Faust I und II

Die Ausflucht vor des Pudels Kern

29. Juli 2011, 17:26

Ein Mammutunternehmen als Umgehungsmanöver: Nicolas Stemanns Inszenierung von "Faust I und II" entpuppt sich auf der Perner-Insel als leider unausgegorene Kontaktnahme mit Goethes poetischem Kosmos

Hallein - Wer mit Faust die wunderlichste aller deutschen Dichtungen unter das Licht der Bühnenscheinwerfer hält, wird um das Eingeständnis einer gewissen Ratlosigkeit nicht herumkommen. Geheimrat Goethe flickte und strich im letzten Jahrzehnt vor seinem Tod (1832) in "Der Tragödie zweitem Teil" herum. Auf 12.110 Verse schwoll das Konvolut an, das mit der Entsühnung des Kriegs- und Wirtschaftsverbrechers Faust im Himmel endet.

Auf der Halleiner Perner-Insel, wo Regisseur Nicolas Stemann seine Zusammenschau von Faust I und II in eine Black-Box (Bühne: Thomas Dreißigacker) hineinstellt, ist man um das Gemeinwohl besorgt. Das Team des Hamburger Thalia Theaters bemüht sich nach Kräften, Gelegenheitskonsumenten der Faust-Dichtung gleich im vorhinein alle Ängste zu nehmen.

Stemann streckt auch während der acht Stunden Spielzeit die Hand zur Versöhnung aus: Fürchtet euch nicht, ruft er der Salzburger Festgesellschaft zu. Er stellt sich bei Bedarf auch gerne selbst auf die Bühne: Hält eine lockernde Ansprache zur Einführung oder wandert durch den Bilderreigen wie ein Realkundelehrer, der eine Referatsgruppe durch seine bloße Anwesenheit auf Trab hält.

Nun ist der Faust gewiss wahnwitzig kompliziert: Ein verknöcherter Gelehrter will erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Seine Kollaboration mit dem "Geist, der stets verneint", zeitigt Katastrophen, unter denen man die Vernichtung des armen Gretchens, relativ gesehen, noch als Geringfügigkeit einstufen muss. Goethe zielte, indem er kurzerhand die Entwicklungsgeschichte der kapitalistischen Wirtschaftsordnung in gereimte Verse verpackte, auf das Große, auf das unteilbare Ganze ab. Stemann hält das für unglaublich - und leider auch für ungehörig.

Nachdem er "Der Tragödie Ersten Teil" in lauter Monologblöcke zerschnitten hat, die von Sebastian Rudolph, Philipp Hochmair und Patrycia Ziolkowska reihum, manchmal auch simultan geschleppt werden, zermahlt er den zweiten Faust zur Sicherheit in lauter kleine Brocken.

Reizwort: "Ungestrichen"

Eine Dame (Barbara Nüsse), deren Abendkleid viel zu grellbunt ist, um als mondän durchzugehen, gibt sich vor Beginn von Faust II als "Johann Wolfgang von Goethe" zu erkennen. Alle Verse, sagt sie, würden tatsächlich auch gespielt. Das habe ihr der Regisseur versprochen. Denn nur so werde man ihre (Goethes) "außerordentliche Hellsichtigkeit" zu schätzen wissen.

Ab nun ist jeder sittliche Ernst gelockert, und bei der animierten Bühnengesellschaft macht ein Witzwort die Runde: "ungestrichen!" Ehe man die Fülle an Details würdigt, die Stemann aus dem Text - dem gestrichenen - und seinen Video-Beamern herauskitzelt, darf man festhalten: Der Regisseur hat gerade noch einmal die Kurve gekriegt. Aber für eine Faust-Unternehmung dieser Größenordnung ist das trotzdem keine gute Nachricht.

Das Versprechen, den "ganzen" Faust zu zeigen, wurde zitiert, muss infolge dessen nicht mehr eingelöst werden. Frau Nüsse malt pro hundert absolvierten Versen eine weiße Markierungslinie auf eine schwarze Stele. Das Wort hat ab nun der massige Josef Ostendorf (als Mephisto/Kaiser), der die hereinbrechende Wirtschaftskrise (Erster Akt: Kaiserliche Pfalz) als verlautbarender Politiker begrüßt, während unter den Händen fleißiger Schreiber die Diagramme der Kapitalmärkte schroffe Gebirgszacken erkennen lassen.

