Lehrerbildung

Master-Ausbildung für Kindergartenpädagogen lässt auf sich warten

28. Juli 2011, 12:58

Expertinnen: Gemeinden stellen sich quer - Doktoratsprogramme für künftige Lehrende sollen 2012 starten

Wien - Mit einem Universitätsstudium auf dem neuesten Wissensstand sein, in der Gesellschaft Ansehen gewinnen und ein höheres Gehalt bekommen: Das sind bereits lang gehegte Wünsche von und für Kindergartenpädagogen, die nun im Rahmen der neuen, alle Lehrer umfassenden Pädagogen-Ausbildung erfüllt werden sollen. Doch bis Bachelor und Master als Regelabschlüsse auch für sie kommen, dauert es noch - weil das Lehrpersonal für Elementarpädagogik erst ausgebildet werden muss, so Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Und weil sich die Gemeinden, die für die Kindergärten zuständig sind, ob der künftig höheren Gehälter querstellten, kritisieren Experten und Betroffene.

Eckpunkte des Modells zur "Pädagoginnenbildung NEU", das von einer Vorbereitungsgruppe um den Ex-VP-Bundesrat Andreas Schnider erstellt wurde: Aufnahmeverfahren, gemeinsame Studieneingangsphase und ein gemeinsamer Ausbildungskern für alle. Geht es nach der Vorbereitungsgruppe, sollen noch in diesem Herbst die Vorarbeiten für die neue gemeinsame Ausbildung für alle Pädagogen - vom Kindergarten bis zur maturaführenden Schule - beginnen.

Kein Personal für Master-Ausbildung

Im Bereich der Elementarpädagogik, für die im Konzept der Expertengruppe österreichweit an jeder neu zu schaffenden Ausbildungsinstitution eine Professor vorgesehen ist, ist der Start jedoch später angesetzt. Grund: Schmied vermisst vorerst sowohl an den Unis als auch an den Pädagogischen Hochschulen (PH) Personal für eine entsprechende akademische Ausbildung. Im Büro der Ministerin rechnet man auf Anfrage der APA mit etwa zehn Jahren, "bis das Ganze implementiert ist und alle Voraussetzungen so erfüllt sind, wie wir das haben wollen".

"Deshalb können wir mit der Ausbildung erst etwas später beginnen", bestätigt Cornelia Wustmann, österreichweit einzige Professorin für Elementarpädagogik an der Uni Graz und Mitglied der Vorbereitungsgruppe. "Es ist nicht so, dass wir niemand geeigneten in Österreich haben, aber eben nicht auf dem akademischen Niveau". Um künftige Bachelor- und Masterstudenten in Elementarpädagogik auszubilden, benötige es Doktoratsprogramme, die 2012 starten sollen, so die Professorin.

"Menschen, die mit dem Uni-Betrieb vertraut sind"

Ein Schritt, der von der Politik schon viel früher hätte eingeleitet werden sollen, meint Raphaela Keller, Obfrau der Berufsgruppe von Kinder- und HortpädagogInnen Wien. "Es gibt genug Kindergartenpädagogen, die nach ihrer Ausbildung studiert haben und nun an Bakips unterrichten", meint sie gegenüber der APA. An Bakips, also Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik, findet derzeit im Rahmen eines fünfjährigen Oberstufengymnasiums mit Matura und paralleler Fachausbildung die Ausbildung zum Elementarpädagogen statt. "Natürlich gehört diese Ausbildung für die tertiäre Ebene adaptiert, aber es gibt trotz allem Menschen, die mit dem Uni-Betrieb vertraut sind."

Auswirkungen auf Dienst- und Besoldungsrecht

Auch Heidemarie Lex-Nalis, Bakip-Direktorin i.R. und wie Keller Mitglied der Plattform EduCare, bezeichnet das Feld österreichweit als überschaubar. "Wir sind ein so kleines Land, da muss man kein großer Prophet sein, um zu sagen, wer die in Frage kommenden Menschen für zukünftige Ausbildungsfunktionen sind." Sowohl Keller als auch Lex-Nalis sehen neben dem Personal-Mangel auch politische Hintergründe als Auslöser für den späten Start. "Wenn die Ausbildung akademisch wird, dann muss auch das Dienst- und Besoldungsrecht den Lehrern angeglichen werden", so Lex-Nalis.

