Schlechter Zahnstatus

Atherosklerose-Mortalitätsrisiko an Zähnen erkennbar

2. August 2011, 14:33

Bei Patienten mit bereits diagnostizierten Veränderungen an den Halsschlagadern

Wien - Personen mit schlechten Zähnen haben ein erhöhtes Risiko für das Fortschreiten einer Gefäßverkalkung. Doch ob sich das auch auf die Mortalität auswirkt, wenn zum Beispiel an der Halsschlagader schon atherosklerotische Veränderungen belegt sind, war bisher unbekannt. Die Wissenslücke haben jetzt Wissenschafter von der Klinischen Abteilung für Angiologie der MedUni Wien im AKH geschlossen: Ein schlechter Zahnstatus weist auch auf ein erhöhtes Mortalitätsrisiko hin.

Matthias Hoke und die Co-Autoren von der Universitätsklinik für Innere Medizin II haben ihre Ergebnisse im Schweizer Fachblatt "Swiss Medical Weekly" veröffentlicht (28. Juli). Sie benutzten bei Patienten drei verschiedene Indizes, mit denen man Mundhygiene und Zahnstatus international beurteilt. Diese Daten wurden bei 411 Personen mit durch Ultraschalluntersuchung belegten Verengungen der Halsschlagadern erhoben. Wegen der Einfachheit von Carotis-Ultraschalluntersuchungen gelten die dabei festgestellten Befunde als guter Hinweis auf den Zustand des Gefäßsystems eines Menschen.

Bis zu dreifaches Risiko

Die Kranken wurden im Durchschnitt 6,2 Jahre lang beobachtet. Dabei kam es zu 107 Todesfällen durch Herzinfarkt, Schlaganfall etc. Die Mortalität betrug somit 26 Prozent, was sehr hoch ist. Die Analyse nach dem bei der Untersuchung erhobenen Zahnstatus zeigte sowohl für den Index für kariesbetroffene und fehlende Zähne (DMFT) als auch für den Silness-Löe-Index als Maß für die Mundhygiene (Plaques) einen statistisch signifikanten Zusammenhang zum Sterberisiko der Patienten. Je schlechter Zahnstatus und Mundhygiene, desto eher kam es zu einem Todesfall. Das ging im Extremfall bis zum dreifachen Risiko.

Die Autoren: "Zustand der Zähne und Mundhygiene waren mit der Mortalität von Patienten mit Carotis-Atherosklerose korreliert - und zwar unabhängig von anderen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren." Hoke und andere Co-Autoren haben erst vor wenigen Tagen in der Fachzeitschrift "Stroke" eine Arbeit publiziert, wonach erhöhte Werte des Proteins sFAS im Blut von Atherosklerosepatienten ebenfalls auf ein erhöhtes Sterberisiko hinweisen. (APA)

Plaats van Samenkomst
20
"Atherosklerose"?

Uff und autsch. Das heißt ARTERIOSKLEROSE!

zellu lloyd
00
Falsch!

Atherosklerose ist auch richtig!

inge77
00

und wie íst es, wenn einem der zahnarzt mit schleißigen inlays und kronen die zähne ruiniert hat?

triage
05

Kann man auch anders ausdrücken: Der soziale Standard ist direkt proportional zur Lebenserwartung.

Ist aber schon lange bekannt.

KKdJ
00
Sie haben völlig recht.

Was in diesem Artikel nicht herauskommt, ist der Unterschied zwischen einer Assoziation und einem kausalen Zusammenhang.

Fritz Meyer
00
Das wird schon seinen tieferen Grund haben.

Eine Korrelation lässt noch lange keinen Umkehrschluss zu.

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