Deutschland

Fluglotsen drohen nach Absage mit neuem Streik

4. August 2011, 13:23

Gewerkschaft will sich nicht geschlagen geben - Deutsche Fluglotsen erwägen Streik für nächste Woche

Frankfurt/Düsseldorf - Aufatmen bei deutschen Urlaubern und Geschäftsreisenden: Nach der kurzfristigen Absage des Fluglotsenstreiks hoben die meisten Maschinen am Donnerstag pünktlich ab, wie die deutschen Flughäfen mitteilten. Aber Flugreisenden droht neues Ungemach. Die Lotsen planen bereits für die kommende Woche einen neuen Anlauf für einen Streik.

Die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS) reagierte prompt darauf: Falls erneut rechtswidrige Forderungen erhoben würden, werde man wie im ersten Anlauf dagegen juristisch vorgehen, sagte DFS-Sprecher Axel Raab in Langen bei Frankfurt.

Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte den Fluglotsen-Streik am Mittwochabend in erster Instanz gestoppt, die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) blies daraufhin den Arbeitskampf gut neun Stunden vor dem geplanten Beginn ab. Zu einer Berufungsverhandlung kam es nicht mehr. DFS-Personalchef Jens Bergmann warf der Gewerkschaft vor, sie habe mit ihrer späten Absage bereits immensen wirtschaftlichen Schaden angerichtet.

Die AUA-Mutter Lufthansa kündigte bereits an, sie werde von den Fluglotsen möglicherweise Schadensersatz fordern. Allein durch die Androhung eines Streiks seien Flugreisende verunsichert worden und der Lufthansa Schaden entstanden. Die Höhe werde derzeit geprüft, sagte ein Sprecher der größten europäischen Airline in Frankfurt.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport winkte dagegen ab. Ihm sei durch die Streikdrohung der Fluglotsen kein Schaden entstanden. Die Absage des Arbeitskampfes durch die GdF sei gerade noch rechtzeitig eingetroffen, sagte Unternehmenssprecher Thomas Uber. "Der Verkehr läuft normal und reibungslos." Nach unserem Eindruck mussten die Airlines Plan B nicht aus der Tasche ziehen." Fraport werde daher auch keinen Schadensersatz von der GdF verlangen.

Am Donnerstag gab es an den Flughäfen Entwarnung: Es herrsche reger Flugbetrieb, sagte ein Fraport-Sprecher. "Die Passagiere sind guter Dinge und kommen zu ihren Zielen." Aus München hieß es: "Es läuft alles nach Plan.". Lediglich einige Flüge seien vorverlegt worden. "Bei über tausend Starts und Landungen am Tag sind das aber nur minimale Veränderungen", erklärte ein Flughafen-Sprecher. Aus Berlin, Stuttgart und vom Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz wurden keine Verzögerungen gemeldet.

Einige Ausfälle und Verspätungen

Der DFS zufolge hatte es in der Früh im deutschen Luftraum trotz der Streikabsage einige Ausfälle und Verspätungen gegeben. Insgesamt sei der Verkehr aber weitgehend reibungslos geblieben, bestätigte auch die DFS. "Der Flugbetrieb ist ganz normal angelaufen", sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Airports. Die Fluggesellschaften hätten auch keine Flüge vorsorglich abgesagt. Wegen der ursprünglich von 6.00 bis 12.00 Uhr geplanten Arbeitsniederlegungen hatten sich die Airports zunächst auf Flugausfälle und veränderte Flugpläne eingestellt.

Nach ihrer Schlappe wollen die Fluglotsen nun zunächst das weitere Vorgehen beraten. GdF-Tarifvorstand Markus Siebers sagte der Nachrichtenagentur dpa, mit einem neuen Streiktermin in dieser Woche rechne er nicht. "Es wird wohl Anfang nächster Woche wieder so weit sein." Die Fluglotsen haben sich für ihren Arbeitskampf eine jeweilige Vorwarnzeit von 24 Stunden auferlegt. Sie fordern 6,5 Prozent mehr Geld und vor allem mehr Einfluss in der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH.

