht sich das Auto nicht. Vom Luftballon aus siehst du das Auto im Kreis fahren und bei jeder Umkreisung hat es sich noch im uhrzeigersinn einmal um sich, seine scheinbare Achse, gedreht.
Um die eigene Achse dreht sich z.B. ein Kreisel, wenn er am Boden seine Bahn zieht.

tramtatam
00
16.8.2011, 01:20

ein Katholik auf der Zeitreise?

sir_clive
02
Was?

Natürlich dreht sich der Mond um die Erde UND um die eigene Achse. Die Drehung um die eigene Achse ist genau so schnell, dass immer die gleiche Seite auf die Erde hin schaut (d.h. 1 Umdrehung pro Erdumrundung).

Das hast Du ja auch selber beschrieben. :-)

albert bickel
10

Ich weiss nicht , ob es sich beim Mond schon um "Eine Drehung um die eigene Achse" im üblichen Sinne handelt ? Der Mann im Mond sieht die Erde immer gleich, also stillstehend.

albert bickel
00
sondern

albert bickel
00
sondern

KomaPoster
14
Sollte nun nicht auch die Astrologie umgeschrieben werden?

her wig
17
Zuerst einmal

wird die Wissenschaft umgeschrieben. Eigentlich nur erweitert. Um eine weitere Spekulation, wie es gewesen sein könnte. Es ist ja noch nichts abgesichert - das sollte es aber, bevor man es in die Astrologie aufnimmt, denn durch so einen Schritt würde das Leben vieler Menschen ganz wesentlich beeinflusst, und mit dieser großen Macht darf man nicht leichtfertig umgehen!

NotDarkYet
02

Sie führen eine sehr feine (ironische) Klinge.

marty fink
04
Das ist doch wurscht wie man die Astrologie umschreibt!

Da geht ja sowieso hinten und vorne nichts zusammen!

NotDarkYet
219
Wozu?

Die Astrologen ignoriern die Planeten, die man früher nicht kannte.

Die Astrologen ignorieren, dass sich auf Grund der Präzession die Sternbilder verschoben haben.

Die Astrologen ignorieren, dass die Wirkung der Planeten und erst Recht der Sonne auf Grund der unterschiedlichen Entfernung und der total unterschiedlichen Masse total verschieden sein müste (wenn es denn eine Wirkung gäbe).

Mit einem Wort: Die Astrologen ignorieren die Realität.
Was sollten sie also so eine Kleinigkeit stören.

odranoel-64
00
13.8.2011, 22:29
Verwechseln Sie nicht die Bewegung der Erdachse (Präzession) mit der Eigenbewegung der Sterne?

Infolge der Präzession zeigt die Erdachse in ihrer Bewegung auf wechselnde Polarsterne, während die Eigenbewegung der Sterne in vielen Jahrtausenden die Sternbilder verändern. So z.B. bei Canis major, in dem der Sirius das Sternbild verändert (weil er viel erdnäher (8,6 LJ) ist als die anderen Sterne.

NotDarkYet
00
16.8.2011, 11:16
Nein, da habe ich gar nichts verwechselt! Die Präzession sorgt dafür, dass der Schnittpunkt des Äquator mit der Ekliptik in ca. 26.000 Jahren einmal durch alle Sternzeichen läuft.

Das bedeutet nicht, dass sich die Sternbilder auflösen, sondern dass zur gleichen Jahreszeit andere Sternbilder am Himmel stehen.

Jemand, der vor 2.000 Jahren am 30. 3. geboren wurde, war Widder, weil die Sonne zu dieser Zeit tatsächlich im Sternbild des Widder stand.

Heute ist jemand mit den gleichen Geburtsdatum immer noch Widder, obwohl die Sonne im Sternbild der Fische steht.

Die Astrologie hat das einfach gelöst: Die Sternzeichen interessieren uns nicht(!!!), wir teilen einfach das Jahr in 12 Abschnitte ein und diese Abschnitte benennen wir nach den Sternzeichen, auch wenn sie gar nichts mehr damit zu tun haben.

PS.:
Die Präzession sorgt auch dafür, dass wir (bald?) in das berühmte Wassermannzeitalter kommen.

peteybull
42
Und welche

Realität meinen Sie jetzt genau?

NotDarkYet
00

Die Frage habe ich gerade erst beantwortet:
http://derstandard.at/plink/131... id22324659

peteybull
00

Ach übrigens: Gnampf!

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