Innenminister will 10.000 inkompetente Polizisten entlassen

3. August 2011, 13:03

30.000 Ordnungskräfte "über Beziehungen" eingestellt

Bukarest - Mehr als 30.000 Beamten im Bereich des rumänischen Innenministeriums, vor allem Polizisten, haben ihre Stelle über Beziehungen erhalten. Dies behauptete der rumänische Innenminister Traian Igas von den regierenden Liberaldemokraten (PDL) in einem Interview für "Realitatea TV" und kündigte die Entlassung von rund 10.000 Beamten an.

Eine interne Untersuchung der Einstellungspolitik der letzten 13 Jahre ergab, dass neben den 29.000 Absolventen innerministerieller Polizeischulen 63.500 Personen "von außen" rekrutiert wurden und somit über keine einschlägige Ausbildung und Erfahrung verfügten. Bis Ende September will der Minister 10.000 Beamte entlassen, doch bleibt dies "ein gravierendes Problem, (...) denn gemäß allen Evaluationskriterien ist die Anzahl derer, die schwach vorbereitet sind, höher als 10.000", so Igas.

"Es wurden Personen eingestellt, die mit der Arbeit nicht vertraut waren, und am nächsten Tag ins Büro gesetzt und mit polizeilicher Arbeit beauftragt wurden", erklärte Igas. Einige hätten eine korrekte Aufnahmeprüfung abgelegt, die Hälfte der von außen kommenden Beamten hätten sich jedoch laut Igas "einer gewissen Unterstützung" erfreut. Heuer würden alle Abgänger der Polizeischulen in die Strukturen des Innenministeriums aufgenommen, um die bisherige Einstellungspolitik zu korrigieren.

Auch beschwerte sich Igas über jene Beförderungen, die dazu führen, dass es in der rumänischen Polizei leitende Beamte gebe, die erst 40 seien, was laut Minister "nicht normal" sei. Viele der sehr guten Beurteilungen bei internen Evaluationsverfahren seien in den letzten Jahren nicht nach Kompetenzkriterien vergeben worden. "Es ist nicht möglich, dass in einer Abteilung alle gleich gut sind", so Igas.

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Polizisten "anständige Leute sind, die ihre Arbeit mit Verantwortungsbewusstsein leisten", gebe es laut Minister leider auch solche Beamte, die "entweder nicht mit hundertprozentiger Hingabe arbeiten, die ein Auge zudrücken oder eine Komplizenschaft mit den Verbrechern eingehen". "Ich könnte nicht behaupten, dass die Probleme gänzlich gelöst sind, aber wir haben das Phänomen unter Kontrolle", versicherte Igas und der betonte, dass er das Amt angetreten sei, um etwas zu verändern. (APA)

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24 Postings
alarm
02
treffender name für einen innenminister

traian igas klingt ja eindeutig nach tränengas!

ken_park
02
für den schengen-beitritt reichts scheinbar trotzdem..

Alfred Fux
00
19.8.2011, 17:20
Für den Schengen-Beitritt reicht weniger als das.

Rumänien ist auf dem Stand, den Zentraleuropa 1950 hatte. Ich würde den Rumänen mal Gelegenheit geben, sich zu entwickeln. Und damit meine ich nicht Mobiltelefone und Internetanschlüsse für jeden. Damit ist noch gar nix passiert. Es gibt Gegenden in Rumänien, dort wissen die nicht mal, was die EU ist oder wer gerade Rumänien regiert.

In Rumänien geht ohne Schmiergeld und Beziehungen absolut nix. Die Antikorruptionsbehörde würde sich dort einen Bruch heben. Aber so nach 70 Jahren training wären sie vielleicht EU-tauglich. Was nicht bedeutet, dass sie dann "besser" wären als heute. Nur eben gleichgeschaltet.

Stephen Ferrando
01

Das bräuchten wieder auch dringend in Österreich.

nAK
14
Innenminister will 10.000 inkompetente Polizisten entlassen

österreich und Deutschland haben Interesse bekundet ...

tramezzino
01

einbrecher und zuhälter gibt´s schon genügend, der markt ist voll.

Alfred Fux
00
19.8.2011, 17:21
Aber einbrechende und zuhaltende Polizisten haben wir nicht viele.

der burli
03
geil. sensationell, wie der inneminister damit umgeht. ich hoff, der hat guten personenschutz.....

