Mit hantigem Charme und Selbstironie

28. Juli 2011, 18:25
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Finanzministerin Maria Fekter holte die ÖVP aus der steuerpolitischen Defensive

Eine Wahl hat Maria Fekter schon gewonnen. Auf You-tube erntet die Finanzministerin überwiegend "Gefällt" -Klicks - etwa mit jenem Auftritt, bei dem sie das neueste Griechenland-Paket "shortly" ankündigte.

Als "Betriebsnudel" (Profil) hat sich die 55-jährige Oberösterreicherin mit hantigem Charme und selbstironischem Austriaken-Englisch stilisiert, aber auch als markanteste Figur in einem eher farblosen Regierungsteam. Und sie hat die ÖVP in der Finanzpolitik aus der argumentativen Defensive geholt, indem sie den roten Rufen nach einer (Vermögens)-Steuerreform eigene Ideen entgegensetzt: Verschmelzung von Einkommenssteuer und Sozialabgaben zum Einheitstarif, Streichung von Steuervorteilen für den Golden Handshake in die Frühpension, Privatisierungsoffensive für Schuldenabbau - wobei letzterer Vorschlag mangels Realisierungs-chancen wohl in die Kategorie SPÖ-Ärgern fällt.

Gegenüber Griechenland pochte Fekter zu Hause auf strenge Zurückzahlung der Schulden - und musste in der EU natürlich doch eine Art Umschuldung (Fristerstreckung, Finanzhilfe) mittragen.

Vom Gas gestiegen ist Fekter bei der Verwaltungsreform: Statt mit einem "Big Bang" soll diese "Step by Step" gelingen. (jo, DER STANDARD; Printausgabe, 29.7.2011)

  • Finanzministerin Maria Fekter holte die ÖVP aus der steuerpolitischen Defensive.
    foto: der standard/cremer

    Finanzministerin Maria Fekter holte die ÖVP aus der steuerpolitischen Defensive.

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