Königshofers Äußerungen seit langem bekannt
Wien - Der Politikwissenschafter Peter Filzmaier erkennt im Ausschluss Werner Königshofers aus der FPÖ eine späte Schadensbegrenzung. Königshofer sei nicht erst seit gestern mit seinen extremistischen Äußerungen aufgefallen. Die Freiheitlichen müssten sich deshalb unter anderem die Frage gefallen lassen, ob der Ausschluss auch ohne dem Terrorakt in Norwegen erfolgt wäre, meinte Filzmaier.
"Es ist der späte bis verspätete Versuch einer Schadensbegrenzung", schließlich versuche die FPÖ, sich strategisch mehrheitsfähig zu positionieren und sich von Extremisten abzugrenzen, erklärte Filzmaier. Für ihn stellen sich deshalb einige Fragen, etwa: "Ist er wirklich ein Einzelfall und warum kam der Ausschluss zu so einem spätem Zeitpunkt?" Die Abgrenzung sei "sehr spät" erfolgt, schließlich sei Königshofers Facebook-Profil etwa seit längerer Zeit bekannt, ebenso wie diverse Aussagen auf dessen Homepage.
"Strategischer Supergau"
Filzmaier sprach von einem "strategischen Supergau". Einziges Glück der Blauen sei, dass sich der Vorfall im Sommerloch und nicht etwa in einem Nationalratswahlkampf ereignet. "Der Anlassfall widerspricht jedenfalls dem Versuch, sich als koalitionstaugliche Partei zu positionieren", so der Politologe.
Auf die nächste Nationalratswahl und die Regierungsbildung habe der jetzige Vorfall und Ausschluss aber keine Auswirkungen - "wenn kein neuer Königshofer auftaucht". Filzmaier verwies auf die kurze politische Halbwertzeit derartiger Vorfälle: "In zwei Jahren wird Königshofer niemand mehr kennen." Er wies allerdings auch darauf hin, welches internationale Echo es geben würde, säße die FPÖ in diesem Fall in der Regierung. (APA)