Branche unter Druck

"McDonaldisierung" der Pressefotografie

Oliver Mark, 2. August 2011, 19:03
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    foto: reuters/bensch

    In Österreich sind 1.421 gewerbliche Pressefotografen registriert.

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    foto: heinz tesarek

    Das Pressefoto des Jahres stammt von Heinz Tesarek und zeigt den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko am Tag der Präsidentenwahl.

    Ansichtssache: "Objektiv": Die Pressefotos des Jahres

"Feinkostläden" kämpfen im Massenmarkt ums Überleben - Fotograf Rigaud: "Goldene Zeit der Pressefotografie ist definitiv vorbei"

Fotografie befindet sich im Umbruch, Protagonisten sind verunsichert. "Meine Tochter macht heute mit ihrem Mobiltelefon Fotografien, die vor zehn Jahren wochenlange Arbeit bedeutet hätten", sagt Heinz Tesarek, prämierter Vertreter dieser Zunft. Der freie Fotograf wurde im Juni für das "Pressefoto des Jahres" ausgezeichnet. "Fotografen können vielleicht den Moment einfangen, nicht jedoch die Zeit aufhalten", so Tesarek. Zum Konkurrenzdruck mit nach unten nivellierten Honoraren geselle sich der technische Fortschritt als "größte Gefahr" für den Berufsstand.

Ein technischer Fortschritt, von dem die Masse profitiert. Kameras werden billiger, gefinkelte Software kann bis zu einem gewissen Grad handwerkliches Unvermögen kaschieren. "Fotografen müssen sich umstellen, sie müssen experimentierfreudiger werden", mahnt Regina Anzenberger, Chefin der österreichischen Fotoagentur Anzenberger. Als Beispiel nennt sie die Hipstamatic App. Ein Fotografie-Programm fürs iPhone, das Bilder nach dem Muster von älteren Analogfotografien manipuliert - und gerade einmal 1,59 Euro kostet.

Medien stellen sich um

"Vor kurzem haben wir einen Auftrag für ein renommiertes englisches Magazin mit dem iPhone fotografiert", erzählt Anzenberger im Gespräch derStandard.at. Die Auflösung sei ausreichend. Zwei Fotografen, die sie vertritt, haben ihr Portfolio schon um Handy-Bilder erweitert. "Viele sind zu unflexibel", kritisiert Anzenberger und meint damit nicht die iPhones, sondern die Fotografen. In ihrer Agentur sind deren 300 gelistet. Rund ein Drittel davon sind Österreicher.

Der Markt wird härter, die Töne rauer: "Viele konzentrieren sich mehr aufs Jammern als aufs Arbeiten", moniert etwa Franz Neumayer, Vertreter der Pressefotografen in der Wirtschaftskammer. "Wer es vernünftig macht, hat nach wie vor gute Chancen", rät er seinen Kollegen zu Geduld. "Kontakte aufbauen, Beziehungen pflegen", das sei ein kontinuierlicher Prozess. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass sich die gesamte Branche unter Druck befinde. Eine Folge der Transformation. Die erlebt er am eigenen Leibe. Neumayr ist seit 25 Jahren als selbstständiger Fotograf tätig. "In dieser Zeit ist der Markt zu einem Massenmarkt geworden", resümiert er gegenüber derStandard.at. Die simple Formel: "Mehr Pressefotografen bedeuten mehr Bilder."

Mehr Bilder, geringere Honoare

Die rasante Entwicklung in Richtung Massenmarkt habe zwei Seiten. "Einerseits sind die Honorare in den vergangenen 20 Jahren massiv gesunken, andererseits werden viel mehr Bilder gedruckt." Neumayr will auch das Positive der Bilderflut vor Augen führen. Neue Magazine sind entstanden, die Tageszeitungen werden immer fotolastiger, Medien wie das Internet sind dazugekommen. Nicht unbedingt zum Segen für alle.

