Mit den Waffen der Gegner

29. Juli 2011, 16:32
  • Bereits vor 100 Jahren verlor der Elektromotor im Automobil gegenüber dem Verbrennungsmotor.
    foto: meyers konversationslexikon

    Bereits vor 100 Jahren verlor der Elektromotor im Automobil gegenüber dem Verbrennungsmotor.

Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

Der niederländische Technikhistoriker Gijs Mom macht sich schon ziemlich lange Gedanken, warum der Elektromotor bereits vor 100 Jahren den technologischen Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor im Automobil verlor.

In seinem Aufsatz Das Scheitern des frühen Elektromobils, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Technikgeschichte, fand er schon 1997 eine schlüssige Erklärung dafür, warum eine Technologie, die etabliert ist, nur schwer durch eine neue ersetzt werden kann, auch wenn diese längerfristig viele Vorteile hätte. Mom: "Eine Technologie, die bedroht ist, übernimmt von der alternativen bedrohenden Technologie die Eigenschaften, die sie selbst nicht besitzt, aber die sie nutzen kann, um die Vorteile des Rivalen zu verringern, um so den Übergang zu der neuen besseren Technologie weniger verlockend erscheinen zu lassen."

Einige Gedanken weiter gesponnen: Auch wenn Kernenergie unermessliche Risiken mit sich bringt, mit dem gegenwärtig zugkräftigen Argument CO2-freier Stromherstellung kämpft sie heftig und womöglich noch lange erfolgreich um ihr Überleben und drückt damit alternative Energieformen an den Rand.

Auch dem Verbrennungsmotor gelingt es immer wieder, seine größte Schwäche, den CO2-Ausstoß, in ein besseres Licht zu rücken. Zu Recht schneidet er auch gegenüber dem Elektroauto ziemlich gut ab. Das liegt aber nicht am Elektroauto, sondern am Energiemix bei der Stromproduktion. Das heißt, solange die große Energiepolitik auf fossile Energie fokussiert ist, bleibt auch der Verbrennungsmotor schwer angreifbar. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/29.07.2011)

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diese Gegner sind keine Gegner

Der Elektromotor ist nur ein Teil von einem Verbrennungsmotor inkl. Kupplung und Getriebe. In diesem Artikel wird vollständig die „Erzeugung“ der Energie vergessen. Die Umformung von chemischer Energie in elektrische Energie findet wo statt? Falls im Auto dann bitte beim alten Lohner nachschauen, Benzinmotor + Generator + Elektromotor = Benzinmotor + Kupplung + Schaltgetriebe, Stand der Technik ca. 1910. Wo sind wir heute? Ich würde sagen nicht viel weiter, aber so wie die Funktionen in einem Fahrzeug (Strasse, Schiene, Wasser, Luft) sind ersetzt der Elektromotor die Gruppe Kupplung mit Schaltgetriebe, wo ist da die Konkurrenz?

Ich muss zugeben, dass ich ihnen nicht ganz folgen kann.

1) Warum sollte der Elektromotor nur Teil eines Verbrennungsmotors inkl. Kupplung und Getriebe sein?

Aufgabe eines Verbrennungsmotors = Drehbewegung mit bestimmter Leistung und Drehmoment erzeugen
Aufgabe eines Elektromotors = das gleiche (Kupplung und Getriebe können sie vergessen - das hat mit dem Thema so viel zu tun, wie die Lenkung oder die Bremsen)

2) In dem Artikel wird keineswegs die "Erzeugung" der Energie vergessen. Ganz im Gegenteil, das Thema wird explizit als das Problem als Ursache für das schlechte Durchsetzungsvermögen des Elektromotors im Automobil.

3) "Die Umformund von chemischer Energie in elektrischer Energie findet wo statt" - Wieso gehen sie von ch

Also, einmal ganz langsam: ein Verbrennungsmotor ohne Tank ist gar nix, da wird sich NIX bewegen. Ein E-motor allein ist auch NIX, er muß gefüttert werden mit elektrischer Energie. Diese Energie kommt von wo? Entweder ich habe einen Verbrennungsmotor, eine Brennstoffzelle oder sonst was, was den Generator antreibt im Fahrzeug versteht sich oder ich habe chemische Energie z.B. in der Batterie, in der Batterie oder genauer gesagt im Akkumulator wird die elektrische Energie in chemische Energie gewandelt und dann wieder zurück und es kommt aus dem Kastl elektrische Energie heraus. Und jede Umwandlung hat Verluste. Und daher ist der Wirkungsgrad nur vom E-motor nur ein kleiner Teil der Geschichte.

War mein Fehler, dass ich bei chem. Energie nur an fossilen Brennstoff dachte.
Selbstverständlich muss der E-Motor mit Energie versorgt werden. Aber diese muss wiederum nicht unbedingt aus fossilen Energieträgern stammen.

Im Endeffekt geht's ja gerade darum, dass eben so wenig wie möglich fossile (nicht erneuerbare) Energieträger verpulvert werden. Also darum, erneuerbare Enerie zu verwenden.

Und vom Wirkungsgrad her ist es eben sehr stark abhängig, welche Methoden verwendet werden, um von der Primärenergie zur Spannungsversorgung des E-Motors zu kommen. Aber diesbezüglich liegt die Latte des Verbrennungsmotors ja nicht gerade sehr hoch.

3) "Die Umformund von chemischer Energie in elektrischer Energie findet wo statt" - Wieso gehen sie von chemischer Energie aus? Wer sagt, dass ich chemische Energie nutzen muss?

