Technologiewechsel

Adobe Edge: HTML5 statt Flash

1. August 2011, 10:48

Neues Entwicklungstool setzt ganz auf offene Standards - Erste Preview Release veröffentlicht und kostenlos zum Download

Spricht man über den Softwarehersteller Adobe, kommt üblicherweise recht schnell die Sprache auf Flash: Immerhin handelt es sich dabei um eine der umstritteneren Technologien des Unternehmens. Während die einen darauf verweisen, dass vieles, was sich mit Flash so machen lässt, mit offenen Standards bislang nicht zu bewerkstelligen ist, sehen andere darin vor allem ein proprietäres Hindernis für die wirklich unabhängige Weiterentwicklung des Webs - noch dazu eines, das in den letzten Jahren immer wieder mit erheblichen Sicherheitsproblemen zu kämpfen hatte.

Konkurrenz

Entsprechend sind die Zeiten für das einst praktisch in allen Browsern installierte Flash-Plugin in den letzten Monaten erheblich härter geworden. Vor allem Apple hat sich mit seiner Weigerung Flash bei iOS zu akzeptieren mehr oder weniger direkt mit Adobe angelegt. Nach anfänglichen Konflikten sieht man dieses Thema bei Adobe mittlerweile offenbar zunehmend pragmatisch, wie jetzt auch die Veröffentlichung einer neuen Software unterstreicht.

Edge

Mit Adobe Edge bringt das Unternehmen nämlich ein Entwicklungs-Tool, das ganz auf die Erstellung von Web-Animationen mit offenen Standards wie HTML5, CSS3 und SVG ausgerichtet ist. In der aktuellen Developer-Preview konzentriert man sich dabei noch auf die Kernaufgaben, später sollen aber noch weitere HTML5-Technologien, wie Video- und Audio-Support aber auch die Unterstützung des Canvas-Elements, hinzugefügt werden.

Veränderte Rollen

Ein vollständiger Abgang von Flash ist das derzeit zwar noch nicht, aber auch bei Adobe selbst betont man mittlerweile, dass sich die Rolle der eigenen Technologie verändern wird. Mittelfristig wird der Schwerpunkt hier vor allem bei der Unterstützung von 3D-Spielen und anderen Bereichen, die sich Browser-übergreifend mit offenen Standards derzeit nur schwer realisieren lassen, liegen. Dass eine Periode der Koexistenz von HTML5 und Flash nötig sein wird, zeigt sich zudem nicht zuletzt daran, dass noch immer viele veraltete Browser-Versionen - vor allem von Microsofts Internet Explorer - im Umlauf sind.

Download

Eine erste Preview Release von Adobe Edge kann ab sofort von der Seite des Herstellers in Versionen für Windows und Mac OS X heruntergeladen werden. In der Testphase ist die Software kostenlos, die Version 1.0 soll noch dieses Jahr folgen, zum Preis der finalen Version macht man noch keine Angaben. Schon seit einigen Monaten gibt es von Adobe mit Wallaby ein Tool zur Umwandlung von Flash-Animationen in HTML5. (red, derStandard.at, 01.08.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
hassel the hoff
00

das wichtigste: bei der implementierung von html 5 gibt es konkurrenz - bei flash war man immer auf wirklich miese plugins einer einzigen firma angewiesen

PageMaker
21
Warum spricht niemand von der Typographie?

Flash kann wunderbar PS Schriften embedden und antialiasen. Lesbarkeit ist unwichtig geworden?

MemoryDragon
00
Es gibt

in HTML5 generell erweiterte Typographiemöglichkeiten.
Aber wenn sonst nix hilft, Canvas kann alles :-)

gnarf667
00

mit html5 und canvas kannst auch mit der gewünschter schriftart ein bild generieren.

gnarf667
00

mit js kannst du aber auch direkt den text umwandeln - z.b. <h1>test</h1> wir dann ein bild.

also problem wegen suchmaschinen gelöst :)

Figo
00

Dieses Bild ist dann eher nicht Suchmaschinen- und copy&paste freundlich...

