Causa Scheuch

Rauhe Eiszeit in Kärnten

3. August 2011, 18:13
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    foto: apa/eggenberger

Solidaritätsveranstaltungen der FPK für Uwe Scheuch, keine Gnade für den in erster Instanz Verurteilten von den anderen Parteien

Klagenfurt/Wien - Angesichts der erstinstanzlichen Verurteilung von Kärntens Landes-Vize und FPK-Obmann Uwe Scheuch zu einer unbedingten Haftstrafe in der "Part of the Game"-Affäre stellte sich das blaue Lager sofort geschlossen hinter den Chef. Noch am Dienstagabend bestätigte der erweiterte Parteivorstand einstimmig Scheuch als Obmann. Für Mittwochabend wiederum wurde per SMS eine Mitgliederversammlung in Pörtschach am Wörthersee einberufen. Thema der Veranstaltung: Das "Fehlurteil gegen unseren Landesparteichef". Dazu gab es "Jetzt erst recht!"- und "Uwe wir stehen geschlossen hinter dir!"-Bekundungen.

Offenbar soll damit verhindert werden, dass sich der schon lange an der Parteibasis gärende Unmut über die Polit-Brüder Uwe und Kurt Scheuch jetzt Bahn brechen kann. So mancher aus den eigenen Reihen empfindet zwar Schadenfreude, dass es auch einen der "Großkopferten" getroffen hat. Offen traut sich das aber niemand auszusprechen, da die Scheuch-Brüder noch immer das eigentliche Machtzentrum in Kärnten darstellen.

Die Kärntner ÖVP hat die "Milch-Koalition" mit den Kärntner Freiheitlichen jedenfalls vorerst "auf Eis" gelegt, wie sie sich ausdrückt. Erst wenn sich Scheuch aus seinen Ämtern zurückziehe, könne die Zusammenarbeit wieder aufgenommen werden, heißt es. Als erste Konsequenz wird der Budgetvoranschlag für das Jahr 2012 nicht mehr weiterverhandelt, kündigte VP-Obmann Josef Martinz am Mittwoch an. Und auch andere "Reformvorhaben" der sogenannten "Sanierungspartnerschaft", die man bis 2014 mit den Blauen eingegangen sei, könnten auf der Strecke bleiben.

Damit hat sich der Wirtschaftsflügel bei den Kärntner Schwarzen durchgesetzt, der zunächst sogar den gänzlichen Rückzug aus der Koalition gefordert hatte. Da in Kärnten aber Regierungsproporz herrscht, werden die einzelnen Vorhaben nun eben nach dem "Spiel der freien Kräfte" mit wechselnden Partnern durchgezogen. In der Regierung hat die FPK ohnehin die absolute Mehrheit, sie braucht daher nur im Landtag einen Partner.

Von der Bundespartei bekommt Martinz für sein Vorgehen jedenfalls Rückendeckung. "Die Kärntner ÖVP hat richtig entschieden", heißt es aus der Wiener Parteizentrale. "Es gibt keine Koalition bis das Urteil rechtskräftig ist."

ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf wiederum erklärt dem Standard: "Die Bundespartei mischt sich grundsätzlich nicht in die Kompetenzen ihrer Landesparteien ein." Aber: "Meines Erachtens hat die Kärtner VP-Spitze gegenüber dem Koalitionspartner im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten rasch und konsequent gehandelt." Weitergehende Konsequenzen lägen in Verantwortung von Uwe Scheuch beziehungsweise der FPK. Trotzdem empfiehlt Kopf: "Die FPK sollte bedenken, dass es nicht so sehr um eine rechtliche als vielmehr eine moralische Dimension dieser Angelegenheit geht."

In Kärnten fordern SPÖ und Grüne jedenfalls schon Neuwahlen. Ein entsprechender Antrag der Roten liegt ohnehin seit einem Jahr im Landtag. Doch ohne Zustimmung der FPK kann ja der Landtag nicht einmal aufgelöst werden. (Elisabeth Steiner, Nina Weißensteiner, DER STANDARD; Printausgabe, 4.8.2011)

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12 Postings
Ricardo Montalban
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Allerweil die Justiz bekommt hier einen Geschwindigkeitsschub, um die Verurteilung auch in der nächsten Instanz raschest zu bestätigen. Dann geht der Dolm auch sicher noch zum OGH, bis man ihn endlich einbuchten kann...

Wiener Konfitüre
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Nix OGH ...

nachm Oberlandesgericht Graz ist Schluss (mit lustig). ;o)

Ricardo Montalban
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feine sache. :)

komajo
01
Der

Golowatov ist uns "entwischt". Mit dem Scheuch hätten wir uns auch viel erspart, wenn man ihn rechtzeitig an Ungarn ausgeliefert hätte.

sir osis of liver
 
01

so wie es in ungarn derzeit aussieht, wird er als bruder im geiste willkommen geheissen und straffrei gestellt.

komajo
00
Denke ich nicht

Die Magyaren sind schlimmere Nationalisten und legen auch Wert auf Sprachkenntnisse. Der Uwe versteht leider nur das eingebürgerte Zapzarap.

Rudine Karell
00
DAS VOLK könnte den Landtag auflösen,

indem es in den Landtag marschiert und die Volksvertreter mit den nassen Fetzen hinaustreibt.

Aber genau da zweifle ich daran, daß sich in Kärnten so viele finden, die so viel Courage haben?

Die Aussage stimmt nicht ganz das ohne die FPK der Landtag nicht auflösbar ist, denn das Volk kann jederzeit den Landtag auflösen und das Volk könnte in einer Urabstimmung auch eine neue Kärntner Landesverfassung in Kraft setzen die z.B. blaubraune Parteien verbietet. Allerdings ist das Volk dazu nicht im Stande - wir kennen ja das Wahlverhalten der Kärntner - merkwürdig zum Quadrat würde ich sagen.

Aber, die Möglichkeit bestünde.

Fandango
00

Das würde mich jetzt als ktn interessieren.

Wie - also mit welchen Rechtsmitteln - könnte das Volk den Landtag auflösen bzw eine neue Landesverfassung erzwingen ? (mal abgesehen von der Möglichkeit dies gewaltsam zu erreichen)

Befreier von Butter und Eier
05

Bin ungern vulgär, aber mir stehts mittlerweile bis zum Hals!
Bitte, bitte, bitte - befreit uns endlich von all den braun, blauen OLöchern. Ihr nehmt den anderen nur die Luft weg zum atmen.

fischinger
011
Solidaritätsveranstaltung?

Die Blaunen stellen sich also ganz offen gegen den Rechtsstaat?

fischinger
00
Solidaritätsveranstaltung?

Karl Heiden1
10

"Solidarität" ist ein Begriff aus der Gewerkschaftsbewegung. Gerade d i e will ja Dörfler auflösen! Also wurde hier danebengegriffen.

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