Flüssigkeitszufuhr

Trink-Rituale helfen Älteren

3. August 2011, 14:15

Neben dem Wassergehalt nimmt auch das Durstgefühl mit dem Alter ab

Wien - Auch wenn derzeit keine hohen Temperaturen vorherrschen und der Hochsommer (noch) auf sich warten lässt, ist es vor allem im Alter wichtig, regelmäßig und genug zu trinken, damit es nicht kritisch wird. Denn Flüssigkeitsmangel wirkt sich umgehend auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus: Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Kreislaufkollaps sowie Herz- und Nierenfunktionsstörungen können die Folgen sein. Hier sind auch die Angehörigen gefordert, älteren Menschen "trinktechnisch" unter die Arme zu greifen. Darauf machen die Experten des Vereins 'forum. ernährung heute' in einer Aussendung aufmerksam.

Gut beraten sei, wer rechtzeitig trinkt bevor der Durst kommt. Wer bis dahin säumig war, sollte es rasch nachholen. Denn das Durstgefühl sei ein sensibles Barometer, das die Abnahme des Gesamtkörperwassers signalisiert - nämlich bereits dann, wenn 0,5 Prozent fehlen. Das sind bei einer 65 kg schweren Person etwa 200 ml. Schließlich ist Wasser der mengenmäßig wichtigste Bestandteil des menschlichen Körpers und macht bei Säuglingen rund 70 Prozent, bei Erwachsenen 55 bis 60 Prozent aus. Bis zum 85. Lebensjahr nimmt der Wassergehalt im Körper auf bis zu 45 Prozent ab.

Vergessen auf das Trinken

Neben dem Wassergehalt nimmt auch das Durstgefühl mit dem Alter ab. Ältere Menschen vergessen daher oftmals zu trinken. Weiters verringern viele bewusst ihre Flüssigkeitsaufnahme aufgrund von Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, beschwerlichem Toilettengang oder möglicher Inkontinenz. "Vor allem bei betagten Menschen sind Betreuer und Angehörige gefordert, ihnen regelmäßig Getränke anzubieten und sie so mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Wird zu wenig getrunken, kann das vor allem an heißen Tagen kritisch sein. Es kommt leicht zu Schwindel, der Kreislauf kann schnell kollabieren oder bei stärkerem Flüssigkeitsmangel können auch Herzrhythmusstörungen auftreten", warnt Marlies Gruber vom 'forum. ernährung heute'. Neben dem Durst gilt auch der Harn als Indikator für die Flüssigkeitsbilanz: Eine dunkle Farbe und eine geringe Menge sind ein Zeichen für zu wenig Flüssigkeit im Körper. 

"Abwechslung und tägliche Trink-Rituale können helfen, die nötige Flüssigkeitszufuhr zu erreichen: etwa ein Glas Saft nach dem Aufstehen, Trinken während man fernsieht oder Radio hört, eine Flasche Wasser dort platzieren, wo man sich am meisten aufhält oder am häufigsten vorbei kommt", empfiehlt Gruber weiter.

Bunter Getränke-Mix gefragt 

Auch beim Trinken freut sich der Gaumen über Vielfalt. Bleibe man immerzu bei den gleichen Getränken, nehme der Gusto ab. Eine größere Auswahl an unterschiedlichen Geschmäckern animiert dagegen zum ausreichenden Trinken. "Viele ernährungswissenschaftliche Trink-Empfehlungen basieren darauf, vordergründig den Flüssigkeitsbedarf zu decken, und das möglichst kalorienfrei. Daher wird oftmals Wasser und ungesüßter Tee gepredigt. Das soll natürlich die Basis sein. Für viele Menschen nehmen dabei aber der Genuss, die Lust am Trinken und damit auch die Menge ab. Denn lustvolles Trinken ist meistens an Geschmack gekoppelt. Und gerade bei wenig Appetit können alkoholfreie flüssige Kalorien den Körper auf einfache Weise mit Energie und Nährstoffen versorgen. Wenn aufgrund von Krankheit oder Diäten nicht anders verordnet, braucht man daher beim Trinken auch nicht auf Vielfalt verzichten", so Gruber. (red, derStandard.at)

