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Wien - Hans-Werner Frömmel eilt von einem Seniorenvertreter zum anderen, von Gemeindeämtern in Ministerien, und er ist sicher, dass er überall nur Wohlwollen erntet. Es geht um Altenversorgung: Statt Senioren mangels Wohnalternativen in teure Pflegeheime zu stecken, gehörten ihre eigenen Wohnungen und Häuser altersgerecht adaptiert, umgebaut und saniert.
Was Geld kostet, und weswegen Frömmel als der Bundesinnungsmeister der Baubranche auf neue Anreize drängt. Es brauche einen Scheck, ähnlich wie für die thermische Sanierung, eine Art Startkapital, um Bewegung in die Sache zu bekommen. Privates Kapital gebe es genug. Es müsse jedoch ein Weg gefunden werden, dieses von den Sparkonten der Banken in die Bauwirtschaft umzuleiten.
Talsohle erst 2012 erreicht
Die Branche hat Aufträge jedenfalls nötig. Die Bauproduktion verlor heuer von Jänner bis März fünf Prozent an Gewicht. Vor allem der Tiefbau leidet: Um 40 Prozent brach etwa das Tunnelgeschäft ein, um 33 Prozent sank der Brückenbau, und die Straßenbauer fuhren ein Minus von 26 Prozent ein. Die Konjunkturprogramme liefen aus, die Gemeinden lassen ob ihrer Finanznöte als Bauherren aus.
Frömmel sieht die Talsohle erst 2012 erreicht. Der steigende Preiskampf um die wenigen Projekte werde sich in ein bis zwei Jahren in mehr Pleiten niederschlagen - "keiner kann Aufträge über Jahre einkaufen". Die Zahl der Beschäftigten blieb bisher dennoch stabil.
Die Sorgen um fehlende Fachkräfte belasten auch den Bau. Gut 2000 gingen der Branche jährlich verloren, meist durch Pensionen. Nur 1600 folgten ihnen nach. Die jüngste weitere Öffnung der Ostmärkte führte bisher lediglich an die 2000 zusätzliche Fachkräfte in den Bau nach Österreich. 80.000 Beschäftigte zählt er insgesamt.
"Keine wilden Hackler"
Das Berufsbild habe sich verändert, versichert Frömmel. Spezialisten seien den sogenannten wilden Hacklern gewichen. "Wennst sonst nichts wirst, dann gehst zum Bau", spiele es so nicht mehr. "Die Betriebe brauchen Leute, die Pläne lesen und rechnen können, die komplexe Haustechnik verstehen. Ziegelschlichter gibt es fast keine mehr, der Anteil der Hilfsarbeiter sinkt." Von Ansinnen, die Schüler mit drei Flecks aufsteigen zu lassen, hielten Bauunternehmer wenig. Am liebsten seien ihnen Vorzugsschüler der Hauptschulen. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.7.2011)
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