"Keine Selbstbeschäftigung"

Grüne sagen Statutenreform vorläufig ab

1. August 2011, 08:30

Bundesgeschäftsführer Wallner will Themen statt Selbstbeschäftigung in den Vordergrund stellen

Wien - Die Grünen verzichten auf die für Herbst angekündigte Reform ihrer Parteistatuten. Damit bleibt auch die - umstrittene - "Zulassungsabstimmung" für Langzeitabgeordnete erhalten, sagte Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner. Grüne Selbstbeschäftigung sollte derzeit nicht im Vordergrund stehen, begründete er diese Entscheidung. Wichtig sei die inhaltliche Fokussierung auf die Themen Energiewende, gerechte Wirtschaftsordnung und Bildung.

"Statutenänderungen bei den Grünen sind nichts, was man von oben dekretiert, sondern gemeinsam entwickelt", sagte Wallner. Er habe im Bundesvorstand davon abgeraten, angesichts der Krise in Europa in eine solche Phase der inneren Diskussion zu gehen. "Da wäre das schlechteste, was die Grünen tun können, sich jetzt mit sich selbst zu beschäftigen." Beim Bundeskongress im Herbst sollen nur kleine Strukturänderungen beschlossen und der parteiinterne Organisationsentwicklungsprozess abgeschlossen werden. Ob und wann dann die große Reform der Statuten angegangen wird, ist offen.

Mitregieren

Wallner sprach von einer "klaren Wachstumsstrategie" der Grünen. Im Großen geht es ums Mitregieren, im kleinen um die Verdreifachung der Zahl der Parteimitglieder von derzeit mageren 5.000 auf 15.000 bis 2018. Belohnungen gebe es dafür nicht, außer des Gefühls der Selbstermächtigung. "Was ich kriege, ist eine Stärkung einer politischen Kraft, die mir wichtig ist, und nicht irgendwelche Filzpatschen, Feuerzeuge oder Kugelschreiber."

Außerdem will die Partei mit ihren Wählern direkt kommunizieren, entweder vor Ort oder elektronisch. Bis 2013 soll so die Hälfte der rund 500.000 Wähler der letzten Nationalratswahl erreicht werden. Man wolle damit auf den Abschaltreflex vieler Menschen gegenüber klassischer politischer Kommunikation über die Medien reagieren.

Vor- und Nachteile

Dass die Grünen in den Umfragen nicht so gut dastehen wie die Schwesterpartei in Deutschland, hat für Wallner viel mit den politischen Mitbewerbern zu tun. "Eine so schwache Regierung, wie wir sie jetzt haben, hat natürlich Vorteile für die Opposition, aber auch Nachteile, weil du in Wirklichkeit keinen satisfaktionsfähigen Gegner hast." Für die Nationalratswahl 2013 sieht er zwei wesentliche Fragen. "Gelingt es, eine Reformmehrheit herzustellen und gelingt es vor allem zu verhindern, dass dieser schwarz-blaue Wahnsinn noch einmal in Österreich Einzug hält?"

Gelassen gibt sich Wallner angesichts von Auseinandersetzungen wie um das von Bundessprecherin Eva Glawischnig geforderte Zigarettenautomaten-Verbot. "Bei uns wird so etwas diskutiert, und das ist gut so", sagte er. "Schauen wir uns die anderen Parteien an. Da kommt ja kein Huster, ohne dass es über Umfragen abgetestet wurde."

Und auch Konflikte mit langgedienten Mandataren sieht der Grüne entspannt, denn die gebe es in allen Parteien. "Das Problem des Loslassens ist interessanterweise bei Männern meist stärker als bei Frauen. Da ist diese Unverzichtbarkeitsillusion offensichtlich genetisch stärker verankert", so Wallner. (APA)

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potz
01

ah die gruenen, die gibts auch noch. na fein, wenn sie mit den internen angelegenheiten durch sind, koennen wir ja evtl. schon auf ein wiederauftauchen im fruehling hoffen? oder eher erst 2013? who knows

CrangerMan
10

Die Grünen werden nicht auf die Art und Weise punkten können, wie sie ihre deutschen Kollegen es tun. Es fängt schon einmal da an, dass die Österreicher zu einem Großteil linksparanoid sind. Da kann sich der Pilz noch so oft bezahlt machen, der Masse wird er weiterhin nicht gefallen (was natürlich schade ist). Man muss dieses von FPÖVP aufgebaute Feindbild also irgendwie zerstören. Außerdem muss man die Unterschiede zu den Regierungsparteien zeigen. Viele sehen die Grünen nur als ein Anhängsel oder eine Mischung aus SPÖ und ÖVP. So kann das natürlich nicht gut gehen. Bis es einmal so weit ist, dass man sich geändert hat, wird es schon wieder Schwarz-Blau gegeben haben.

