Was Kärntner und Kärntnerinnen zur Causa denken - Eine nicht repräsentative derStandard.at-Umfrage
Der Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch wurde gestern in erster Instanz verurteilt. Seine Partei tobt und spricht von "Gesinnungsjustiz", andere Parteien fordern den Rücktritt des FPK-Chefs. Doch was denkt das Volk über den Volksvertreter? derStandard.at hat per Telefon und über Twitter per Zufallsprinzip Stimmen aus Kärnten eingefangen:
"Uwe Scheuch sollte zurücktreten. Das ist doch keine Art. Ein Normalsterblicher verliert in so einem Fall auch alles. Hat ein Politiker alle Rechte? Ich unterstütze überhaupt keine Partei mehr, weil das Wahlvolk eh nur mehr verarscht wird. Hauptsache, die sitzen da oben und verdienen.
Frau Sch. aus Griffen (37), Bürokauffrau
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"Uwe Scheuch ist ein Bauernopfer. Trotzdem ist es nicht schlecht, dass es einmal einen Politiker getroffen hat. Es gehören noch viele andere Politiker verurteilt. Die Justiz sollte auch in anderen Fällen härter durchgreifen. Ich wünsche mir, dass Scheuch in seinem Amt bleibt, weil er gute Arbeit geleistet hat. Die Frage ist, ob das tatsächlich durchsetzbar ist. Aber auch viele andere Politiker bleiben im Amt, obwohl sie Dreck am Stecken haben."
Herr B. aus Hermagor, Gastronom
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"Scheuch gehört verurteilt. Er muss zurücktreten, und fertig. In unserem Land passieren viele Verbrechen, die nicht geahndet werden. Ich bin sehr verärgert, weil die Politiker sollten eigentlich auf uns Bürger schauen. Mittlerweile ist es aber umgekehrt. Die Politiker profitieren auf den Kosten von uns Bürgern".
Frau M. aus Bleiberg-Kreuth, Hausfrau
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"Ich bin vom Urteil positivst überrascht, da zwar mit einer Verurteilung, nicht aber mit einem Strafmaß in dieser Höhe, zu rechnen war. Die Pressekonferenz, die Uwe Scheuch selbst in Windeseile einberufen hat und das Interview in der ZIB2 von Landeshauptmann Dörfler waren meiner Meinung nach ja Offenbarungen, wie es um das 'Rechts'verständnis der zwei mächtigsten Menschen in der FPK bestellt ist. Hoffentlich ist es ein Weckruf für jene Teile der Bevölkerung, die Politikern, die die Judikatur Österreichs konstant zu ihren Gunsten auslegen, die demokratische Legitimation geben. Ich habe die Hoffnung, eigentlich den festen Glauben, dass das OLG Graz dieses Urteil bestätigt und somit Scheuch alle Ämter zurücklegen muss."
Armin B. aus Feldkirchen (Heimatstadt von LH Dörfler) (25), Studierender in Graz
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"Das Urteil gegen Scheuch ist für mich in Ordnung. Wenn er schon nicht zurücktritt, soll er zumindest seine Funktionen bis zur Berufungsverhandlung ruhend stellen. Das ewige Gerede von wegen das FPK wird von der Justiz so schlecht behandelt, stört mich sehr. Am liebsten wären mir Neuwahlen, das Problem ist: Am Ende wird wieder das FPK regieren. Weil die Kärntner sich von dieser Event-Politik blenden lassen. In Wahrheit wächst unser Schuldenberg aber immer weiter."
Frau M. aus Klagenfurt am Wörthersee, Pensionistin
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"Sicher war es falsch, was Uwe Scheuch gemacht hat. Aber: Es macht doch jeder Politiker durch die Bank das gleiche. Sie lassen sich schmieren und machen die Gesetze so, dass sie denen gefallen, die schmieren. Aber was soll ma machen? Ich habe mir das Wählen abgewöhnt. Der Landeshauptmann macht seine Sache noch besser als so manche andere."
Alois A. aus Villach (58), selbstständig
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"Ich bin ein in Wien lebender Kärntner und beobachte das Geschehen in Kärnten ganz genau. Diese Causa ist bezeichnend für den Umgang der Kärntner Freiheitlichen. Das Schreckliche für mich daran ist, dass diese korrupten Machenschaften sich durch die gesamten Hierarchien der Politik zieht. Ich selbst komme aus einer Gemeinde mit einem FPK Bürgermeister. Die Freunderlwirtschaft von Bürgermeister und Bauunternehmer ist identisch wie die von Scheuch. Ich hoffe, dass dieses nun erteilte Urteil auch hält und damit vielleicht zumindest ein wenig Bewusstsein geschaffen wird, und sich die kleinen Dorfkaiser nicht mehr so in Sicherheit wiegen können und daher die eine oder andere Entscheidung doch etwas demokratischer als bisher gefällt wird."
Hubert K. über Twitter
(burg, rasch, derStandard.at, 3.8.2011)