"Heute mehr Wohnraum für's gleiche Geld"

Martin Putschögl, 3. August 2011, 09:02
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    "Der Anteil der Wohnkosten am Nettoeinkommen ist zwar im Wesentlichen gleich geblieben, aber man bekommt für das gleiche Geld heute mehr Wohnraum", sagt ...

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    ... Wolfgang Amann, der darüber hinaus "keine Handhabe gegen leerstehende Wohnungen von Privatpersonen" sieht.

Der Konsum an Wohnraum hat zugenommen, sagt Wolfgang Amann vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen - als "direkte Folge der Leistbarkeit"

Droht in Österreich eine Wohnungsknappheit, gar eine Wohnungsnot? Nun, ganz so dramatisch sehen die Experten das Problem nicht. Die Frage der Leistbarkeit des Wohnraums sei sicherlich eine Kernfrage, sagte Andreas Oberhuber von der Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen vergangene Woche im derStandard.at-Interview. Ebendiese Leistbarkeit sei in den letzten Jahrzehnten allerdings enorm gestiegen, darauf weist Wolfgang Amann vom Institu für Immobilien, Bauen und Wohnen hin - und als "direkte Folge" dieser Entwicklung wurden die Wohnungen immer größer.

"Bei uns in Österreich sind die Wohnungspreise im internationalen Vergleich relativ moderat. Das hat dazu geführt, dass der Konsum an Wohnraum zugenommen hat", erklärt Amann im Gespräch mit derStandard.at. Normalverdiener könnten sich deshalb heute eine wesentlich größere Wohnung leisten, als das noch für 15 oder 20 Jahren der Fall war. "Der Anteil der Wohnkosten am Nettoeinkommen ist zwar im Wesentlichen gleich geblieben, aber man bekommt für das gleiche Geld heute mehr Wohnraum." Die Wohnkosten seien also über viele Jahre hinweg in wesentlich geringerem Ausmaß gestiegen als die Einkommen.

Singlehaushalte nehmen zu

Grundsätzlich sei die Wohnversorgung in Österreich deshalb "nach wie vor sehr gut", so der Experte weiter. "Aber es gibt einige Entwicklungen, die einen erheblichen Fehlbestand am Wohnungsmarkt bewirken."

Zwei Faktoren seien für die drohende Wohnungsknappheit hauptsächlich verantwortlich: Einerseits steige die Wohnfläche pro Einwohner stetig an, andererseits wachse auch die Zahl der Haushalte schneller als die Bevölkerungszahl. "Wir haben heute noch eine Haushaltsgröße von etwas über 2, aber das sinkt sukzessive, vor allem weil auch die Zahl der Singlehaushalte zunimmt." Ein dritter Faktor sei die steigende Bevölkerungszahl. "Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Bevölkerung rückläufig ist, hat Österreich eine Zunahme."

Kein Zwang zum Vermieten

Ein Problem sieht Amann auch in der "großen Zahl an Erben, die Wohnungen übernehmen, aber nicht auf den Markt bringen". Obwohl es in Österreich annähernd 500 Wohnungen pro tausend Einwohner gebe, sei Wohnungsneubau "in einem sehr erheblichen Ausmaß" nötig, um Fehlbestände zu vermeiden. "Da geht's jetzt nicht darum, dass die Leute künftig auf der Straße schlafen müssen. Es geht darum, dass die Preise steigen, wenn zuwenige Wohnungen auf dem Markt sind."

Der oft diskutierte Leerstand an Wohnungen in Österreich sei jedenfalls kein Problem des gemeinnützigen Bereichs, "denn dort ist ja verpflichtend, dass man den Hauptwohnsitz an der betreffenden Wohnung hat. In dem Sektor ist also mehr oder weniger Vollbelag gegeben." Im privaten Sektor und auch bei Eigentumswohnungen sei der Leerstand aber um einiges höher.

Man könne die Menschen eben nicht dazu zwingen, eine Wohnung, die ihnen gehört, auch zu vermieten, wenn es sich um Privatpersonen handelt. "Im geförderten Bereich, wo öffentliche Interessen dahinterstehen, ist es natürlich ein legitimes Interesse, dass diese Wohnungen auch vermietet werden. Im privaten Bereich kann man in die Privatautonomie der Menschen nicht eingreifen." Die Freiheit des Eigentums ist verfassungsrechtlich geschützt, "mit seinem Eigentum kann man im Grunde machen, was man möchte".

