Anonymous: Grüne wegen Antrag auf Websperren gehackt

29. Juli 2011, 14:15
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Hacker wollen Initiativantrag mit Grünen-Unterstützung aus dem Jahr 2009 nicht verzeihen

Nach dem Angriff auf die Homepage der Grünen hat Anonymous einen Hinweis auf die Beweggründe dafür gegeben. "Da wir die Richtung der GrünInnen (sic!) in manchen Belangen prinzipiell unterstützen, Anonymous aber auch nicht vergisst, werden wir die in unsere Verfügungsgewalt gelangten Daten, abgesehen von einer winzigen Kostprobe, bis auf Weiteres für uns behalten", heißt es auf einer Website.

Unterstützung für Websperren

Was Anonymous offenbar den Grünen nicht verzeihen will: 2009 wurde ein Initiativantrag zur Bekämpfung von Kinderpornografie mittels Websperren neben ÖVP und SPÖ auch von drei Grünen-Abgeordneten des oberösterreichischen Landtags unterzeichnet.

Handy-Nummern und E-Mail-Adressen

Von den Webservern der Grünen wurden rund 13.000 Login-Daten von Adminstratoren, Webredakteuren der Grünen sowie Nutzern gestohlen. "Ein Teil davon wurde im Web veröffentlicht", teilen die Hacker mit. "In unserem Besitz befinden sich rund 3 Gibibyte an Daten, darunter über achthundert Handy-Nummern und tausende E-Mail-Adressen. Wir empfehlen allen Betroffenen, ihre Kennwörter zu ersetzen".

Wer ist Anonymous?

Unklar ist, wer hinter dem Angriff steht. Anonymous ist keine organisierte Gruppe von Hackern, wie es oft vereinfachend dargestellt wird. Vielmehr kann sich jeder als Anonymous bezeichnen und im Web anonyme Botschaften verbreiten oder eben Websites unter dem Namen angreifen. Die Betreiber des Twitter-Accounts AnonAustria, die nach eigenen Angaben hinter GIS- und FPÖ-Hack stehen, haben sich von den Angriffen auf die Grünen-Seite distanziert (der WebStandard berichtete). Sie räumen aber gleichzeitig ein nicht ausschließen zu können, "dass ein oder mehrere Mitglieder von AnonAustria an dieser Aktion beteiligt waren. Diese Aktion wurde aber weder mit dem Wissen noch mit dem Einverständnis der Gruppierung durchgeführt und dergleichen wird auch innerhalb des Kollektivs nicht geduldet." (br/derStandard.at, 29. Juli 2011)

  • Anonymous erklärt Grünen-Hack
    screenshot: red

    Anonymous erklärt Grünen-Hack

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