"Verbitterung" über geplatzte "Macbeth"-TV-Übertragung

3. August 2011, 14:28

ORF-Verhandlungen mit Dirgint Muti ergebnislos

Wien  - Es ist eine besonders aufsehenerregende Opernproduktion, die am Mittwoch  bei den Salzburger Festspielen Premiere feiert: Verdis "Macbeth" ist die letzte Oper unter der Leitung von Stardirigent Riccardo Muti in Salzburg und die erste Zusammenarbeit von Muti und Regiegröße Peter Stein in der neuen Felsenreitschule.

Der ORF wäre bei diesem Großereignis gerne dabei gewesen - doch eine TV-Übertragung scheiterte an Differenzen mit dem italienischen Maestro über Vertragsdetails, wie der "Kurier" am Mittwoch berichtet. Er sei "verbittert" und "mehr als enttäuscht", wird ORF-Programmchef Wolfgang Lorenz zitiert.

"Macbeth ist die zentrale Produktion der Festspiele. Es ist das erste Mal, dass wir das nicht übertragen können", so Lorenz weiter. "Wir haben uns seit Monaten darum bemüht. Wir hatten Zusagen von den Wiener Philharmonikern und von Peter Stein. Wir hatten Technik und Personal schon vor Wochen auf Schiene. Die Übertragung ist aber an Riccardo Muti gescheitert. Seine Agentur hat uns immer vertröstet. Ich bin mehr als enttäuscht."

Laut "Kurier" habe man aus Mutis Umfeld kurz vor der Premiere keine Reaktion erhalten.  (APA)

sloatvie
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16.8.2011, 23:51

aus meiner Sicht ....

- eine Armutserklärung des ORF
- Mit UEFA kann man sich über Fussballspiele einigen
- Mit der FIA erzielt man Einigung über F1 Rennwn

Und mit R. Muti, Ehrenmitglied der Wr. Philharmoniker erzielt man keine Einigung????

Wer soll denn das glauben???? Lieber ORF, ihr habt einfach einen indiskutablen Job gemacht! Traurig, aber für die Quoten hilfreich?

Christian Oberndorfer
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höchst aufschlußreich ist jedenfalls für mich, dass die medienrechtliche verwertung einer vom staat österreich hoch subventionierten veranstaltung offenbar nicht etwa bei der festspielleitung liegt, sondern bei den ausführenden.

wie schaut's da eigentlich aus mit der zusammenarbeit der bundestheater mit dem orf? warum kommen da eigentlich beinahe gar nichts zustande? da sowohl orf und die bundestheater hoch subventionierte betriebe sind (was auch ok ist), sollte doch die politik interesse haben, dass beide in gemeinsamen interesse die produktionen verwerten?

aber wahrscheinlich bin ich da etwas naiv. wer weiß mehr?

p-hammer
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Grundsätzlich ist das schon ein gutes System

Es kann auch nicht jeder an der Produktion beteiligte Künstler Einspruch erheben, sondern nur die, mit denen das Projekt unmittelbar in Verbindung gebracht wird. Bei Opern idR Dirigent und Regisseur, evtl auch ein Starsänger.
Das macht insofern Sinn, als es bei Produktionen kurzfristig zu Konflikten, Umbesetzungen, etc. (Sänger fallen kurzfristig aus, Dirigent und Regisseur verkrachen sich, Bühnenbild entwickelt akustisches Eigenleben - nur so als Beispiele) kommen kann, wo einem Beteiligten die Angst um seinen Namen zu groß ist.

Ich bin übrigens auch sauer - weil das sicher eine tolle Aufführung war (anders als Mutis musikalisch mäßiger und szenisch sehr schwacher Otello - den hat man dafür übertragen)

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