Digitalradio, zweite Runde

DAB+ ab Montag in Deutschland - Mit Lounge FM

29. Juli 2011, 19:25

Stärkere Sendeleistung und mehr Sender - "Lounge FM" aus Österreich vom Start weg mit eigenem Deutschland-Programm dabei

Wien - Digitales terrestrisches Radio ist in Österreich bisher noch kein großes Thema gewesen, bei den deutschen Nachbarn geht die Diskussion nun schon in die zweite Runde. Am Montag startet der Digitalradio-Standard DAB Plus (DAB+), der stärkere Sendeleistung und mehr Sender verspricht. Der erste Anlauf mit Digitalradio (DAB) ab 1997 scheiterte an schlechten Empfangsmöglichkeiten und wenigen Endgeräten. Beim nunmehrigen Neustart ist auch ein österreichischer Sender dabei: Lounge FM wird mit einem eigenen Deutschlandprogramm on Air gehen.

Der technische Vorteil von digitalem Radio lässt sich vor allem im Auto spüren. Im Gegensatz zur UKW-Verbreitung gibt es kein Rauschen und auch in Tunnels und Tälern ist der Empfang gewährleistet. Ersten Hochrechnungen zufolge soll mit Sendestart eine Reichweite von 60 Millionen bundesdeutschen Hörern gewährleistet sein. 2015 soll die Reichweite auf nahezu 100 Prozent ausgebaut sein, wie "Lounge FM"-Geschäftsführer Florian Novak sagte.

400.000 Euro pro Jahr

Für Lounge FM belaufen sich die rein technischen Kosten für die DAB+-Übertragung auf "eine ordentliche Stange Geld" von rund 400.000 Euro pro Jahr, wie er sagte. Einen Teil hebt man über eine Partnerschaft mit den Endgeräteherstellern, die den Sendern finanziell unter die Arme greifen.

Lounge FM, das in Österreich im Web sowie terrestrisch in Kärnten, Oberösterreich und derzeit Wien empfangbar ist, wird ein eigenes Deutschland-Programm bieten. Über Gesamtbudget und Mitarbeiterzahlen hüllte sich Novak in Schweigen.

Wer in Deutschland in ein neues DAB+-Autoradio investiert, hat zumindest mittelfristig ein neues Hörerlebnis garantiert, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt. Zumindest für die nächsten vier Jahre haben sich die an DAB+ beteiligten Sender zur Ausstrahlung verpflichtet.

In Österreich ist das Thema für die meisten Anbieter ein rotes Tuch. Die ORF-Sendetechniktochter ORS will noch heuer in einer Eigeninitiative den Testbetrieb für digitales Radio DAB+ starten, nicht gerade zur Freude der Radiobetreiber. Der Großteil der Radiomacher würde nämlich gerne zuerst die Entwicklung in Deutschland beobachten. Solange es dort keine positiven Erfahrungswerte gibt, ist die Mehrheit der etablierten Anbieter nicht bereit, Geld für die neue Technologie in die Hand zu nehmen. (APA)

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11 Postings
CalendarGirl
01
Gibt es die reine Lehre?

Es ist leicht nachvollziebar, daß die etablierten Programmveranstalter DAB kritisch gegenüberstehen. DAB bedeutet niedrigere Marktzutrittsschranken für neue Anbieter, also mehr Konkurrenz! Die wäre bei der öden österreichischen Radiolandschaft dringend nötig.

Ob DAB oder IP ist eine Frage der Effizienz und der damit verbundenen Kosten. Acht Stunden Radio am Tag bedeuten rund 15Gigabyte pro Monat—für einen Hörer allein. Eine flächendeckende (stationäre und mobile) IP-Versorgung mit noch mehr Basisstationen würde sehr, sehr teuer werden.