4) Ist ihnen die Aufgabe eines Elektromotors nicht ganz klar? Die ist nämlich die gleiche, wie die eines Verbrennungsmotors (in einem Elektroauto)

empfehle in der zdf-mediathek das letzte frontal 21

hier einige fakten:
solarzellen auf einem autoparkplatz (carport) erzeugen den strom für 10.000 km.
schön war auch der verbrauchsvergleich 1er golf und neuester blue-motion tdi - ergebnis uraltgolf war im stadtverkehr sparsamer - trotz 20 jahren entwicklung.
auch die problematik des arbeitsplatzwegfalls für elektroautos wird angesprochen, weil diese technisch viel weniger anfällig und wartungsärmer sind.
http://www.zdf.de/ZDFmediat... Revolution

zufällig gesehen und nur den kopf geschüttelt.
eine fahrt als grundlage zu nehmen für eine verbrauchsbestimmung ist lächerlich. Jeder kuppelt anders, beschleunigt anders usw. Das alles sind faktoren die den verbrauch ändern. Hätten sie das 50x gemacht und dann auto getauscht dann wäre es sinnvoll gewesen. Ansonst war ausser viel polemik nichts dabei.
E-Autos sind sicher der zukunftsweg, jedoch ist einfach noch nicht gelöst woher die energie kommt wenn ich weiter als 50km radius um meinen standort fahre. Es gibt einfach noch keine "tankmöglichkeit" für überlandfahrten. Erst wenn es diese gibt wird der durchbruch geschafft.
Denke sogar dass es zuerst sowas wie diesel-elektrisch geben wird.

Der 1er Golf war halt viel leichter - weil er die moderne Komfort- und Sicherheits-Ausstattung nicht hatte

Keine Klima, keine Fensterheber und beim Crashtest vermutlich auch deutlich weniger Überlebenschance für die Insassen.

ist schon klar, aber ein quantensprun im weniger-verbrauch ist trotzdem nicht gelungen.

Eifnach mal vergleichen:
Golf I: 700 - 810 kg
Golf VI: 1217–1541 kg
Machen sie den Versuch nochmal und laden sie den 1er Golf zusätzlich mit 20 Sack Zement voll ~ 500 kg!
-> der Verbrauch in der Stadt wird sich vermutlich verdoppeln!!

Habe die Doku auch gesehen und war recht enttäuscht.

sie vergleichen vergleichbare motorisierungen, nehme ich an?

wenn nein, ist das für die fisch'

und dann fahren wir mit dem alten golf mal mit 25 km/h gegen einen baum

na dann bauen wir dem alten golf mal eine zeitgemäße abgasreinigung ein und schauen dann weiter, hm?

Ein Problem ist vorallem die Infrastruktur.

Unsere Gesellschaft hat sich voll auf den Verbrennungsmotor eingelassen und eingestellt. Wir haben ein dichtes Tankstellennetz und gut ausgebaute Straßen. Ich könnte mir vorstellen das man zB auf allen hochrangigen Straßen eine Stromschiene einzieht. Damit braucht man keine riesigen Akkus. Nachteil ist halt das für die Infrastruktur immense Kosten entstehen würden.

Gibt's schon, nennt sich Straßenbahn

Blödsinn...

...nicht der "Energiemix" bei der Stromproduktion ist das Hauptproblem sondern, wie schon einige hier geschrieben, der Akku. Dieser kostet für eine Reichweite von ~100km in etwa so viel wie ein Kleinwagen und müsste auch noch alle paar Jahre ausgetauscht werden, solange sich das nicht ändert werden sich auch E-Autos nicht durchsetzen.

Bei Nutzfahrzeugen sieht es anderes aus...

... da scheint sich einiges zu tun.
http://www.youtube.com/watch?v=LYL6NyU1g3k

und die Batterie ist auch schwer und muss mitbeschleunigt werden

in der wüste aus sonnenkraft transportable brennstoffe machen (wasserstoff durch elektrolytische wasserspaltung wäre da gar nicht so abwegig), diesen dann tanken und mit brennstoffzellen (=elektromotor) fahren.
> ergibt in der stoffbilanz ein nullsummenspiel und den optimalen wirkungsgrad bei einsatz umweltschonender technologien.
DAS wäre vernünftig.

Wasserstoff ist schwer zu speicheren.

Da Wasserstoff sehr flüchtig ist und verflüssigen ist auch sehr Energie intensiv.

Der Wasserstofftraum...

...ist auch schon längst geplatzt. In der Theorie super, in Praxis flopp, da der Transport enorme Mengen an Energie benötigt und somit die Bilanz gewaltig nach unten drückt.

die speicherung der Energie ist das problem des E-Motors

... Man hat einfach eine sehr grosse Energiedichte im Oel. Mit 10 litern kommt man 200 km (ausser man hat einen Afghanistan-tauglichen SUFF). Da kann die Akku-technologie halt nicht mithalten.

Das ist das Problem des Verbrennungsmotors

Bis jetzt ist das Problem noch nicht gelöst, wie man bei Bergabfahrten oder Bremsen Oel rueckgewinnen kann.

Wobei das mit einem Hybrid leicht zu loesen waere.

Energietransfer

Ist es eigentlich technisch nicht möglich, elektrische Energie in ein sich bewegendes E-Mobil zu übertragen. Wie beim O-Bus, nur ohne O, sozusagen. Weiß das jemand ? Was ist mit Induktion ?

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