Konzert

Seelendrama in Präzision

3. August 2011, 18:38

Die Pianistin Mitsuko Uchida brilliert in Salzburg

Salzburg - Noch weniger als ein Star gebärdet sich beim Auftrittsritual höchstens Grigory Sokolov, der am Flügel die Haltung eines bärbeißigen Revisors annimmt. Wie eine Elfe in Eile kommt dagegen Mitsuko Uchida daher, im türkis schillernden Ensemble. Die drei letzten Klaviersonaten des "späten" - also 31-jährigen - Franz Schubert stehen auf dem Programm des Solistenkonzerts im Haus für Mozart.

Mitsuko Uchida wird mitreißen und bewegen. Sie wird verzaubern mit überirdisch klar gespielten Melodien, die aus dem Elysium herüberwehen. Sie wird erschüttern mit wilden Akkorden und bizarren Läufen, mit denen ein Gejagter seinem Schicksal entrinnen will. Doch Uchida verführt nicht zum Abheben. Sie führt vielmehr zum immer noch genaueren Zuhören. Sie hält ihr Publikum keineswegs auf Distanz. Wohl aber scheint sie ihre Fans zu zwingen, die Ergebnisse ihrer Sezierarbeit aus immer neuen Blickwinkeln distanziert zu betrachten.

Warum also erinnern die tiefen Triller im Kopfsatz der Klaviersonate B-Dur D 960 an das Grollen des Schicksals? Weil nur die wenigsten Pianisten diese tiefen Triller so präzise spielen, dass jeder einzelne Ton zum Steinchen in der Lawine wird, die gleich über das Individuum hereinbricht. Warum klingt der immer gleiche, leise hohe Ton im Andante wie ein Gruß aus einer besseren Welt? Weil Uchida nicht nur über unendlich viele Lautstärkestufen zwischen piano und pianissimo verfügt, sondern weil sie jedem dieser Töne auch noch einzigartiges Chroma zu geben weiß.

Der zweite Satz, das Andantino, in der Klaviersonate A-Dur D 959 kommt daher wie das Abendidyll eines der Schubert'schen Einsamen am Herd, im abgeklärten Gespräch mit einem Heimchen, den dann doch Einsamkeit zerreißt. Wild und mitreißend sind "ihre" Tanzsätze.

Klar artikuliert und strahlend ist jeder einzelne Ton im noch so wahnsinnigen Lauf. Technikstudie und Seelendrama zugleich waren Uchidas Interpretationen dieser Schlüsselwerke. (Heidemarie Klabacher / DER STANDARD, Printausgabe, 4.8.2011)

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12 Postings
Navajo
15
Herrje

Eine Ansammlung banaler Plattitüden, vollgestopft mit klischeehafter Hermeneutik - und so jemand unterrichtet Musikjounalismus?
Klingt wie der erste Versuch einer Oberstufenschülerin, eine Konzertkritik zu verfassen.

Dorothea von Gufidaun
02
Sein's nicht so streng!

Manche Magistra theologiae verfehlt eben 100 Berufe und frettet sich dann mit der Schreiberei durch.

Plaats van Samenkomst
15
"weil sie jedem dieser Töne auch noch einzigartiges Chroma"

Auf einem gleichschwebend temperiert gestimmten Steinway, auf dem man nur transponiertes C-Dur und a-moll spielen kann? Hier schrieb ein Mausi, dem der Rezensentenschmus durchging!

bibliothekar
41

"Mausi" - was soll das?

Plaats van Samenkomst
03
Lesen Sie Mechtilde Lichnowsky,

dann wissen Sie, was das soll!

Florian Brandner1
41
Na ja, nicht so ganz:

Technisch gesehen haben Sie fast recht - je nach Vorbereitung des Flügesl - deshalb ist es auch um so bewundernswerter, dass Uchida so feine Unterschiede dennoch herausarbeiten und hörbar machen kann.

Ret Marut
13
"Einbildung ist auch eine Bildung"!

Susanne Rettenbacher
00
Wenn Sie's eingebildet gebildet haben wollen:

Sprichwörter braucht man nicht in Anführungs- und Schlusszeichen zu setzen ;-)

Dorothea von Gufidaun
02
Ohne Anführungszeichen wäre es ein Plagiat! ;)

Susanne Rettenbacher
00
Bleibt zwar auch mit Anführungszeichen ein Plagiat

wenn die Quellenangabe fehlt ;-)

Dorothea von Gufidaun
01
Sprichwörter sind ihre eigene Quelle!

Susanne Rettenbacher
10
Deswegen eben keine Anführungszeichen bei Sprichwörtern ;-)

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