Ermittlungsrichter übermittelte Akt der Staatsanwaltschaft

2. August 2011, 10:41

Beweisaufnahme abgeschlossen - Innsbrucker Behörde will Ergebnisse bis Anfang September prüfen - Anschließend Entscheidung über Anklage

Im  Ermittlungsverfahren gegen fünf Staatsanwälte wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs im Fall Natascha Kampusch hat Ermittlungsrichter Georg Putz die Beweisaufnahme abgeschlossen und den Akt der Staatsanwaltschaft Innsbruck übermittelt. Das gab Hansjörg Mayr, der Sprecher der Anklagebehörde, am Dienstag bekannt. Anfang September sollen in der Causa weitere Entscheidungen getroffen werden.

Die Staatsanwaltschaft will laut Mayr die Beweisergebnisse, darunter die Vernehmungsprotokolle der Beschuldigten sowie von Zeugen wie dem dem früheren Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes (VfGH), Ludwig Adamovich, und der einzigen Zeugin der Entführung, bis Anfang September prüfen. Neben den Vernehmungsprotokollen würden auch bei Gericht eingelangte Stellungnahmen und Unterlagen zur Prüfung herangezogen. Inhaltlich wollte Mayr zu den Verfahrensergebnissen keinen Kommentar abgeben.

Innsbrucker Behörde will Ergebnisse bis Anfang September prüfen

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck wird nach der Übermittlung der Ergebnisse prüfen, ob die Beweisaufnahme ausreiche oder nicht, hatte Richter Putz bereits während der Vernehmungen erklärt. Wenn ja, werde die Behörde eine Anklageerhebung oder eine Einstellung des Verfahrens beschließen. Außerdem gehe ein Vorhabensbericht an das Justizministerium. Dieses müsse einer Anklage beziehungsweise einer Einstellung entweder zustimmen, den Schritt ablehnen oder eine neue Beweisaufnahme anordnen, erläuterte der Ermittlungsrichter das Prozedere.

Am vergangenen Freitag war die einzige Zeugin der Entführung im Jahr 1998, eine heute 25-jährige Frau, vernommen worden. Sie hatte lange Zeit von zwei Tätern gesprochen und diese Aussage schließlich 2009 revidiert. Die Entführungszeugin hatte ursprünglich gegenüber der Polizei ausgesagt, damals als Zwölfjährige zwei Männer dabei beobachtet zu haben, wie sie die zehnjährige Kampusch in ein Auto gezerrt hätten.

Beschuldigte Staatsanwälte

Zwei der beschuldigten Staatsanwälte, der Leiter der Wiener Oberststaatsanwaltschaft (OStA), Werner Pleischl, und der Leiter der Staatsanwaltschaft Graz und ehemalige Sonderermittler in der Causa Kampusch, Thomas Mühlbacher, hätten Ende Juni in Innsbruck einvernommen werden sollen. Beide entschlugen sich "überraschend" der Aussage, erklärte Putz damals. Diese und weitere Aussagen des Richters sorgten anschließend justizintern für Aufregung. Pleischl brachte einen Ablehnungsantrag gegen Putz ein, dem kurz darauf vom Landesgericht Innsbruck nicht stattgegeben wurde.

Als Zeuge wurde neben der 25-jährigen Frau und Adamovich auch der ehemalige Präsident des Obersten Gerichtshofs (OGH), Johann Rzeszut, befragt. Beide wollten am Rande der Vernehmungen keine inhaltlichen Stellungnahmen abgeben. Adamovich meinte lediglich, das Ermittlungsverfahren am Landesgericht Innsbruck sei "in guten Händen". (APA) 

"Bildausfall..."
01
"Beweisaufnahme abgeschlossen..."

Nix ist abgeschlossen. Vorher müssen die STA Mühlbacher und Pleischl noch in Beugehaft genommen werden, bis sie einer mündlichen Einvernahme zustimmen ...

derhundvonsinope
44
Keine Einvernahme von Kampusch ?

Wenn einer der zentralen Vorwürfe an die Staatsanwälte darin besteht, dass eine Zeugin, die 6mal (!) angegeben hat ZWEI Täter gesehen zu haben, schließlich im Zuge einer Gegenüberstellung mit Frau Kampusch verunsichert wurde und in rechtlich nicht korrekter Form (fehlender Vorhalt der ursprünglichen Aussage) zu einer Änderung der Aussage bewegt wird.
Wie kann sich der Richter da ein Bild davon machen, wenn er die Person, die bei der 7.Befragung erstmals dabei war, die die Gegenthese von nur einem Täter verteidigt und um die sich ja der gesamte Fall dreht, nämlich NK, nicht einmal anhört ?

suboptimal
 
73
Es ist zu befürchten,

dass das Zusammenleben des entführten Kindes mit dem Verbrecher alles andere als eine lustige Gegenthese von ein paar Hirnkranken war, wie es der höchstrichterliche Pinocchio mit seiner auffallenden Wertschätzung für den schwerkriminellen Priklopil in seinem Schwurbeldossier hinzudrehen versucht.

derhundvonsinope
13
na dann halt deutlicher !

Wenn Sie meine höfliche Formulierung mit der Gegenthese nicht annehmen können, dann halt deutlicher:
Es ist durch zahlreiche Indizien nachweisbar, dass Frau Kampusch lügt. Das muss zwar nicht schuldhaft sein, weil sie sich ja auch in einer Zwangslage befinden kann, z.B. durch Erpressung, dass sie nicht die Wahrheit sagt, gibt sie aber z.T. sogar selbst zu.

Sexarbeiter
 
05
"Wie´s wirklich war"

Die Frau Kampusch sollte ein neues Buch schreiben.
Mit dem Titel: "Wie´s wirklich war"

Das würde ich dann sogar kaufen und lesen. Vorausgesetzt sie meints ernst mit der Wahrheitsfindung.

suboptimal
 
63
abwarten, vorher kommen noch die Mitwisser zu Wort:

Der neue Kampusch-Knüller von ADAMOVICH wird vom Verlag schon vor-angekündigt und der Name Kampusch immer extra hervorgehoben.

Um nur 22.90 Euro sind Sie dabei.

:-)

Felix Kuttinger
 
04
So, Arbeit erledigt ...

Das Ergebnis muss jetzt nur noch schubladisiert werden.
Zum Glück gibt es ein Amtsgeheimnis, weshalb kein Außenstehender jemals erfahren darf, zu welchen Schlüssen der Richter Putz in der Causa gelangt ist.

jah fathead
04

Dann wirds ins Justizministerium geschickt. Und dann...

Da hätten es gleich in den Mistkübel werfen können.

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