Steigende Preise als Ausweg?

Abhilfe könnten lediglich steigende Preise schaffen, "um Anreize für eine Verwertung dieser Wohnungen zu geben." Allerdings: "Steigende Preise haben halt sozialpolitisch ihre Schattenseiten", so Amann.

Die Problematik leerstehender Eigentumswohnungen sei in Tourismusgebieten ohnehin bereits erkannt worden, in Tirol oder in Salzburg wurde hier mit dem Raumordnungsrecht gegengesteuert. "Man kann dort also teilweise nur noch Wohnungen kaufen, wenn auch der Hauptwohnsitz dort gegründet wird." (map, derStandard.at, 2.8.2011)

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Schnaberl
 
00
Mietpreise

Es kann sich keiner über zu hohe Mietpreise aufregen. Die sind nämlich nach oben limitiert. Was steigt sind die Betriebskosten wie öffentliche Abgaben usw.Da sind in Wien die Roten verantwortlich!!

Es widerspricht dem Grundrecht auf Eigentum, wenn der Eigentümer gezwungen wird (Gesetz etc.) sein Eigentum so verwalten, dass er aus eigener Tasche (Substanz) etwas dazu zahlen muss, um das Vermögen aufrecht zu halten. Da git es ein Urteil aus Polen, wo man glaubte, das tun zu müssen. Das widerspricht dem Grundrecht auf Eigentum.
Es kann nicht die Bagage auf Kosten der Eigentümer leben, auch wenn Linksblinde das gerne so möchten.

Schnaberl
 
01
Leerstehungen

Dass Wohnungen leerstehen, hat den Grund darin, das bei Vermietungen man den Mieter auch im schlimmsten Falle auf Grund unseres Mitrechtes und unser mieterfreundlichen Rechtssprechung nicht hinausbekommt. Daher wehren sich die Vermieter durch Leerstehung. Wer tut sich jahrelange Mitrechstsstreitigkeiten an??

Der Mieterschutz aus den 30er Jarehn schützt heute nicht mehr die Zielgruppe, die schützenswert ist, sondern Leute, die sich ohnedies mehr leisten können als ein Vermieter!!

immofuchs
01
das einzig sinnvolle an dem Artikel

ist der Hinweis darauf, dass die Wohnkosten in Ö niedrig sind. Da die freien Mieten aber für Normalverdiener unfinanzierbar sind sollte man über die Höhe der Einkommen nachdenken. (und zwar nicht darüber wieviel ein Arbeitnehmer kostet, sondern warum demselben davon so wenig übrig bleibt)

Bobby W
32
Bitte den Artikel streichen

Hr Amann weiß nicht was er spricht und kann seine Behauptungen auch nicht belegen
höchst schlecht recherchierter Artikel, bitte streichen, entspricht absolut nicht der Wirklichkeit

helm.helm
13
eine absurde behauptung.

meine derzeitige wohnung kostet (77m2 altbau, nicht saniert) 660 euros gesamt. was ich einem vertrag aus 1999 zu verdanken habe. bedingt durch die indexanpassung stieg die gesamtmiete bisher jährlich ca. um 30 - 40 euros/monat.

würde ich eine gleich große und gleich gute wohnung heute mieten wollen, würde ich minimum 800 euros dafür zahlen. in der gegebenen lage wohl eher noch mehr. wie da jemand ernsthaft behaupten kann, dass wohnraum "leistbarer" wurde, ist mir ein rätsel. alles was nicht gefördert ist geht für normalverdiener gegen unerschwinglich.

Chocoholic
00
Wie viel hat den der Liter Milch gekostet zu der Zeit, wo Deine Miete begonnen hat?

Kostet der mehr? Inflation nicht vergessen! Oder willst in 20 Jahren zum Preis von einem Liter Milch mieten?