Tage wurden zu Sekunden

Mikrostock-Bildagenturen wie iStock, Fotolia oder Pixelio verkaufen Bilder zu einem Spottpreis, zum Teil gibt es sie sogar gratis. Zur Freude von Medien, zulasten von Fotografen. "Wie soll da ein Wien-Fotograf mithalten können?", fragt Neumayr, "wenn es bei den Bildagenturen Wien-Sujets um ein paar Euro gibt." Vor allem Ältere blieben im Zuge der Digitalisierung auf der Strecke. "Früher brauchte es noch technisches Know-How." Ein eigenes Labor, sündteure Bildübertragungsmaschinen gehörten zum Standardrepertoire. Nicht der beste, sondern der schnellste Fotograf habe das Rennen gemacht. "Das erste Foto, das bei einer Zeitung ankam, wurde meist gedruckt." Tage sind zu Sekunden geschrumpft: "Heute kann ich ein Foto von jedem Platz zu jedem Platz in Echtzeit übermitteln."

Buntere Magazinlandschaft in Deutschland

Von einer "McDonaldisierung" des Pressemarktes spricht auch der österreichische Fotograf Peter Rigaud, bekannt für seine Porträt- und Reportagefotos. "Ich versuche als Feinkostladen zu überleben." Punkten könne er nur mit Qualität. Und die werde teilweise noch honoriert. Vor allem in Deutschland, wo Bildjournalisten noch auf Reisen für Reportageserien geschickt werden: "Mehrere Wochen, mehrere Länder." Rigaud ist seit 15 Jahren im Geschäft, er pendelt zwischen Wien und Berlin. Auch er bestätigt, dass sich die Preisspirale in den vergangenen Jahren stark nach unten bewegt habe, wie er im Gespräch mit derStandard.at berichtet. In Deutschland könne dies durch die Masse an Magazinen zum Teil noch kompensiert werden, in Österreich sehe die Situation trister aus. "Die goldene Zeit der Pressefotografie ist definitiv vorbei." Schon länger.

Fixe Anstellungen als Ausnahme

"So gut wie vorbei sind auch die Zeiten, wo man nur für ein Medium gearbeitet hat", sagt Rigaud, der allerdings seine Freiheit als selbstständiger Fotograf nicht missen möchte. "Ich genieße es, mal für die 'New York Times' zu arbeiten und dann wieder für ein politisches Magazin." Zu seinen Anfängen sei die Presselandschaft noch ziemlich überschaubar gewesen. Heute existierten viele Nischen und Spezialgebiete, die von Magazinen bedient werden. Wichtig sei es, den Stellenwert der Fotografie als eigenständiges Medium darzustellen: "Bilder entfalten eine unglaubliche Wirkung."

Was schön ist, nämlich sich die Auftraggeber aussuchen zu können, kann genauso gut in einer Riesentragödie enden: Berufsunfähigkeit aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten. Auch wenn sie nur temporär ist, die Existenz gefährden kann sie allemal. Eine komplette Absicherung gibt es nicht. Zusatzversicherungen sind im Falle von Kriegsberichterstattung sündteuer. Einen umfassenden Schutz bieten sie ohnehin nicht.

Im Einsatz verletzt, vom Medium fallen gelassen

Wie es ist, als selbstständiger Fotograf verletzt zu werden, davon kann Heinz Tesarek ein Lied singen. Der "Objektiv"-Preisträger war im Auftrag von "News", seinem langjährigen Arbeitgeber, bei der Präsidentenwahl in Weißrussland. Ein Einsatz, den er teuer bezahlen musste. Am Ende stand nicht nur das "Pressefoto des Jahres", die Kehrseite der Medaille war eine Verletzung.

