Ausweitung der Integration auf die neunte Schulstufe zu wenig weitreichend
Wien - Als zu wenig weitreichend bezeichnet
VP-Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg die Ausweitung der
Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF)
auf die neunte Schulstufe an Polytechnischen Schulen und einjährigen
Haushaltsschulen. Er fordert in den "Salzburger Nachrichten"
(Montagausgabe) einen Etappenplan, wonach mittels Schulversuch auch
die zwei- und dreijährigen berufsbildenden Schulen wie Handels- oder
Landwirtschaftsschulen für Integrationsschüler geöffnet werden
sollen.
Derzeit ist eine Novelle des Unterrichtsministeriums in
Begutachtung, die die Integration von Kindern mit SPF ab dem
Schuljahr 2012/13 an den 265 Polytechnischen Schulen und elf
einjährigen Haushaltsschulen vorsieht. Damit soll der langjährige
Schulversuch ins Regelschulwesen überführt und die Integration bis
zum Ende der Pflichtschulzeit möglich werden. Huainigg schlägt den
zeitgleichen Start eines Schulversuchs an zwei- und dreijährigen
berufsbildenden Schulen vor; nach drei Jahren könne auch die
Integration in diesen Schulen ins Regelschulwesen übernommen werden.
"Die Schüler sollen dort Teilqualifikationen erwerben können, die
ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern", wird Huainigg zitiert.
Chancenlos am Arbeitsmarkt seien hingegen Kinder mit
Sonderschulabschluss, so Huainigg. Sonderschulen hätten sich zu
"Aussonderungsschulen" entwickelt und "produzieren behinderte
Kinder", das für diese Schulen investierte Geld solle stattdessen für
Integration ausgegeben werden. Laut Statistik Austria besuchten im
Schuljahr 2009/10 die Hälfte der rund 27.800 Schüler mit SPF eine
Sonderschule. Österreich hat sich mit der Ratifizierung der
UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung 2008 dazu
verpflichtet, Kinder "nicht aufgrund von Behinderung" vom Schulbesuch
auszuschließen. (APA)