Alfred Fux
00
19.8.2011, 17:22
Ich glaub eher, dass er das geforderte schmiergeld nicht gekriegt hat und jetzt zurückschlägt.

saratoga
32
normal

Normal Zustand im Balkan. Die Tropoje Banden in Albanien sind besonders berüchtigt, weil man Null Ahnung hat, und Null Schulbildung. Früher haben diese Polizei Banden, den Pass verkehrt herumgehalten bei Fahrzeug Kontrollen, weil man nicht mal lesen konnte.

tramezzino
00

das war auch der vorteil der sizilianischen mafia. sehr ungebildete leute, die die drecksarbeit machten. keine fragen, nur befehle ausführen.

Queen of Sheba
 
14
Gut, dass es in Österreich keine "inkompetenten Polizisten" gibt.

suboptimal
 
04
Vorsichtiger Umgang mit Ironie:

Um Zweideutigkeiten und Missverständnisse zu vermeiden, raten wir, auf Ironie zu verzichten.

Punkt 4 der Nettiquette von die Welt
http://www.welt.de/debatte/a... uette.html
:-)

Queen of Sheba
 
12
Also bitte.

F.B.R.
012
, dass es in der rumänischen Polizei leitende Beamte gebe, die erst 40 seien, was laut Minister "nicht normal" sei....

Ein Schelm, der da sofort an die Bestellung der Michaela Pfeifenberger (heute Kardeis) durch Ernst Strasser zur Polizeidirektorin der BPD Schwechat denkt.

Da war die Dame 28.

Und 2002 wurde sie gleich Polizeivizepräsidentin der BPD Wien.

Da war sie 29.

Von wegen erst 40 .........

:-(((

John Maynard Meier
10
auf der straße rennen auch nur mit knapp über 20 jährige in uniform herum..

da waren sie direkt beleidigt, als sie am umfallort eintrafen und ich fragte, wann denn die richtigen polizisten kämen :/

Raphael Hythlodeus
00
..."you know, a black innenminister is a black innenminister and has a speschl smell"...

F.B.R.
05
Da gabs mal vor 15 Jahren ein EG-Programm namens Twinning

da wurden österreichische Beamte in den Osten geschickt, um mit ihrem Know-How beim Wiederaufbau moderner Staatsstrukturen mitzuhelfen.

Hier war wohl die österr. Polizei/Gendarmerie leidlich am Werk ....

DER BUKARESTER
12
Die Leute seien eingestellt worden,

weil sie pile (=Beziehungen) haben.
Wie schroecklich!
Ist in Oesterreich natuerlich nicht so......

Alfred Fux
00
19.8.2011, 17:31
Sicher nicht auf der Skala

Altruismus ist überall. Aber nur an wenigen Orten der Welt, ist er das Fundament der Gesellschaft und wird nicht mal bekämpft, so wie in Rumänien.
Hat gewiss Vorteile, wenn man von Beruf Sohn ist. Im Grunde findet man solchen Filz immer dort, wo Misstrauen normal ist. Und unter Ceausescu lohnte es sich, jeden für einen Spitzel zu halten. Das sagt natürlich nicht, dass Vetternwirtschaft überlebensfähig ist. Schließlich hat sie bei uns soweit nachgelassen, dass man unter Umständen bei 2% der Beamten Schiebungen feststellen kann. Aber 45% allein bei der Polizei? Herrje! Da will ich gar nicht mehr wissen, wie es in der Privatwirtschaft zugeht.

Sexarbeiter
 
15
Die übliche Einstellungspraxis ...

soll derart ablaufen, dass man sich in ein Amt einkauft um sich mittels diesem dann zu bereichern. Diese eigentümliche Praxis soll dem Vernehmen nach für den gesammten öffentlichen Dienst gelten und ist nicht für irgendein Land typisch, sondern schlechthin "balkanesischer" Landesbrauch. Die EU verschließt davor ihre Augen und Frau Reding anerkennt einem Land nach dem anderen mit Tränen der Rührung in den Augen europareife. Aber wenn man sich mit sachkundigen Personen aus Bulgarien, Kroatien, Serbien, Griechenland, etc... unterhält, erfährt man schon wie es wirklich läuft. Die EU-Südosterweiterung, die Annäherung an die Türkei, die Euro-Mitgliedschaften Griechenlands und Zyperns, als dieses sind Skandale der EU-Wirklichkeitsverweigerung.

F.B.R.
22
Leider betrifft das nicht nur den Balkan

sondern auch Gründungsländer der EU wie Frankreich und Deutschland.

Von später beigetretenen Mitgliedstaaten (Österreich, Schweden, Spanien, ...) nicht zu reden.

Sexarbeiter
 
40
Das ist absoluter Schwachsinn!

Aber gut, quargeln S herum, was immer Ihnen den schönen langen Tag so einfällt.

Raphael Hythlodeus
01
thats part of the game!

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