Ärztekammer

Ärzte befassen EU mit E-Medikation

3. August 2011, 18:04

die Ärztekammer wittert bei der E-Medikation neue vergaberechtliche Unregelmäßigkeiten - Die EU-Kommission soll nun entscheiden

Wien - Die Ärztekammer läuft weiter Sturm gegen die E-Medikation - also die elektronische Erfassung der Medikamenten-Ausgabe, die die Sicherheit erhöhen und Mehrfachverschreibungen ausschließen soll. Derzeit wird sie im Rahmen von Pilotprojekten in Wien, Oberösterreich und Tirol getestet wird. Nun befassen die Ärzte die EU-Kommission mit dem Thema, konkret mit der Vergabe des gesamten Pilotprojektes. Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger wurde vom Bundesvergabeamt bereits zu 24.000 Euro Geldbuße verurteilt, weil die Software, die die Ärzte in ihren Ordinationen verwenden müssen, nicht ausgeschrieben worden war.

Der Hauptvertrag zwischen der pharmazeutischen Gehaltskasse und dem Hauptverband wurde vom Bundesvergabeamt nicht überprüft, weil eine Frist dafür abgelaufen war; geregelt ist darin unter anderem die Verknüpfung der Medikamenten- und Patientendatenbanken. Für die entsprechende Software gab es kein Vergabeverfahren, die Beteiligten berufen sich darauf, dass dies bei einem Vertrag zwischen zwei öffentlichen Auftraggebern nicht erforderlich sei. Die Ärztekammer sieht das anders: Die Gehaltskasse sei "der verlängerte Arm der Apothekerkammer" , sagte der damit befasste Rechtsanwalt Martin Oder dem Standard, und habe daher nicht die selben Aufgaben wie der Hauptverband. Außerdem könne sie diese Leistung ohnehin nicht selbst erbringen und habe sie von einem Privaten - konkret von Siemens - zugekauft. Die Ausschreibung sei daher "doppelt umgangen" worden, sagt Oder.

Der Rechtsanwalt geht davon aus, dass die Kommission in den nächsten Monaten darüber entscheidet, ob sie ein Verfahren einleiten wird. In der Regel wird der Republik in solchen Fällen eine dreimonatige Frist für eine Stellungnahme eingeräumt.

Die Ärztekammer veröffentlichte am Mittwoch außerdem Zahlen, die den Vizepräsidenten der Wiener Ärztekammer, Johannes Steinhart, schließen lassen, dass das Patienteninteresse völlig erlahmt sei. Nur zwei bis drei Patienten pro Tag hätten im Juli im Schnitt teilgenommen, für Steinhart "kommt das einer Bankrotterklärung für das Projektmanagement des Hauptverbands gleich" . Dieser hatte als Ziel 50.000 Teilnehmer angegeben, laut Ärzten sind es aber nur 6500. Eine adäquate Auswertung des Pilotprojekts E-Medikation ist daher für Steinhart unmöglich. Er fordert einen Stopp des aktuellen Projekts und eine Neuausschreibung. Die Wiener Ärztekammer will die E-Medikation nicht fortsetzen, so lange es kein Urteil der EU-Kommission gibt.

Im Gesundheitsministerium ist man nach wie vor "zuversichtlich, dass das Projekt zu einem guten Ergebnis kommen wird" , sagte ein Sprecher von Minister Alois Stöger (SPÖ) dem Standard. Der Hauptverband sei von der Bundesgesundheitskommission mit der E-Medikation betraut worden, und man gehe davon aus, dass er allfällige Probleme lösen werde. Der Minister hatte in Aussicht gestellt, mit dem Regelbetrieb der E-Medikation 2012 zu starten. (Andrea Heigl, DER STANDARD; Printausgabe, 4.8.2011)

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21 Postings
Gesundheitsreform
02

Ich sehe das Problem vor allem darin, daß es nicht überprüfbar ist, wie viele der verschriebenen Medikamente zwar gekauft aber nicht eingenommen werden. Das müßte dann erst recht wieder im Zwei-Augengespräch abgeklärt werden. Das Ganze also eine unnotwendige Bürokratisierung?

hot doc
15
apotheker ist ein historisch überkommener beruf.

