Höchstgrenze von 25 Schülern pro Klasse muss laut Generalsekretär Rauch ab Herbst auch an AHS-Unterstufen eingehalten werden
Wien - ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch hat am Donnerstag an Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) appelliert, künftig auch an den Gymnasien die Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse einzuhalten. Er fordert am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal in Reaktion auf Vorwürfe der AHS-Lehrergewerkschaft eine Gleichbehandlung von Gymnasien und den mit sechs zusätzlichen Werteinheiten ausgestatteten Neuen Mittelschulen (NMS). (derStandard.at berichtete)
Die Kritik an der Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl an den AHS, die auch vom Rechnungshof (RH) in einem Bericht Anfang dieses Jahres festgestellt wurde, müsse sich "in Luft auflösen bis zum Schulbeginn", betonte Rauch. Laut Unterrichtsministerium hat sich die Situation allerdings seit der RH-Prüfung verbessert.
"Es kann nicht sein, dass die Gymnasien benachteiligt werden", pochte Rauch darauf, dass der Erhalt der AHS-Unterstufe von der Regierung vereinbart wurde. Zum Vorwurf der Lehrervertreter, die AHS würden finanziell ausgehungert, meinte er: "Ich hoffe nicht, dass das so ist." Schmied verfüge über das notwendige Budget. "Eine Diskriminierung der AHS wäre ein Bruch des Koalitionsabkommens."
"Es liegt an den Schulen"
Die SPÖ betont in Reaktion auf die Kritik von VP-Generalsekretär
Hannes Rauch, dass es schon jetzt eine Gleichbehandlung von AHS und
Neuer Mittelschule (NMS) gebe. "Wie vereinbart erhalten die Gymnasien
in Österreich die finanziellen Ressourcen, die sie benötigen", so
SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl am Donnerstag in einer
Aussendung. Zudem würden etwa 80 Mio. Euro pro Jahr für den Ausbau
ganztägiger Schulformen zur Verfügung gestellt, die auch den AHS
offen stehen. "Es liegt an den Schulen, sich dieses Geld abzuholen",
so Kuntzl.
Die Klassengrößen an den AHS seien bereits in den vergangenen
Jahren deutlich gesenkt worden - von durchschnittlich 25,4 Schülern
pro Klasse im Schuljahr 2006/2007 auf 23,63 im Schuljahr 2010/11,
womit auch auch die Betreuungssituation erheblich verbessert worden
sei. Damit liege man sogar unter dem Richtwert von 25 Kindern pro
Klasse, der um maximal 20 Prozent überschritten werden darf.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied habe außerdem in den
vergangenen Jahren rund 2.000 zusätzliche Lehrerposten an den AHS und
berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) geschaffen, um
das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern zu optimieren.
"Und wir setzen uns dafür ein, die Klassengrößen - sowohl in AHS,
BMHS und NMS - weiter zu senken", betonte Kuntzl. (APA)