Dass Faust/Mephisto das Papiergeld erfinden, merkt man am Fleiß, mit dem Papier bestempelt wird. Über die Projektionsschirme und -flächen tanzen die unvermeidlichen Reizwörter der ökonomischen Gegenwart: "Handel + Vertrieb" oder "Presse + Bankenaufsicht". Jean Ziegler wird herbeizitiert (Gemurre im Publikum!), worauf Ostendorf, ein Genius des Marthaler-Theaters, irgendwie auf "Frau Magister Burgstaller" zu sprechen kommt. Ostendorf ist ein wahrer Berg der tückischen Wohllebigkeit. Neben ihm drohen andere Schauspieler zu verschwinden.

Löwe mit dem Reclam-Heft

Stemann bricht Goethes irrwitziges Getümmel auf die immer nächste, unbedingt erwartbare Einsicht herunter. Er verbannt den "Laboratoriums"-Faust (Hochmair) der Homunculus-Szene in das nostalgische Bett der Frühvergreisung: "Goethe - der postdramatische Geheimrat! Es woar a scheene Zeit!" Kleinere Binnenwitze sind gut für das Spielklima. Sie erhalten den Wunsch frisch, Goethes Landschaften, die pharsalischen Felder, die Gebirge und Zelte, im Blick zu behalten, während man sie weiträumig umschifft.

Somit ist dieser Doppel-Faust ein ebenso ambitioniertes wie auch trostloses Projekt: Es hebt mit dem Furor des Gelehrten-Dramas an, mit Sebastian Rudolph als überreiztem Traumspieler, der wie ein Löwe mit dem Reclam-Heft kämpft. Es führt, über ein bewundernswert standhaftes Gretchen (Ziolkowska), hinüber zum Stemann-Theater, das sich "unmögliche" Texte einverleibt und diese in Bedeutungsbrei übersetzt. Die Bilder tanzen, die Soprane (Friederike Harmsen) schmettern. Goethes Faust hat nichts von seiner Rätselhaftigkeit verloren. Aber: Stemann wollte auch gar keine Rätsel lösen. (Ronald Pohl, DER STANDARD - Printausgabe, 30./31. Juli 2011)

Kommentar posten
25 Postings
Kontrahent1
11
30.7.2011, 11:01
Faust-Variationen

NACH J.W.v.Goethe ?!? Ob die Italiener ihrem Dante auch sowas zumuten?

IchbinIch5
20
30.7.2011, 17:05

Stimmt - wenn man daran denkt, wie sehr Herr Goethe in seiner Zeit als Intendant Shakespeare und die alten Griechen verändert hat (Bis zur Sinnentstellung nämlich, Neudichtung inklusikve!, Shakespeare war ihm viel zu vulgär!), da ist er der Ahnherr allen "Regiethaters" - also gleich bei ihm anfangen mit der Verdammung! Immerhin hat er die Stücke auch nie "nach Shakespeare" genannt, obwohl es eher Bearbeitungen waren, die er auf die Bühne brachte. Böser Goethe aber auch!

Kontrahent1
01
31.7.2011, 11:28
Das ist ein wenig

sehr weit hergeholt. Goethe hat seine Neudeutungen selbst gedichtet/geschrieben und sie nicht unter dem Namen Sophokles, Euripides oder was immer auf die Bühne gebracht. Eine einigermaßen werkgetrue Widergabe der Griechen gab es erst seit Peter Stein am Halleschen Ufer. Genauso können Sie Wagner vorwerfen, die Edda und Thiedrek Saga 'verhunzt' zu haben. Hat er nicht, er hat das getan, was H.Nitsch von den verfremdenden Regisseuren verlangt: 'Schreibts Euch was eigenes!'.

IchbinIch5
10
31.7.2011, 08:53

Wüsste gern, wozu da das rote Stricherl. Man kann ja gerne antworten, welcher Teil des Postings nicht stimmt - in jeder Goethe-Bio steht, wie frei er mit den Texten anderer Autoren umgegangen ist .... oder ist das bewusstes Ignorieren? Was nicht sein darf, ist auch nicht?