Zorro4
01

die grünen werden als eine mischung von spö und övp angesehen?? wo soll denn das sein.
ich hab eher das gefühl die meisten sehen sie eher als eine mischung aus spö und kpö.

CrangerMan
21

Dabei haben die Grünen eigentlich kein so schlechtes Potenzial. Immerhin ist momentan kaum eine Partei so klar in allen möglichen Themen positioniert, hat man das Gefühl.

FatFaceRicky
00

Die Grünen sind - abgesehen von Moser und Pilz - leider komplett auf Tauchstation. Über die Glawi hab ich schon ewig nichts mehr in der Zeitung gelesen. Macht die irgendwas? Selbiges in der EU-Fraktion, die L verabschiedet sich jetzt eh in den Kosovo. Von der hat man nach der Wahl auch nichts mehr gehört. In Wien fällt die V nur mit Kuriositäten auf (Radnummerntaferl, Tschik-Automaten..)

Es ist immer das Gleiche, nach der Wahl verfällt die Partei in einen Dornröschenschlaf, und bis zur nächsten Wahl hört man fast nichts mehr. Die sind anscheindend mit ihren 10% zufrieden.

byron sully
23

es ist zum verzweifeln. von den fünf parlamentsparteien sind für mich vier derzeit kategorisch unwählbar, mit denen brauch ich mich also nicht zu befassen, wenn es darum geht, wo ich 2013 mein kreuzerl machen soll.
bleiben also die grünen. aber wirklich berauschen tun sie mich nicht wirklich. inhaltlich zwar in die richtige richtung unterwegs, aber zu brav, und die art, ihre messages in die öffentlichkeit zu tragen, ist auch stark verbesserungswürdig. wenn sich das nicht bessert, könnt's bei mir 2013 eventuell statt den grünen irgendeine der kleinstparteien werden.

dasandere
00
so gehts gefühlten

20-30% in diesem Land, durschnittlich zw. 20 und 40 Jahre alt. Zeit für eine neue Bewegung!

mikromalist
 
21
Ich habe an anderer Stelle gepostet:

angesichts des rasant zunehmenden Demokratieverlusts seien die Grünen die einzige Rettung für den demokratischen Teil der Bevölkerung - vor der wachsenden, unerträglichen Willkür von Justiz/Exekutive und Politik.
"Wir" sollen ALLE Grüne wählen (unabhängig von unserer Lieblingsfarbe).
Dafür müssten Grüne uns viel mehr direkte Demokratie versprechen.

Und ENDLICH aufhören, sich die Fingernägel zu pflegen. Es geht jetzt um ALLES.

dölerich hirnfidler
12

also wenn die verbotssüchtigen, oberlehrerhaften und denk-gemainstreamten grünen einmal die einzige chance für demokratie sind, steht die welt vor dem untergang. ich glaube aber: die welt gibts noch lange ;)

mikromalist
 
10
Wollen Sie lieber Strachioten,

E Proellianer oder Fayisten? AT wird Argentinien?

adad4
03

die grünen sind - wie man auch an der wiener regierungsbeteiligung sieht - gescheitert,

meine stimme ist damit gestrichen.

bildungsferneschicht
31
liebe gruenen tauscht glawischnigg gegen kogler,

und greift mal brennendere themen auf,abseits von radwegen,tschikautomaten und genderwahn.

hosenwurm
01
Gerechte Wirtschaftsordnung

Was kam da bisher von den Grünen?

Zu Energiewende und Bildung kann ich ein gewisses Profil erkennen, aber zur gerechten Wirtschaftsordnung nicht.