Der Streit könnte erneut vor Gericht landen: Die GdF stelle sich auf weitere juristische Angriffe der Gegenseite ein. "Mit großen Gewerkschaften wie Verdi oder der IG Metall würde man so etwas nie machen. Aber wir halten das aus", sagte Siebers. Neue Verhandlungen mit der DFS machten nur Sinn, wenn es ein neues Angebot der Gegenseite gebe.

Die DFS erneuere ihr Gesprächsangebot an die Gewerkschaft der Flugsicherung, wie Raab sagte. Es gebe allerdings kein neues Angebot. Eine weitere Möglichkeit sei der Gang in die Schlichtung, die mit ihrer Friedenspflicht einen Arbeitskampf zwingend nach hinten verschieben würde. Es wird nicht nur über mehr Geld, sondern auch über Arbeitszeiten, freie Tage, Überstunden, Pausen und Personalpläne gestritten. Der Großteil der etwa 1.900 DFS-Fluglotsen verdient nach Arbeitgeberangaben mehr als 100.000 Euro pro Jahr. Noch steht das Angebot in einer ersten Stufe von 1,1 Prozent plus. Ab dem 1. November sollten die Gehälter dann noch einmal um 2,1 Prozent steigen.

Erleichtert zeigte sich der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) über die Absage des Fluglotsenstreiks. Für einen solchen Ausstand mitten in der Urlaubszeit hätte "niemand Verständnis" gehabt, sagte der CSU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Eine Wochenarbeitszeit von etwa 25 Stunden, ein Jahresurlaubsanspruch von 50 Tagen und ein Brutto-Jahresgehalt von rund 120.000 Euro - "das sind Arbeitsbedingungen, die können sich sehen lassen". Ramsauer warnte zudem davor, sich an der Bezahlung der Lotsen in anderen europäischen Ländern wie Spanien ein Beispiel zu nehmen, die hier schon fast übertrieben. (APA)

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Dormouse
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man hätt halt eher die brd an die ddr anschliessen sollen als umgekehrt...urteile für die schmierende klientel!

exile in mainstream
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tja in deutschland kauft der revolutionär erstmal eine bahnsteigkarte (lenin)

Radlerwahn68
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da haben wir es: sklaven können nicht streiken! wenn das schule macht,dann gute nacht!

Beim Barte des Proleten!
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Stellen Sie sich mal vor

Es gibt Branchen da darf man aus gutem Grund nicht streiken. Und bei einem Jahres gehalt von 100k über 3% Lohnerhöhung zu jammern ist ein Luxusproblem.
Aber vielleicht haben SIe ja die Gelegenheit mit einem Lohnsklaven aus Bangladesch darüber zu diskutieren.

Roter Baron
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besorgnis erregend ist der spruch des gerichts !
streik ist NIE illegal !

roter baron

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Illegal?

Illegal sind Dinge, die per Gestz nicht erlaubt sind. Somit, ist der Fluglotsen Streik illegal.

Auch in Österreich ist er illegal, da dieser einen enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen würde - Stichwort Verhältnismäßigkeit/Sittenwidrigkeit.

Mahnende Stimme
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Könnten sie kurz die Gesetzesstelle posten,
laut derere ein Streik illegal ist.
Sowohl in Ö als auch D?

jeffk
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naja mit 100k€/jahr zählen sie nicht mehr als sklave

Mops
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Guter Lohn für schwere Arbeit

Fluglotsen haben einen extrem anstrengen Job und verdienen Dementsprechend. Die Meisten Fluglotsen verdienen jedoch keine 100 000 Euro im Jahr zumal das Brutto und nicht Netto ist . Und nicht vergessen Maximal 3% der Anwärter schaffen die Prüfung. Das Gehalt ist groß die Verantwortung auch. Und mit 50 ist Schluss es sei den man wechselt job. Hie ein link zu den deutschen nettolöhnen Wohlgemerkt nicht höchst mögliche sondern ein statischer schnitt: http://www.nettolohn.de/top50/ber... ehalt.html
klingt schon nicht mehr nach alle Fluglotsen verdienen 100 000 pro Jahr.

