Auf den Spuren des alten Goldbergbaus

Eine Tour vom Katschberg über die Goldminen von Schellgaden und das Tschaneck

Die im Jahre 1354 urkundlich erstmals erwähnten Goldminen von Schellgaden im Lungau gehörten einst zu den wichtigsten in unseren Breiten und brachten den Salzburger Fürsterzbischöfen reichen Gewinn. Zeitweise schürften mehr als hundert Knappen in den hochgelegenen Stollen nach dem edlen Metall. Erst 1815 wurde der Bergbau wegen Unrentabilität geschlossen, doch kam es immer wieder zu neuen Versuchen.

So zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, die allerdings nur kurz dauerten, oder in den späten 1980er-Jahren, als die Stollen neu durchforscht und Probebohrungen durchgeführt wurden. Angeblich ist dort eine Ausbeute von bis zu 49,1 Gramm Gold pro Tonne Gestein zu erwarten, was bei den heutigen Preisen zu neuen Aktivitäten führen könnte.

Die Relikte des Schellgadener Goldbergbaus sind noch deutlich zu sehen - es gibt Grundmauern der Knappenhäuser, Halden und versperrte Stolleneingänge - und lassen sich sehr schön in eine alpine Rundwanderung einbeziehen, die auch sonst recht Interessantes zu bieten hat.

Reiche Vegetation

Obgleich der Katschberg für die Skifahrer voll erschlossen ist, was ohne Eingriffe in die Natur nicht möglich wäre, kommt man mit dem Skizirkus - der im Sommer der Landschaft nicht gerade zum Vorteil gereicht - nur auf dem Gipfel des Tschanecks in Berührung, wo die Bergstation eines Lifts steht.

Dafür bietet aber die Erhebung eine sehr schöne Aussicht auf das Nockgebiet, die Hafnergruppe der Hohen Tauern, das Mosermandl sowie auf Preber und Roteck. Dazu kommen beeindruckende Tiefblicke in den Lungau bei St. Michael und in das obere Murtal.

Und die Runde führt durch eine idyllische Almlandschaft mit reicher Vegetation. Zu finden sind dort etwa Bergazalee, Punktierter Enzian, Arnika, verschiedene Orchideen mit Knabenkraut und Waldhyazinthe. Kräutersammler sind keine Seltenheit. Zwar gibt es das in den Karten verzeichnete Gasthaus Almfrieden nicht mehr, doch stehen mit der Pritz- und der Hanselhütte zwei Stützpunkte zur Verfügung, die den Ansprüchen der Bergwanderer vollauf genügen. Vor allem die Hanselhütte erweist sich als urig und besonders gemütlich.

Die Tour verlangt keine besonderen Anstrengungen, mit Ausnahme eines kurzen Abschnitts beim Abstieg vom Tschaneck zur Hanselhütte fehlen stärkere Steigungen, es gibt auch keine gefährlichen Stellen. Die Runde ist gut beschildert, nur zwischen Tschaneck und Hanselhütte fehlen Markierungen, doch ist der Weg nicht zu verfehlen.

Die Route: Von der Passhöhe des Katschbergs fährt man bis zum Parkplatz nach dem Gasthaus Bacher und wandert dann auf dem Güterweg in einer guten halben Stunde zur Pritzhütte. Weiter geht es - teilweise rot markiert - zum ehemaligen Gasthaus Almfrieden, bald danach stößt man bei den alten Bergwerken auf die Abzweigung des Arnoweges, dem man nach links folgt.

Ab Pritzhütte eine halbe Stunde. Es folgt eine lange, sanft ansteigende Querung durch das Gontal am Fuße des Karecks zur Gontalscharte, von der man nach links auf das Tschaneck aufsteigt. Ab den alten Minen 1¾ Stunden.

Unmarkiert erreicht man in einer Viertelstunde die Hanselhütte. Auf der Almstraße geht es weiter zur Anstiegsroute und zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Hanselhütte eine Dreiviertelstunde.

Von der Katschberghöhe zur Pritzhütte und zurück kann man auch mit der Pferdekutsche fahren. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/30.07.2011)

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