Mehr Politische Bildung in der Schule?

Umfrage | 28. Juli 2011, 16:10

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Corello
 
00
Mehr (politische) Bildung und wählen erst mit Schulabschluß.

Wahlrecht mit 16 mit der "Vorbildung" die unser System bietet ist ein Scherz.

mountaineer
01

Weniger Geschichte und Politische Bildung als jetzt kann man fast gar nicht mehr haben als österreichische SchülerInnen.

Man könnte meinen, es läge im Interesse der Parteien, unpolitische Generationen von Jasagern heranzuzüchten.

annea
02
31.7.2011, 14:55

Auf keinen Fall! Wer soll denn sonst noch Blau-Orange wählen??
Scherz beiseite: ich fände es wichtig, und zwar von möglichst neutralen Personen unterrichtet. Und nicht erst in der Oberstufe, auch in der Unterstufe, weil sonst gerade die HS-Abgänger nie mit Politik in Berührung kommen und so immer leichtes, schnelles Futter für den blauen Schreier werden.

Lt K.....
23
31.7.2011, 12:22

Also vor mehr politischer Bildung kann ich nur warnen!

Wir nannten GPB in der Schule immer "Geschichte und Politische Beeinflussung", da unsere junge, sehr sympathische (aber leider auch - noch - ziemlich inkompetente) Professorin grün-links eingestellt war (und sie wirklich nichts ausließ, um ihre Meinung einfließen zu lassen), und bei uns von 20 vielleicht 15 schwarz-blau-orange-gelb waren, und die anderen 5 rot-grün.

baroli
30
31.7.2011, 21:15

Und darauf sind Sie noch stolz?
Umso mehr brauchen wir politsche Bildung, damit nicht Unbedarfte wie Sie andauernd solchen Holler verbreiten.

Lt K.....
11

Habe ich irgendetwas von Stolz gequeden?

baroli
20

Geh bitte, schreibens endlich ein normales Deutsch.
Das ist ja nur mehr peinlich.

Raphaela
00
29.7.2011, 08:53
Politische Bildung - was ist das?

Politische Bildung wird je nach Lehrkraft unterschiedlich "vermittelt", denn die politische Überzeugzeugung schwingt immer mit - "Objektivität" gibt es nicht. Das ist ebenso gut wie gefährlich. Daher plädiere ich für "politische Bildung", die sich nicht nur auf 50 Minuten, auf nur eine Lehrkraft und nur auf ein gewisses Alter beschränkt! Schon im Kindergarten erleben Kinder viel von Demokratie, Regeln und Zusammenhängen, Kinderparlamente und der Alltag können das!! Denn politisch ist unser ganzes Leben - und Parteipolitk soll(te) ganz etwas anderes sein...

mr. z
04
29.7.2011, 09:46

Hier muss ich widersprechen.

Es gibt sehr wohl so etwas wie einen Objektivitätsanspruch bei politischer Bildung. Sonst würden sich Studien wie Politikwissenschaft selbst ad absurdum führen.
Politische Bildung wird leider oft mit "politischen Inhalten" gleichgesetzt und verwechselt. Politische Bildung (auf Schulniveau) heißt: Systemlehre(Wie funktioniert das pol. System in Ö?, welche pol. Systeme gibt es? Was sind totalitäre/autoritäre Systeme e.t.c.) sowie Ideologielehre.

Fabian S.
00
30.7.2011, 20:05
ich stimme Ihnen weitgehend zu,

nur verstehe ich auch das Argument, dass Lehrer durch ihre eigene politische Einstellung leicht voreingenommen sein können, alleine bei der Ideoliegenlehre kann schon die Erzählweise vollkommen suggestiv sein

ein schwarzer Lehrer wird wahrscheinlich bei der eigenen Partei von Leistungsgerechtigkeit usw. sprechen, andere wird er als Schuldenpartei bezeichnen

ein SP-Lehrer wird bei der SPÖ Gleichheit, Gerechtigkeit, Arbeit ins Spiel bringen, und natürlich Unternehmer, Spekulanten, Rechte und Bauern kritisieren

ein Grüner wird die FPÖ als Nazi-Partei bezeichnen (natürlich nicht so hart ausgedrückt) ein Blauer wird Grüne als realitätsfremde Träumer bezeichnen

somit wird primär die politische Einstellung und nicht die Bildung weitergegeben

mr. z
00
30.7.2011, 20:20

Ideologielehre heißt aber eben genau das nicht!

