Unspezifisch

Unnötige Operationen bei Kreuzschmerz vermeiden

29. Juli 2011, 09:38
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    foto: sonja schreiber/www.pixelio.de

    Abnützungserscheinungen der Wirbelsäule führen nicht zwangsläufig zu Rückenschmerzen.

Röntgen und MRT ziehen mitunter völlig unnötige Eingriffe nach sich - Medikamente und Bewegung helfen im akuten Stadium

München - Unspezifische Rückenschmerzen bessern sich in den meisten Fällen ohne operative Eingriffe oder Physiotherapie. Schmerzmittel und die Ermutigung, in Bewegung zu bleiben, sind in der kürzlich publizierten „Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz" die wichtigsten Behandlungsempfehlungen im akuten Stadium. Röntgen oder andere bildgebende Verfahren sind nur erforderlich, wenn Hinweise auf eine ernsthafte Erkrankung vorliegen. Dies betont die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) im Vorfeld ihres Jahreskongresses. Dieser findet vom 31.8. bis 3.9.2011 in München statt. Diagnostik und Therapie von Kreuzschmerzen sind hier einer der Themenschwerpunkte.

„Die meisten Patienten mit Rückenschmerzen erwarten von uns, dass sie geröntgt werden", berichtet Elisabeth Märker-Hermann von der HSK Dr. Horst Schmidt Kliniken GmbH in Wiesbaden. Bei der Mehrheit der Erwachsenen ab dem mittleren Alter findet sich Verschleiß an Bandscheiben und Wirbeln. Die gleichen Veränderungen liegen aber auch bei vielen Menschen ohne Kreuzschmerzen vor. „Verschleißerscheinungen und Kreuzschmerz müssen also nicht unweigerlich zusammenhängen", betont Märker-Hermann.

Röntgen und andere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) verursachen bei der Volkskrankheit Rückenschmerz nicht nur erhebliche Mehrkosten, sie können auch unnötige Operationen veranlassen, warnt die Expertin. Sie verweist auf eine vergleichende Studie, in der nach Röntgen oder MRT 5,2 Prozent der Patienten operiert wurden. Beim Verzicht auf die Untersuchungen waren es nur 2,1 Prozent. „Die Behandlungsergebnisse nach zwölf Monaten waren aber in beiden Gruppen gleich", so Märker-Hermann im Vorfeld des DGRh-Kongresses.

Bildgebung nur bei Verdacht auf ernsthafte Erkrankung

„Wir raten den Ärzten deshalb, zunächst auf Röntgen oder MRT zu verzichten und die Arbeitsdiagnose des nichtspezifischen Rückenschmerzes weiter zu verfolgen", so die Mitautorin der Leitlinie. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass sich eine ernste Erkrankung ausschließen lässt. „Es ist deshalb wichtig, bei Anamnese und Erstuntersuchung auf Warnsignale, sogenannte ‚Red Flags', zu achten, die eine sofortige Operation oder andere Therapien notwendig machen", sagt Märker-Hermann. So können verstärkte Schmerzen in der Nacht oder Fieber auf Infektionen oder Tumoren hinweisen. Lähmungen können ein Warnsignal für eingeklemmte Nerven sein. Auch bei älteren Menschen oder einer Kortisonbehandlung kann eine sofortige Röntgen- oder MRT-Untersuchung notwendig sein. Diese Patienten haben ein erhöhtes Risiko, auch nach leichten Verletzungen einen Wirbelbruch zu erleiden. Bei chronischen Kreuzschmerzen gilt es, weitere fachärztliche Untersuchungen zu veranlassen und psychosoziale Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. (red)

