Stadt- und Metaebenen-Hochradelei

3. August 2011, 17:00
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    foto: ap

Hochradelei, so Christoph Chorherr, wirke zwar stilvoll und erhaben, sei aber vor allem eines: mühsam

Die Gefahr, mit so einem Rad übersehen zu werden, meint Christoph Chorherr, während er sein Fahrrad an ein Wartehäuschen der Wiener Linien lehnt, sei "eher gering. Darum hast du mich ja auch bemerkt - und deshalb werde ich auch ausdrücklich mit diesem Rad gebucht." Aber das, erklärt der grüne Vordenker, wären schon 50 Prozent der praktischen Vorteile eines Hochrades: "Sichtbarkeit - die andere Hälfte ist der Überblick."

Abgesehen davon, gibt Chorherr zu, wirke Hochradelei zwar stilvoll und erhaben, sei aber vor allem eines: mühsam. "Im Grunde", doziert der grüne Wiener Gemeinderat, "ist ein Hochrad ein Fixie (ein Rad mit starrer Übersetzung, Anm.). Bergauf geht das schon ordentlich in die Beine."

Und bergab? "Ja, daran denkt man kaum - bis es das erste Mal abwärts geht: Bergab ist es am Hochrad noch anstrengender. Du bremst de facto nur mit den Pedalen. Je größer der Reifenumfang, umso mehr Kraft braucht man: Du darfst die Füße nie von den Pedalen nehmen." Die Bremse, erklärt Chorherr und zeigt auf den Zug vom Lenker zum kinderwagenradgroßen Hinterrad, "ist ein Witz. Ein StVO-Alibi."

Abgesehen davon, meint Chorherr, sei Hochradfahren kaum schwieriger als "normales" Radfahren: "Zwei Stunden, dann hat man es raus." Danach - mit dem ersten Hochgefühl - kämen aber oft Hoch(rad)mut und Fall: der hoch-unelegante Abstieg. "Wer hoch oben thront, vergisst leicht, dass er beim Langsamerwerden instabil wird. Und der Weg runter Platz und Zeit braucht. Das passiert jedem - aber meistens nur einmal." (Thomas Rottenberg/DER STANDARD/Automobil/29.07.2011)

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13 Postings
Ja, ein Hochrad macht sicher Spaß

Aber Christoph sollte damit nicht auf der Streaße fahren.

Er sagt selbst, er kann nicht stehen bleiben, nicht bergauf, nicht bergab fahren - und bremsen kann er auch nicht.

Das ist ein Freizeit-Spaß - und ein sicher lustiger. Mehr nicht.

Und was ist mit der kilo-Meta-Ebene ?

Hochradfahren

... ist nicht anstrengender als ein Niederrad zu fahren. Man muss sich nur die passende Strecke dazu aussuchen. Rauf kommt man hinten über eine kleine Stufe, runter auf dem selben Weg.
In der Stadt ist mir der Verkehr zu gefährlich, die meide ich. Das große Laufrad ist sehr stabil, wenn man allerdings reinfällt kann es die Felge schon verbiegen, abgesehen von den Speichen... aber eine 28er Felge geht auch mal kaputt.

http://www.veliciousbicycles.com/search/la... el/Hochrad

Chorherr? Den gibt's auch noch?

Sommerloch

rotte und chorherr ...

... 2 sommerloecher

Einmal schief draufgesessen, und schon ist ein 8er drin... :)

Im Ernst: wie stabil sind Hochrad-Laufräder?

Wenn Sie dieselben Materialien verwenden, wie bei einem modernen Straßenrennrad vermutlich genauso stabil. ;)

Naja, der Reifendurchmesser hat auf die Haltbarkeit von Laufrädern schon Einfluss. Wird ja auch im Zusammenhang mit 29er Moutainbikes - http://tinyurl.com/3krg4lq - immer wieder thematisiert.

Der raddurchmesser is aber nicht der einzige faktor. ..da bleiben noch nabenbreite und speichenanzahl.. und die beeiden skalieren beim 29er vermutlich nicht immer mit.

"runter kommen sie alle..." :)

viel interessanter waers mal auszuprobieren, so ein hochrad zu "besteigen" (oder wem dabei zuzuschauen) und dann ganz erhaben wegzufahren... stell ich mir etwas komisch (um nicht zu sagen witzig) vor ;)

Eh super

Ein Rad welches vom derzeitigen "Standardrad" aus guten Gründen verdrängt wurde wieder auflegen - es gibt immer wieder Leute die gravierende Nachteile in Kauf nehmen um sich im wahrsten Sinne des Wortes hervorzuheben.

Würde es zwar nicht kaufen, aber eine Probefahrt wär schon was ;)

Wie fährt man mit dem in der Stadt? Wie bleibt man stehen bei Ampel, Fussgängern, Rechtskommender usw ohne Absteigen oder Umfallen?

noch nie einen Trialstop gemacht? ;-)

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