Antagonist1
00
30.7.2011, 14:22
Sie sehen also,

Sie haben Theater nicht verstanden - das haben S' jetzt davon! Vielleicht weisen Sie nun aber doch auf so einige Dramatisierungen von Romanen - also Prosa - hin, derer es ja etliche gibt und mit denen sich manche Lieblinge unseres "Großen Bruders" wichtig machen auf dem Theater....

Kontrahent1
01
31.7.2011, 11:33
Wenigstens habe ich einiges vom 'Faust' verstanden.

Ich besitze nämlich die Gründgens DVD. Auch wenns nur der 1. Teil ist, es ist eindeutig die Referenzaufführung. Besseres hat es danach nie gegeben und die Szenen zwischen Gründgens und Flickenschildt wecken immer wieder helles Entzücken ob soviel Schauspiel- und Sprechkunst.

IchbinIch5
20
30.7.2011, 17:00

Ich mag Dramatisierungen selten, also sag ich da wenig dazu. Aber manche könnens - und dann machts Sinn. Shakespeare hat ja auch bis zum geht nicht mehr als dem Dekameron geklaut, also Dramatisiert. Da war das offenbar noch nicht so verpönt wie jetzt ... oder hättens ihm auch die Leviten gelesen ;-) Theater war halt immer eine Bastardkunst, und das ist gut so ...

grizabella
 
03
30.7.2011, 13:22
Weder

die Italiener ihrem Dante ( auch wenn er keine "Theaterstücke" geschrieben hat ), noch die Engländer ihrem Shakespeare, u.s.w. Nur im deutschen Sprachraum meinen selbstherrliche Regisseure, sie müssten alles zerstören - zuletzt in Bayreuth, jetzt auch in Salzburg. Traurig !

Antagonist1
00
30.7.2011, 17:08
D'ACCORD

Ich war gestern in Salzburg bei der FRAU OHNE SCHATTEN - da wurden sämtliche Vorurteile von uns "kleinen Standard-Postern" als oassende Urteile bestätigt. Erstaunlich war nur, dass Tiefpunkte der Kollegen Herheim, Castorf, Marthaler und Guth in Herrn Loys "Regie" noch unterboten werden konnten.
Musikalisch war's prachtvoll, stimmlich beeindruckend (vor allem Herlitzius/Färbersfrau, Schuster/Amme) - was sich jedoch im Bühnenbild des Tischlers aus Landshut tat, war besch___en. Unser "Großer Bruder" wird uns aber belehren....

Kontrahent1
00
31.7.2011, 11:37
Ich hörte es nur im Radio

hatte also wohl die bessere Wahl. Soetwas habe ich nämlich befürchtet und dafür ist mir dann der Kartenpreis doch zu hoch. Übrigens wurde wieder Karajans Wahl von F. Wunderlich und L. Popp als Jüngling und Falke bestätigt- hier hörte man wieder, wie wichtig diese kurzen Partien sind. Sonst war es prachtvoll, durch die Bank.

IchbinIch5
00
31.7.2011, 08:52

Nein, ich habs nämlich nicht gesehen - und im Gegensatz zu anderen hier bilde ich mir meine Meinung selten aus Kritiken und Bildern. Aber: Wenn sie doch so genau wissen, wies gemacht werden muss, was der Komponist und Librettist wollte und das Publikum sehen mag, müssten sie doch als Regisseur Unmengen an Geld verdienen können. Warum so zurückhaltend?

