Schon Fünfjährige leiden an Magersucht

1. August 2011, 15:40
  • "Seit rund einem Jahrzehnt scheint der Druck der Gesellschaft und der 
Bilder von 'idealen' Körpern zunehmend auch kleine Kinder zu 
beeinflussen." (Ringwood).
    foto: ap/bela szandelszky

    "Seit rund einem Jahrzehnt scheint der Druck der Gesellschaft und der Bilder von 'idealen' Körpern zunehmend auch kleine Kinder zu beeinflussen." (Ringwood).

Großbritannien - 2.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren sind wegen schwerer Essstörungen in Behandlung

London - In Großbritannien leiden bereits fünfjährige Kinder an Magersucht.

Nach den am Montag, 1. August 2011, veröffentlichten Zahlen von 35 öffentlichen Krankenhäusern wurden in den vergangenen drei Jahren 2.000 Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren wegen schwerer Essstörungen behandelt. Davon waren 98 Kinder sieben Jahre alt und jünger. Experten warnen, das Phänomen von Anorexie bei Kleinkindern könnte unterschätzt werden.

Experten fordern mehr Sensibilität

Experten hatten bereits im April zu größerer Sensibilität gegenüber Essstörungen bei Kindern aufgerufen. Laut der damals veröffentlichten Studie des Instituts für Kindergesundheit der Londoner Universität UCL leiden drei von 100.000 Kindern unter 13 Jahren im Vereinigten Königreich und Irland unter Magersucht oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie).

Bilder "idealer" Körper

Nach Angaben der Expertin Susan Ringwood spielen die Gene dabei zwar eine große Rolle, doch würden die Kinder auch durch Fotos von Stars und Models in Magazinen beeinflusst. "Seit rund einem Jahrzehnt scheint der Druck der Gesellschaft und der Bilder von 'idealen' Körpern zunehmend auch kleine Kinder zu beeinflussen", sagte Ringwood der Zeitung "Sunday Telegraph". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2

Kinder, die sich bereits durch BILDER in Zeitungen beeinflussen lassen, gehören dafür aber sicher nicht zu den schwer erziehbaren Kindern. Wo ist das Problem? Auch Eltern sind VorBILDER. Sie müssen nur konsequent sein.

Barbies

Die meinsten Kleinkinder leiden deshalb schon an Magersucht, weil in diesem Alter die Barbie ein Vorbild für sie ist. Wenn sie dann den dünnen Körper mit den langen Beinen sehen, denken sie sich das sie zu dick und unförmig sind und möchten den selben "perfekten" Körper wie ihr "Vorbild" erreichen.

Die Hersteller von Barbie haben sich deshalb schon überlegt den Barbies einen "natürlichen" Körper zu geben, was ich persönlich sehr gut finden würde. :)

Gutes Argument!

Aber: Warum gilt eigentlich Barbie selbst nicht als magersüchtig? Doch nicht etwa deshalb, weil sie kein Fett hat? ;)
Die Puppe ist ja von irgendwem erfunden worden. Was waren die Vorbilder ihres Erfinders? Wie konnte es passieren, dass er soetwas für normal gehalten hat?
-Gut, anfangs hatte man ja noch behaupten können, der Erfinder hätte sich dabei an minderjährigen Mädchen orientiert, aber seit Barbie in Ken einen Ehemann gefunden hat, zieht dieser Vergleich wohl nicht mehr.
Also: Was waren damals die Vorbilder von Barbies Erfinder? Wie hatte sich Barbie damals als derartiger Verkaufsschlager durchsetzen können, wo sie doch eine Magersüchtige darstellt?

Diätwahn

ich bin deiner Meinung und finde auch dass die Models auch nicht so mit ihren Diäten übertreiben sollten.

Ich stimme dir vollkommen zu, denn jeder möchte heute zu Tage dünn sein , doch dünn muss nicht immer schön sein. Oft wird übertrieben und du hast recht , Barbie ist ein schlechtes Vorbild kleinen Kinder gegenüber.

Völlig egal wer schuld ist,

wenn es tatsächlich unter 7-jährige gibt, die an Bulimie leiden, sollte sich dann vllt doch irgendwas in der Gesellschaft ändern... Ich bin eigentlich kein Freund des "früher war alles besser"-Arguments, aber gewisse Sachen sind schon krass heutzutage...

die Lösung: alles was nicht nach einem optimalen Durchschnittskörper aussieht muss wegen der Vorbildwirkung eingesperrt werden

egal ob Dick oder Dünn, wer nicht "richtig" ausschaut schädigt ja damit andere

WARUM Menschen an Essstörungen leiden ist ja eh egal

hauptsache man braucht diese "ausg'fressenen"/"Hungerhaken" nicht zu sehen, dann verschwinden deren Probleme nämlich auch sofort ....

aus den Augen aus dem Sinn und so...

</ironie>

meine Erfahrung: Kinder die sich bewegen essen meistens

richtig.

meine Erfahrung:

Kinder/Jugendliche die zu wenig essen weil sie sich zu dick fühlen, betreiben manchmal auch mit krankhaftem Ehrgeiz Sport.

