Integration

VP-Behindertensprecher will Plan zur Sonderschul-Abschaffung

1. August 2011, 11:36
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    apa-foto: robert jaeger

    Sonderschulen hätten sich zu "Aussonderungsschulen" entwickelt, kritisiert Huainigg.

Ausweitung der Integration auf die neunte Schulstufe zu wenig weitreichend

Wien - Als zu wenig weitreichend bezeichnet VP-Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg die Ausweitung der Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) auf die neunte Schulstufe an Polytechnischen Schulen und einjährigen Haushaltsschulen. Er fordert in den "Salzburger Nachrichten" (Montagausgabe) einen Etappenplan, wonach mittels Schulversuch auch die zwei- und dreijährigen berufsbildenden Schulen wie Handels- oder Landwirtschaftsschulen für Integrationsschüler geöffnet werden sollen.

Derzeit ist eine Novelle des Unterrichtsministeriums in Begutachtung, die die Integration von Kindern mit SPF ab dem Schuljahr 2012/13 an den 265 Polytechnischen Schulen und elf einjährigen Haushaltsschulen vorsieht. Damit soll der langjährige Schulversuch ins Regelschulwesen überführt und die Integration bis zum Ende der Pflichtschulzeit möglich werden. Huainigg schlägt den zeitgleichen Start eines Schulversuchs an zwei- und dreijährigen berufsbildenden Schulen vor; nach drei Jahren könne auch die Integration in diesen Schulen ins Regelschulwesen übernommen werden. "Die Schüler sollen dort Teilqualifikationen erwerben können, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern", wird Huainigg zitiert.

Chancenlos am Arbeitsmarkt seien hingegen Kinder mit Sonderschulabschluss, so Huainigg. Sonderschulen hätten sich zu "Aussonderungsschulen" entwickelt und "produzieren behinderte Kinder", das für diese Schulen investierte Geld solle stattdessen für Integration ausgegeben werden. Laut Statistik Austria besuchten im Schuljahr 2009/10 die Hälfte der rund 27.800 Schüler mit SPF eine Sonderschule. Österreich hat sich mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung 2008 dazu verpflichtet, Kinder "nicht aufgrund von Behinderung" vom Schulbesuch auszuschließen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 39
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kpax
04

Nur damit ich das richtig verstehe. Die Grünen setzen sich GEGEN Sonderschulen ein? Eine Betreuung in einer Sonderschule ist das beste, was einem behinderten Kind passieren kann. In anderen Ländern gibts das nicht einmal.

Denker9
10
10.8.2011, 09:45

Genau so ist es. Die Idee dabei ist, ALLE Kinder- egal welcher Begabung- gemeinsam in den Klassen zu unterrichten.
Was die Grünen nicht bedenken: Es gibt Kinder, die eine größere Gruppe nicht aushalten, verschreckt oder sehr aggressiv reagieren, die oft laut schreien und die anderen beim Lernen stören. Auch die Grünen sollten nicht nur Luftschlösser bauen, sondern sich mit Lehrern, vor allem an HS- denn dort wird integriert- beraten und nicht vom Schreibtisch etwas planen, was sinnlos ist!

stall
04
auch behinderte

verzapfen blödsinn.

Daisy Lord
02
Es spricht nichts gegen Integration

von Kindern mit diversen Behinderungen in einer "Regelklasse"....allerdings müssen genügend Assistenz- und Stützlehrer vorhanden sein.
Wenn in einer Klasse von 20 Kindern 5 Kinder sind, die in mehreren Gegenständen nach dem ASO-Lehrplan unterrichtet werden müssen, dazu noch ein Autist und ein Kind mit Down.Syndrom, so wird mit einem Lehrer alleine nicht das Auslangen gefunden werden, selbst zwei Lehrer werden es schwer haben, allen Kindern gerecht zu werden und sie ihren Möglichkeiten entsprechend zu fördern.
Die Kinder mit SPF haben dann nicht viel davon...sie sind zwar in die Klasse mehr oder weniger integriert (oft eher weniger, da die Mitschüler selbst oft die Reife nicht haben, mit ihnen umzugehen, und sie deswegen ablehnen), können ab

Julian95
 
00

Schon wahr, aber wenn man dann zig Lehrer braucht, ist es schon überlegenswert, es einfach sein zu lassen und die Kinder in die Sonderschule zu geben. Das ist für alle Seiten das beste.