Laut Keller "wettert" etwa Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (ÖVP) dagegen, müssten doch die für Kindergärten zuständigen Gemeinden in weiterer Folge die Kosten für höhere Gehälter tragen. (derStandard.at berichtete) "Solange Kindergärten nicht zur Bundeskompetenz gehören, sind wir ein Spielball zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Privaten", meint Keller. "Es scheint offenbar nicht möglich, wirklich kooperativ zu arbeiten."

Zukunft der Bakips

Was mit den Bakips passiert, sobald die Ausbildung auf tertiärer Ebene kommt, ist unklar. Aus dem Unterrichtsministerium heißt es, dass es schlussendlich an den Gemeinden liegt, ob und inwiefern sie eine höhere Qualifikation für leitende Positionen verlangen und Bakip-Absolventen beispielsweise künftig als "Assistenzkräfte" arbeiten. "Letztlich wird der Fortbestand der Bakips davon abhängen, wie sie sich selbst verhalten", meint indes Cornelia Wustmann zur APA. Sie sieht vonseiten der Bakips "dringenden Handlungsbedarf in der Neugestaltung ihrer Ausbildungsinhalte".

"Die Curricula müssen dringend modularisiert und an den wissenschaftlichen Stand der Forschung angepasst werden", so Wustmann. Gelinge das nicht, "wird es schwierig für die Absolventen". "Irgendwann wird die Frage sein: Will ich als Kindergartenpädagogin nur die Bakip machen oder gegebenenfalls weiterstudieren und einen anderen gesellschaftlichen Status erreichen." Schmied kündigte vor zwei Wochen an, als "ersten und wichtigen Schritt" die Lehrenden der Bakip "speziell" auszubilden und in die Modernisierung zu investieren.

"Teures Ausbildungssystem"

Eine Investition, die laut Raphela Keller im Sand verläuft. "Die Bakip ist ein sehr teures Ausbildungssystem, da nur 20 bis 40 Prozent der Absolventinnen überhaupt in den Beruf einsteigen." Das Geld, das die "nicht zeitgemäßen" Bakips kosten bzw. zusätzlich brauchen, "sollte in eine richtige Reform investiert werden". Bis Bachelor und Master als Abschlüsse für Elementarpädagogik kommen, sei eine Umstellung von Bakips auf Kollegstudiengänge sinnvoll. Menschen ab 18 könnten ihren Berufswunsch besser einschätzen, außerdem "fallen die Maturafächer weg und ich kann mich auf die Praxis konzentrieren".

Hat das Uni-Studium dann erst mal Fuß gefasst, "brauchen wir die Bakips in ihrer jetzigen Form nicht mehr", ist sich Keller sicher. EduCare fordere eine Umwidmung der Schulen in "pädagogisch-soziale Gymnasien, in denen interessierte Menschen bis zur Matura jene Berufsfelder, die sie nachher studieren können, kennenlernen".

Fakt ist laut Wustmann: Die Ausbildung an einer Bakip allein reicht heutzutage nicht, um den Anforderungen gerecht zu werden. "Eine Elementarpädagogin steht vor der Aufgabe, das gesamte breite Wissen, das Kinder abfragen, selbst zu beherrschen", so Wustmann zum Unterschied zu Lehrern, die im Vergleich "zwei bis drei Fächer" vermitteln. Von sozialen bis zu naturwissenschaftlichen, musischen und mathematischen Kompetenzen entsteht "eine große Bandbreite dessen, was man können muss" und viele Pädagogen "eignen sich dieses Wissen in Fort- und Weiterbildungen an". Laut Lex-Nalis lernen Pädagogen derzeit nur "Rezepte für Fünfjährige, Achtjährige". "Dabei wissen wir mittlerweile, dass es für Kinder bereits im Kindergarten ganz unterschiedliche Voraussetzungen gibt". Hier müssen Pädagogen "anknüpfen können und über den wissenschaftlichen Hintergrund verfügen, um zu verstehen, warum ein Kind ist, wie es ist, und um mit Eltern kooperativ zusammenarbeiten zu können".

