Patienten-Befragung

Jeder zweite Spitalspatient wird doppelt untersucht

2. August 2011, 13:01
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    foto: dpa/punz

    47 Prozent der befragten Menschen in Spitälern gaben an, doppelt untersucht worden zu sein.

Umfrage mit 22.000 Teilnehmern in 49 Spitälern - 13 Prozent kommen ohne ärztliche Überweisung

Wien  - Österreichs Spitalspatienten sind zu einem hohen Prozentsatz zufrieden. Einschränkungen in der subjektiven Einschätzung existieren vor allem, was Wartezeiten, offenbare Doppeluntersuchungen und mangelnde Kooperation zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten betrifft. Das sind die Hauptergebnisse der ersten österreichweiten Patientenbefragung in Spitälern. 49 "Häuser" nahmen teil, aus ihnen rund 22.000 Kranke, hieß es am Dienstag bei der Präsentation der Resultate in Wien. 19.134 der Fragebögen konnten ausgewertet werden.

Jeder zweite wird doppelt untersucht

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ): "Mir ist es ganz, ganz wichtig, dass wir heute die Gesundheitspolitik aus der Perspektive der Patienten in den Mittelpunkt rücken können. Die Patienten sagen zu 80 Prozent, dass sie mit der Betreuung in den österreichischen Krankenhäusern sehr zufrieden sind, aber es gibt auch große Schwankungen zwischen 63 und 95 Prozent. Es gibt durchaus Verbesserungspotenzial." Ein Beispiel, so der Ressortchef: "Wenn 47 Prozent der Befragten sagen, dass Doppeluntersuchungen vorkamen, bedeutet das, dass es ein ganz wichtiger Schritt im Rahmen der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA, Anm.) ist, Verbesserungen zustande zu bringen."

Niederösterreich und die Steiermark nahmen nicht teil

NÖ-Patientenanwalt Gerald Bachinger - Niederösterreich und die Steiermark nahmen an der bundesweiten Umfrage wegen ähnlicher eigener Aktivitäten nicht teil - hob bei den Ergebnissen offenbar mangelnde Kooperation zwischen stationärem und niedergelassenen Bereich hervor: "Bis zu ein Drittel der Patienten hat die Erfahrung gemacht, nicht gut auf den stationären Aufenthalt im Spital vorbereitet worden zu sein." Die Wartezeiten bis zur Spitalsaufnahme hätten bei 40 Prozent weniger als eine Woche betragen, bei 13 Prozent aber länger als zwei Monate. Bei den Kranken mit derart langer Wartefrist zeigte sich aber eine Schwankungsbreite zwischen den 49 Spitälern von ein bis 50 Prozent.

Forderungen des Patientenanwaltes: "Wir müssen darauf schauen, dass alle Krankenhäuser mitmachen. (...) Es sollten auch die Rehab-Einrichtungen dabei sein, es sollte der niedergelassene Bereich eingebunden werden. (...) Meine Forderung ist, dass wir in Zukunft die Ergebnisse wirklich sichtbar machen." Nicht nur die teilnehmenden Spitäler, sondern auch die Patienten sollten wissen, wie das anvisierte Krankenhaus bis auf Stationsebene bei solchen Erhebungen abgeschnitten hat.

13 Prozent kommen ohne ärztliche Überweisung

Koordiniert wurde die Umfrage von "Gesundheit Österreich" (GÖG) unter der Leitung von Martina Lerchner. Auch sie verwies auf Verbesserungsmöglichkeiten, da bis zu ein Viertel der Patienten von keinen Verbesserungen des Gesundheitszustandes im Spital berichtete. 25 Prozent der nach eigener Einschätzung Schwerkranken hätten ein bis drei Stunden im Spital bis zum ersten Kontakt mit einem Arzt warten müssen.