Ideologielehre heißt zuerst einmal zu definieren, was eine Ideologie ist - und dann auf die verschiedenen Menschenbilder von den gängigen Ideologien in Ö einzugehen. Konkrete Inhalte oder Tagespolitik haben in so einem Schulfach nichts verloren.
Es geht eher darum welches Menschenbild, welche Grundgedanken einer Ideologie zu Grunde liegen - nicht um die Interpretation dieser Grundgedanken.
Bei einer Untersuchung der Sozialdemokraten ging es dann z.B. nicht um konkrete Politik, sondern ihre historische Entstehung, das Konzept dahinter, welches Menschenbild die Ideologie hat, e.t.c.

Natürlich ist das nicht leicht und erfordert kompetente Lehrer, aber das Problem hat man in jedem Schulfach!

Fabian S.
00
30.7.2011, 22:57
Ideologien beinhalten nunmal auch Ideen

und alleine die Erzählweise dieser kann schon vollkommen suggestiv sein

und ohne Erarbeitung der Vor- und Nachteile geht das ganze wohl am Aufklärungssinn vorbei, den man damit erreichen will

mr. z
00
30.7.2011, 23:08

Ja, aber wie schon gesagt: Diese Gefahr kann man auch bei anderen Unterrichtsfächern nicht völlig umgehen.

Kann mich erinnern, wie wir mal in Geschichte über die Todesstrafe "diskutiert" haben und unser Lehrer total selektiv eine Position bezogen hat und uns diese 2 Stunden groß und breit erklärt hat - ohne Gegenposition. In einer anderen Klasse wurde die Klasse in 2 Gruppen geteilt, wobei eine Hälfte Pro-Todesstrafe, die andere Contra-Todesstrafe argumentieren musste und der Lehrer als Moderator fungierte und mal für die eine, mal für die andere Seite argumentierte.

Es kommt immer auf den Lehrer an. Das Subjekt selbst ist nie das Problem, immer die Menschen, die es vermitteln.

Fabian S.
00
31.7.2011, 16:18
vollste Zustimmung

D/E
11
30.7.2011, 07:46
Politikwissenschaften sind absurd.

Und "Politische Bildung" in der Schule verhindert politischen Extremismus genauso wenig wie Drogenaufklärung die Drogenkrankheit.

mr. z
00
30.7.2011, 18:06

Zuerst: Politischer Extremismus lässt sich natürlich nie verhindern, das stimmt. Aber: Durch Aufklärung ließen sich die Tricks, mit denen Extremisten arbeiten, leichter durchschauen und leichter aufzeigen und man könnte den Leuten kritisches Denken mitgeben. Viele Extremisten waren nur einflußreich, weil sie Fußvolk hatten, dass ihnen einfach blind nachfolgte und nachmarschierte. Genau diese Blindheit sollte bekämpft werden.

Zu "Politikwissenschaften sind absurd" geh ich jetzt garnicht groß ein. Politik gehört analysiert und damit indirekt kontrolliert.

Und: Was ist bitteschön eine "Drogenkrankheit"? Es gibt Süchtige. Die sind aber auch nicht Süchtig nach "Drogen" im Plural sondern nach einer bestimmten Substanz.

Manamana
01
29.7.2011, 08:37
DRINGEND EIGENES SCHULFACH ERFORDERLCIH!

Glaubt hier tatsächlich jemand, dass politische Bildung tatsächlich in den Unterricht einfließt?! In unseren Gymnasien sollte das laut Lehrpklan der Fall sein - es passiert aber nicht oder nicht im ausreichenden Mass. Es wird auch in keinster Art und Weise gefördert, dass LehrerInnen diese Thamtik aufgreifen - es gibt keine besondere Ausbildung und nur wenige Materialien dazu.

Es ist eine SCHANDE für Österreich, dass wir unserer Jugend jenes Wissen bewusst vorenthalten, dass sie zu eigenverantwortlichen Bürgern machen würde!

snow.white
00
29.7.2011, 09:01

Aja, jetzt hab ich vergessen auf die Materialien einzugehen: Wir hatten ein ca. 300 Seiten dickes Buch und ich weiß von unserem Lehrer, dass es noch ein anderes Buch auch gibt... abgesehn davon haben wir viel mit Zeitungsartikeln, dem RIS und mit Fällen gearbeitet. Noch zur Ausbildung: Mein Lehrer war Jurist, der meines Bruders auch. Gute Sache meiner Ansicht nach!

snow.white
00
29.7.2011, 08:52

Deshalb müsste man ein eigenes Fach Politische Bildung an Gymnasien einrichten. Eigentlich eine Schande, dass es das noch nicht gibt!
Sie werden es nicht glauben, aber es gibt genug Materielien, denn in den meisten BHS (HAK, HTL, HLW) wird Politische Bildung & Recht (mit verschiedensten Bezeichnungen) unterrichtet. Wir hatten damals 1 Jahr lang 3 Wochenstunden PBR, was zwar nicht wirklich viel war (und vor allem zu spät, mit 18 hab ich bereits 2x gewählt ohne zu wissen, was die eigentlich genau machen), aber dennoch haben wir relativ viel weitergebracht!

