Höhere Studiengebühren und Ausländerquoten - Die Schweizer Unis wappnen sich gegen den Andrang ausländischer Studierender
Ein Gutachten der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten gibt grünes Licht für eine neue Maßnahme: Hochschulen dürfen bei akuten Kapazitätsengpässen einen Numerus clausus
einführen, der nur für Ausländer gilt. Auch die Erhöhung der
Studiengebühren für ausländische Studenten ist zulässig. (derStandard.at berichtete) Das berichten die Neue Zürcher Zeitung und Spiegel online.
Die Schweizer Unis rüsten sich gegen den Andrang ausländischer Studierender, vor allem deutscher Numerus-clausus-Flüchtlinge. Die Universität St. Gallen zum Beispiel will künftig maximal 25 Prozent ausländischer Studierender aufnehmen. Sie müssen eine Zulassungsprüfung absolvieren. Bisher war nicht klar, ob die Uni St. Gallen hier rechtmäßig agiert. Die Lissabonner Konvention untersagt der Schweiz jede Art von Diskriminierung ausländischer Studierender.
Keine Gesetzesänderung notwendig
Im Gutachten der Rektorenkonferenz heißt es nun: "Die internationalen Abkommen, denen die Schweiz beigetreten ist, stehen solchen Regelungen nicht entgegen". Die Einführung von Quoten sei möglich. Die Schweizer Hochschulen seien nicht verpflichtet, "ausländische Studierende (...) zu Studiengebühren auszubilden, die weit unter den tatsächlichen Kosten liegen". Kostendeckende Studiengebühren für Ausländer wären gemäss diesem Gutachten zulässig. Der Expertenbericht stellt sich auf den Standpunkt, dass es für diese Regelungen "keinerlei ausdrücklicher, formell-gesetzlicher Grundlage" bedürfe.
Höhere Studiengebühren
An der Universität Zürich zahlen ausländische Studierende ab dem Wintersemester 2012
statt 650 knapp 1000 Euro - das sind rund
420 Euro mehr als bei inländischen Studenten. Auch der Kanton St. Gallen will die Ausländer stärker zur Kasse
bitten. An der international beliebten Wirtschafts-Universität sollen ab
kommendem Jahr rund 1770 Euro pro Semester für sie fällig werden - fast
800 Euro mehr als bisher. (red, derStandard.at, 2.8.2011)