wir wollen uns dieser tatsache nicht verschließen. wer lesen kann, kann auch ein medikament gegen ein rezept ausgeben. das schafft aber auch ein drogist einer drogeriehandelskette. die intellektuelle leistung eines apothekers in der behandlung eines patienten ist einfach inexistent. dieser wahrheit eingedenk, und um ihren lukrativen beruf fürchtend, erfindet sich die apothekerzunft neu, indem sie eine ebenso nicht intellektuelle leistung, nämlich das unreflektierte ablesen einer computergenerierten interaktionswarnung als ihre genuine aufgabe definiert. in wahrheit können das bereits unsere verschreibungsdatenbanken, bevor der patient das rezept in die hand bekommt.

e-medikation: reichtums-und einkommenssicherung der apotheker.

Postingname1001
 
01

Zusatz: "Das ist leider rezeptpflichtig aber ich hab hier etwas pflanzliches das hilft bei mir ganz wunderbar"
..aha wenn ich Zuckertropfen will geh ich zum Hofer, der ist günstiger

waterviolets
 
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pluralis majestatis...

ProfKreuzundQuer
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ja liebe Ärztekammer - wenn man etwas so schlecht redet darf man sich nicht wundern,

nehmen die menschen nicht daran teil.

mir ist schlichtweg unerklärlich warum ein mensch diese projekt verhindern möchte.

da gehts einfach nicht um das patientenwohl - es geht um das wohl der ärzte und apothekter - verschreiben was einem grad in den sinn kommt.

mir ist es allemal lieber, meine medikation ist bekannt und ich erhalte gute beratung diesbezüglich.

es ist einfach lächerlich, was hier vor sich geht.

hot doc
01
mir ist es schlichtweg unerklärlich, warum man dieses projekt realisieren soll.

kostet unmengen, ist datenschutzrechticher wahnsinn und der gesundheitliche nutzen dieser massnahme wird zwar behauptet, ist in wahrheit jedoch völlig unbewiesen.

viet
00
Welcher Standesvertretung ist schon das Wohl derer Kunden wichtig?

Der Ärztekammer, der Rechtsanwaltskammer, der Wirtschaftskammer ...

Eines ist sicher: wenn "Kundenwohl" draufsteht ist "Klientelwohl" drinnen.

hot doc
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erklären sie mir bitte den sinn der "e-medikation"

Gunar Gunarson
01
lassen sie sich einen ausdruck ihrer medikamente erstellen

und zeigen sie diesen ausdruck ihrem arzt und apotheker.
sie können diesen ausdruck auch versicherungen und betriebsärzten geben, damit diese ihr "Risiko" besser beurteilen können, und sie vor für sie ungünstigen versicherungen und arbeitsplätzen bewahren können.

ProfKreuzundQuer
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will ich aber nicht ..

ich will ja auch nicht beim bankomaten gefragt werden, ob ich noch ein guthaben auf meiner bank habe ...

man kann einfach sagen was man will - hier gehts in keinster weise um das patienteninteresse.

die ärztekammer müsste frohlocken, dass endlich mal etwas vernünftiges im gesundheitswesen etabliert wird.

wir wissen doch alle wie die verflechtungen arzt / pharmazeut. industrie sind - da will sich halt niemand dreinreden lassen.

und nebenbei will jedes landesunternehmen eigene profite erwirtschaften mit software, die ihren namen nicht verdient.

hot doc
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noch mehr leere behauptungen.

was ist daran also vernünftig?

und bitte nicht mit dem totschlagargument der korrupten ärzte kommen, das ist einerseits eine weitere unseriöse behauptung, und zweitens würde die e-medikation daran auch nichts ändern können. also abgesehen von der üblen nachrede nicht mal argumentativ schlüssig.

aflen
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Vernünftig ist ....