Tesarek wurde beim Fotografieren von weißrussischen Sonderpolizisten so schwer an der Hand verletzt, dass er drei Monate außer Gefecht war. Die Konsequenz: Keine Aufträge mehr von "News". "Ich war irritiert von der Unbeschwertheit, mit der der Verlag die Zusammenarbeit mit mir eingestellt hat", meint er im Interview mit derStandard.at. Sind Verletzungen ein unkalkulierbares Berufsrisiko? Ja, so der Fotograf, denn: "Man kann - und sei man noch so vorsichtig - nie ausschließen, dass einem dasselbe widerfährt wie den Menschen, über die man berichtet." 

Kritik an der "Gratismentalität"

Der österreichische Magazinmarkt ist klein, die Nachfrage nach "richtigen Fotoreportagen" nicht gerade groß. Gefragter seien "gestellte Bilder, arrangierte Klischees und digital geschönte Fantasiewelten", räsoniert Tesarek. Der Überfluss an visuellen Reizen lasse den Wert von guten Bildern sinken. Ein Wert, den auch Peter Rigaud in manchen Bereichen vermisst. Er kritisiert die "Gratismentalität", die vor allem in Österreich sehr ausgeprägt sei. Eine "Unverfrorenheit". Zum Beispiel was die Nutzung von Fotos anbelangt. Rigaud erzählt von Anfragen über den Abdruck von zum Teil hochexklusiven Porträts. "Gratis bei Nennung des Fotografen." Nach dem Motto: "Es kostet eh nichts." Die unverschämten Wünsche kämen auch von Verlagen, die es sich eigentlich leisten könnten, für ein Foto zu zahlen: "Man will etwas gratis aus dem Feinkostladen, indem man nur sagt, dass es dort gekauft wurde." Das sei aber nicht nur ein Spezifikum der Fotografenbranche, sondern ein "grundsätzliches Einstellungsproblem gegenüber freien Journalisten".

Angebot und Nachfrage bestimmen nun einmal den Markt. Und es wird immer welche geben, die den Preis unterbieten. Bei freien Pressefotografen beträgt die minimale Honorarempfehlung für Fotos, die in Zeitungen gedruckt werden 40,15 Euro. Normalerweise sind aber ganz andere Summen im Spiel, wie Franz Neumayr, Vertreter der Pressefotografen, erläutert: "Manche Verlage speisen Fotografen mit Tagessätzen von 200 Euro ab, gute Fotografen kosten aber immer ab 1.000 Euro aufwärts pro Tag."

Deutschland sorgt für Aufwind

Die Print- und Werbekrise, inklusive leichter Konsolidierung, findet natürlich auch in der Fotografie ihren Niederschlag. "Der Markt ist im Jahr 2009 zusammengebrochen, jetzt spüren wir wieder leichten Aufwind." Nachdem die Honorare zum Teil um zwei Drittel in den Keller rasselten, blickt Regina Anzenberger optimistisch in die Zukunft. Vor allem wenn der Blick in Richtung Deutschland und nach Übersee fällt. Magazine investieren wieder, die Auflagen der Blätter steigen. Zum Beispiel in den USA. Das "Time Magazine" habe fixe Fotografen eingestellt. Ihre Prognose: "Da die Trends ja immer von den USA nach Europa kommen, besteht Hoffnung für den Zeitschriften- und den Fotografiemarkt." Für Österreich kann sie noch keinen Aufschwung konstatieren: "Das Geld fehlt."

Anzenberger setzt auf ein "neues Qualitätsbewusstsein", das sich breit mache. "Die digitale Bilderflut bietet Profis die Chance, mit Qualität und Service zu überzeugen." Der Unterschied zwischen guten und schlechten Bildern werde sofort evident.