Gesundheitspolitisch brisantes Detail. 13 Prozent der rund 19.000 Befragten waren ohne ärztliche Überweisung im Krankenhaus aufgenommen worden. Das spricht weiterhin für einen deutlichen Anteil an "ungesteuerten" Patienten, welche im Gesundheitswesen gleich an der teuersten Spitze ihre Eintrittspforte finden. Stöger wies allerdings in diesem Zusammenhang auf die positive Kehrseite der Medaille hin: Der Zugang zu Gesundheitsleistungen ist sehr niederschwellig. Weitere 17 Prozent - so die Details - kamen als Notfälle ins Spital. (APA)

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seppl absmui
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10.8.2011, 19:22
Der Zugang zu Gesundheitsleistungen ist sehr niederschwellig.

aber bitte...jederzeit...wir entfernen gerne den zecken von ihrem wadl...(in der spitalsambulanz rund um die uhr)...das system zahlts eh, keine sorge!
und sowas nennt der positive Kehrseite.

Zaphod Beeblebrox III
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29.8.2011, 10:16
Irrtum ...

Ich weiss, das zumindestens eine Derma-Ambulanz in Wien Zecken NICHT entfernt !

Devise: kann man selber machen !

Was absolut korrekt ist !

Der Neugierige
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Es fehlt an Standards

Aus den postings von offenbar Ärzten wird es evident:

Es fehlt an österreichweiten Standards, wer was macht:

1 Beispiel pro toto:
Wer soll das EKG vor einer Knie-OP machen?
Der niedergelassene Arzt oder im Spital?
Wie alt darf es sein?
Muß es ein Facharzt befundet haben (im Spital macht das manchmal nur ein Arzt in Ausbildung...)?
Muß es der Anesthesist selbst befunden?

Weil diese Standards nicht existieren kommt es zu Doppel und manchmal auch Dreifach-untersuchungen (Labor, Röntgen, Interne Untersuchungen)

Un das kostet Zeit, Geld , Nerven...

Micha Do
 
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@ Der Neugierige letzter Teil der Antwort

Es gibt für vieles sogar europaweite Standards.

Der Neugierige
01
Organisatorische Defizite

Ich muß mich präzisieren:

Ich meinte organisatorische Standards:
WER MACHT WANN WAS.

Denn Doppelgleisigkeiten sind in jedem Bereich, auch in der Medizin, ein Zeichen organisatorischer Defizite.

Inhaltlich ist von den betroffenen Fachleuten und deren Kunden/Geldgebern zu klären, wie Doppelgleisigkeiten zu vermeiden sind.

Mein Beispiel EKG (weil es so einfach ist):

Wenn 90% der Anästhesisten ein EKG + Befund vom niedergelassenen Kardiologen, 1 Woche alt, als
akkurat erachten, dann sollten sich die restlichen 10% "Besserwisser" anschließen -

Wenn aber 90% der Anästhesisten dieses EKG + Befund nicht als akkurat erachten, dann sollte es der niedergelassene Kardilolge erst gar nicht durchführen.

Aber nicht so wie derzeit: Der niedergelass

Micha Do
 
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@ Der Neugierige

Ja, Ihr Bespiel ist zutreffend! Ich bin durchaus mit Ihnen. Sie haben recht mit dieser Forderung. In sehr vielen Bereichen funktioniert es ja schon so. Ordentlich Potential zur Straffung der Organisation ist aber klar noch vorhanden.Solche Doppelgleisigkeiten kosten nicht nur Geld sondern auch Zeit. Ich persönlich wünsche mir im Rahmen einer solchen Organisationsstraffung sehr eine gute Einbindung der niedergelassenen Kollegen. Das Problem sind aber auch-so erlebe ich das- nicht oft die Kollegen, sondern die Bereitschaft der Patienten sich einem Zeitplan auch außerhalb des Spitals zu unterwerfen:

Micha Do
 
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@Der Neugierige

Ich hör dann oft von Patienten: "Kann man das nicht anders erledigen?" Bei uns auf dem Land ist der Einwand aber manchmal auch berechtigt. Nur: Um es in die richtige Ecke zustellen, die wirklich aufwendigen Patienten sind nicht so häufig. Eher eben die Frage ob bestimmte Dinge bei einem sonst Gesunden überhaupt gebraucht werden. In die Richtung gehts aber schon. Die ÖGARI zB macht sich genau über das schon lange Gedanken. Ich will ja auch Kollegen wie hot doc unten nicht die Praxis "zumüllen" mit lästigen Aktivitäten sondern ein für alle Beteiligten akzeptables Schema finden. Insgesamt sind wir aber d'accord. Nochmals: Ich persönlich sehe uns als Team in derselben Aufgabe.

