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Hungernde Menschen sind die Opfer eines menschengemachten Problems und das Ergebnis einer Politik der Ausgrenzung. Dafür darf Dürre keine Ausrede sein. Die Länder im Nahen Osten haben teilweise eine noch geringere Niederschlagsrate als die Region am Horn von Afrika und dennoch verfügen diese Staaten über Strategien, um ihre Bevölkerung zu ernähren. Die negativen Folgen der Dürre für die Nahrungsmittelversorgung stehen erst ganz am Ende der Kette von Faktoren, die Menschen verhungern lassen.
Die Regierungen am Horn vom Afrika sind nicht entwicklungsorientiert. Ihre Politiker wirtschaften in die eigene Tasche, ethnische Balkanisierungsprozesse werden absichtlich verstärkt. Das untergräbt die Bildung einer stabilen öffentlichen Ordnung.
Balkanisierung in Afrika
Schätzungsweise 80 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Doch anstatt Produktivitätssteigerungen voranzutreiben, scheint die Politik vor allem darauf abzuzielen, systemische Korruption zu verankern. Wer gute Beziehungen zur Regierung hat, wird gut durch den Import von Nahrungsmitteln verdienen, wenn der Notstand ausgerufen wird. Diese Personen haben kein Interesse daran, einzelne Landwirte vor Ort dabei zu unterstützen, eine ausreichende Ernährungssicherung zu gewährleisten.
Die Clanstrukturen tragen ihr übriges dazu bei. Ethnizität wird als Druckmittel eingesetzt, um die Freizügigkeit von ethnischen Gruppierungen innerhalb der Landesgrenzen zu verhindern. Doch dadurch wird auch die Verbreitung von Arbeit und Wissen verhindert. Signale des Marktes kommen gar nicht erst bei den Kleinbauern an und verhindern, dass die Landbevölkerung sinnvoll auf Angebot und Nachfrage reagieren kann. Sie ist dazu gezwungen, sich auf die politischen Eliten zu verlassen. Das Ergebnis: Die Bittstellerkultur wird weiter voran getrieben, Produktivität wird kompromittiert, das schnelle Geld siegt über die langfristige Sicherung der Nahrungsversorgung.
Der Nahrungsmittelbedarf der Reichen
Gleichzeitig versuchen die Industrienationen vor allem die eigene Versorgung zu gewährleisten. Laut dem ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan hat das dazu geführt, dass weltweit fast eine Milliarde Menschen Hunger leiden muss. Wachsender Protektionismus, einseitige Exportverbote, Landraub - allein 2009 erwarben Hedgefonds geschätzte 60 Millionen Hektar Land - und gesonderte Vereinbarungen, die auf den Nahrungsmittelbedarf der Reichen und nicht auf den der Armen abgestimmt sind, sind für die Lebensmittelkrise verantwortlich.
Laut dem Rat für Auswärtige Beziehungen ist das globale Nahrungsmittelsystem von starken Preisschwankungen betroffen. Diese erschweren es zusätzlich, die Ernährungssicherheit in armen Ländern zu gewährleisten. Die Unberechenbarkeit der Nahrungsmittelpreise wird durch sechs Faktoren verursacht:
(a) hohe Energiepreise und die gestiegene Nachfrage nach Biokraftstoffen
(b) der steigende Getreideverbrauch, um den steigenden Fleischbedarf zu decken
(c) die wachsende globale Mittelschicht
(d) Spekulationen aufgrund des Eintritts von Hedgefonds in den Landwirtschaftssektor
(e) Klimawandel und
(f) eine Handelspolitik, die sich gegen Nahrungsmittelexporte stellt.
Am Ende kommt so einiges zusammen: Internationale Faktoren werden verstärkt durch regionale Interessen und unfähige Politiker, welche die Märkte kontrollieren. Die afrikanische Bevölkerung muss endlich darin bestärkt werden, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, um den Hunger zu bekämpfen. (derStandard.at, 3.8.2011)
Autor
James Shikwati, The European, der Wirtschaftswissenschafter kommt aus Kenia, sein Fokus liegt auf afrikanischer Entwicklungspolitik. Shikwati gründete das Wirtschaftsmagazin "The African Executive" und das "Inter Region Economic Network".
"Die Helfer helfen zuerst sich selbst" überschrieb Wolfgang Drechsler seinen Kommentar im Handelsblatt am 2.8.11 über die Hungerkatastrophe. Mit Recht kritisiert er, dass das Afrika-Bild immer stärker von den Entwicklungshelfern und deren Interessen geprägt ist.
Lobbyisten weltweit sorgen dafür, dass dies so bleibt.
vgl. Bonner-Auruf.eu
Es lohnt ein Blick in den Geschäftsbericht 2010 von UNICEF Deutschland. Die Bilanz weist einen Kassenbestand und Guthaben von über 37 Millionen Euro aus. Als Spenden wurden 92,5 Millionen Euro eingesammelt. Fast 6 Millionen wurden allerdings für die Öffentlichkeitsarbeit und Werbung ausgegeben .
Ob die Förderer von UNICEF wissen, dass ihre Spenden auf Konten lagern und für Werbung statt z.B. für die Hungernden ausgegeben werden?
womit nur als bestaetigende aussage gemacht ist das afrika sich selber helfen muss. so lange jeder gegen jeden vorgeht wird keiner nichts haben. menschen haben gruppen gebildet um erfolgreich zu sein. und erfolgreich heist nicht unbedingt erfolgreicher als der nachbar. denn wenn der am hunger stirbt und ich den 5 tage ueberlebe und dann auch tod bin ist das kein wirklicher erfolg.
Jeder kann auf Geldanlagen verzichten, die Mensch und Umwelt schaden! Keiner braucht Finanzprodukte, die auf Kosten der Ärmsten mit Nahrungsmitteln spekulieren! Dafür setzt sich die Initiative handle-fair.de ein!
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