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25 Postings
global_citizen
22
31.7.2011, 10:10
Das "Marktvolumen" des Rückenschmerz

ist enorm. Möchte gar nicht wissen wieviele
Leute nach einem banalen Hexenschuß unnötig
an der Wirbelsäule zu Krüppeln operiert wurden.
Ich selbst hatte mal auf einer Dienstreise ein
schlimmes Rückenevent wo ich 2 Tage bewegungsunfähig war und einem "Hotelarzt" ein
Schweinegeld für die Schmerztherapie bezahlt habe.
Und natürlich hat man mir "zur Abklärung mittels MRT" geraten. Habe mir dann ein paar Studien aus
den USA runtergeladen, Fazit: wer nach einem akuten
Rückenevent im MRT landet, erhöht zwar sein
Risiko operiert zu werden, ohne aber seine
Chancen auf Beschwerdefreiheit zu erhöhen.
Ich habe also einfach vorsichtig mobilisiert und war
nach ein paar Monaten wieder beschwerdefrei.

Wolkengedanken
00
15.9.2011, 11:09

Das kann man jetzt so aber auch nicht sagen, die Abklärung der Situation durch eine MRT bringt ja primär nur Information. Was dann mit dieser Information passiert, liegt ja letztendlich bei den Betroffenen. Genauso wie wenn keine Information vorhanden wäre.

ein arzt
02
31.7.2011, 12:03
Pardon, zu früh enter gedrückt!

Niemand wird gezwungen, eine MRT an sich durchführen zu lassen. Aber ich will mir einmal Folgendes vorstellen: Sie hätten einen doch einen Bandscheibenvorfall gehabt. Ein paar Tage später hätten Sie eien Fußheberschwäche erlitten und würden seither hinken. Dann hätten Sie ein paar Studien aus den USA heruntergeladen, FAzit: wer nach einem soooo schweren Rückenevent keine MRT veranlaßt, handelt farlässig und muß zur Verantwortung gezogen werden......

ein arzt
00
31.7.2011, 11:59
Niemand wird gezwungen..

schwejk
00
30.7.2011, 20:02
nur wegen der logik:

"... vergleichende Studie, in der nach Röntgen oder MRT 5,2 Prozent der Patienten operiert wurden. Beim Verzicht auf die Untersuchungen waren es nur 2,1 Prozent"

Also 2 prozent werden ohne vorherige untersuchung operiert? oder wie?

Queen of Sheba
 
00
30.7.2011, 05:31
Exzessives Besuchen der Sauna mit übermäßigem Flüssigkeitskonsum ebendort ließen meine gerissene Bandschscheibe genesen.

Ko Prolyt
43
29.7.2011, 20:40
na sehr arg...

der standrard schmeisst sich auf die seite der regierenden sparmeister und verblödet uns mit den sparmärchen.

passt eh! wer braucht schon röntgen oder mrt. vor 2000 jahren hat man auch einfach die hand aufgelegt und es hat gepasst!

es ist erschreckend wie die sozialleistungen in den letzten 20 jahren zurückgeschraubt wurden. ...und das im so genannten entwickelten westen...

Totaler Durchblicksstrudel
01
29.7.2011, 22:50

Ich zum Beispiel. Hatte mehr als 10 Jahr lang extreme Rücken und Schulterschmerzen. Röntgen, MRT, Massage Physiotherapie usw...der Orthopäde meinte bloß, da bleibt jetzt nur mehr die OP.
Jetzt nehme ich - auf Grund einer anderen Erkrankung - regelmäßig Cordisol (das körpereigenen Cortison ;)) und die Schmerzen sind weg. Wie aus heiterem Himmel, keine Therapie, keine Schmerzmittel, kein gar nix. Nur dass die Schmerzen weg sind. Und der Tinnitus ist auch fast weg. Schon komisch so ein Körper. :)

M L3
00
26.8.2011, 01:22
Absolut komisch, aber meinem Vater zB hat das Cortison gegen seinen Tinnitus leider nicht geholfen

Scheinbar sind die Menschen sehr verschieden.

muppetbasher
02
29.7.2011, 20:17
Aber auch: Nicht selten kommt es vor, dass Leute, einmal operiert,

immer wieder unters Messer müssen!
Besser?

otto strammer
02
29.7.2011, 20:14
Sicher werde ca 30% mehr Rö und MR-Untersuchungen gemacht als unbedingt nötig...