"Frauenberuf"

Dass es sich bei der Aufgabe um einen sogenannten "Frauenberuf" handelt, werde sich laut Wustmann nicht ändern - trotz allem bestehe die Hoffnung, dass man den Beruf durch das Anheben auf die universitäre Ebene und die damit verbundene Verbesserung von gesellschaftlichem Ansehen und Bezahlung dadurch für Männer attraktiver macht. "In anderen Ländern hat elementare Bildung eine deutlich höhere Stellung", so Wustmann. "In Norwegen und Dänemark ist sie gesellschaftlich hoch angesehen - dort gibt es mit zehn Prozent Männeranteil deutlich mehr Männer in dem Beruf als in Österreich." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 52
1 2
Der Kluge
21
28.8.2011, 01:35

Bitte keine weltfremden Studierten, die nicht mit Kindern umgehen können....

[Cotton]
30

Kindergärtner/innen sollen die werden, die Spaß an der Arbeit mit Kinder haben - und nicht raffgierig nach Geld und einem akademischen Titel sind. Meiner Ansicht nach bringt eine Akademisierung der Kindergarten-Ausbildung gar nichts. Es wird dann ungefähr so sein: die 5-jährige Bakip gibts nicht mehr, dafür gibts dann eine 5-jährige akademische Ausbildung, die sich auf dem Bakip-Niveau bewegen wird. Und dafür muss man dann dem Personal mehr zahlen?

Raphaela
02
Spaß an der Arbeit statt Geld?

Na das ist ja wohl nicht ernst gemeint, oder? Weil wenn alle Berufstätigen, denen die Arbeit Spaß macht, deshalb weniger Geld bekommen, dann steigern wir die Masse der JammerInnen ja noch mehr... Die Verantwortung - vor allem - für UNSERE Kinder, also unsere Zukunft sowie das Bildungspotential unseres Landes brauchen von Anfang an Menschen, die mit Liebe UND Wissen diese Arbeit gut machen. Und dafür muss es bessere Bezahlung UND Rahmenbedingungen geben!

Chemist88
12
30.7.2011, 15:27
Mir ist schon klar

dass Kindergartenpädagogen extrem gut sein müssen, weil Kinder in dem Alter einfach am meisten lernen/am stärksten geprägt werden. Aber statt 5 jähriger Schule mit Matura + Berufsausbildung dann 4 Jahre nur Matura + 5 Jahre nur Ausbildung zum/zur Pädagogen/Pädagogin. Ist das nicht irgendwo Overkill?

Und das Hauptargument scheint ja auch nicht "bessere Betreuung der Kinder" sondern "mehr Ansehn und Geld" zu sein.

Raphaela
01
Ansehen und Geld

als Hauptargument? Nein - denn statt "entweder oder" geht es um "sowohl als auch"! Also besser qualifizierte PädagogInnen für bessere Bildungsbedingungen für UNSERE Kinder UND endlich das entsprechende Ansehen/den Respekt für diese wichtige bildungs- und gesellschaftspolitische Arbeit!

Chemist88
10
nein

wenn man den Artikel liest dann glaubt man definitiv es geht nur um Ansehn und höheren Lohn, einziger Hinweis auf bessere Kinderbetreuung wäre "auf dem neuesten Wissensstand sein"...

absurdistanerin
12

Dass der Artikel etwas einseitig klingt, kann ich bestätigen. Tatsache ist allerdings, dass wir unter einem akuten Personalmangel leiden und das Berufsbild attraktiver gemacht werden muss, damit wieder mehr Menschen diesen Beruf ausüben wollen.
Erst dann kann die Qualität gesichert werden, die durch eine neue Ausbildung fundiert wird!

