Vizerektor der Uni Graz: Bringt durch Möglichkeit der Mehrfachanmeldung keine Planungssicherheit
Wien - Die erstmals erforderliche Voranmeldung stößt bei den Unis auf Kritik. Jeder Student, der mit Herbst ein neues Studium beginnen will, muss sich dafür bis spätestens 31. August vorab registrieren. Die Voranmeldung ist jedoch für mehrere Fächer bzw. an mehreren Unis möglich - und dementsprechend hoch ist die Zahl schon einen Monat vor Ende der Frist, wie der "Kurier" (Donnerstagausgabe) berichtet. Laut Martin Polaschek, Vizerektor für Lehre an der Uni Graz, bringt die Regelung nicht die angekündigte Planungssicherheit. "Das ist nur ein organisatorischer Mehraufwand", wird er zitiert.
Wie viele Studenten im Herbst kommen werden, lasse sich auf Basis der Daten nicht prognostizieren. "Wir haben nicht die geringste Ahnung, da tappen wir absolut im Dunkeln", so Polaschek. "Auf diese Weise sind brauchbare Daten für eine vernünftige Planung nicht zu gewinnen", heißt es laut "Kurier" aus der Technischen Uni Wien, wo deshalb keine Voranmeldung durchgeführt wird.
Hohe Zahl an Studieninteressenten
Schon einen Monat vor Ende der Frist gibt es eine im Vergleich zu den Erstanmeldungen vom Herbst 2010 hohe Zahl an Studieninteressenten. An der Uni Graz sind bereits rund 3.800 Interessierte angemeldet (Wintersemester 2010: 4.200 Erstsemestrige), an der Wirtschaftsuniversität rund 2.900 (zuletzt 4.200 Erstsemestrige), an der Uni Linz 1.900 (zuletzt 2.200 Studienanfänger).
An der Uni Wien ist die Zahl mit 17.400 Voranmeldungen sogar bereits höher als die der Erstsemestrigen im vergangenen Wintersemester. Ebenso an der Uni Innsbruck, wo es bereits rund 3.300 Voranmeldungen gibt (Wintersemester 2010: 4.400 Erstsemestrige), davon rund 1.300 aus Deutschland (zuletzt gab es knapp 900 deutsche Erstsemestrige). Anfang September soll an der Uni Innsbruck eine Art "Krisensitzung" abgehalten werden, in der die Voranmeldungen besprochen werden, heißt es gegenüber der APA. (APA)