UKW am Mobiltelefon und im Auto geht nicht wirklich gut, es rauscht und klirrt. Qualitativ überzeugendes DAB für die 60 Massenprogramme (kostenlos), Internetradio für die speziellen Wünsche und Podcasts (ko

Wolfgang Ullram
20
ukw im autoradio geht nicht gut?

naja gscheiten radio kaufen!

jedenfalls hört man mehr als mit dab+ in de. zb sachsen anhalt: 1 sender mit 1 kW im ganzen bundesland= dresden +5km der rest ist schweigen.
alleine die topografie sagt in ö, dann man genausoviele sender für dab+ braucht wie gsm900 sender. bis da alle autobahnen versorgt sind....vergeht noch viel zeit.
ebenfalls muss der kunde 100e € investieren um radio in topfqualität zu hören. 50 kbit in aac? witzlos.
quantität statt qualität. wer sich radio bumfidl unbedingt geben muss, soll internetradio hören. aber dass sich 9 mio österreicher 5-9 empfangsgeräte kaufen müssen, nur damit radios die keiner hören will, mehr markt haben? falscher ansatz.
für den kunden wird nix besser. net sound, net budget!

CalendarGirl
00
Sie verbreiten Unwahrheiten!

Ihrem Gestammel ("naja gscheiten radio kaufen") entnehme ich, man solle sich für 500 Euro einen Diversity-Empfänger, SHARKS o. Ä. kaufen. Eine typische teure End-of-Pipe-Lösung, wenn man für ein paar Euro einen DAB-Decoderchip einbauen könnte.

Wenn Sie GSM auf 900MHz mit VHFIII auf 174-230MHz gleichsetzen, zeigt das wenig Fachkenntnis. In der Schweiz, vom Oberflächenprofil Österreich ja nicht unähnlich spart der Sendernetzbetreiber zwei drittel der Verbreitungskosten gegenüber dem analogen UKW. Der ORS muß hunderte GIS-finanzierte UKW-Füllsender betreiben.

Die meisten Stationen senden mit 72Kbit/sec in AAC, mit 128Kbit MP3 vergleichbar und für den mobilen Empfang vollkommen ausreichend, jedenfalls besser als UKW.

Elettra
10
31.7.2011, 23:58
2011 = IP

Gerade zieht das Internet ins Automobil ein, wer benötigt da im Auto noch einen DAB Tuner?,

DAB ist ebenso wie das bereits gescheiterte Mobile Fernsehen DVB-H bereits historische Museumstechnik.

HornToBeWild
00
30.7.2011, 18:10
Österreich wartet einmal ab

haha, ja so bleibt man technologisch an der Weltspitze. Alle Neuerungen erst einmal abzuwarten, und dann 5 Jahre nach allen anderen mit der Realisierung beginnen.

Theodor Schule
00
31.7.2011, 11:47

Sie haben echt Nüsse Ahnung.
Haben Sie mitbekommen, wie das bei DVB-H gelaufen ist? Da war Österreich ganz vorne dabei, die Sache ist in die Hose gegangen.
Wenn man sich solche Frühstarts erspart ist das meistens kein Nachteil für den Konsumenten...

HornToBeWild
00
31.7.2011, 18:12

Dass Österreich ganz vorne dabei war würde ich nicht sagen. Es wurde bei uns umgesetzt zu einer Zeit als es in den USA und Japan schon gang und gebe war. Dass es sich bei uns nicht durchgesetzt hat liegt weniger an der Technologie als an externen Umständen (geographische Lage, Größe des Landes, Einwohnerzahl, DVB-H-Angebot etc). Und in Japan/USA ist es nachwievor häufig im Einsatz.

András Heinzerle
01
30.7.2011, 19:23

Naja, bei DAB war es eine ganz gute Idee zu warten. Außerdem sind die Frenquenzersparnisse bei Radio durch Digitalisierung geringer als bei Fernsehen. Insofern ist es wahrscheinlich wirklich eine gute Idee einfach abzuwarten.

Queen of Sheba
 
40
30.7.2011, 05:27
Für wen rund 400.000 Euro pro Jahr "eine ordentliche Stange Geld" ist, der oder die hat im Rundfunkgeschäft ohnehin nichts verloren.

CalendarGirl
00
Genau!

Nur die Murdochs und Berlusconis dieser Welt gehören die Medien und das soll bis zum Endsieg gefälligst auch so bleiben.

yeahyeah
10
30.7.2011, 20:28

Und für Sie sind das wohl Peanuts? Ein bisschen mehr Demut bezüglich des schnöden Mammons in Zeiten der Krise könnte auch nicht schaden...

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