Buba
00
14.9.2011, 23:35

Hmm... und was könnte solche Zusatzausbildung besser machen als die bisherige?
Im Kindergarten meines Sohnes arbeitet derzeit nur eine (1) Betreuerin die deutsch (Muttersprache) spricht, die restlichen 4 Frauen sind aus aller Welt, wie sollen die Kinder korrekt deutsch sprechen lernen, wenn es in der Gruppe von 15 Kinder nur 1 österr. "native speaker"/Kind gibt? Es wurde mir erklärt, dass die Bezahlung so schlecht ist, dass es an österreichischem Personal mangelt. Wenn der Job so schlecht bezahlt ist, dass ihn ÖsterreicherInnen ablehnen, dann wozu noch das Studium machen? Selbstverständlich geht es hier ums Geld.

kleiner Schelm
10
30.7.2011, 19:31

"mehr Ansehn und Geld" ... das Lese ich im Artikel auch dauernd.

Wenn es um die Kinder ginge müsste man die Kosten der Kindergärten reduzieren und dafür sorgen, dass mehr Kinder auch ab 3 reingehen. So dürfte man exakt, aber wirklich exakt das Gegenteil erreichen: Unbezahlbare Kindergärten für eine kleine Elite. Toll.

Plattform EduCare Österreich
 
02
30.7.2011, 18:49
Österreich ist (neben Malta) das einzige Land in Europa...

... in dem die Ausbildung der Bezugspersonen im Kleinkindalter NICHT auf tertiärer Ebene ist. Und die Ausbildung an den BAKIP's entspricht (nicht nur wegen des Alters der SchülerInnen) bei weitem nicht den Praxis-Anforderungen (bitte Curriculum lesen!). Deshalb die Forderung nach bester Ausbildung der ElementarpädagogInnen in theoretischer wie praktischer Hinsicht. Und zudem unsere gebetsmühlenartig vorgebrachte Forderung nach besseren Qualitätsstandards - siehe http://www.plattform-educare.org/ziele.htm

Plattform EduCare
 
12
30.7.2011, 01:50
Wissenschaft alleine ist zu wenig. Empathie auch.

ElementarpädagogInnen müssen interdisziplinär denken können und sich den rasch veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen können. Sie müssen verstehen, sich abzugrenzen und erkennen, dass sie auf Kooperationen mit den Bezugspersonen der ihnen anvertrauten Kinder und mit anderen Professionen (SozialberaterInnen, PsychologInnen etc.) angewiesen sind – und diese auch gezielt einsetzen.

Im Zentrum der Professionalität steht nicht das wissenschaftliche Wissen, sondern die daraus erwachsende Fähigkeit zur individuellen Auslegung und Deutung von Situationen.

Wissenschaft alleine ist zu wenig. Empathie, „Mütterlichkeit“ auch. Beides zusammen – das ist das Ideal.

Plattform EduCare Österreich
 
02
29.7.2011, 19:03
Entwicklnungs- und Bildungsprozesse müssen angeregt und...

... gezielt unterstützt werden – das gelingt nur auf profundem eigenen Wissenshintergrund. Die Mädchen und Buben (und wohl auch die Eltern bzw. Bezugspersonen) benötigen PädagogInnen als KommunikationspartnerInnen. In diesem Prozess braucht jedes Kind einfühlsame, wissende Bezugspersonen, die es empathisch verstehen und fürsorglich daraus individuelle Konsequenzen ziehen. Die PädagogInnen müssen die Zusammenhänge der verschiedenen Persönlichkeitsanteile erkennen und sich fundiert in die Schwächen, Stärken und Ressourcen einleben und adäquat reagieren können. -> http://www.facebook.com/note.php?... 9845239231

absurdistanerin
02
29.7.2011, 17:36
Assistenzkräfte???? mir kommt das Speiben...