Online keine Chance

Dass das Internet zu einer Erlösquelle für Fotografen avancieren kann, wird allgemein bezweifelt. Verlage experimentieren erst seit kurzem mit Paid Content. Der Erfolg dieser Modelle steht noch in den Sternen. Werden User für das Anschauen von Fotos bezahlen? Etwa auf Blogs? "Nein", ist sich Peter Rigaud sicher. Das würde nicht funktionieren. (Oliver Mark, derStandard.at, 2.8.2011)

Zum Thema
Fotograf Heinz Tesarek im Interview: "Ein Gentlemen's-Agreement sollte genügen" - Österreichs "Pressefotograf des Jahres", über fehlende Loyalität, Verletzungen als Berufsrisiko und eine Branche auf dem Weg zum Massenmarkt

Nachlese

Wissen

Laut Auskunft der Wirtschaftskammer waren in Österreich Ende 2010 3.161 aktive Berufsfotografen registriert. Berufsfotografie firmiert als "Handwerk". Ein Befähigungsnachweis in Form einer Meisterprüfung ist notwendig. Im Gegensatz zur Pressefotografie, die ein freies Gewerbe ist. Eine einfache Anmeldung reicht. In Österreich gibt es 1.421 gewerbliche Pressefotografen. Der Verkauf der Fotos unterliegt allerdings Einschränkungen.

Theoretisch zumindest, denn hier wird viel Schindluder getrieben. Gewerbliche Pressefotografen dürfen ihre Erzeugnisse nur an regelmäßig erscheinende Medien wie Zeitungen, Zeitschriften oder Onlineportale verkaufen, um "aktuelle Berichterstattung" zu illustrieren, wie es in der Verordnung heißt. Werbung, PR-Broschüren oder Hochzeiten fallen nicht darunter und sind als Verstoß gegen die Gewerbeordnung zu ahnden.

Kommentar posten
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ehschowissn3
10
muss ja keiner fotograf werden

wir brauchen auch kellner und taxler

BenjaminHiller
03
Eine "Lanze" für die Pressefotografie

Vorab: Ich habe eine klassische Fotografenausbildung hinter mir (auch analog) und arbeite als freier Fotojournalist.

Was ich bei der Debatte vermisse sind die Dinge, welche von Fotojournalisten stets verlangt werden:

- Konsistentes Arbeiten, egal wie die eigene "Stimmung" ist
- Recherche, Kontakte aufbauen, Kriegsgebiete sicher bereisen, gegebenenfalls die Sprache lernen usw.
- Oft mit eigener Vorfinanzierung in riskante Gebiete reisen, dort mehrere Wochen leben, arbeiten, 24/7 usw.
- Bei "Auftragsarbeiten" aus dem "Corporate" Bereich genau die Wünsche des Kunden umsetzen - gegebenenfalls ausgerichtet nach der Firmen Corporate Identity

Ich könnte immer weiter schreiben - das ist der Unterschied zwischen Profi und Amateur

MfG aus Berlin

fardorthin
22
Und die Fotografie lügt doch...

wer hier meint es es gäbe unverfälschte weil unbearbeitete Fotografie der hat eigentlich nichts verstanden, sorry. Schon Picasso, der sich viel mit Fotografie beschäftigt war dieser Meinung. Warum? Fotografieren Sie eine Situation, beeinflussen Sie bereits bei der Wahl des Ausschnitts und Ihres Standpunktes die spätere Darstellung. Was neben und hinter Ihnen passiert wird unsichtbar. Dies ist die einfachste Möglichkeit Bilder im Kopf des Betrachters zu beeinflussen.Egal ob Analog oder Digital. Egal mit welcher Kamera.Egal ob mit Menschen, bewußt oder unbewußt, inszeniert oder zufälig.
Was wir auf Fotos sehen, ist das, was der Fotograf möchte, dass wir sehen sollen... ( Auch wenn viele das beim Vorgang des Fotografierens nicht bewußt so seh

fardorthin
01

...nona... wollt noch was schreiben ist aber abgeschnitten worden: Also hier der ganze Schlusssatz : Auch wenn viele das beim Vorgang des Fotografierens nicht bewußt so sehen oder steuern. Und die bewußte Stuererung macht dann den Unterschied zwischen Knipser und Fotografen.

1 Wolfgang 1
12

Und wo ist da jetzt die Erkenntnis?

