Frühjahr 2009: Uwe Scheuch führt mit einem Geschäftspartner ein Gespräch über einen russischen Investor.
Mitte Dezember 2009 spalten sich Mitglieder des Kärntner BZÖ ab und gründen die FPK (Freiheitliche Partei Kärntens), die eine Kooperation mit Straches Bundes-FPÖ eingeht. De facto würde das BZÖ in Kärnten damit in die Bedeutungslosigkeit verschwinden, da der ehemalige BZÖ-Landeshauptmann Dörfler ebenso wie zahlreiche Landtagsabgeordnete und LH-Stellvertreter Uwe Scheuch zur FPK wechseln. Der entscheidende Parteitag soll am 16.1.2010 stattfinden.
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14.1.2010: Das Magazin "News" veröffentlicht einen Tonbandmitschnitt, in dem Uwe Scheuch einem russischen Investor Unterstützung bei der Erlangung der Staatsbürgerschaft verspricht und im Gegenzug eine Parteispende in Höhe von "fünf bis zehn Prozent" ins Spiel bringt.
15.1.2010: Scheuch weist alle Vorwürfe von sich. Er könne sich nicht einmal an dieses Gespräch erinnern, so Scheuch, "und selbst wenn es das gegeben hat, so ist nichts daran ehrenrührig oder strafbar." SPÖ und Grüne fordern den sofortigen Rücktritt Scheuchs. Strache nennt die Vorwürfe "Unterstellungen mieser Art, die gezielt vor dem Parteitag verbreitet wurden."
16.1.2010: Der Parteitag findet statt, das Kärntner BZÖ wird zur FPK. Scheuch erhält von den Funktionären Standing Ovations. Stefan Petzner und Josef Bucher vom Bundes-BZÖ beklagen die Abspaltung, sie sprechen von "Verrat der Wähler an Strache".
19.1.2010: Die Tageszeitung "Österreich" enthüllt Scheuchs Gesprächspartner beim Tonbandmitschnitt. Es handelt sich um Kurt Lukasek, einen ehemaligen FPÖ-Sekretär. Er war bis 2006 für Peter Westenthaler (BZÖ) tätig.
20.1.2010: Lukasek bestreitet, Scheuch absichtlich eine Falle gestellt zu haben. "Das war kein Leger", sagt er gegenüber "News". Ihm sei auch unerklärlich, wie der Mitschnitt an die Medien gelangen konnte. Das BZÖ stellt per Presseaussendung klar, dass es nichts mit der Veröffentlichung zu tun habe.
26.1.2010: Die Korruptionsstaatsanwaltschaft stellt einen Strafantrag gegen Uwe Scheuch.
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Februar 2011: Nach über einem Jahr an Ermittlungsarbeit genehmigt das Justizministerium die Anklageschrift gegen Uwe Scheuch. Die Anklage erfolgt nun wegen "Vorteilsnahme", der Punkt der "Bestechlichkeit" wird fallengelassen. Einem Prozess steht nun nichts im Weg. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft stellt einen Delegierungsantrag, damit das Verfahren nicht in Klagenfurt verhandelt wird, dem wird nicht stattgegeben.
6.7.2011: Der Prozess beginnt (derStandard.at berichtete). Scheuch sinkt beim Vorspielen des Tonbands merkbar zusammen, ein Gutachter bestätigt die Unverfälschtheit der Audioaufnahme. Scheuchs Verteidigung schießt sich auf den Hauptzeugen Lukasek ein, nennt ihn einen "Bankrotteur", der Geld gebraucht habe. Der Prozess wird vertagt.
2.8.2011: Uwe Scheuch wird schuldig gesprochen. Er wird zu 18 Monaten bedingter und sechs Monaten unbedingter Haft verurteilt. Die FPÖ spricht von "Polit-Justiz", alle anderen Parteien fordern Scheuchs Rücktritt. Scheuch selbst beruft gegen das Urteil und will bis zum rechtskräftigen Urteil alle Ämter weiter ausüben. (Fabian Schmid, derStandard.at, 3.8.2011)