TA soll Kursmanipulation selbst beauftragt haben

Hausdurchsuchung im Büro des Euro-Invest-Gründers

Wien - In der Causa um verdächtige Kurssprünge der Telekom-Austria-Aktien Anfang 2004 rund um ein Manager-Bonus-Programm deutet sich eine Wende an: Der in die Transaktion verwickelte Wiener Broker und Euro-Invest-Gründer Johann Wanovits soll im Zuge einer Hausdurchsuchung angegeben haben, doch einen Auftraggeber für den Kauf von 900.000 TA-Aktien gehabt zu haben: das börsennotierte Unternehmen selbst, berichtet Profil.

"Risikoprämie"

Kontaktmann in der Telekom sei der Ex-Vorstandsassistent und spätere Telekom-Manager Gernot Schieszler gewesen. Sowohl Wanovits als auch Schieszler-Anwalt Stefan Prochaska wollten zu den Profil-Vorwürfen nicht Stellung nehmen. Eine Anfrage, ob dem jetzigen Management bekannt sei, dass der Auftrag an die Euro Invest aus den eigenen Reihen gekommen sei, beantwortete die TA mit "Nein". Die Durchsuchung im Büro der Euro Invest Bank AG soll vor zwei Wochen erfolgt sein.

Wanovits soll dem Bericht zufolge von Seiten der Telekom eine "Risikoprämie" in Höhe von einer Million Euro in Aussicht gestellt worden sein, wovon er aber tatsächlich nur knapp 600.000 Euro erhalten haben dürfte. Ein Teil soll über die Unternehmensgruppe des Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger geflossen sein.

Neun Millionen Euro an Prämien kassiert

Mit dem Kauf der 900.000 Aktien wurde der TA-Kurs über eine entscheidende Schwelle gehievt. Weil der Kurs der Aktie zwischen 20. und 26. Februar die Marke von 11,70 Euro überschritt, kassierten das TA-Führungsteam und weitere rund 100 Manager insgesamt neun Mio. Euro an Prämien im Rahmen eines Stock-Option-Programms. Hauptprofiteure sollen der damalige TA-Chef Heinz Sundt sowie seine Vorstandskollegen Stefano Colombo, Rudolf Fischer und Boris Nemsic gewesen sein. Letzterer wird derzeit als VP-Kandidat für den ORF-Generalsposten gehandelt. (APA)

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