Antagonist1
00
31.7.2011, 09:24
Wie's gemacht werden MUSS -

DAS wissen und bestimmen allein Sie!
Ich weiß nur, was wie sein soll, um mir zu gefallen - und dazu habe ich bisher doch einige vergleichende Erfahrungen sammeln dürfen! Ich bin aber halt nur ein einfacher Kulinariker und bedarf keiner mir von heutigen Regie-Kapazundern oktroyierten Belehrung, die von instrumentaler und stimmlicher Wiedergabe ablenken. Hätte es etwa in der einst von der Scala über die großen Opernbühnen der Welt gehenden BOHEME nicht die Besetzung gegeben, hätte ich mich nicht mit Zeffirellis zauberhafter Regie trösten können. Und so ging es mir mit Ponnelle, Strehler, Rennert, die meisterlich dem Primat der Musik zu dienen wussten... Die meisten der von Ihnen heute Hochgeschätzten "Regisseure" liefern nur Krücken zur Begeh

Antagonist1
00
31.7.2011, 10:42
Die meisten

der von Ihnen heute hochgeschätzten "Regisseure" liefern nur Krücken für Umwege. Ich bleibe da lieber auf der Direttissima, die mir Partitur und Libretto bieten.
Und zur Frage, warum ich denn nicht....
NUN, in jeder Regiekanzlei-Warteschlange sitzen doch schon Sie mit einem fertigen Konzept, das Stück-unabhängig zu verwenden ist, wenn Sie den Job bekommen. Wozu sollte ich mir da Konkurrenz antun mit meinen altmodischen Auflagen - Sie bestehen doch auf positiver Diskriminierung!

Kontrahent1
00
31.7.2011, 11:42
Einfach

w u n d e r b a r !!!! Nur die bewusste Verwirrung des Handlungsablaufs wurde vergessen, damit sich die p.t. Kritikerschaft über die verschrobenen Gedankengänge und Neurosen der Spielleiter genug Gedanken machen können. Wen interessiert da schon Hofmannsthal und seine Epoche!

IchbinIch5
11
30.7.2011, 17:03

Überhaupt bin ich dafür, Shakespeare endlich wieder so zu spielen, wie er das wollte: Outdoor, vor einem gröhlenden Publikum, mit haufenweise politischen Anspielungen, ohne Bühnenbild, in geschenkten zeitgenössischen Kostümen und ausschießlich mit Männern. Denn "Was ihr wollt" ist in rein männlicher Besetzung natürlich ganz anders, als mit Frauen. Wenn Sie Variationen schon so ablehnen, werden sie solche Aufführungen doch sicher stürmen, oder? Und griechische Stücke gibt es nur mehr in Marathon-Aufführungen am Stück, ohne diese eklige Peter-Stein-Individualisierung, in Masken und auf Kothurnen. Da müssten Sie ja auch sehr dafür sein. Jede Aufführung Indooors ist böses Regietheater!

Sandra Warnung
00

Was ihr wollt nur mit Männern gabs erst vor ein paar Jahren in Berlin im Zirkuszelt und mit nur Matsch als Bühnenbild (Regie: Michael Thalheimer). Und Bühnenbild war ja im Grunde genommen auch auf der Perner-Insel im Faust keines, außer man zählt die Hintergrundvideos dazu. Für jenen Zuschauer, der bei einer kurzen Einführung nach der Pause vor dem 2. Teil von N.Stemann "Volkshochschule" gerufen hat (30.7.) wäre das sicher das richtige -Setting gewesen .....

IchbinIch5
10
30.7.2011, 16:24

Ich mag Dramatisierungen selten, also sag ich da wenig dazu. Aber manche könnens - und dann machts Sinn. Shakespeare hat ja auch bis zum geht nicht mehr als dem Dekameron geklaut, also Dramatisiert. Da war das offenbar noch nicht so verpönt wie jetzt ... oder hättens ihm auch die Leviten gelesen ;-) Theater war halt immer eine Bastardkunst, und das ist gut so ...

IchbinIch5
10
30.7.2011, 16:22

Wirklich? Sie haben wohl selten Aufführungen in diesen Ländern gesehen. Woher stammen denn Regisseure von Peter Sellars über Castellucci bis hin zu Katie Mirchell? Aber es ist eben ein beliebtes Vorurteil ... Und dabei sind gerade die hier so gescholtenen Regisseure von Castorf bis Marthaler gerade in Ländern wie Frankreich, Italien bis Japan gern gesehene und oft eingeladene Gäste - sehen Sie sich nur die entsprechenden Gastspieleinladungen an. Castorf wurde für seine "Drei Schwestern" in Tschechows Moskau gefeiert - und in Wien als ach so Böser beflegelt. Wissen die Russen also nichts von Tschechow? Und selbst der Gott-sei-bei-uns Konwitschny wird bis Moskau und Tokyo gespielt. Also lassens den Unsinn ...