Trinktipps des 'forum. ernährung heute'

  • Reichlich trinken: Erwachsene 1,5 bis 2 Liter am Tag.
  • Bei Erkrankungen wie Fieber, Durchfall und Erbrechen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf.
  • Regelmäßig über den Tag verteilt und zu allen Mahlzeiten trinken.
  • Trinkrationen am besten für einen halben Tag an „Lieblingsplätzen" in der Wohnung zurechtstellen.
  • Bestimmte, wiederkehrende Trinkrituale wie ein Glas Saft am Nachmittag oder „5-Uhr-Tee" einführen.
  • Wird weniger gegessen, muss umso mehr auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Denn die mit der Nahrung normalerweise auch aufgenommene Flüssigkeit fehlt und muss durch Getränke zusätzlich kompensiert werden.
  • Spezielle, handliche Trinkgefäße bieten hilfs- und pflegebedürftigen Senioren zusätzlichen „Trink-Anreiz".
  • Viele Senioren freuen sich über ein farbiges und/oder süßliches Getränk und greifen dann eher zu.
  • Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit; er sollte nur in moderaten Mengen getrunken werden (Frauen: 1/8 Liter Wein oder 1 Seidel Bier, Männer: 1/4 Liter Wein oder 1/2 Liter Bier).
  • Koffeinhaltige Getränke in Maßen genießen (zwei bis drei Tassen Kaffee oder schwarzen Tee am Tag).
Kommentar posten
15 Postings
Cynicism
01
Ob mich die ~4 Liter Cola,

die ich täglich trinke, nun vor dem Tod bewahren oder selbigen verursachen sei mal dahingestellt... :)

Peter Widzky
04

misch das zeug mit havanna club, dann kannst dir sicher sein *g*

Milchleber
01
Trinken

die Trinkrituale der Älteren kenne ich zu genüge.

Dass diese sich über das Komasaufen der Jugend aufregen, liegt am Neid darüber, dass man für ihr Verhalten keinen populären Medienhype kreiert hat.

mitom2
00

seit meiner magenverkleinerung kämpfe auch ich "jungspund" mit der gefahr, zuwenig zu trinken. meine tricks:

1.) kleine trinkgläser. z.b. die von Nutella. je größer das glas, desto mehr schüttet man weg, wenn es abgestanden oder schleichend falsch temperiert ist, oder sich ein insekt darin ersäuft.

2.) yoghurts ohne ende. mein favorit ist "fru fru wie damals", aber im grunde geht jeder (frucht)yoghurt.

3.) lieblingsgetränke bevorzugen. die 1l-plastikflasche der NÖM-vollmilch trinke ich schneller leer, als ein glas milch aus dem karton. liegt an der großen öffnung oben.

4.) wasserreiches obst. melonen, weintrauben, äpfel, birnen, ...

5.) in gesellschaft trinken. der G'spritzte schmeckt in der runde besser als allein.

CU TOM

zellu lloyd
00
Joghurts ohne Ende?

Da wird der Effekt der Magenverkleinerung bald weg sein (und mit dem Liter Milch auch!)!

sterngucker
 
01
Der Yoghurt?

Dann aber auch Wineschorle, bitte.

muppetbasher
00
Ich versichere hiermit jedem Zweifler oder Motschgerer

dass ausreichend trinken wirklich gaaaanz wichtig ist!

Wildcat Hendriks
00
welches sind eure beliebtesten trinkspiele?

Ulrich Nagel
02

Maexchen!!

Peter Hojac
01
Widerspricht wohl total diesem Artikel, oder?

http://derstandard.at/131051195... er-Nonsens

Zinnmo
 
00

Bei alten Leuten geht der Durst wirklich oft verloren. Da ist zu wenig zu trinken wirklich ein Problem.

Peter Hojac
00
bullshit?

war da nicht vor kurzem ein artikel im standard, dass es keinen wissenschaftlichen beweis dafür gibt, dass mehr trinken besser für die gesundheit ist?

noexist
 
00

Naja, aber das mit dem hellen/dunklen Urin ist sicher sinnvoll.

Peter Widzky
12

trinkrituale helfen jedem ^^

Martin Major
 
00
12.8.2011, 01:55

skol!

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