Heavyweather
20

Du wohnst ja hoffentlichnicht alleine. Das Haushaltseinkommen wird dann bei ca 2500-4000€ liegen...
Wenn du in einer Gemeinde Wohnung lebst ist die sowieso gefördert. Dann kannst du noch Miethilfe und Heizhilfe beamtragen wenn du wirklich arm bist.
Im 22. sind die.Wohnungeen z.B. billiger. Man muss ja nicht Top Lage wohnen.
Warum kein Eigentum?

imir
01

Er hat schon recht, der Herr Experte. Nur vergißt er zu erwähnen, daß der leistbare Wohnraum nur für die 10% der Bevölkerung auch leistbar ist, die vom EU Europa der Konzerne auch profitieren.

Mann40
03

also Hr. Amann dürfte wohl den Realitätssinn diesbezüglich verloren haben....die verlangten Preise stehen für Durchschnittsverdiener zumindest in Wien in keinem Verhältnis mehr zum Einkommen...

Heavyweather
00

Was veedient so eim Wiener im.Durchschnitt? Ca. 2700€ Haushaltseinkommen glaube ich mich zu erinnern? Was darf eine Wohnung kosten? Warum nicht Eigentum?

Mann40
02

ca 1600€ netto, Tendenz fallend

Heavyweather
00

Mittleres Haushaltseinkommen ca. 29800€/a.
Was darf Wohnraum kosten?

Mann40
02

Sie meinen brutto?

Hier in Wien gehen die Wohnkosten in Richtung 3/5tel eines Einkommens, in etwa...

Chocoholic
00
Miete oder Betriebskosten?

Mann40
01

beide zusammen

anyuser
 
42
nieder mit den giergesteuerten miethaien

wie chocoholic zB...

Chocoholic
00
LOL!!! you made my day!!!

Chocoholic
24
Gibt es das wirklich, dass Leute zwischen Miete und Betriebskosten nicht unterscheiden koennen und dennoch munter drauf los lauter Bloedsinn posten?

evin
 
00

Wozu unterscheiden? Ich muss ja trotzdem die Summe zahlen. :)

Chocoholic
00
ja, nur das eine hat mit dem anderen sehr wenig zu tun.

Und die Betriebskosten sind ja wohl nicht die Schuld der Vermieter, wenn die hoeher werden, oder sollen die jetzt auch noch fuer Wasser, Strom, STiegenhausreinigung, Muellabfuhr, Kanalgebuehr usw. zustaendig sein?

froilein froilein
02
Kann ich nicht glauben, das man heute mehr fürs Geld bekommt

Knapp bevor der Schilling zu Ende gegangen ist, hat man für eine Wohnung mit guter bis sehr guter Ausstattung in einem gutbürgerlichen Bezirk brutto 100ÖS/qm bezahlt. Also zb Wieden, Altbau 3,5 Zimmer, saniert, Liftaltbau, Stuck, Flügeltüren, 100m2 um 10.000 ÖS. Um 726 Euro bekommt man heute grad mal 70m2, 2 Zimmer, abgewohnt in "schlechter"Lage.

Eigentumspreise für ausgebauten Dachboden waren immer schon teuer. Aber 350.000 Euro, also 4,8 Millionen Schilling für eine 100m2-Dachwohnung in "normaler" Lage heute, hätte man selbst in allerfeinster Lage nie zahlen müssen. Um dieses Geld gab es sehr nette Häuser im Speckgürtel. (Reihenhäuser Perchtoldsdorf: 2,4 M ÖS üblicher Preis)
(hab damals eine Wohnung gesucht+ gefunden)

Chocoholic
13
Inflation muessens schon dazu rechnen.

Dafuer kann naemlich die Wohnung nix, wenns Geld weniger Wert wird.

froilein froilein
02
Genaugenommen wurde nicht das Geld weniger wert, sondern die Arbeitskraft

Denn die Gehälter sind bei weitem nicht in dem Maß gestiegen, wie die Wohnungspreise.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass genau das die Inflation statistisch niedrig hält: die Gehälter.

Chocoholic
00
Daran sind jetzt auch die Vermieter Schuld?

violavioletta
 
01
man könnte ihm aber...

eh auch die meinung dazu schreiben :-) amann@iibw.at

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