Manamana
00
29.7.2011, 11:45
Danke für den Hinweis!

Wenn es so viel Material gibt, ist es umso verwerflicher, dass diese wichtige Materie nicht in den Unterricht im Gym einfließt.

Peacefaktor
00
28.7.2011, 22:35
die heutige Situation wirkt doch eher so,

dass die wenigsten Menschen sich für Politik interessieren.
Es wundert auch nicht, bei der vorgeführten Leistung. Und wenn man Aussagen von Experten hört, wie:
Wenn Politiker das glauben was sie sagen, dann wirds gefährlich...

dann vergeht es einem verständlicher Weise. Neben mehr politischer Bildung, sollte Hand in Hand mehr direkte Demokratie vollzogen werden, denn wenn man nichts mitentscheiden kann und nur alle 5 jahre irgendwo ein Kreuzerl macht, kann man leicht das Interesse verlieren. Wenn man aber aktiv mitbestimmt muss man sich zwangsläufig mit verschiedenen, auch poltischen Themen auseinandersetzen, darüber diskutieren, etwas lesen, sich eine Meinung bilden...

Peacefaktor
01
28.7.2011, 22:41
Teil 2: es ist auch eine Frage, was man für eine Gesellschaft will.

In einer Gesellschaft mit direkter Demokratie fördert man meiner Ansicht nach nicht nur das Interesse für Politik, und durch die Auseinandersetzung auch Wissen darüber, sondern man fördert auch das Wissen für viele verschiedene Themen und damit eine aufgeklärtere Gesellschaft, die Teil des Entscheidungsprozesses ist und Teil der vollzogenen Politik.

In Österreich wurde politische Bildung immer vermieden, es wurde nicht gewollt. Deswegen tappt unsere Demokratie noch in den Kinderschuhen, man macht sein Kreuzerl, und die Regierung wirds schon machen. Mehr Partizipation und Teilname an den Entscheidungen würde auch mehr politische Bildung bedingen.

Ana Bolika
00
28.7.2011, 21:50
Welche Politik meinen Sie denn? Praktizierte Bildungspolitik? Personal-und Parteibuchpolitik bei der Vergabe von DirektorInnenposten? Und welche politische Bildung werden die lieben LehrerInnen zu transportieren trachten? Der eigenen Überzeugung...

...folgend? Der Geschichtsunterricht dürfte nicht bei Adam und Eva beginnen, nicht im Zweistromland, in der Steinzeit oder bei den Pharaonen. Vielmehr müsste man von der Gegenwart aus Reisen in die Vergangenheit unternehmen, so sehe ich das! Oder im Deutschunterricht: Literaturgeschichte à la http://www.perlentaucher.de/buch/27585.html KANN nur ein Gewinn sein. Oder Victor Klemperers" LTI: Notizbuch eines Philologen" im Deutschunterricht... - Egal. LehrerInnen sollen, einmal mehr, den Karren aus dem Dreck ziehen? Jene Berufsgruppe, welcher man systematische Arbeitsscheu und zweimonatigen Sommerurlaub als eigentliche Motivation unterstellt? Zuerst findet zuhause keine Erziehung mehr statt, nun soll gar poltische Bildung andernorts erfolgen?

lanGe_nuG
00
29.7.2011, 01:02

es geht nicht darum, "den karren aus dem dreck zu ziehen", sondern vielmehr dafür zu sorgen, dass eine generation heranwachsen kann, die für sich selbst eintritt und auch eine stimme in der gesellschaft hat.
der umgang mit demokratie muss vermittelt werden, und wie sollen eltern so etwas schaffen, die diesen selbst nie gelernt haben?! und ich glaub dass sie mir recht geben müssen, dass ö in seinem demokratieverständnis extrem hinterherhinkt, bzw. was die möglichkeit der partizipation und damit auch dem aktiven leben von demokratie angeht. bildung, besser gesagt die befähigung zum kritischen denken und damit einhergehend auch eine kritische auseinandersetzung mit der gesellschaft muss sehr wohl in der schule gefördert werden.

paradiselost
01
28.7.2011, 21:49
es geht doch nicht um ausweitung der stunden!

es geht darum, junge menschen zu denkenden menschen zu erziehen - und das im ganz normalen alltag. somit braucht's kein extra fach, sondern die einbindung humanitaeren gedankenguts im unterricht:

im deutsch - und sonstigen sprachunterricht, in geschichte ebenso wie in chemie und physik, in mathematik, geografie und in biologie - ueberall bieten sich immer wieder moeglichkeiten, solche grundsaetze des menschseins zu diskutieren.

was ist denn bloss in den schulen los? fuers leben lernt dort keiner was - bestenfalls fuer seinen pay slip. gruselige anstalten, das.

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