Energiepreise

Schröpfkur

Kommentar | Günther Strobl, 31. Juli 2011, 18:46

Die jüngste AK-Erhebung zu Strom- und Gaspreisen dürfte vielen die Zornesröte ins Gesicht treiben

Das Schröpfen der Konsumenten bei Strom und Gas geht munter weiter. Während die zurückliegenden Teuerungsrunden den meisten Verbrauchern spätestens bei der nächsten Nachzahlung sauer aufstoßen werden, dürfte die jüngste Erhebung der Arbeiterkammer vielen jetzt schon die Zornesröte ins Gesicht treiben - zu Recht.

Laut dieser Erhebung sind die Großhandelspreise bei Gas zwischen Juli 2008 und Juli 2011 um 15,5 Prozent gesunken, bei Strom gar um 17,5 Prozent. Die Energieversorger hingegen haben ihre Preise nicht gesenkt - im Gegenteil. Sie haben zum Teil recht kräftig am Preisrad gedreht. Zu Beginn der Liberalisierung des Energiemarkts vor zehn Jahren hat es noch anders geheißen. Da wurde argumentiert, dass Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern die Preise bei Strom und Gas niedrig halten und die Qualität der Dienstleistung deutlich verbessern werde.

Die Dienstleistungsqualität hat sich zweifellos verbessert. Die Preise aber scheinen wegen des doch nicht so harten Wettbewerbs höher zu sein als nötig. Oder auch nicht. Denn der angestrebte Umstieg von fossilen zu erneuerbaren Energien kann nur gelingen, wenn mit der Ware Energie insgesamt sparsamer umgegangen wird. Das scheint leider nur über höhere Preise zu gehen. Sollte das so sein, und vieles spricht dafür, stellt das allerdings keinen Freibrief für die Energieversorger dar. Wenn schon, dann soll der Staat das Geld abschöpfen und es gezielt investieren. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.8.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
Toni Meister
00
Glaubt an diese EU: EU-Vergleich zeigt günstige Strompreise in Österreich

http://oesterreichsenergie.at/EU-Vergle... reich.html

Was soll man da sagen ?.

Er staunt
01

> Was soll man da sagen ?.

"Lesen's das Impressum!" ? :)

Michael B
01
Tja, so stellt man sich hierzulande eben die "Marktwirtschaft" vor:

Man privatisiere ein Monopol/Oligopol, und wie durch Zauberhand sinken die Preise.
Denn es ist ja für jeden privaten Entrepreneur ein Leichtes, mit seinen angesparten 1-2 Milliarden und eventuell noch einem Bausparvertrag ebenfalls in den Strommarkt einzusteigen und damit die "unsichtbare Hand" des Marktes so richtig walten zu lassen.

Trevor Goodchild
13
Das ist so wie mit den Versprechungen zur Einführung der EU:

Alles wird billiger, günstiger und blablabla.....
Im Neoliberalismus wird durch Wettbewerb niemals etwas auch nur einen Cent billiger, einziges Ziel ist die Maximale gewissenlose Abzocke des Einzelnen durch mit maximaler Marktmacht ausgestattete Konzerne.

Die Politik gehört insofern dazu, als sie tatsächlich Miteigentümer der meisten Energielieferanten ist, und Einnahmen daraus und Steuern zum Zocken verwendet werden. Gewinnt man beim Zocken, werden die Gewinne schnellstmöglich über wildeste Konstruktionen privatisiert, verliert man werden die Verluste schnellstmöglich an die Steuerzahler durchgereicht.

Solange Politiker von neoliberalen Wirtschaftsparteien an der Macht sind (und dazu gehört AUCH die SPÖ) wird sich daran nie etwas ändern.

Cote 304
10

"Im Neoliberalismus wird durch Wettbewerb niemals etwas auch nur einen Cent billiger"

Sie sind wahrscheinlich zu jung, um sich an jene Zeiten zu errinnern, als man noch ein halbes Jahr auf einen Viertel(!)-Telefonanschluss von der staatlichen Telefonmonopolgesellschaft warten musste.

Heute kann man bereits ein paar Minuten nach der Anmeldung telefonieren, und es ist bei weitem billiger, als es damals mit Festnetz war, weil die vier oder fünf Anbieter um jeden Kunden gegeneinander Konkurrieren.

Reich sein muss sich lohnen!
00

Erzählen sie das meinen meinen Nachbarn, der bekommt nämlich über haupt keinen Telefonanschluss, nicht mal ein Viertel davon.
Keine Leitung mehr frei und die TA will da jetzt auch kein neues Kabel legen...

##V+##
01
Die Telefoniererei hat sich mittlerweile zur echten Landplage entwickelt.

Außerdem sind in der Zwischenzeit durch den ruinösen Preiskampf tausende zuvor entstandene Arbeitsplätze hierzulande weggefallen oder outgesourct, sprich prekären Leiharbeitsplätzen gewichen.