Ich bin selbst für eine Anhebung der Ausbildung in den tertiären Sektor. Aber Erfahrung kann man in keiner Vorlesung lernen und ist für die Arbeit im KG mindestens genauso wichtig wie theoretisches Wissen - uns dafür, dass wir jahrelang unter miserablen Bedingungen durchhalten und quasi den Weg ebnen für eine bessere Zukunft in diesem Beruf, als "Assistenzkräfte" enden zu lassen, finde ich nicht in Ordnung. Wir bilden uns regelmäßig fort und sind nicht sooo unqualifiziert, wie es hier dargestellt wird. Und die Sache mit dem Allgemeinwissen (Aussage von Wustmann): ich muss nicht alles wissen, ich muss nur wissen, wo ich im Zweifelsfall nachschauen und -fragen kann!

Plattform EduCare
 
00
30.7.2011, 01:51
Wissenschaft alleine ist zu wenig. Empathie auch.

ElementarpädagogInnen müssen interdisziplinär denken können und sich den rasch veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen können. Sie müssen verstehen, sich abzugrenzen und erkennen, dass sie auf Kooperationen mit den Bezugspersonen der ihnen anvertrauten Kinder und mit anderen Professionen (SozialberaterInnen, PsychologInnen etc.) angewiesen sind – und diese auch gezielt einsetzen.

Im Zentrum der Professionalität steht nicht das wissenschaftliche Wissen, sondern die daraus erwachsende Fähigkeit zur individuellen Auslegung und Deutung von Situationen.

Wissenschaft alleine ist zu wenig. Empathie, „Mütterlichkeit“ auch. Beides zusammen – das ist das Ideal.

absurdistanerin
03
29.7.2011, 17:46

Wichtiger wäre es, zuerst an den Rahmenbedingungen zu arbeiten. Ein Master of Education bringt mit Burn Out genau so wenig wie eine BAKIP-Absolventin, die irgendwann nimmer kann. Auch ein(e) HochschulabgängerIn kann in einer Gruppe mit 25 Kindern keine Wunder vollbringen!

Raphaela
01
Reformen an vielen Stellen nötig!!!!!

Weil eben die Kinderanzahl zu hoch ist, weil eben Vorbereitungs-, Team-, Eltern-, Regenerationszeiten etc zu wenig und nicht verlässlich geregelt sind, weil eben Weiterbildung und Supervision kein Bestandteil der Arbeitsverträge ist, weil eben Landesgesetze und Kompetenzdschungel verwirren und unfaire Zustände herstellen,weil eben "der Kindergarten" noch immer als Aufbewahr- und Beschäftigungsort gemeint wird, weil eben immer wenige das durchhalten bzw gar nicht in den Beruf einsteigen, weil weil weil WIR REFORMEN BRAUCHEN, DIE UMFASSEND SIND! WO SIND DIE MUTIGEN UND KOMPETENTEN POLITIKERINNEN, DIE DAS RASCH UND NACHHALTIG ANGEHEN????

Das fünfte Element
10
29.7.2011, 15:33
3 Jahre Ausbildung

mit hohem praxisanteil sollten für jeden sozialen und/oder erzieherischen beruf reichen.

der status bzw die bezahlung, von mir aus auch der abschluss sollten da für alle gleich sein (bis zum abschluss der schulpflicht erstmal), das ganze gilt auch für sozialarbeiterInnen

ob das dann "BA" oder sonstwas ist ist mir egal.

und wer dann nach eingen jahren praxis eine leitungsfunktion anstrebt soll berufsbegleitend die möglichkeit haben sich durch ein masterupgrade dorthin zu qualifizieren.

sowas wär nötig, aber nicht hundertschaften an mag./masterabsolventInnen, die glauben sie haben die ultimative ahnung, aber für die praxis utauglich sind.