tratsfats
00
30.7.2011, 15:35
Wieder mal

ob mans mag oder nicht: der gute faust ist nicht zerstört, den gibts immer noch in seinen hübsch säuberlichen zwei teilen. stücke werden durch aufführungen nicht zerstört, da kann ich sie beruhigen. und die besucher werden wohl gewusst haben, was auf sie zukommt, stemann ist ja kein unbekannter. bei den festspielen gibt es immer auch genug gute "brave" inszenierungen. nochmal: man muss solche inszenierungen nicht mögen. aber lassen wir die kirche doch im dorf ;)

IchbinIch5
21
30.7.2011, 11:42

Stücke werden geschrieben, um von anderen Menschen auf einer Bühne realisiert zu werden. Das beinhaltet immer Variationen. (Und jeder, der Stücke schreibt, weiß das!) Dante hat Prosa geschrieben, die ist dazu da, von jeweils einem Leser rezipiert zu werden. Wer das vergleicht, hat Theater nicht verstanden.

Kontrahent1
00
31.7.2011, 11:52
Aber sie wurden in einer Epoche

aus einem bestimmten Verständnis heraus geschrieben. So wie ein Renaissancemaler anders malte in Farbe und Sujet als einer im Barock oder der holländischen Schule um die Breughels. Auch ein T. Mann schriebe heute anders. Also muß das Werk, wenn ich ihm als Regisseur dienen will, aus seiner Zeit heraus verstanden werden, sonst werden so ziemlich alle 'dargestellten Probleme' lächerlich. Und wenn Sie den 'Faust' nehmen, wieviele von den Zitaten sind heute voll gültig. Eine ledige Mutter wird heute aber wohl kaum dem Wahnsinn verfallen sondern eher auf Alimente klagen.

IchbinIch5
20
31.7.2011, 14:57

Da bin ich eben ganz anderer Meinung, aber das ist irgendwas zwischen Ideologie und Geschmackssache. Wenn man sich heute noch mit den Dramen einer anderen zeit beschäftigt, muss man ihre Entstehungszeit berücksichtigen. Aber den irrsinnigen Aufwand, sie auf die Bühne zu bringen, rechtfertigt nur, ihnen auf Augenhöhe als heutiger Mensch zu begegnen. Wenn man tatsächlich so vieles im Faust nur historisch versteht, warum dann überhaupt aufführen? Dann reicht doch lesen. Wenn schon eine Aufführung, dann doch nur deshlab, damit heutige Menschen (Regie, Bühne, Schauspiel, Licht...) in Dialog mit einem historischen Werk treten.

Kontrahent1
00
31.7.2011, 19:05
Dann schauen Sie die DVD

vom Gründgens 'Faust' und auch Sie werden wissen, warum man ihn aufführen soll. Allerdings suchen Sie erst einmal solche Schauspieler und Sprecher! Und wenn die Bühne Sie vom Text ablenkt, ist das fatal. Denn kurze Unaufmerksamkeit und Sie haben schon das nächste Bonmot überhört, ganz abgesehen vom Feuerwerk an Schauspielkunst welches die Szenen Mephisto/Marthe bieten.

wizenstain
01
31.7.2011, 07:07
auch prosa kommt auf die bühne und in den film

IchbinIch5
20
31.7.2011, 08:50

Ja - aber da ist dann klar, dass es eine Bearbeitung und Dramatisierung ist, da wird niemand etwas Anderes erwarten, denke ich. Aber die Intention ist eine andere: Prosa schreibt der Autor alleine, beim Drama weiß ich von vornherein, dass ich als Autor nur ein kleiner Teil bin, das Kunstwerk durch andere vollendet wird. Und das sehen die "Regietheater"-Schreier nicht: Der Text ist eben nur ein element neben vielen, und jeder gute Theaterautor weiß das. Wenn ich die Phantasie anderer nicht zulassen will, miss ich eben Prosa schreiben oder Lyrik oder - heute - selber einen Film machen. Theater verwurstet die Phantasien von zig Menschen, dagegen anzurennen ist unsinnig.

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