Reformagenda Innsbruck

"Bürger sind wahre Grätzelexperten"

1. August 2011, 17:55
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    foto: apa/tirol werbung

    Innsbruck baut: Nach den Nordkettenbahnen folgt die Regionalbahn.

Verwaltungsreform muss Bürger zu "handelnden Subjekten" machen

Innsbruck - "Die Stadt steht finanziell wirklich gut da", sagt Oppositionspolitikerin Uschi Schwarzl (Die Grünen) zum Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro für 2010 und 2011. Im November hatte Bürgermeisterin Christine Oppitz- Plörer (Für Innsbruck), zugleich auch Finanzreferentin, ein Doppelbudget präsentiert. Grund sind die Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2012: Finanzielle Wahlzuckerln, die sofort nach der Wahl wieder zurückgezogen werden müssten, sollten verhindert werden, argumentierte die Bürgermeisterin. Der prognostizierte Schuldenstand belaufe sich laut Bürgermeisterin Ende 2011 auf 29,75 Millionen Euro (2012: 38,94), das entspreche dem Stand aus dem Jahr 2003. Das bedeute eine Pro-Kopf-Verschuldung von 249 Euro.

"Es gibt keinen Investitionsstopp", freut sich Schwarzl. Derzeit werden die Innsbrucker Straßen umgegraben, Schienen werden verlegt. Bis 2012 soll das Regionalbahnkonzept umgesetzt sein. Dann wird die Straßenbahnlinie 3 bis zum Gymnasium in der Au, im Westen der Stadt, verlängert sein. Nach der 3er soll der O-Bus zur Straßenbahn werden. Bis der Nordosten der Stadt auch per Bim erreichbar sein wird, dauert es aber noch bis 2015. "Längerfristig müssen auch die Umlandgemeinden Völs und Hall an die Regionalbahn angeschlossen werden", fordert Schwarzl. Die ÖBB fahre zwar auch durch diese Gemeinden, die Bahnhöfe seien aber oft nicht direkt im Siedlungsgebiet, hofft Schwarzl auf eine Zusammenführung der Regionalbahn der Stadt und des S-Bahn-Projektes des Landes.

Öffi und Straßen Ausbau

Zusätzlicher Knackpunkt für Schwarzl: "Es kann nicht einen Öffi-Ausbau um 300.000 Millionen Euro geben und gleichzeitig ab 2012 eine Untertunnelung des Südrings (West-Ost-Verbindung)."

Im Bereich der Verwaltung arbeite die Stadt "relativ kostengünstig", die Sozialen Dienste (ISD) seien ebenso ausgegliedert worden wie die Kommunalbetriebe (IKB) oder die städtische Immobiliengesellschaft (IIG). Damit würden alle Neuangestellten nicht mehr nach Beamtengehalt, sondern nach Kollektivvertrag bezahlt. Eine erste Verwaltungsreform wurde im Rathaus bereits Mitte der Neunzigerjahre vom damaligen Bürgermeister und späteren Landeshauptmann Herwig van Staa (Für Innsbruck) durchgesetzt. Schwarzl fordert nach der finanziellen Verwaltungsreform, jetzt mehr "fachübergreifende Kompetenzen": "Die Bürger müssen mitgenommen werden." In den Stadtteilen selbst müsse mehr diskutiert und mitbestimmt werden. Denn "die Bürger sind die wahren Grätzel-experten". "In den 90er-Jahren wurde der Bürger zum Kunden, jetzt muss er zum handelnden Subjekt werden", fordert Schwarzl. Im Bereich Stadtentwicklung, etwa am ehemaligen Reitstallareal in der Reichenau will Schwarzl "bei aller Liebe zur Dichte" - Innsbruck kann sich zwischen Nordkette und Mittelgebirge nicht weiter ausdehnen - auch die Wohnumfeldqualität erhalten. Zu viel Dichte erhöhe die Probleme. (Verena Langegger, DER STANDARD, Printausgabe, 2.8.2011)

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23 Postings
Walter J. Ferstl
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"Es kann nicht einen Öffi-Ausbau um 300.000 Millionen Euro geben..."

Den kann es wirklich nicht geben. Das wären ja 300 Milliarden.

Dass Uschi Schwarzl das genau so gesagt haben soll, kann ich mir nicht vorstellen.

Es handelt sich bei dem Faktor 1000 eher um ein "Artefakt", das der Redaktion hineingerutscht ist.

David-Lauritz
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Keine weitere Stadtverschandelung!

Mit Bürgerbeteilung wäre die Maria-Theresienstraße nie so verschandelt worden (Chipperfield Komplex-Bau, Auslagen in den Erdgeschossen, ...). Es braucht ein modernes Umdenke, das historisch geschlossene Ensembles schützt.

silverfinger
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eine tiroler Politikerin spricht von "Grätzel" ... der ist wohl nicht mehr zu helfen ...

supersheriff
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So wie Innsbrucker u. -innen in Hall keinen Turnusarztplatz bekommen,

weil sie dort als "Ausländer" gelten, und so wie jeder Tiroler, der von einem Dorf ins nächste zieht, Zeit seines Lebens dort als Zuagraster gilt, so darf natürlich eine geborene Oberösterreicherin in Innsbruck keine Politik machen. Es könnte ja sein, dass sie keinen Ur-Innsbrucker Dialek spricht und ab und zu ein Wort aus einem anderen Dialekt verwendet.