Objektiv_Subjektiv
10
29.7.2011, 08:51
Mein Dr Titel oder PHD

Wird irgendwann auch schon jeder haben können, und wie soll ich mich dann wichtigstellen? Assoziales Pack hier in Österreich ich zieh in ein Land wo sie den Dr Titel erst erfinden müssen

lehrer
28
28.7.2011, 21:38
und ein doktorat für das reinigungspersonal...

in österreich werden 70 prozent der lehrer "nur" auf bachelor niveau ausgebildet..eine ausbildung für kindergartenpädagoginnen mag für führungskräfte sinn haben, aber nicht für die masse der pädagoginnen..diese brauchen besonders viel praxis..und nicht nur theoretische kenntnisse..nur weil jemand eine master/magisterarbeit ist er/sie noch lange nicht in der lage mit kindern umzugehen..!
p.s. frau kollegin wustmann würde schreiend davonrennen, wenn man sie mit bis zu 25 kindern einen vormittag agieren lassen würde!!

Plattform EduCare
 
01
30.7.2011, 01:52
Soviel Polemik!?

ElementarpädagogInnen müssen interdisziplinär denken können und sich den rasch veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen können. Sie müssen verstehen, sich abzugrenzen und erkennen, dass sie auf Kooperationen mit den Bezugspersonen der ihnen anvertrauten Kinder und mit anderen Professionen (SozialberaterInnen, PsychologInnen etc.) angewiesen sind – und diese auch gezielt einsetzen.
Im Zentrum der Professionalität steht nicht das wissenschaftliche Wissen, sondern die daraus erwachsende Fähigkeit zur individuellen Auslegung und Deutung von Situationen.
Wissenschaft alleine ist zu wenig. Empathie, „Mütterlichkeit“ auch. Beides zusammen – das ist das Ideal.

dahofawors
10
29.7.2011, 09:43
als ob das was ändern würde

ich hab auch einen dipl ing, aber wert ist er nur dann etwas, wenn ich mir umfassendes wissen im beruf erarbeitet habe.

und das ist im kapitalismus mit seinen standesdümkeln kaum möglich, da wir in einer ständisch organisierten bürger-gesellschaft leben.

wichtig ist doch nicht ein titel, sondern die begeisterung und die arbeits-strukturen!

und dort liegt nun mal das große problem.

hagane
03
29.7.2011, 08:49
nur weil jemand eine master/magisterarbeit ist

niemand behauptet dass eine masterausbildung ausschlisslich theoretische auseinandersetzung bedeutet.
einen wissenschaftlichen zugang zu einem bereich zu haben (und somit die werkzeuge sich auch selbständig effektiv damit auseinandersetzen zu können aus anderen perspektiven), gerade im umgang mit menschen ist garantiert eine absolute bereichung. abgesehen davon ist theorie viel näher bei der praxis als man/frau glaubt und dieses starre getrennte sehen dieser beiden disziplinen gehört ins mittelalter.

Thomas Felder1
30
29.7.2011, 01:50

övp kampfposter

miretha
47
28.7.2011, 17:07
warum

hält sich hartnäckig die Meinung, dass Universitätsausbildung automatisch mit besserer Ausbildung gleich zu setzen ist?

Plattform EduCare
 
00
30.7.2011, 01:53
Nein, automatisch ist akademische Ausbildung NICHT besser!

ElementarpädagogInnen müssen interdisziplinär denken können und sich den rasch veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen können. Sie müssen verstehen, sich abzugrenzen und erkennen, dass sie auf Kooperationen mit den Bezugspersonen der ihnen anvertrauten Kinder und mit anderen Professionen (SozialberaterInnen, PsychologInnen etc.) angewiesen sind – und diese auch gezielt einsetzen.

Im Zentrum der Professionalität steht nicht das wissenschaftliche Wissen, sondern die daraus erwachsende Fähigkeit zur individuellen Auslegung und Deutung von Situationen.

Wissenschaft alleine ist zu wenig. Empathie, „Mütterlichkeit“ auch. Beides zusammen – das ist das Ideal.

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