Jimmy Deen
00

um des geht's ja :)

Poldi Schrumpl
00
na endlich.

mr. fusion
01

das problem mit flash ist ja nicht flash selbst, sondern die leute, die damit inhalte erstellen, ohne sich wirklich auszukennen: ich denke dabei oft an diverse banner-produzenten, wo so ein blöder, leicht animierter banner auf einer webseite > 50% cpu-auslastung verursacht. daran ist die schlechte umsetzung schuld, und nicht flash selbst.
leute, die programmieren können, können mit flash auch gut und performante lösungen entwicklen (zb spiele).
bleibt trotzdem noch die tatsache, dass es im web nichts zu suchen hat, da proprietär.

Mathias
 
00
Das sind doch die gleichen Clowns...

... die auch "Software-Design" machen. Bei den aktuellen Computerleistungen achtet doch kaum jemand mehr auf resourcenschonende Nutzung. Die Devise lautet eben "Klotzen, nicht kleckern".

DAS ist dann die Auswirkung. Man kommt sich hin und wieder so vor, als hätte man keine Standleitung, sonder wieder ein 14k Modem ...

MemoryDragon
01
Falsch

für die meisten Flash Verbrechen sind möchtegern Werbeagenturen verantwortlich die keine Ahnung von unaufdringlichem UI Design haben dafür aber umso "Kreativer" sein wollen!

Jimmy Deen
00

na warum macht man die erstellung dann nicht einfacher? flash ist und bleibt einfach zu ressourcenhungrig.

solandre
 
01

ich hab mal ein html5-game ausprobiert (angrybirds).

also in punkto animation und grafik brauchen html5-engines wohl noch drei generationen bis sie mit der geschwindigkeit von flash konkurrieren können. insofern ist es wahr wenn leute sagen flash ist langsam, aber es ist völlig falsch, dass html5 eine alternative ist (im moment).

auf herstellerseite wärs noch interessant wie solche programme unter html5 codeiert werden und ob die syntax mti einem hohen c-standard mithalten kann.

rolin
00

Also gerade Angry Birds sieht bei mir am iPod touch, als Spiel aus dem Mac App Store und online mit Google Chrome gleich schnell und gleich gut aus…

Majakowski
00

Hmmm... erinnert sich noch wer an Adobe LiveMotion, das war bevor Adobe Macromedia übernahm?

Das einzig Interessante ist ja wie der Code aussieht, hat das schon wer ausprobiert?

1010001010001010010
00

der erzeugte code ist im wesentlichen ein javascript-file, wo die inhalte der timeline recht leserlich drinstehen.
dazu ein paar includes (jquery & adobe js-files).
sieht nicht so schlecht aus, aber sehr mächtig ist das ding noch nicht. für website-intro-animationen (wer die braucht) reichts grad. aber wenn das ding einmal so viel kann wie flash, dann wirds super.

Majakowski
00

Danke!
So was ähnliches dachte ich mir schon, als ich die Demovideos sah, naja ist ja noch Beta, und vielleicht, vielleicht schafft es Adobe ja einmal ein Webtool zu haben, welches schlanken Code produziert...

ranchorelaxo
20
hehe

adobe wurde erweckt

Dr Don Tango
22

flash ist ähnlich zeitgemäss wie aderlass

bedarf ist keine konstante
25
An dieser Stelle ein Danke an Apple.

Sie haben diese Entwicklung wohl nicht alleine zu verantworten, haben aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Beschleunigung beigetragen.

Ich mag zwar Flash und war auch ne Zeit lang Flash/Flex-Dev, aber Flash ist einfach für viele neu entstandene Einsatzgebiete nicht mehr zeitgemäß und mehr ein Hindernis, als eine Lösung.

[[Object alloc] init];
 
13
Hier muss ein Irrtum vorliegen!

Laut Peter W1 sch**** Adobe ja auf Apple, warum bringen sie dann eine Version für den Mac heraus??

Markus D. Hartbauer
 
02
Gebt Peter W1 endlich eine Fernsehsendung

Das ist ja der neue Josef Broukal, so gut wie der sich überall auskennt :-)

Majakowski
02

Lt. Peter W1 ist Flash die einzige verwendbare Technologie im Internet.
Das ist alles nur Ablenkung von Adobe, bei der nächsten Flash-Version gibt es dann keine Version mehr für Apple-Produkte und damit ist das Internet für Apple-User endlich unverwendbar und für alle anderen wird es die Offenbarung sein.

[[Object alloc] init];
 
00

Könnte auch sein!

1010001010001010010
10

damit sie es in einem video mit einem stylischen computer demonstrieren können?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.