Reform der Parteistatuten: Grüne Selbstverleugnung

Kommentar | Michael Völker, 1. August 2011, 17:47

Selbstreflexion und inhaltliche Auseinandersetzung müssen einander nicht ausschließen

Im Laufe der Jahre haben die Grünen auf interessante Kandidatinnen und Kandidaten verzichtet. Verzichten müssen. Daran ist die sogenannte Basisdemokratie schuld. Diese bildet nämlich immer weniger den Willen der Basis als die Eigeninteressen einer verschorften Funktionärsschicht ab. Leute von außen stören nur, wenn sie den alteingesessenen Besitzstandswahrern Mandate wegnehmen könnten. Und die Mandate wurden nicht mehr.

Das Problem ist alt und die jeweiligen Parteichefs, auch Eva Glawischnig, haben sich immer wieder darüber beschwert. Der Einfluss der Parteispitze etwa auf die Listenerstellung ist peinlich gering. Die Debatte darüber ist ein gutes Jahrzehnt alt. Ein neues Parteistatut muss her. Hieß es. Jetzt hat die Parteispitze die Debatte abgesagt. Die Grünen bräuchten überhaupt keine Statutenreform, verkündete ihr Geschäftsführer. Man wolle sich nicht mit sich selbst beschäftigen, sondern sich inhaltlichen Debatten widmen.

Selbstreflexion und inhaltliche Auseinandersetzung müssen einander aber nicht ausschließen. Um bei künftigen Wahlen, die für die Grünen existenziell sein könnten, bestehen zu können, wäre es hilfreich, die Hausaufgaben erledigt und die internen Konflikte bereinigt zu haben. Offenbar hat aber die Angst vor internen Debatten zur Absage der Statutenreform geführt. Ein Fehler, der sich bitter rächen könnte: Im schlimmsten Fall bricht der Konflikt dann vor den Wahlen aus. Darin haben die Grünen Übung. (DER STANDARD, Printausgabe, 2.8.2011)

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15 Postings
nick morgenland
 
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qualitätsverbesserung politischer systeme = sollte höchste priorität haben = bei allen parteien

grün und alternativ - wie der name schon sagt: das wär's.
was spricht gegen eine statutenreform?
jene, die an der beibehaltung des status quo interessiert sind, haben kein besonders großes interesse an einer statutenreform.
vor ein paar jahren haben die grünen und alternativen 4000 mitglieder gehabt, jetzt sollen es 5000 sein.
ich glaube, der hauptgrund für das phänomen, dass eine plus-zehn-prozent partei gerade einmal 5000 mitglieder hat, ist: die diversen bezirkskaiser(inn)en und bezirksräte (bezirksrätinnen) sind daran interessiert, ohne konkurrenz zu arbeiten.
die grünen und alternativen sollten eine rolle im politischen leben österreichs spielen.
die üblichen menschlichen probleme (egoismus, misstrauen) verhindern das seit jahren.

Jochen Mars
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Mit einer ..

... Eva Glawischnig im Amt sind die Grünen sowieso unwählbar. Da kommt es auf die Reform der Statuten auch nicht an

nick morgenland
 
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peter-prinzip

strache, faymann und wie heißt er schnell wieder - spindelegger: sind wählbar (wenn man sich die leistungen und ansichten zu gemüte führt)?

unwählbar sind die grünen und alternativen nicht (weil auch die anderen parteien schwere fehler begehen, zum beispiel im personalbereich). es gibt grundideen, die hervorragend sind. personalpolitisch: katastrophal (in "bester" gesellschaft - övp, fpö, spö). ein paar schwalben machen noch keinen sommer.

priorität (nummer eins der menschheit - sie fährt mit angezogener handbremse): qualitätsverbesserung politischer systeme. die strukturen sind primitiv. die symptome und die opfer der niveaulosigkeit: in den geschichtsbüchern, tageszeitungen, auf dem friedhof.

die größten verbrechen sind die politischen

The Dude
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Ich verstehe die Logik nicht ganz

Wie kann die Basisdemokratie am angeblichen Mangel an Quereinsteigern schuld sein?
Die sogenannten Basiswappler, die dort abstimmen, haben sowieso großteils keine Chance auf ein Mandat bzw. bewerben sich erst garnicht, wo sollte da der Futterneid herkommen?

nick morgenland
 
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basiswappler (eine verallgemeinerung - eh klar) arbeiten als bezirksräte und bezirksrätinnen. was man hat, das hat man. lieber erster in einem kleinen bergdorf als zweiter in rom (römische weisheit). statutenhengste und statutenstuten (ist nicht frauenfeindlich gemeint - sondern dohnalismus-kritisch) beherrschen die partei.

The Dude
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Ähm, auf der untersten politischen Ebene kann man nicht von Quereinsteigern sprechen. Höchstens von Neu-Einsteigern oder sowas.
Und der Völker spricht glaube ich nicht über die Besetzung von Bezirksratsmandaten, sondern über Landeslisten und dergleichen.

FatFaceRicky
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Manche Grüne haben dieses Phänomen als 'Autobus-Demokratie' beschrieben - sämtliche Verwandte und Freunde aus ganz Ö werden in einen Autobus gesetzt um sich dann bei irgendeiner Basis-Abstimmung einen Listenplatz zu sichern. Im Extremfall führt das dann zu inzestiösen Listen wie bei den Grünen in NÖ.

The Dude
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Dann sollte man vielleicht nicht jeden Dahergelaufenen mitstimmen lassen, aber auch nicht gleich die Liste von der Parteispitze bestimmen lassen, wie in den anderen Gähnparteien...

nick morgenland
 
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dahergelaufen: ethik der grünen und alternativen?

The Dude
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Was? Äh, nein, weiß ich nicht, warum?

roterbruder1
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ganze 4 postings zu einem thema über die grüneninnen. uiuiuiuiuiuiui!

Der große Mann
41

Die Grünen sollten ihre Situation ehrlicher einschätzen - sie haben aus dem AKW-Unglück in Japan profitiert.
Wobei prinzipiell zu hinterfragen ist, ob politische Parteien aus dem Unglück anderer Menschen Gewinn schlagen sollten?

consul
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das problem ist, dass viele grünen positionen heute von den andern parteien auch besetzt werden und daher die alleingestehungsmerkmal fehlen. ausser umwelt-themen haben die grünen ja kaum eigenständige positionen. wirtschaftlich liegen sie bei der spö, bezgl. migration liegen sie zu weit weg von der emotionellen position der mehrheitsbevölkerung und könne ihnen standpunkt nicht überzeugend darstellen und sonst weiß ich eigentlich nicht was sie anders machen wollen. ach ja alle sollten radfahren....

thomas bernhard2
 
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ewig gestrig

ewig gesrtig bleibend, die in den altparteien keine platz finden, kontaktscheu, ärmlich, tatsächlich faschistoid

Viel Platz zwischen der FPÖ und den Grünen!
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Inhalte?

Zigarettenautomaten und Migrationspolitik mit rosa Brillen, das sind heute die Grünen!

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