Wozu? Damit die Mizttitant der Oma sagen kann, dass sich der Stoffel an einem Wollknäuel verschluckt hat sowie 3Handy User ihren Datenmüll ungefiltert in den Standardforen ablassen.

Den wirklich geeigneten Tarif, bei dem man sich echt etwas erspart, findest aufgrund des Marketingwirrwarrs der Betreiber in dem Tarifdschungel auch nicht mehr - nona haben die Interesse daran dass du danebengreifst ("AAAAAll Inclusive"), sind ja auch keine karitative Vereinigung.

So schlecht waren die Zeiten des Vierteltelefons nicht!

DieWahrheitistdenMenschenzumutbar
71
alles gratis!

Wenn sich die AK mal die Mühe machen würde den Realpreis der Energie zu bestimmen, würden hier alle Augen machen- die Energiekosten haben bei entsprechender sparsamer Verhaltensweise kaum mehr Bedeutung im Haushaltsbudget. Die Politik der AK zielt leider darauf ab alle die Umwelt-belastenden Dinge die zum Großteil auf fossiler Energie beruhen billiger zu machen damit die Arbeitnehmer mehr Geld für Luxusartikel ausgeben können.
Ein sehr bescheidenens Weltbild! Die Ak soll sich mal dafür einsetzen dass ihre Kunden keine Leasingverträge für Fahrzeuge abschliessen die sie sich nicht leisten können! Da ist ein mehrfaches der Energiekosten zu holen!

Trevor Goodchild
00
Wer redet denn von Gratis?!

Reich sein muss sich lohnen!
02
"kaum Bedeutung im Haushaltsbudget"

Ist bei mir jährlich immerhin ein Monatsgehalt.

Und es geht hier auch nicht um Gratis sondern darum, dass die Preise für Strom und Gas eigentlich um ~10% gefallen sind aber von den Energieversorgern für Privatpersonen um bis zu 30% erhöht wurden.

Cote 304
62

Wenn z.B. inzwischen jeder Idiot auf seinem Hausdach ein Solarkraftwerk betreiben kann, nur weil der Gesetzgeber die Stromgesellschaften zu einer Abnahme zu überhöhten Preisen zwingt, anstatt dass sich dieser Betreiber seinen Abnehmer selber suchen muss, wie es in einer Marktwirtschaft üblich wäre, darf man sich nicht wundern, wenn diese überhöhten Preise schlussendlich beim Verbraucher landen.

Trevor Goodchild
24
Sie sind auch nur ein Tatsachenverdrehender Dummschwätzer...

...der für die absolute Marktmacht der Energiekonzerne postet.

Cote 304
00

Schauen Sie sich doch einmal an was die Abnehmer pro eingespeiste kWh zahlen.
http://www.pvaustria.at/content/p... asp?id=285
Und jetzt schauen Sie sich einmal an, was Sie für ihre kWh zahlen. Dass da die Preise für den Endverbraucher nicht noch höher ausfallen, grenzt schon an ein Wunder, zumal die Solarkraftwerksbetreiber, vor lauter €-Zeichen in den Augen, immer mehr werden.

Trevor Goodchild
00
Sie haben aber schon gemerkt, dass es darum gerade mal nicht ging.

Es geht darum, dass die Energieversorger ungerechtfertigt viel zu hohe Preise und Steuern für Energie einheben - und nicht darum, dass diese Energie - aus welchem Grund auch immer - tatsächlich so teuer wäre.

Und: Besser Solarpanneele und Windkraftwerke als Atomenergie. Den diesbezueglichen Mehrpreis könnten wir uns locker leisten, wenn der Preis ansonsten O.K. wäre!!!

Trevor Goodchild
00
Sie sind auch nur ein Tatsachenverdrehender Dummschwätzer...

...der für die absolute Marktmacht der Energiekonzerne postet.

Grisu der kleine Drache
12

Die Ökostromförderung rangiert weit unter der 1 Cent/kWh-Grenze. Und mit den ebenfalls kritisierten Gaspreisen hat Ökostom wohl herzlich wenig zu tun.

thomas bernhard2
 
00
wußten sie,

dass ein pensionist, will er den anbieter wechseln, 150 € kaution zahlen muss ?
der verbund wirbt um wechsel, verlangt aber die 150 €. sa-gen-haft ! und der pens.vertband ignoriert diese mitteilung. das nennt man stigma, finden sie nicht ?

