ÖVP fordert gleiche Behandlung von AHS und Neuer Mittelschule

28. Juli 2011, 13:40

Höchstgrenze von 25 Schülern pro Klasse muss laut Generalsekretär Rauch ab Herbst auch an AHS-Unterstufen eingehalten werden

Wien - ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch hat am Donnerstag an Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) appelliert, künftig auch an den Gymnasien die Höchstzahl von 25 Schülern pro Klasse einzuhalten. Er fordert am Donnerstag im Ö1-Mittagsjournal in Reaktion auf Vorwürfe der AHS-Lehrergewerkschaft eine Gleichbehandlung von Gymnasien und den mit sechs zusätzlichen Werteinheiten ausgestatteten Neuen Mittelschulen (NMS). (derStandard.at berichtete)

Die Kritik an der Überschreitung der Klassenschülerhöchstzahl an den AHS, die auch vom Rechnungshof (RH) in einem Bericht Anfang dieses Jahres festgestellt wurde, müsse sich "in Luft auflösen bis zum Schulbeginn", betonte Rauch. Laut Unterrichtsministerium hat sich die Situation allerdings seit der RH-Prüfung verbessert.

"Es kann nicht sein, dass die Gymnasien benachteiligt werden", pochte Rauch darauf, dass der Erhalt der AHS-Unterstufe von der Regierung vereinbart wurde. Zum Vorwurf der Lehrervertreter, die AHS würden finanziell ausgehungert, meinte er: "Ich hoffe nicht, dass das so ist." Schmied verfüge über das notwendige Budget. "Eine Diskriminierung der AHS wäre ein Bruch des Koalitionsabkommens."

"Es liegt an den Schulen"

Die SPÖ betont in Reaktion auf die Kritik von VP-Generalsekretär Hannes Rauch, dass es schon jetzt eine Gleichbehandlung von AHS und Neuer Mittelschule (NMS) gebe. "Wie vereinbart erhalten die Gymnasien in Österreich die finanziellen Ressourcen, die sie benötigen", so SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl am Donnerstag in einer Aussendung. Zudem würden etwa 80 Mio. Euro pro Jahr für den Ausbau ganztägiger Schulformen zur Verfügung gestellt, die auch den AHS offen stehen. "Es liegt an den Schulen, sich dieses Geld abzuholen", so Kuntzl.

Die Klassengrößen an den AHS seien bereits in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden - von durchschnittlich 25,4 Schülern pro Klasse im Schuljahr 2006/2007 auf 23,63 im Schuljahr 2010/11, womit auch auch die Betreuungssituation erheblich verbessert worden sei. Damit liege man sogar unter dem Richtwert von 25 Kindern pro Klasse, der um maximal 20 Prozent überschritten werden darf.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied habe außerdem in den vergangenen Jahren rund 2.000 zusätzliche Lehrerposten an den AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) geschaffen, um das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrern und Schülern zu optimieren. "Und wir setzen uns dafür ein, die Klassengrößen - sowohl in AHS, BMHS und NMS - weiter zu senken", betonte Kuntzl. (APA)

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15 Postings
exile in mainstream
00
29.7.2011, 09:44

na und wer propagiert hier die gleichmacherei?

lehrer
45
28.7.2011, 21:19
vp immer in geiselhaft der ahs lehrer

jede ahs hat die möglichkeit zur neuen mittelschule zu werden und mehr ressourcen zu erhalten...!
allerdings müssten sich ahs lehrer dann ja verpflichtend! weiterbilden (wie dies bei allen aps pädagogen der fall ist)!
p.s. wenn klassen zu groß sind einfach nicht alle schüler aufnehmen!

D/E
01
29.7.2011, 17:33
Reden Sie doch bitte nicht einen solchen Unsinn daher.

Die meisten AHS-Formen können n i c h t einfach auf die Neue Mittelschule umgestellt werden, weil die Stundentafel nicht passt. Da 60% der Unterrichtsstunden aus der Unterstufe kommen, müsste man da die Lehrkörper gewaltig umbauen.

Was sollte einer AHS die Umstellung bringen?

Dass die Weiterbildung für alle Lehrer/innen verpflichtend ist, sollten Sie wissen, wenn Sie wirklich Lehrer sind und nicht irgendein Troll.

Und das Abweisen von Schülern stellen Sie sich offenbar ungefähr so einfach vor wie der kleine Maxi das Autofahren.