- dass jeder freiwillig daran teilnehmen kann (aber nicht muss).
- dass, Teilnahme vorausgesetzt, Ärzte erfahren, welche Medikamente (verschriebene und frei bezogene) gekauft wurden
- dass eine zusätzliche Kontrolle hinsichtlich der Verträglichkeit vorgenommen wird
- dass vielleicht auch so etwas wie eine Qualitätskontrolle ermöglicht wird

Ich denke, dass das größte Problem ist, dass heute Ärzte keine Ahnung haben (können), welche Medikamente von anderen bereits verschrieben wurden und was sonst noch so alles an OTC Produkten bezogen wird. Das Argument, dass das ja der Patient dem Arzt sagen kann, gilt nur bedingt. Abgesehen von dementen Patienten, welche das eben nicht können, gibt es auch Ignoraten wie mich - habe keine Ahnung, welche Pu

hot doc
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demente patienten haben heimschwestern oder angehörige, die die medikamentenliste mitgeben. und menschen wie sie bekommen von mir einen neuen termin mit dem auftrag, mit einer vollständigen medikamentenliste wiederzukommen. das geht sehr gut, wie die tägliche praxis zeigt.

nein, eine elga geht auch auf usb-stick, die nötige datenstruktur kann vermutlich sogar ich programmieren. und wenn man was verbessern will, dann, indem man die interaktionsprüfung von medikamenten den ärzten zum verpflichtenden gebrauch zur verfügung stellt.

aflen
10
Sie haben aber auch eine etwas verschobene Sicht auf die Realität!

1. Ich hatte eine demente Familienangehörige, aber keine Ahnung, was sie alles eingenommen hat!
2. Wenn Sie glauben, mich als Ihr Dienstleister mit einem "Auftrag" wegschicken zu können, dann gehören Sie zu der präpotenten Klasse von Ärzten, die nur dank ihrer Kassenverträge überleben können!

hot doc
11

spasserl?

1. wenn sie die verantwortung für ihre demente angehörige hatten, aber nicht wussten, welche medikamente sie nimmt, war das verantwortungslos. wenn nicht, dann ist es sie auch einen dreck angegangen.

2. wenn sie ohne zulassungsschein und ohne serviceheft mit dem auto in der werkstatt antanzen, wird ihnen das gleiche service zu teil: man wird sie auffordern, mit den für die durchführung erforderlichen papieren wiederzukommen.

und leute, die patzig antanzen und sagen, he doc, ich sag dir nur, was ich sagen will, und wenn ich meine medikamente nicht in meinem schädel habe, bist du trotzdem verantwortlich für meine behandlung, nein, solche leute sind bei mir wirklich falsch.

das attribut präpotent gebe ich somit zurück.

aflen
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ad 2

Irrtum! Da sind Kfz-Werkstätten wesentlich weiter als unser Gesundheitswesen. Die haben nämlich Zugriff auf alle Fahrzeugdaten inkl. gemachter Wartungsarbeiten, Reparaturen usw.
Aber das sind ja nur Kfz-Mechaniker! Von Ärzten kann man ja so ein Service nicht verlangen ...

hot doc
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na dann werden sie halt mit der kfz-werkstätte zu streiten anfangen wie mit mir. schönes wochenende, und streitens nicht mit allen leuten ihrer umgebung.

vermutlich gehören sie zu jenen leuten, die supermarktkassiererinnen anflegeln, weil sie sich an der kasse anstellen müssen.

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aber hallo

nicht gleich ausfällig werden. ihre argumentation ist reine polemik und hat mit der lebensrealität vieler patienten nichts zu tun. nach ihrer argumentation haben also demente patienten nur mit angehörigen ein recht auf eine ihrer altehrwürdigen dienstleistungen? dass ich nicht lache.

nicht angehörige haben primär verantwortung für die richtige medikation eines dementen patienten sondern niedergelassener arzt, krankenhaus oder das heim. beides, und das gesundheitswesen hat dafür zu sorgen dass diese menschen optimal versorgt werden, egal ob es angehörige gibt die sich kümmern wollen / können oder nicht.

ärzte sind keine dienstleister, patienten keine kunden. vielleicht sollten sie als angeblicher arzt ihre sichtweise überdenken.

hot doc
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entweder sie können oder sie wollen nicht verstehen: was sie schreiben, passt so wenig auf mein post udist so irrational, dass ich darauf gar nicht eingehen kann.

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irrational.. das sagt gerade unser hötdöc ^^

naja2010
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wer bezahlt so eine Anzeige????

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