....sowas von nona...

jackk 2
61
Hoch zu Ross

Ja da werden sich noch etliche beruflich tätige Fotografen umstellen müssen. Wenn man die teils eklatanten Preise zB gerade für Hochzeitsfotografie ansieht, brauchen sich die Berufler nicht wundern, dass sie dort immer weniger Aufträge bekommen. Nachdem die Dslrs qualitativ idiotensicherer bzw es viele Talente gibt, bekommt halt der Bekannte den Auftrag anstatt dem Berufler. Um die Bildrechte braucht man sich auch nicht streiten.

Und die meisten Berufler machen um ihre Fotos ja mehr Tamtam als es ist. Mit Photoshop etwas nachbearbeiten und schon staunen die Leute über so "tolle" Fotos die sie "selbst ned so hinbringen". Ja klar ohne Fotoshop hat man halt nicht so dollle Foddos. Ich für mich arbeite ohne PS, authentisch ist was echt ist.

Aiaidudu
11

Muss dir recht geben. Bzgl Photoshop, mach ich auch so :) ... Ich arbeite maximal mit Lightroom.

jackk 2
10

Danke für dein Post, stimme dir zu. Ich kann die sich Selbstbeweihräucherten (und das sind vor allem die Berufler) nicht mehr hören, wie klass ned die Fotos geworden sind und die Laienkunde glauben es, dass er/sie soooo gut fotografieren können. Im Wort Fotographieren steckt der Teufel im Detail. Richtiger wäre photoshopisieren (oder wie auch immer das Programmchen heißt).

Aiaidudu
31

Weisst was nun wirklich traurig is? Bei der Prüfung zum Fotografen-meister ist Lightroom/Photoshop mehr gefragt als Fotografie.. kein schiss. Du musst Photoshop und Lightroom perfekt beherrschen, jedes Werkzeug beim namen kennen und genau wissen wie sich die Werkzeuge auf das bild auswirken.

jackk 2
20

Und traurig ist dass du dafür schon ein rotes Stricherl kassiert hast. Naja egal, die Branche wird noch mehr sterben, dann könnens herum rotstrichen was wollen. Überleben tuen die Innovativen und das ist bei den wenigsten Beruflern erkennbar.

Eisteefetischist #1
12

-> authentisch ist was echt ist.

Wichtigtuerischer Snob. Fotos sind NIE 'echt', sobald Menschen drauf sind, die sich bewusst sind, gerade fotografiert zu werden.

jackk 2
20
analog und der digitale Umbruch

Zu analogen Zeiten gabs nicht viel Nachbearbeitungsmöglichkeiten. Seit der Digitalisierung und Photoshop ist das deutlich anders und das ist damit gemeint. Wenn man die Farben mit einem Klick verändert, zB den Himmel ein kräftigeres Blau gibt als tatsächlich vorgeherrscht hat, die Farben komplett verändert sodass zB alle Farben schon überspitzt kräftiger sind, oder generell ein weicheres oder zuckerlfarbeneres Licht photoshopisiert, im Hintergrund zB Autos, Personen, etc komplett wegretouchiert, dem Modell andere Augenfarben gibt, ihre Falten komplett wegretouchiert (aktuell grosser medialer Aufschrei bei ?Julia Roberts? bei einer Faltencreme), etc etc dann ist das schon ein beträchtlicher Unterschied!

Deshalb: PS ist getäuschtes Können!

Ronald Tekener
03

Wo liegt der Unterschied, ob ich jetzt einen Velvia nehme um einen intensiveren Himmel auf das Dia zu bekommen oder im Photoshop ein bisschen nachhelfe? In beiden Fällen ist es nicht "authentisch".

Jeder Fotograf schafft mit einem Foto seine eigene Wirklichkeit, schon alleine durch das Weglassen oder Inkludieren von Details oder dem Spiel mit der Tiefenschärfe. Im analogen Bereich durch entsprechende Dunkelkammertechniken, im digitalen durch Bildbearbeitung. Fotografie ist eben ein kreatives Medium.