Liegt das an mir, oder daran dass dieses Thema links ist, und die Grünen vor links Federn ham und lieber im Bürgerlichen grasen?

DieAlternativeWirtschaft.at
00
Wirtschaftsordnung

Da gibt's schon Bewusstsein dafür und auch Leute, denen das ein ganz besonderes Anliegen ist :-)

Hans-Peter Waldbauer
00
28.9.2011, 22:31
hab mir erlaubt...

... auf die seite diealternativewirtschaft.at zu schauen... so wirklich aktuell (siehe punkt neuigkeiten) ist das nun wirklich nicht...

jimmydean
00
stimmt

das thema ist derzeit nur ein bißchen schwammig formuliert (nachhaltigkeit in der wirtschaft)... die grüne wirtschaft hat einige veranstaltungen zur "gemeinwohl-ökonomie" von christian felber gemacht, ob derartige ansätze ins parteiprogramm kommen, ist aber derzeit noch offen...

Zorro4
24
Wieso hier viele die Gürnen so hochjubeln

ist mir im grossen und ganzen schleierhaft. die grüne ist eine kleinere opossitionspartei, ähnlich wie einst die fpö, und versucht auf dieselbe reisserische art, nur eben mit anderen themen zu punkten. was für die fpö ausländer etc waren, sind für die grünen frauenpolitik,migrationspolition und umweltpolitik. alles gut und schön, das sind aber themen die die menschen nur am rande interessieren, vorallem in einer zeit wo viele den cent schon zweimal umdrehen müssen.
und das sie dann nach den wahlen selber vieles wieder umwerfen, hat allein deutschland gezeigt, und man muss es leider sagen, auch vassilakou in wien.
langfristig liegt eine fpö klar mit ihrem themen vorn.

mikromalist
 
21
Sie haben sich als Rächer

der Ärmsten verkleidet, aber sie packeln mit den Verrätern an den Armen, den Selbstbedienern und Futtertrogbesetzern.
Sehr durchsichtig ...

Zorro4
01

achso?? und ich dachte imerm die roten und grünen würden sich quasi als rächer der ärmsten bezeichnen. das problem is nur, das dies die armen nicht sonderlich merken, was sich ja in den wahlen widerspiegelt.
übrigens hat migrantion und die problematik wenig mit den "ärmsten der ärmsten" zu tun.

bloody-nine
 
00
kein problem das wir in österreich,

europa oder weltweit jetzt haben oder voraussichtlich in naher zukunft haben werden wird von der fpö auch nur marginal verbessert werden.

das problem ist dass du gar nicht kapierst wie sehr du von strache & co verarscht wirst weil dir der rausch der anti-ausländer-hysterie schon reicht um dich gut zu fühlen.

ludmilla invantil
 
22
"Das Problem des Loslassens ist interessanterweise bei Männern meist stärker als bei Frauen. Da ist diese Unverzichtbarkeitsillusion offensichtlich genetisch stärker verankert", so Wallner.

Also ist das Thema Madeleine Petrovic nicht so wichtig??!!

Also ist die Ablöse von Fr. Petrovic derzeit kein Thema?

in NÖ ist das Thema der Ablöse von Langzeitabgeordneten sehr wohl ein vordringliches Thema. Aber dieses Thema wird anscheinend totgeschwiegen.

Das mach ich alles nur mit einem netten Lächeln
02
kein Thema

Madeleine Petrovic erfüllt eine wichtige Rolle, um die Dynamik der grünen Bewegung in Niederösterreich in Erwin-Pröll-genehme Strukturen einzupressen. Kenner der Szene können die Besetzung der Posten bis ins Jahr 2032 und darüber hinaus korrekt vorhersagen. Wer über die Ablöse von Madeleine Petrovic auch nur nachdenkt, wird selber ganz schnell abgelöst.

jimmydean
01
bei den grünen

gibt es im normalfall keine ablösen, sondern abwahlen... petrovic muss soweit ich weiss genauso die 2/3-klausel erfüllen...

ludmilla invantil
 
00
30.9.2011, 15:24
Wer´s glaubt, dem möge die Erkenntnis treffen.

Der Blinde mit dem Seehund
24
Wir brauchen eine Stutenänderung!

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