Mary Nosch
00
Der Ökostrom-Feind,

die AK, hat in ihrer Presseaussendung nicht einmal mit einem Halbsatz erwähnt, warum die Preise gesunken waren:
Einerseits hatte der Konjunktureinbruch 2008-2009 die Ölpreise zwischendurch für ein Jahr stark gesenkt - der Preis hat sich wieder "erholt" (ca. $ 100 pro Fass). Andererseits drückt der Ökostrom aus Wind und Sonne, vor allem im Sommer (viel Solarstrom), die Preise an den Strombörsen.
Ökostrom wirkt preissenkend, verheimlicht die AK, weil ihre Haltung zu Ökostrom seit Jahren von den militanten Ökostromgegenern WienEnergie und OMV vorgegeben wird. Wer meint, das ist Hetze, schaue sich die relevanten AK-Aussagen der letzten Jahre an und führe Gespräche mit Insidern.

Londo Mollari
 
05

eine echte liberalisierung gab es nicht. über die, im wesentlichen vor jahren abgeschriebenen "leitungsentgelte" (für leitungenm die wir zuvor selber gezahlt haben) machen jeden wechsel sinnlos. das übrige tut eine grenzwertige abgabenlast. das sit gewolltes ausquetschen der bevölkerung.

Selbständiger
012
Die Dienstleistungsqualität hat sich zweifellos verbessert.

Ja, das hab ich schon bemerkt. Mein Strom kommt jetzt viel schneller und leiser aus der Steckdose.

Das muss einem die ständigen Erhöhungen schon wert sein. Oder?

Wenn man die Eigentums- und Einflussverhältnisse der Energieversorger ansieht weiß man, dass dies die Steuereinnahmen der verschwenderischen Bundesländer sind.

Wir dürfen uns in nächster Zeit auf Preissteigerungen bei Strom, Wasser, Kanal, Müllgebühren und sonstigen Gebühren im Einflußbereich der Länder und Gemeinden einstellen.

Irgendwoher muss das Geld ja kommen, wenn SPÖ und ÖVP im Namen der Kunst, Steine aus China, mit dem Hubschrauber auf den Dachstein fliegen lassen.

Das Geld dafür kann man ja bei Sozialleistungen einsparen und die Grundbedürfnisse verteuern.

FatFaceRicky
06

Man sollte aber schon auch klar die Verantwortlichen benennen. Die Energieversorger sind nach wie vor in im Besitz der öff. Hand und von den jeweiligen Parteien bzw. deren Günstlingen kontrolliert. Der Häupl bräuchte nur den Telefonhöhrer zur Hand nehmen und der Fa. WienEnergie mal orderntlich einheizen, wenn er wirklich ein Interesse an fairer Preisgestaltung hätte.

##V+##
02
je höher die preise desto höher die steuereinnahmen!

so schauts aus

Wernael Spindelmann
03
31.7.2011, 21:15
Vielleicht sollte sich die AK mal die wiener Gebühren anschauen

In Wien werden die Gebühren ohne Kostendruck erhöht, als Begründung dient einzig und allein die "Inflation".

Da aber die Inflationsmessung (Warenkorb) auch die Gebühren enthält entsteht hier ein perfektes Perpetuum Mobile: wir erhöhen die Gebühren weil wir letztes Jahr die gebühren erhöht haben und das die Inflation angeheizt hat.

Aber schuld sind ja immer nur die bösen Spekulanten und Ratingagenturen.

Reich sein muss sich lohnen!
03
31.7.2011, 20:03
Damit konnte jetzt aber wirklich keiner rechnen

da haben die Energieversorger doch tatsächlich wenig Interesse daran für ihre Kunden möglichst günstig zu sein sondern konzentrieren sich lieber auf Gewinnmaximierung.

Naja, dafür wird jetzt weniger in die Netze investiert und auch wenn wir in Österreich billige Wasserkraft haben bezahlen wir mehr - den Preis bestimmt schließlich der Markt und der Markt ist Europa, nicht Österreich.

Hat es bei irgend einer Monopol-Infrastruktur eigentlich schon mal funktioniert künstlichen "Wettbewerb" zu erzeugen, so dass es anschließend tatsächlich günstiger und besser wurde?

Er staunt
00

Ja, z.B. Telekom.

Bei Strom/Gas funktioniert es v.a. deshalb nicht, weil

1) die wenigen heimischen Anbieter allesamt gut verbandelt sind mit dem bekannten Polit-Filz und überdies so auch noch reichlich Umsatzsteuer und Dividenden an die Eigentümer auf Bundes- und Landesebene fließen, sodaß bei diesen eine Änderung der Situation nicht unbedingt gerne gesehen würde und

2) die extrem überzogenen Netzgebühren für längst abgeschriebene Infrastruktur hierzulande dazu genutzt werden, den Eintritt von (echten!) Konkurrenten sehr effektiv zu verhindern, da beim Preis pro kWh dadurch kaum noch Raum für Rabatte bleibt und falls doch ein Anbieter Strom "verschenken" will, von der Ersparnis prozentuell nur recht wenig beim Kunden ankommt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.