Natürlich war dies früher auf einen kleineren Personenkreis beschränkt. Das macht aber im Prinzip keinen Unterschied. Das einzige was man heute mehr hat als früher sind gute (und schlechte) Fotos, weil der Zugang breiter ist.

jackk 2
40
Verfremdung

Nachbearbeitung egal ob analog oder digital ist Verfremdung. Und warum macht man das? Damit die Fotos vermeintlich besser aussehen. Der Kern ist dass es der Laie als Hauptabnehmer nicht erkennt, die Fotos aber so verkauft werden als könne der Fotograf so gut fotografieren, dass die Fotos gleich so aus der Kamera heraus kommen. Alles Hokus Pokus halt und man verkauft sich und sein Produkt für einen falschen Wert.

Aber gut, wer Bildbearbeitung nötig hat um "dramaturgischer" zu werden. Lol

derderbenutzer
02

Nicht böse gemeint, aber: Ihr Posting belegt massiv, dass sie aber auch schon überhaupt keine Ahnung, Erfahrung etc. im Metier 'Fotografie' haben ...

Ronald Tekener
03

Ach ja noch etwas: Schön langsam vermute ich, dass Sie so sehr gegen Photoshop sind, weil Sie es nicht beherrschen.

Mit Photoshop (oder dgl.) zu arbeiten heißt nämlich noch lange nicht, dass man Sachen dazubastelt oder surreale Bilderwelten erstellt. Meistens beschränkt man sich ohnehin auf Grundlegendes wie Kontrast anpassen oder Farbkorrekturen um Farbstiche herauszubekommen, die durch die Beschränkungen der Kameratechnik erst ins Bild gekommen sind.

Und noch etwas ganz im Vertrauen: Die Kameras können noch viel künstlicher aussehende Fotos produzieren, wenn man diverse Bildprogramme einstellt. Gilt das bei Ihnen dann als "gut fotografiert", weil es so aus der Kamera kommt und nicht per PS bearbeitet wurde?

Ronald Tekener
02

Was ein Kamera aufnimmt entspricht nicht dem, was ein Mensch sieht. Durch die technischen Beschränkungen hat ein Bild nicht den Dynamikumfang, den das Auge im Moment der Aufnahme wahrnimmt. Also hilft man mit HDR und Tonemapping nach um das auf das Foto zu bekommen, was man gesehen hat (ich rede jetzt nicht von den künstlich aussehenden Grunge-Looks).

Schon mal vom "Canyon Conundrum" gehört? Es gibt Farbabstufungen, die eine Kamera nicht so aufnehmen kann, wie das Auge. Also hilft man nach, indem man (am besten im LAB-Modus) die Tonwerte auseinander spreizt und für ein natürlicher aussehendes Foto sorgt.

Im Endeffekt ist es für den Rezipienten eines Fotos egal, wie dieses entstanden ist - er will eines, das ihm gefällt.

jackk 2
30
Verfremdung

Nachbearbeitung egal ob analog oder digital ist Verfremdung. Und warum macht man das? Damit die Fotos vermeintlich besser aussehen. Der Kern ist dass es der Laie als Hauptabnehmer nicht erkennt, die Fotos aber so verkauft werden als könne der Fotograf so gut fotografieren, dass die Fotos gleich so aus der Kamera heraus kommen. Alles Hokus Pokus halt und man verkauft sich und sein Produkt für einen falschen Wert.