EricderRote
02
genau

sie sagen es exakt - Tatsache ist , dass das BMUKK diese Integration kaputtspart, allein in den letzten 6 Jahren wurden 33& (!!!) der Stunden dort abgezogen, das sind ca. 1800 LehrerInnestellen... Soviel zur Schönrederei, was nicht alles für die Kids getan wird...

Daisy Lord
04

Das hat Methode...den Eltern streut man Sand in die Augen mit Schlagwörtern wie "Lesefeuerwerk", "die Besten der Besten", "Bildungsstandards"...in Wirklichkeit wird armselig herumverschoben, Stunden weggekürzt, um woanders welche zu haben...die Devise heißt: In erster Linie darf das alles nichts kosten....aber nach außen muss es toll aussehen.

Daisy Lord
00
Es spricht nichts gegen Integration

EricderRote
01
docjh

viele Eltern wollen keine, und das Ministerium spart wie verrückt dort Stunden ein...

Toeris
20

Dass man die Kinder integrieren kann in den Regelunterricht... ja, vielleicht. Aber deren Lehrer?

24 Stefan
00
UN-Behindertenrechtskonvention

Alle Menschen, egal ob behindert (was auch immer das sein soll) oder nicht, müssen an regulären Schulen unterrichtet werden.
Ich empfehle allen Postern das Lesen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen:
http://de.wikipedia.org/wiki/UN-K... inderungen
Interessant ist insbesondere, dass manche Experten meinen, dass Sonderschulen per se konventionswidrig sind.

EricderRote
04
regulär

und eine Sonderschule ist irregulär oder was?????

24 Stefan
00
Nicht irregulär, aber konventionswidrig

http://www.zeit.de/2009/01/S... derschulen

EricderRote
03
konvention

erstaunlich ist, dass all diesen Reglern nicht auffällt, dass vor lauter weltfremder chartas und forcerungen in BEIDEN Systemen die verfügbaren Mittel bereist bis zur Unkenntlichkeit gekürzt wurde, Da regt sich neimand auf, sondern man fordert Inklusion - eine willkommene Möglichkeit der Herrschenden auch die letzten Ressourcen zu kappen und die Kinder dann irgendwie mitzuschleifen (wie es derzeit bereist der Fall ist) In ein paar Tagen ist alles Schnee von gestern und all die Forderer und Ideenbringer kümmern sich keinen Deut mehr um diese Kinder, sondern wir müssen wieder mit weiter gekürzten Ressourcen dahinwerkeln. Die betreoffenen fragt soweiso keiner, sondern es wird nur gekürzt, im Prinzip erfüllen diese Forderungen nur mehr die Funk

exile in mainstream
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was er wohl gegen die övp parteiakademie hat?

bm.koger
 
111
das geht mit den geistig behinderten menschen

nicht so wie es sich huainigg vorstellt. wenn ich geistig behindert bin, dann habe ich eben nicht die fähigkeit, einen hauptschulabschluss zu machen. das ist eine realität, die alle integrationsträumer einfach verleugnen. geistig behinderte haben andere fähigkeiten, die individuell angschaut und gefördert gehören. und das ist teuer, weil arbeitsintensiv. ein 16-jähriges mädchen mit downsyndrom zb., das nicht sprechen kann, windeln braucht und bedürfnisse eines zweijährigen kindes hat, wird in einer handelsschule zum störfaktor oder zum fürsorgeobjekt. und vereinsamt, da es keine entsprechenden kinder hat, die mit ihm gemeinsam die spiele spielen, die es braucht. auf keinen fall erhält das mädchen die förderung, die es braucht.

Red Attack!
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Andererseits hat nicht jeder der in eine "Sonderschule" verwiesen wird hat gleich downsyndrom. ein freund von mir musste zum beispiel in die sonderschule - die berufliche karriere des heute 30jährigen beschränkt sich noch immer auf "hilfsarbeit". auch ich war fast davon betroffen. heute habe ich ein studium abgeschlossen und damit verbunden war eine recht gute anstellung. finde es falsch, wenn lernschwächen in der schule mit sonderschul-abschiebungen ausgeglichen werden und daher diesen vorstoß durchaus interessant. eine "sonderschule" hat im 21. jahrhundert nun wirklich nichts mehr verloren.