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Von Statistiken, die durch die Eingabe jedes x-belibigen Users entstehen, halte ich überhaupt nichts.

Nicht haltbar, keine objektiven Daten. Ein bessere, wenn auch unmögliche Quelle wäre zB Sozialversicherungsträger, Finanzamt ...

hurdy gurdy
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klingt nicht nach einer Internet-Müllseite

Da verdient angeblich:
ein Souffleur 5.500 € pm
Bankdirektor 6.500 € pm -immerhin mehr als ein Souffleur
Handsetzer 9.473 € pm -oi das mach ich sofort
Musicalsänger 5.780 pm
Clown 5.000 € pm

Die jeweiligen Berufsinhaber lachen/weinen sich wahrscheinlich halbtot, wobei Souffleur und Musicalsänger eher weinen, während der Bankdirektor und der Clown -letzterer allerdings berufsbedingt- eher lachen dürften.

Bevor man einen solchen Internetschund zitiert sollte ihn man sich genauer anschauen.

Mops
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Vielleicht eine etwas seriösere Seite genehm

... während der grundlegenden Ausbildung an der Flugsicherungsakademie zahlt die DFS eine Ausbildungsvergütung von zurzeit circa. 800 Euro. Im Laufe des Lizenzerwerbs beträgt die monatliche Vergütung je nach Ausbildungsfortschritt und Einsatzort 3.300 bis 4.600 Euro. Nach dem Beginn der eigenverantwortlichen Tätigkeit verdient ein Fluglotse – je nach Einsatzbereich und -ort – derzeit zwischen 72.000 und 130.000 Euro im Jahr. Schicht- und Feiertagsarbeit werden extra vergütet. Das Fluglotsen-Gehalt wird entsprechend der tariflichen Entwicklung angepasst.
http://www.dfs.de/dfs/inter... index.html
Die Mehrheit der Fluglotsen bekommt die 72 000 pro Jahr

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Tja, dann verdienen die Fluglotsen 800 Euro/Monat mehr, als ein sog. Vollzeit-Student, und die 365,-/Semester fallen auch weg.

"Die Mehrheit [...] 72 000 pro Jahr"
Das ist genauso haltbar wie diese Gehaltsvergleich Seite. Solange keine objektiven Daten vorhanden sind, sollte man dieses "Was verdient Wer" Spiel lassen.

Aber das Fluglotsen gut verdienen, steht außer Frage. Kellner, Köche, Krankenschwestern usw. verdienen verglichen zu Fluglotsen beschissen, und wo wird da gestreikt...?

jeffk
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das eine ist ausbildung, können sie hier nicht angeben weil ein lehrling verdient auch +-nix
bei 72k€ fängt es also an, wie sie so schön schreiben kommen feiertage und schicht noch obendrauf, da alle mehr oder weniger schichtdienst haben bekommt da JEDER noch mal ein ansehnliches sümmchen obendrauf und somit sind wir dann bei meinen 100k€ die im schnitt verdient werden
darum geht es mir aber nicht mal, sollen sie von mir aus ruhig haben
das problem hier ist dass eine berufsgruppe den arbeitgeber erpressen kann und seien wir uns ehrlich, mit ~4500 netto/ monat wird man schon leben können

Mops
01
Und warum sollten sie weniger verdienen als der

Chef der Deutschen Bank. Vielleicht Verdienen sie gut weil sie über mehr Menschenleben entscheiden und nicht die Entscheidungen von einen Heer an Managern getroffen wird wie bei einer Bank, ein CEO a la Ackermann ist eine Symbolfigur und trifft so gut wie keine eigenständigen Entscheidungen, ein Fluglotse entscheidet hingegen ständig über Leben und Tod von mehren Hundert bis Tausend Menschen und hat keinen der ihm die Entscheidung abnimmt ausser vielleicht den Piloten der aber nur für sein Flugzeug zuständig ist.