Aber gut, wer Bildbearbeitung nötig hat um "dramaturgischer" zu werden. Lol

systemfehler1
24
Ahnungsloser Quatschkopf dem

wohl ein paarmal zu oft gesagt wurde, das er nix kann?
Ihre Rundumschläge gegen Profis lassen das vermuten. Nicht dass sie so ganz unrecht haben, es gibt Professionisten die ihrerr Branche keine ehre machen, schlecht und teuer sind, aber die gibt es in jedem Beruf,
Wenn sie allerdings jetzt behaupten, dassn man zu analogen Zeiten nicht nachbarbeitet hat und alles so wie´s fotografiert wurde eben "echt und authentsich" war, dann müssen sie sich den Vorwurf das Ahnungslosigkeit gefallen lassen.
mfg, einer der stundelang und mit leidenschaft in Dukas verbracht hat, um "fine prints" herzustellen, und einer, der sich auch am Meister der Nachbearbeitung orientieren durfte, und der hieß Ansel Adams und ist schon lange tot.

jackk 2
40
die Felle schwimmen davon

Haha bist mir schon vor meinem Post aufgefallen. Na ärgert dich dir digitale Umbruch? Tja vorbei ist die Fotografieplanwirtschaft die du und die Innung noch aufrecht behalten möchte.

Das ist schon richtig, dass früher auch nachbearbeitet wurde. Aber heutzutage geht es deutlich einfacher und schneller. Jeder Depp kann heute schon nachbearbeiten, sogar gratis mit Gimp und sonstiger Freeware. Und es wird halt massenhaft betrieben, vorallem von Beruflern als grosses Hokus Pokus verkauft wird obwohl es heutzutage jeder Depp kann.

Im übrigen sprechen meine Aufträge für mich. Die untergriffige Schiene kannst dir also sparen.

systemfehler1
04
Quatsch, mir schwimmen

keine Felle davon, und da bin ich leider eher die Ausnahme. Mir geht´s um die Schlauschwätzer mit ihren pauschalen Anschüttungen gegen Profis. Ich verteidige auch nicht unsere Innung, im Gegenteil, aber es nervt unheimlich, so viel Blödsinn von Leuten lesen zu müssen, die dann im Umkehrschluss behaupten, sie könnten´s besser.
Auch der Schwachsinn, dass "jeder Depp" nachbearbeiten kann, zeigt mir, dass Sie auch eher ahnungsbefreit sind. Viele behaupten dass, dass sie´s könnten, sind aber eher Dilettanten.
Ich kenn´ vielleicht eine handvoll Leute, die Photoshop wirklich gut beherrschen, der Rest nützt eher einen kleinen Teil, und das oft dilettantisch.
Untergriffig? Legen´s die Paranoia ab und stellen sie sich einer sachlichen Diskussion.

Facialbook
00
27.4.2012, 22:11
Sie kennen sicher NIK Software ...

Mit diesen Filtern kann ich auf Knopfdruck Ergebnisse erzielen, die jeden Betrachter der Endergebnisse begeistern. Das ist eben der Punkt: man muss PS nicht mehr "beherrschen", um professionelle Ergebnisse zu erzielen.

fardorthin
11
Fotograf und Fotograf

Ausbildung zum "vollem" Berufsfotografen: Lehrberuf, bis zu 3,5 Jahre Dauer oder adäquate schulische Ausbildung an diversen Fachschulen. Berufsbild laut neuem Ausbildungsplan: Fotografie mit Physik und Chemie (ja auch analog wird noch gelehrt), Medien, Technik, Grafik,AV,Film, Schnitt,Gestaltung,Bildbearbeitung, Beleuchtungstechnik,Kompositionslehre,Farblehre, Netzwerktechnik,Colormanagement,Satz, Typografie,Internet,Kundenberatung,Schminkkunde, Betriebswirtschaft und andere Dinge Ausbildungsplatz: Betriebe und/oder Schule, Zukunftsaussichten: FotografIn oder ähnliche Berufe, Bildbearbeitung, AV-Berufe,Film,Fernsehen,Grafik, Marketing
Pressefotografie: freies Gewerbe, Sofort erhältlich,
Ausbildungsplatz: ? Zukunftsaussichten: ??

berdnerd
00

Der pressefotograf ist aber total uninteressant... Aufträge annehmen oder Hochzeiten knipsen darf man damit NICHT.

fardorthin
00

Scheint passiert zu sein, ich seh in nicht mehr. Gut so!

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