Murmelchen1
03
29.7.2011, 08:04
Das Dienstrecht der AHS-Lehrer ändert sich meines Wissens nicht,

wenn sie an einer NMS unterrichten. D.h. auch die Weiterbildungsregelung ändert sich nicht - kann also nicht der Grund sein.
Das mit einfach Schüler nicht aufnehmen geht ins Leere - erinnern Sie sich z.B. an Brandsteidls "Jeder Schüler darf in seine Wunschschule"? Da gab es letztes Jahr klare Weisungen, dass die Klassen bis zum Rand anzufüllen sind. Ähnliches gilt für andere Bundesländer. Abweisungen sind unerwünscht. Abgesehen davon würden vermehrte Abweisungen heissen, dass man an manchen Standorten mit 1-2 Gut im Zeugnis der 4. Klasse gar nicht mehr ins Gym darf.

Carla Sociale
01
28.7.2011, 17:27
In den 1.Jahrgängen der HTL sind 36 Schüler die Norm.

Die Obergrenze wäre zwar 30, diese muss (darf) aber um 20% (6 Schüler) überschritten werden, damit es zu weniger Abweisungen wegen Platzmangels kommt.

asinus
00
28.7.2011, 19:15

Der - übliche - Schmäüh des Ministeriums ist ja, dass das knappe Geld so verteilt wird, dass zwar die Unterstufen kleiner werden, aber in den Oberstufen es durchaus üblich ist, Klassen mit 34-36 Schülern führen zu müssen, was natürlich der nächste Irrsinn ist...

Denker9
10
28.7.2011, 19:25

Warum werden diese Missstände nicht von seiten der Lehrer öffentlich gemacht? Warum schreien da nicht die Elternverbände auf? Sollte man den Eltern nicht reinen Wein einschenken, bevor sie ihre Kinder an einer AHS anmelden ("Sie müssen aber bedenken, dass an unserer Schule in einer Klasse 28 Kinder sitzen! Ihr Kind sollte schon sehr selbstständig arbeiten können!")
Oder hat man Angst, dass damit das Ansehen der AHS geschädigt wird!?

D/E
02
29.7.2011, 09:39
Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Pressekonferenz der

BHMS-Gewerkschafter, in der unter anderem diese Missstände präsentiert werden sollten.

Es kam kein Journalist.

Übrigens wirklich keiner.

Da ich eine Zeitlang die Presseaussendungen der Gewerkschaft abonniert hatte, weiß ich sehr genau, was dort drinnen steht und was dann im ORF bzw. in den einschlägigen Qualitätszeitungen veröffentlicht wurde.

Andreeeas
00
17.8.2011, 11:13

Lehrer haben doch viel effizientere Methoden, auf Missstände aufmerksam zu machen.

LL MM
01
29.7.2011, 01:15

Das Problem ist öffentlich bekannt, wird aber von Schmied bzw. vielen roten und schwarzen Landes- oder Stadtpolitikern kleingeredet.

m rams
02
28.7.2011, 22:08
Ist doch alles öffentlich.

Oder glauben Sie, dass die Eltern es nicht mitkriegen wie viele Schüler in so einer Klasse sitzen?
Selbständig arbeiten? Ja. Wer nicht selbständig arbeiten kann, hat in der Oberstufe eigentlich sowieso nichts zu suchen. Wer eine Oberstufe mit einem Kindergeburtstag mit Animateur verwechselt lebt wohl in einer Parallelwelt.
Ach? Ich dachte das Ansehen der AHS/BHS liegt genau darin, dass man selbständiges Arbeiten lernt.

soisteshalt
01
28.7.2011, 15:45
Das wird spannend

nicht, dass ich etwas dagegen hätte, aber um diese Zeit stehen sämtliche Klassenzuteilungen längst fest, die Lehrfächerverteilung ist sehr konkret und mancherorts gibts auch schon Stundenpläne.

In der AHS meiner Kinder werden in jeder 1. Klasse 26-29 Schüler sitzen. Auch in der 2. bis 4. Klasse ist 25 oder darunter eher selten. Abweisen darf man die Schüler als Schule nämlich auch nicht wirklich.

Wird man jetzt hier in jeder Klasse ein paar Schüler sagen, sie dürfen im Herbst doch nicht an die Schule?

LL MM
03
28.7.2011, 15:56

Natürlich nicht. Das haben bisher die Politiker (SPÖ und ÖVP) immer verhindert. Die sind nämlich die ersten, die da umfallen. Grad in den Ballungsräumen ist es extrem, so wie oftmals in Wien und da grad der Tiroler Rauch das Wort ergriffen hat z. B. Innsbruck. Da sind es nämlich seine Parteikollegen, die das Gegenteil davon tun, was Rauch wünscht.

Wenn man sowas macht, sollte man dazu stehen. Schließlich ist das Raumangebot begrenzt.

Denker9
00
28.7.2011, 15:52

Herr Rauch "appelliert", d.h. nicht, dass dies schon ab Herbst überall umgesetzt werden muss!

asinus
01
28.7.2011, 19:17

Wie sollte es auch; man müsste das Budget des U-Ministeriums aufstocken, und davon sind wir weit entfernt. Weiterwursteln ist die Devise!

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