Wichtig ist, dass man einen richtigen Umgang mit Nahrung und dem eignene Hungergefühl lernt, sowie Spaß und Freude an Bewegung - aber ohne Zwang. Jedes "Gessen wird was am Tisch kommt!" ist da ebenso kontraproduktiv wie ein Kind krampfhaft dazu zu zwingen sich zu bewegen.

Komische Formulierung,

Kinder/Jugendliche mit krankhaftem Ehrgeiz in Verbindung zu bringen!
Ehrgeiz ist eines von den Dingen, die einen Erwachsenen von einem Kind unterscheiden. Wenn ein Kind ehrgeizig ist, so ist ihm diese Einstellung anerzogen worden. Egal von wem (nicht immer sind es die Eltern). Niemand wird als Ehrgeizling geboren. Ehrgeiz spiegelt immer gesellschaftliche Erwartungen wieder, und wenn hier jemand krank ist, dann ist es immer das Umfeld, und damit auch zumindest ein Teil der Gersellschaft.

Und was hat das mit dem Thema zu tun?

Wieso ist das "komisch"? Es gibt doch auch Kinder und Jugendliche, die in der Schule "ehrgeizig" sind, das können Sie ja doch wohl nicht abstreiten?
Wenn Sie sich ein bisschen mit Magersucht befassen bzw Menschen kennenlernen die an dieser Esstörung leiden dann merken Sie schnell dass es ganz oft um "Kontrolle" und "Macht" über den eigenen Körper geht. Der "Ehrgeiz" ist die Motivation durchzuhalten, à la "Das DARF ich mir nicht erlauben".
Das ist bei 13-jährigen Magersüchtigen nicht anders als bei 23-jährigen.
Und sie widersprechen sich selbst, wenn sie sagen Ehrgeiz unterscheide Erwachsene von Kindern, und gleichzeitig meinen es wäre Kindern anerzogen. Jeder erwachsene war mal ein Kind, muss es also doch irgendwo so "gelernt" haben ;)

Ihren letzten Absatz verstehe ich nicht.
Ehrgeiz ist doch keine kindliche Eigenschaft, oder? Es handelt sich um etwas, das ein Kind ein Stück weit erwachsener macht, oder meinen Sie, das so erzogene Kind würde diese Eigenschaft sofort wieder ablegen, sobald es das Erwachsenenalter ereicht hat?

Natürlich gibt es auch bei Kindern eine Essensverweigerung, nämlich aus Gründen wie Stress, Kummer, Darmverschluss, oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, aber bei Kindern ist da keine Absicht dahinter, auf die Figur Einfluss zu nehmen. Also das wird man wohl ausschließen können.

Ich meine damit, dass (fast) jedes Kind irgendwann im Laufe deiner Entwicklung zum Erwachsenen ehrgeizig wird. Sei es in der Schule, im Sportverein oder auch nur darin, besonders viele Vertreter des anderen Geschlechtes zu beeindrucken.
Und nicht immer ist daran das Umfeld schuld. Um jetzt mal die Karten auf den Tisch zu legen, ich war gerade mal 11 als ich begann mich mit dem Abnehmen zu beschäftigen. Das Ziel war sehr wohl, Einfluss auf die Figur zu nehmen, allerdings gab es natürlich psychischen Stress als Einflussfaktor. Trotzdem hatte es einen vollkommen selbst entwickelten krankhaften Ehrgeiz in diesen belangen zur Folge, wofür weder meine Eltern noch mein Umfeld etwas kann (ich wurde zB nie wegen meines Gewichtes gehänselt oÄ)

Sind Sie eine Frau oder ein Mann?
Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber wenn junge Mädchen ihre gerade entstehenden weiblichen Rundungen mit einer Diät zu unterdrücken versuchen, so ist auch das keine kindliche Magersucht, denn als Kind hätte die junge Frau das wohl nicht nötig. Kinder haben keine weiblichen Rundungen.

Ich bin eine Frau, und ich kann ihnen versichern, ich war mit 11/12 noch sehr weit entfernt von "weiblichen Rundungen" ;) Ich war ein absoluter Spätzünder und meine Intention damals hatte nichts mit weiblichen Rundungen zu tun. Die bekam ich überhaupt erst viel später, ungefähr mit 16.
Ich wär körperlich definitiv noch ein Kind, geistig kann man sowas ja selbst immer etwas schwerlich beurteilen :')

Wie schwer waren sie denn vorher? Was war der Grund für Sie, abzunehmen? Was ist, Ihrer Meinung nach, "zu schwer"?