Denker9
03

Es gibt verschiedene Arten von Beeinträchtigungen und für diese unterschiedlichen Formen braucht es auch unterschiedliche Möglichkeiten!
Es gibt viele Schüler, die aufgrund ihres sozialen Umfelds dermaßen verhaltenskreativ sind, dass sie in einer Regelklasse ihre Mitschüler vom Lernen, Singen, Theaterspielen, Rechnen u.s.w. abhalten, indem sie lautstark provozieren, Mitschüler attackieren u.s.w. Auch wenn ein sonderpädagogischer Lehrer- der durchschnittlich 5 solcher Schüler pro Klasse betreut- anwesend ist, ändert das nichts an der Tatsache, dass der Unterricht massiv gestört wird!
Lernschwache hingegen werden ja schon seit vielen Jahren in den Regelklassen der HS integriert!

bm.koger
 
01
das ist das problem

der kinder mit lernschwächen, die mit einer geistigen behinderung nichts zu tun haben, aber trotzdem unter den begriff behindert fallen. der begriff behinderung wird großzügig über alles drübergezogen, was nicht ganz der norm entspricht. ich träume von einer gesellschaft, die das kind als individuum sieht und wo im zeugnis dann eine ist- beschriebung steht, die hand und fuß hat. dann braucht man auch keinen sonderschulbegriff mehr, gegen den ich auch bin, sondern jeder geht in eine schule und bekommt ein schulzeugnis, wo drin steht, was der schüler kann.
ihr freund kann übrigens den hauptschulabschluss nachmachen.

Denker9
00

Ich träume von einer Schule, wo sich Kinder aussuchen können, ob sie in einer großen Gruppe, einer kleinen Gruppe oder einzeln unterrichtet werden wollen!
Ich träume von einer Schule, in der es genügend Lehrer gibt, die wirklich Zeit haben, sich bei Bedarf jedem einzelnen Schüler zuzuwenden!
Ich träume von einer Schule, in der sich Lehrer und Schüler so wohl fühlen, dass sie nicht daran denken, nachhause zu gehen!
Diese Träume können wahr werden- das kostet nur irrrrrsinnig viel Geld!

EricderRote
03
Traum?

die Kinder können sich aussuchen, ob sie in integrationsklassen (mit ca 25 Kindern) oder in Sonderschulklassen mit höchstens 12 Kindern und durchwegs ausgebildeten LehrerInnen gehen wollen. wir wenden uns jedem Schüler nach seinen Bedürfnissen zu (individuelle Förderpläne), sie gehen alle (wieder!!!) gerne in die Schule
der Haken, es kostet nicht einmal soviel Geld (weil es absolut gesehen wenig Kinder betrifft) - nur hat man uns das wenige Geld in den letzten jahren auch noch weggenommen...so schauts aus!!!

Denker9
02

Kinder können sich das nicht aussuchen, sondern das machen die Eltern.
Ich halte das derzeitige System (Integrationsklassen) nicht für wirklich förderlich, da Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oftmals andere Strukturen brauchen- kleine Gruppen, öfter kurze Pausen, damit sie nicht überfordert werden. Derzeit wir auf Teufel komm raus in Regelklassen integriert- egal, ob es für den einzelnen Schüler wirklich sinnvoll ist oder nicht. Vor allem in HS, die Schüler besuchen, die schon mit sich selbst teilweise überfordert sind! Aber auf die schwachen Schüler will sowieso keiner Rücksicht nehmen!

EricderRote
02
genau

in der Integration (oder Inklusion) wird es mitgeschleppt und erhält noch weniger Förderung. meist auch noch gegen den Willen der Eltern und des Kindes...unfassbar wie weltfremd das gesehen wird

xxx...yyy...
03
sehe ich auch so.

aber das darf man heutzutage ja nicht sagen ohne sich mindestens als nazi bezeichnen lassen zu müssen.

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