...aber letztlich kann man qualifizierte therapeutische Entscheidungen nur treffen, wenn es eine adäquate Info über den Status gibt...
Und aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen:
Den Krankenkassenbonzen möcht ich sehen, der sagt: aber geh, die LWS MR für mei Frau brauch ma do ned!
Im Gegenteil: grad dass man nicht gezwungen wird, den gerade am Tisch liegenden rauszuwerfen, weil alles sofort geschehen muss......

Wir habe bereits eine 3-4 Klassen Medizin.

lieschen müller4
06
29.7.2011, 19:12

Es ist unglaublich,was für Argumente an den Haaren herbeigezogen werden,um Kosten zu sparen!Die billigste Teraphie ist natürlich den Menschen zu sagen "bewegen sie sich".Wie soll das funktionieren,wenn man vor Schmerzen kaum gehen kann.Abgesehen davon,wie soll man ohne Röntgen oder MRT erkennen,ob es sich um eine Abnutzungserscheinung oder einen tatsächlichen Schaden wie Bandscheibenvorfall usw.handelt.Ferndiagnose von außen oder was?

Wappen hea
02
29.7.2011, 23:47

genau das hab ich mir auch gedacht. Ein Pflanz sonder gleichen.

Mycroft Holmes
03
29.7.2011, 18:00
Medizin nach dem "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß"-Motto???

So ein Blödsinn. Ein MRT veranlasst doch keine Operation, sondern der Arzt, der es anschaut. Schließlich verändert das Bild ja die Situation nicht.

MRTs und Röntgens sind halt teuer, deshalb will man den Leuten davon abraten. Und dem Risiko aussetzen, dass leicher was Ernstes übersehen wird.

Kernsen
00
29.7.2011, 15:51

viel barfuß gehen wirkt auch wunder. man muss halt aufpassen!

Kakanien lebt!
00
30.7.2011, 20:53

das kann ich nur bestätigen. mir ist es schon einige male passiert, dass ich wochenlang rückenschmerzen hatte, und nach einem tag barfuss am strand war alles wie weggeblasen. barfuss am strand liegen reicht allerdings nicht ;-)

nix do
00
29.7.2011, 14:54
mich wunderts..

dass überhaupt Leute operiert werden, ohne vorher im MRT gesteckt zu sein ^^

Chocoholic
00
29.7.2011, 11:56
Bandscheibenvorfall zeigt sich am Röntgen aber nicht unbedingt oder?

Au Weh
21
29.7.2011, 17:11

Am MRT Bild erkennt das auch ein Leie.

Hellex
00
29.7.2011, 17:54
Au Weh!

Ganz genau! Au weh...

tennisplatzis
02
29.7.2011, 13:18

Am MR schon.

E. Laserstrahl
26
29.7.2011, 10:08
"Der Medizin Skandal"

Medizin ist ein Geschäft wie jedes andre auch, deshalb ist Vorsicht vor überschnellen Eingriffen geboten....

E. Laserstrahl
57
29.7.2011, 09:44
www.aerztepfusch.at

Oft wird viel zu schnell operiert, ich weiß von was ich rede. Dabei werden Eingriffe beschönigt, und den Patienten werden bei der Aufklärung Märchen erzählt. "Die Spital Mafia" wenn der Profit im Vordergrund steht...

twertwert
00
30.7.2011, 12:16

Uaaaaaah..

..das war ich, gähnend, ob Ihres 2000. "Spital-Mafia-Beitrages".

Da steht wohl der "Profit im Vordergrund", was?

f gut
00
30.7.2011, 11:22
........dazu der Amazon Link...........

http://www.amazon.de/%C3%84rzt... 663&sr=1-3

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