Amerikas Stolperstein

Kommentar | András Szigetvari, 28. Juli 2011, 20:41

Der eigentliche Knackpunkt, an dem sich die Streitereien in Washington entzündet haben, ist die US-Schuldenobergrenze

Es sind 40.000 Anrufe pro Stunde. Seitdem Präsident Barack Obama die Bürger aufgefordert hat, ihre Abgeordneten in Washington anzurufen und eine Lösung des US-Schuldenstreits zu urgieren, klingeln die Telefone im Kongress pausenlos. Die meisten Anrufer beschweren sich über die Sturheit von Demokraten und Republikanern. Aus der Episode lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Telefonist im Kongress möchte man derzeit nicht sein. Und ein Teil der Bürgerwut wird in die falsche Richtung kanalisiert.

Denn der eigentliche Knackpunkt, an dem sich die Streitereien in Washington entzündet haben, kommt kaum zur Sprache: die US-Schuldenobergrenze. Dabei macht sie weder wirtschaftlich noch politisch einen Sinn.

In den meisten Demokratien folgt der Budgetprozess einer simplen Logik: Das Parlament genehmigt einmal im Jahr den Regierungsetat. Was die Abgeordneten abnicken, darf ausgegeben werden. In den USA ist das anders. Dort ist als zweite Schranke das Schuldenlimit eingezogen, was den Budgetprozess unnötig verkompliziert. Ist das Limit erreicht, muss das Parlament neuerlich ran.

Würde das Instrument zumindest seinen Zweck erfüllen und die Regierung zur Fiskaldisziplin anhalten, wäre das noch ein Argument für ihre Beibehaltung. Das ist aber nicht der Fall. Seit Einführung der Schuldenobergrenze 1917 wurde das Limit mehr als 70-mal erhöht. Bestenfalls lässt sich also sagen: Die Begrenzung hat noch keine Regierung daran gehindert, neue Schulden zu machen. Schlimmstenfalls sorgt die Regelung für lange Blockaden. Die rein formale Notwendigkeit, das Limit hinaufzusetzen, hat den Republikanern das willkommene Druckmittel gegen Obama geboten.

Wirtschaftlich ist die Regelung ohnehin völlig fragwürdig. In Phasen einer Hochkonjunktur, wenn der Staat viel einnimmt und sparen könnte, zwingt sie nicht zum Handeln. Nach einer Krise wie 2008 und 2009 sorgt sie aber dafür, dass sich notwendige staatliche Mehrausgaben zur Stützung der Wirtschaft bitter rächen.

Die EU kann trotzdem einiges von den USA lernen. Denn auch in Europa gibt es in Form des Wachstums- und Stabilitätspaktes Mechanismen, um eine ausufernde Neuverschuldung zu verhindern. Der Pakt trifft aber explizite Vorkehrungen und ermöglicht in Krisenzeiten mehr Flexibilität, etwa bei der Neuverschuldung. Wenn nun zahlreiche EU-Politiker eine Verschärfung fordern, sind sie gewarnt. Ein zu enges Korsett kann den Träger erdrücken. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.7.2011)

Wir sind pleite!

Früher hieß es immer, Rußland hinke 20 Jahre hinter den USA her. Doch falsch! Rußland war den USA 20 Jahre voraus. Jetzt ist das Wunderland des Kapitalismus dort, wo der Stalinismus im Jahre 1991 war. Höchste Zeit, die Hosen herunterzulassen und zu bekennen "Wir sind pleite!"

Aus dieser Episode kann man vor allem ableiten das es nicht um Wähler- sondern um Parteiinteressen geht.

Man könnte auch ganz Umgangssprachlich dummer Spatzerlvergleich sagen.

Das Spiel mit den Kurzzeitdenkern

Offensichtlich setzen die Republikaner auf Menschen, die nur ein Kurzzeitgedächtnis besitzen. Ein Präsident, der an der heutigen Schuldenkrise maßgeblich beteiligt ist, kommt nämlich aus ihren Reihen. G.W.Bush hat 2 Kriege angezettelt, die ein tiefes Loch in Amerikas Staatshaushalt gerissen haben. Beide Kriege sind nicht zu gewinnen und werden weiter Unsummen an Geldes kosten.

Dazu kommt, dass Republikaner für die Krisenbewältigung mit Sicherheit das falsche Konzept verfolgen: nämlich die Reduzierung der Sozialausgaben und steuerliche Schonung der Reichen und Superreichen. Das wird weder Geld in die Staatskasse bringen, noch die Konjunktur beleben. Aber Palin sei Dank, die Tea-Party floriert.

Politische Krise

Eines haben Europe und die USA gemeinsam. Es ist keine wirtschaftliche Krise, sonder eine politische Krise, die beide verbindet, in unterschiedlichen Formen. In den USA klaffen die Unterschied so weit auseinander, dass es schwierig erscheint, eine Loesung herausarbeiten zu koenne. Die Konservativen wuerden lieber das Schiff untergehen lassen, als Obama fuer noch eine Legislatur beizubehalten. Und falls das gelaenge, wuerden die Demokraten mit gleichen Mitteln zurueckschlagen.

Die Europaeischen Politiker sind handlungsunfaehig, nicht nur kompetenzgeschwaecht (wer mag heute noch Politiker werden? - nur elende Berufspolitiker) sonder darueberhinaus von kurzfristigen Themen bedraengt, wie Auslaenderhass, Ortstafelschilder und dergleichen.

Gar viel Heißluft.

Naiv wie ich bin, frage ich mich immer, wie es kommt, dass

grundvernünftige Kommentare im STANDARD wahre Tr*tt*l-Tsunamis von linkslinken, achtelgebildeten Lego-Duplo-"Ökonomen" auslösen? Werden die Artikel und Kommentare nicht gelesen? Sucht man nur einen Marktplatz um sich auszukotzen?
Hmmm...

Lustig, dass Sie mit Ihrer Naivität die erste Welle auslösen...

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