Leben Sie weiter mit Scheuklappen in ihrem Mikrokosmos. Und achten Sie bei der nächsten Wahl auf die Geburtsurkunden der zu Wählenden.

silverfinger
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man könnte sich allerdings der heimeliegen sprache anbiedern ... ist übrigens gerade bei Politiker ein muss .. sich anbiedern ...

Hefeweizerlbier
02

Schwarzl ist keine Tirolerin.

silverfinger
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das ändert allerdings nichts an meiner Feststellung.

Robert Cvrkal
 
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Einer wird belächelt, viele werden zur Macht

Bürgerbeteiligung muß frühzeitig, ergebnisoffen und ehrlich erfolgen. Um der Stimme der Bürger mehr Gewicht zu verleihen haben sich die Bürgerinitiativen österreichweit vernetzt, wobei die Aktion 21 als Dachorganisation fungiert.

Wichtigstes Ziel der Aktion 21 ist ein mehr an Transparenz, wofür sich auch einige Parteien (z. B. Rechnungshofprüfungen) immer wieder ausgesprochen haben. Auch die Regierungsparteien müßten daran ein Interesse haben, da Regierungsverantwortung keine Erbpacht darstellt und man nie weiß, wie die nächsten Wahlen ausgehen.

Modernes Regieren heißt die Bevölkerung in die Entscheidungen einbeziehen und dann eine zukunftsträchtige Lösung, welche von einer möglichst großen Basis getragen wird, schaffen.

Pintinho
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samertal teil von innsbruck

im norden ist mit der nordkette noch nicht schluss, frau schwarzl. nördlich davon ist im karwendel das samertal (isarzufluss) und das gehört auch noch zum innsbrucker stadtgebiet. :-)

Hefeweizerlbier
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Nicht nur das

Sogar ein Teil der dahinterliegenden Gleirsch-Halltal-Kette gehört noch zu Innsbruck, der höchste Berg Innsbrucks ist damit die westliche Praxmarerkarspitze mit 2.641 m.
Kaum ein Innsbrucker war wohl jemals da oben ;-)

Pintinho
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von ibk aus auch schwer zu erreichen.
waren Sie schon oben?

Hefeweizerlbier
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Noch nicht

2 Möglichkeiten würde ich ins Auge fassen.

.) Von Scharnitz mit dem Rad auf die Pfeishütte und dann weiter.

.) Mit der Seilbahn aufs Hafelekar, dort auf die Pfeishütte und dann weiter.

Wobei allerdings Schwierigkeitsgrad II im brüchigen Fels eine riskante Sache zum Freigehen sind.

Pintinho
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pfeis ist halt eine einbahnstrasse wegen dem wilde bande steig, der (zumindest für mich) nicht radelbar ist.

lässige bike&hike runde fand ich: mitm bahnl nach scharnitz-> lafatscherjoch->dann zu fuss weiter auf speckkarspitze->halltal ->ibk

jedoch wird die praxmarerkarspitze sicher irgendwann nachgeholt :-)

Cocooning
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Wieviele Km Straßenbahn werden denn da gebaut?

Um 300 Mio.

Weiß das jemand?

Saint Simon
03
Bezahlte Einschaltung der Frau Schwarzl ?

Objektiv_Subjektiv
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Handelnde Subjekte

Bis jetzt waren sie einfach nur subjekte...

Herzerzog Johann
02
"Grätzelexperten" ...

... tendieren zur Kirchturmpolitik. Der Blick über den Tellerrand ist ihnen meistens fremd.
Nicht so gut.

Hans Maier7
 
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Genau, Auflösung der Bundesländer und Aufteilungung der Kompetenzen zwischen Bezirke/Gemeinden und Bund.

Bundesland: Für die kleinen Probleme zu groß, für die großen Probleme zu klein.

Dr. 2Much
04
Also mit dem Budget ließe sich die Nordkette bis

an den Rand der Nordsee schieben ...

CEO of GNB
00
Wieviel??? 300.000 Millionen €???

Zusätzlicher Knackpunkt für Schwarzl: "Es kann nicht einen Öffi-Ausbau um 300.000 Millionen Euro geben und gleichzeitig ab 2012 eine Untertunnelung des Südrings (West-Ost-Verbindung)."

Aurin
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300.000 Millionen Euro???

Es kann nicht einen Öffi-Ausbau um 300.000 Millionen Euro geben --- ist das nicht ein bisserl zu viel?

MontyBurnes
02

juhu - goldene Straßenbahnen für Innsbruck!

Alpensaga_Wurzel
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Haha

Wenn es in Innsbruck nicht schon goldene Pflastersteine gäbe.
Innsbruck ist im gesamten so dekadent wie der 1. Bezirk in Wien. Unglaublich...

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