Micha Do
 
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@ Der Neugierige Anmerkungen 2. Teil: Standards sind wichtig als Entscheidungshilfe aber dürfen kein Korsett werden.

Man muß auch mit Standards richtig umgehen (man kann dieselben nämlich auch übertreiben).Standards sind wichtig für Qualität hinsichtlich allgemein als richtig anerkannter Vorgangsweisen.Das hilft vor allem bei schwierigen Entscheidungen.Es muß aber Raum für das kalkulierte Verlassen der Standardempfehlungen geben,da die Menschen halt nicht immer so sind wie es im Lehrbuch steht.Meist nur ungefähr,manchmal ganz und gar nicht.Böse Überraschungen gibts trotz Standards.Allerdings muß ich die Standards gut kennen um mich nicht zu verlaufen.Ich muß gute Gründe formulieren können um das Verlassen des Standardalgorithmus zu erklären.Und ich darf den ursprünglichen Weg nicht aus den Augen verlieren.Theorie verantwortungsvollen Handelns
MfG

Micha Do
 
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@ Der Neugierige Erlauben Sie mir an Hand Ihres Beispiels einige Anmerkungen. Grundsätzlich will ich nämlich dass mir mein Patient vertraut.Immerhin erlaubt er mir einen tiefen Eingriff in seine Lebensfunktionen.Das fordert von mir Verantwortung.

Die Sache ist ungefähr so:Es gibt schon für bestimmte Dinge,zB eben Untersuchungen Empfehlungen der Fachgesellschaft was wann an Untersuchungen gemacht werden soll.Ein wenig hab ich schon weiter unten erklärt.Ein EKG ist sowas von Basic,das muss jeder Arzt,auch mein "Azubi" selbst korrekt schreiben und befunden können.Wenn der das nicht kann,hat er was Wesentliches nicht gelernt.Ein besonderer Fall ist eine spezielle rhythmologische Fragestellung.Da muß der Internist dazu.Das sind aber idR Patienten mit Vorerkrankungen die deren Risiko ordentlich erhöhen.Wenn dann der Internist beim Optimieren mitredet,dient das dem Schutz des Menschen.Wir sind ein Team!Ansonsten brauch ich keinesfalls bei jedem ein komplettes Programm.

sonne-licht
 
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es ist ja in österreich alles triple aaa

wennst dir die mühe machst mit ärzten und ordinationsschwestern zu reden, hörst heraus das sich viele ins krankenhaus bequemen, weil dort die versorgung (nicht so lange wartezeiten oder monatelange vortermine) besser ist.

jedoch die einsparungen haben leider die krankenhäuser gezwungen auch nur bei aufnahme dafür zu sorgen, das kranke so schnell wie möglich wieder funktionsfähig sind, egal ob die krankheit auskuriert ist oder nicht.

dann gibts noch die dummen viele patienten, die trotz krankheit weiter ihren körper verunstalten, da gehört auch angesetzt. totsaufen, rauchen, fressen, arbeiten für kurzen nutzen (geld/genuss) ist in österreich gang und gäbe.

ich schäme mich für die österreicher, wie sie mit ihrem körper umgehen.

No ID
01
Sinnlose Kostenspar-Konzepte

Oft werden Patienten unnötig zur Röntgenuntersuchung geschickt, obwohl dem Arzt von vornherein klar ist, dass diese kein brauchbares Ergebnis liefern wird.
Und das ganze nur deshalb, weil die Krankenkasse eine MRT nur dann bewilligt, wenn zuvor ein Röntgen durchgeführt wurde.

DAS sind mMn die Dinge, die die Kosten (und die Strahlenbelastung der Patienten) sinnlos erhöhen und abgestellt gehören!