Entschuldigen Sie bitte, aber langsam gehen sie mir wirklich auf die Nerven.
Was soll diese Frage denn? Was hat das mit dem Thema (des Artikels!) zu tun? Darf ich mir, Ihrer Meinung nach, nur dann ein Urteil über die Situation erlauben wenn ich auch "Magersüchtig genug" war oder worum geht es hier?
Schön für Sie, dass sie in Ihrer heilen Welt leben wo "Kinder und Ehrgeiz sich gegenseitig ausschließen", wo immer irgendwer anderer Schuld hat und wo sie mit Ihren 48kg glücklich und wunderschön sind. Toll was Sie alles erreicht haben.
Ich hoffe abseits der Anonymität des Internets legen Sie etwas mehr Taktgefühl an den Tag wenn es um solche Themen geht.
Und falls das ein Versuch zu trollen ist, finde ich das bei dem Thema echt unangebracht.

Nein,
die Frage, die Sie mir da als taktlos unterstellen, haben Sie mir doch schon längst beantwortet.
...und nein, ich bin kein Troll, ich möchte nur lernen, Sie zu verstehen.
Also: Wie schwer waren Sie denn vorher?

-Erwachsen wird man nicht mit dem 19. Geburtstag, sondern so nach und nach, und Ehrgeiz ist keine Eigenschaft, die die Kindheit auszeichnet. Manche werden nie erwachsen.

Ich unterstelle Ihnen nicht dass die Frage selbst taktlos sei, sondern ihr Zugang zu diesem Thema und ihre Art zu fragen. Ich als gefragte Person habe nicht das Gefühl dass Sie hier versuchen etwas zu verstehen, abgesehen davon dass 750 Zeichen vermutlich lange nicht ausreichen würden zu verstehen was ich meine. Und ich kann Ihnen versichern, mein "Ausgangsgewicht" (das ich ehrlich gesagt noch nicht einmal weiß, weil mein Verhalten zunächst mit exzessivem Sport begann bevor ich mich konkret mit meinem Gewicht beschäftigte) war weder abnormal hoch noch war es ein direkter Auslöser für mein Verhalten.

Ich wette, Sie haben das Gefühl, dass ich Ihnen in Ihrem Bestreben, Aufmerksamkeit zu erregen, den Rang ablaufe, wenn ich zu meiner Person überleite, und das finden Sie taktlos. Mag sein. Viele Wege führen nach Rom. Ich vermute außerdem, dass Aufmerksamkeit und/oder Anerkennung auch damals der Grund für Ihr Verhalten war.

Danke! Ich bin im Bilde. Genauer muss ich es nicht wissen.

o.k., es tut mir leid, mich hier selbst profiliert zu haben!
Kritik auszuüben ist meine Art, mich in Foren zu artikulieren. Ich melde mich zwar auch dann zu Wort, wenn mir etwas besonders gut gefällt, aber nur dann, wenn es jemandem gelungen ist, meine Meinung noch treffender auszudrücken als ich es selbst könnte. Ich bin auch niemandem böse, wenn er mich kritisiert. Speichel zu lecken ist nicht so meine Art.

Ich weise auf das Datum des Artikels und meines Posts hin (August 2011) und weise Sie auch darauf dass Sie meine Aussage kritisiert haben und ich diese nur zu erklären versucht habe. Sie haben im Gespräch nicht wirklich das Gefühl vermittelt, an Verständnis interessiert, und ihre Unterstellung ist wirklich süß, aber danke, ich habe es nicht nötig mich in einem monatealten Forumsbeitrag selbst zu profilieren, ich war nur darum bemüht Ihnen meine Sichtweise darzulegen.
Ist offenbar gescheitert. Kann man wohl nichts machen.

Ein Missverständnis muss ich aber noch aufklären:

Ich wollte das Phänomen "Magersucht" verstehen lernen. Die Motive der Betroffenen in Erfahrung bringen. Das ist etwas ganz Anderes, als den Psychologen zu spielen um Ihnen das Gefühl zu geben, dass Sie eh alles richtig gemacht haben. Das war nicht das Motiv hinter meinen Fragen. Ich bin keine Psychologin. Dazu bedarf es eines Studiums, und das habe ich nicht. Ich poste hier nur aus persönlichem Interesse, und meine Beiträge sind nicht die eines Psychologen.

o.k., es tut mir leid, mich hier selbst profiliert zu haben!
Kritik auszuüben ist meine Art, mich in Foren zu artikulieren. Ich melde mich zwar auch dann zu Wort, wenn mir etwas besonders gut gefällt, aber nur dann, wenn es jemandem gelungen ist, meine Meinung noch treffender auszudrücken als ich es selbst könnte. Ich bin auch niemandem böse, wenn er mich kritisiert. Speichel zu lecken ist nicht so meine Art.

Interessant!

Kein Umfeld, das wert darauf gelegt hat, dass Sie abnehmen, keine weiblichen Rundungen, die beseitigt werden sollten, und trotzdem waren Sie mit 11/12 mit Ihrer Figur unzufrieden und wollten abnehmen.
Wieso eigentlich? Wie schwer waren Sie denn damals? Oder wollten Sie krank werden um Aufmerksamkeit zu erregen? Vielleicht aus Eifersucht? Meine Oma ist zu diesem Zweck als Kind einmal barfuß in den Schnee hinaus gegangen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.