airbus348
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Fluglotsen

haben die HÖCHSTE Veantwortung,sie sind dafür verantwortlich, daß Alle Flugzeuge sicher durch die Luft fliegen. Daher verdienen sie sich auch ihr Gehalt, sie sind hochspezialisierte Arbeiter, welche sich ihr Gehalt sehr hart verdienen müssen.
Allerdings ist der geplante Streik unverhältnismäßig gewesen sowohl gegen die Hunderttausende Passagiere, die tälich fliegen wollen - viele in ihren wohlverdienten Urlaub, als auch gegen die Airlines, die sowieso kaum mehr eine Lösung haben, mit den vielen Billigtickets die es heute gibt (im Gegensatz zu früher) Geld zu verdienen

jeffk
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warum bekommt nicht jeder eine million im jahr?
bitte bleibens am boden, das ist nur ein job
ja man hat verantwortung aber die hat man bei anderen jobs auch
und über tausende menschenleben entscheiden die auch nicht gerade, sonst hätten die 9/11 täter wohl die flugsicherung übernommen und nicht nur ein paar popelige flieger
es ist nicht gerade so dass alle flugzeuge zusammenstossen wenn die flugsicherung einen fehler macht

Mahnende Stimme
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"es ist nicht gerade so dass alle flugzeuge zusammenstossen wenn die flugsicherung einen fehler macht"
Machen sie sich mal schlau bevor sie so einen Unsinn posten.
Sie könnten aber auch z.B. den Unfallbericht von Überlingen lesen.

jeffk
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kenne ich, danke
sie wahrscheinlich aber nicht denn sonst wüssten sie dass der grund nicht nur bei der flugsicherung zu suchen war (TCAS missachtet)

Mops
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Keine Ahnung aber Quäcken es gibt auch Flugzeuge

ohne TCAS und die benötigen einen Fluglotsen und oft genug wurde das TCAS von Piloten falsch interpretiert einer aber nicht der einzige Grund warum TCAS vorallem in GA bereich nicht immer üblich ist. Und wenn der Transponder des anderen Flugzeugs nicht Funktioniert ist es für das TCAS nicht sichtbar. Und Maschinen mit unter 30 Passagieren müssen über kein TCAS verfügen. Auch kann das TCAS ausfallen alles Gründe für einen Fluglotsen. P.S. wenn eine Maschine mit unter 30 Passagieren in eine andere Maschine Kracht und auf Wohnhäuser oder Ähnliches stürzt gibt es genug Tote.

jeffk
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na ihr halbwissen ist aber auch nicht besser
um TCAS ging es beim überlingenabsturtz
ja klar gibt es flugzeuge ohne tcas, habe ich nie bestritten aber alle haben einen transponder wenn sie IMC fliegen wollen und wenn der nicht funktioniert dürfen sie nicht fliegen
dass der job eines fluglotsen nicht wichtig sei habe ich nicht in frage gestellt, aber sie tun ja so wie wenn man ein übermensch sein müsste um das zu machen
das was die deutschen da abziehen wollen ist nichts anderes als erpressung!
PS: in meinen unterlagen steht dass ich den ATCler ignorieren soll wenn mein TCAS steigen sagt und er sinken

Mahnende Stimme
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"wenn der nicht funktioniert dürfen sie nicht fliegen"
Das ist leider nicht ganz richtig, es gibt eine Zeitspanne bis zur Reparatur, in der das Luftfahrzeug noch weiter fliegen darf.

jeffk
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TCAS ja, transponder wäre mir neu

jeffk
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sorry, absturz

Ken Baumgartner
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Wieviel sollte dann ihrer Meinung ein Busfahrer verdienen?

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