Franz Stefan
00
Eine MRT für meine Schulter kostet vor ein paar Jahren etwa 240eur

Das ist doch -würde ich meinen- nicht so teuer, und ich bin überzeugt, dass das ganze drum herum weit mehr gekostet hat. (Vom KH zum HA zwecks Überweisung zur MR, Genehmigung bei der GKK, Wartezeit, Krankenstandstage)

Sarepta
00
19.8.2011, 11:47

Hier gehts allerdings um sinnlose Doppelgleisigkeiten und natürlich sind sie ja nicht der einzige Patient Österreichs... Einem skandinavischen Arzt würden die Haare zu Berge stehen, wenn er sehen würde wie leichtfertig in Österreich v.a. durch den niedergelassenen Bereich MRT verschrieben werden. Noch dazu dutzende Doppeluntersuchungen in den einzelnen Spitälern aufgrund des mittelalterichen Datenerfassungssystems in Österreich, darüber kann man im skandinavischen Raum nur lachen. Man darf hoffen, dass ELGA das ändern wird und auch bald kommt...

daimi
02

"13 Prozent der rund 19.000 Befragten waren ohne ärztliche Überweisung im Krankenhaus aufgenommen worden"

Dann sollens auch dazuschreiben, in welchen Fällen das war. Wenn ich z.B. eine schwere Verletzung habe, soll ich dann den nächstgelegenen praktischen Arzt ausfindig machen, der gerade Ordination hat, nur, dass er mich ohnehin ins KH überweist?

isi reida
01
Sie sollten aber schon wissen,

dass Patienten wegen "Kleinigkeiten" auch schon die Ambulanz mit dem Zusatz "ich spürs ja schon länger, aber der Arzt hat heute keine Ordination..." aufsuchen.

natoll
11

man sollte aber auch wissen das so mancher hausarzt lieber mal tagelang mit breitband-antibiotika rumpfuscht bevor man dann schließlich doch mit lungenentzündung im spital landet.

meinemeinungdazu
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sollte er ihnen für die lungenentzündung lieber kugerln geben statt antibiotika?

Micha Do
 
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@ natoll

Als Ergänzung zu hot doc unten:

Bei Pneumonie muß man rasch handeln und hat idR keinen Keimnachweis geschweige denn Antibiogramm.
Es gibt nachgewiesene Unterschiede im wahrscheinlichen Keimspektrum je nachdem ob der Patient "draußen" oder "im Spital" seine Pneumonie aufgezwickt hat. Verschärfend ist die "Respirator-assoziierte Pneumonie", aber die kriegt er sowieso nicht draußen, es sei denn er wäre mit hohem Querschnitt heimbeatmet.(zB Christopher Reeves)
daher gibts unterschiedliche Empfehlungen,die man auch befolgt.Erweitern kann man meist noch,falls man aber schon am Plafond ist mit der Therapie (Es gibt Keime, die heißen "McGyver") ;-) und sind dementsprechend schwer zu beseitigen,da tun wir uns alle schwer mit Behandlung.
MfG

hot doc
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die therapie der lungenentzündung erfolgt nach den regeln der heilkunst mit breitbandantibiotika. das problem der lungenentzündung ist, dass man keinen keim nachweisen kann, also immer auf der basis von wahrscheinlichkeiten die art der antibiotika auswählt. womit man manchmal halt zuerst daneben liegt. medizin ist halt nicht so einfach. und ich denke nicht, dass der von ihnen erwähnte hausarzt irgend etwas falsch gemacht hat.

Mork vom Ork
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das "sollte" man nicht wissen, denn man geht als Patient zu einem Akademiker, der 12 Semester studiert, einen Turnus absolviert und Fachmann sein sollte.

Wenn er pfuscht ist er dran, aber ich muss ihm prinzipiell schon vertrauen können.

hot doc
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mork, nicht gscheit reden wovon sie keine ahnung haben, sondern mein obiges posting lesen.

KL
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die sicherheit liegt in der redundanz. :)

Chocoholic
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Doppeluntersuchungen ....

ja einmal zu Beginn und dann zwischendurch um zu sehen, ob sich was veraendert hat.

magenta cyan
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das wiegt die tatsache auf, dass jeder zweite vergessen wird. gesundheitssystem auf österreichisch.

E. Laserstrahl
41
www.aerztepfusch.at

Unzählige Patienten werden jedes Jahr sinnlos verpfuscht, warum gibt es hier keine Studien ???

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