Wann man Radwege nicht benutzen muss

21. August 2011, 16:49
  • Unzumutbarkeit: Auf dieser Radfahranlage muss nicht gefahren werden.
    foto: ap/sebastian willnow

    Unzumutbarkeit: Auf dieser Radfahranlage muss nicht gefahren werden.

  • Rennradfahrer üben Sport aus und dürfen deshalb auf die Straße. Auch 
wenn sie nicht über eine Rennradkluft wie der norwegische Rennsportler Edvald Boasson 
Hagen verfügen.
    foto: ap/laurent rebours

    Rennradfahrer üben Sport aus und dürfen deshalb auf die Straße. Auch wenn sie nicht über eine Rennradkluft wie der norwegische Rennsportler Edvald Boasson Hagen verfügen.

  • Mit Fahrradanhängern, die nicht breiter als 80 Zentimeter sind oder 
ausschließlich zur Personenbeförderung bestimmt sind, können (!) Radfahranlagen benützt werden.
    foto: ap/martin meissner

    Mit Fahrradanhängern, die nicht breiter als 80 Zentimeter sind oder ausschließlich zur Personenbeförderung bestimmt sind, können (!) Radfahranlagen benützt werden.

  • Für alle anderen Fälle gilt: Sofern Radfahranlagen vorhanden sind, muss auf diesen gefahren werden.
    foto: apa/hans klaus techt

    Für alle anderen Fälle gilt: Sofern Radfahranlagen vorhanden sind, muss auf diesen gefahren werden.

Keine Aufhebung der Benützungspflicht für Radfahranlagen brachte die neue StVO - Wann darf man nun mit dem Fahrrad auf der Straße fahren?

Die Aufhebung der Benützungspflicht für Radfahranlagen wurde in der 23. Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO), die im Frühjahr 2011 abgesegnet wurde, als "nicht adäquat" eingestuft.

Eigentlich war geplant, "nicht-benützungspflichtige Radfahranlagen" zu schaffen, der Punkt wurde letztendlich jedoch wieder gestrichen und aus den geplanten Schildern wurde doch nichts. Vom Tisch ist die Diskussion jedoch noch nicht. Das Thema befindet sich weiterhin auf der Vorhabensliste für die nächste StVO-Novelle, die Umsetzung wird von Radlobby IGF für 2012 erwartet. Die Frage bleibt: Wann darf man mit dem Fahrrad auf der Straße fahren? Die Fahrradlobby ARGUS hat recherchiert und für derStandard.at folgende Informationen zusammengestellt.

Ausnahme: Unzumutbare Verhältnisse

Wenn Radfahranlagen vorhanden sind, müssen diese benützt werden. Dazu zählen Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen, Radweg, Geh- und Radweg oder eine Radfahrerüberfahrt. (Quelle: StVO § 2 (11b) und § 68 (1)).

Auf Radfahranlagen muss dann nicht gefahren werden, wenn die Benutzung unzumutbar ist, etwa wenn Bauschutt, Autos, Baustellen, Container etc. aber auch Schnee die Fahrt behindern.

Ausnahme: Rennrad

Bei Trainingsfahrten mit Rennfahrrädern muss laut StVO § 68 (1) die Radfahranlage nicht benutzt werden. "Diese 'Durchlöcherung‘ der Radwegebenutzungspflicht in Österreich kam vor Jahren durch die Intervention der Autofahrerklubs für ihre rennsportlich orientierten Mitglieder zu Stande, gilt aber leider nicht für Mountainbikes", weiß Hans Doppel von der ARGUS.

Nach der "Fahrradverordnung" gilt als Rennfahrrad ein Fahrrad mit folgenden technischen Merkmalen: Gewicht höchstens zwölf Kilogramm; Rennlenker; äußerer Felgendurchmesser mindestens 630 Millimeter und äußere Felgenbreite höchstens 23 Millimeter (FVO § 4. (1). Bei Tageslicht und guter Sicht dürfen Rennfahrräder ohne Licht und ohne Rückstrahler verwendet werden (FVO § 4. (2)).

Dazu die ARGUS: "Ob eventuellen Diskussionen mit Wacheorganen erfolgreich begegnet werden kann, in dem man eine Schublehre mit sich führt, ist uns nicht bekannt." Gewiss ist, dass eine nicht Rennradfahrer-konforme Bekleidung sowie die Montage eines Paketträgers oder von Kotflügeln die Definition des "Rennfahrrades" nicht beeinträchtigt. Das Gewicht von zwölf Kilogramm darf aber nicht überschritten werden.

Ausnahme: Fahrradanhänger

Mit Fahrradanhängern, die nicht breiter als 80 Zentimeter sind oder ausschließlich zur Personenbeförderung bestimmt sind, aber auch mit mehrspurigen Fahrrädern können Radfahranlagen benutzt werden, besagt die StVO § 68 (1). Das bedeutet, man hat die Wahl, entweder auf dem Radfahranlagen oder auf der Fahrbahn zu fahren.

Mit Fahrradanhängern, die breiter als 80 Zentimeter sind, muss die Fahrbahn benutzt werden, außer es sind Kinderanhänger. In diesem Fall kann wieder frei gewählt werden.

Andere Länder

In England, Irland und den USA gibt es keine Radfahranlagen-Benutzungspflicht. In Italien sind trainierende Radrennfahrer von der Benutzungspflicht der Radfahranlagen ausgenommen. In Deutschland können Städte und Gemeinden Radfahranlagen für nicht benützungspflichtig erklären.

Fazit: "Wer Radfahranlagen nicht benutzen will, kaufe sich ein Rennrad oder einen Fahrradanhänger", empfiehlt die ARGUS. (Eva Tinsobin, derStandard.at, 21.08.2011)

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Zeit der Autofahrer ist Geld, Zeit der Radfahrer ist ?Kleingeld? ?Keingeld?

Ich bin mir sicher, das Argument kommt in diesen Diskussionen oft vor, aber ich hab's hier noch nicht gesehen: Radwege sind grundsätzlich so angelegt, dass sie den Autofahrern am wenigsten im Weg sind, und fast nie so, dass sie die Bedingungen für Radfahrer optimieren. Gerade bei den größeren Entfernungen in Wien ist's oft notwendig 30km/h mit dem Rad fahren zu können - dazu sind die Radwege vollkommen ungeeignet. Insgesamt fehlt sowohl bei den Politikern als auch den Verantwortlichen für die Radwege jegliche Vorstellung davon, was es heißt mit dem Fahrrad als Verkehrsmittel statt als Freizeitgerät unterwegs zu sein. Ich brauche am Radweg für die meisten Strecken fast doppelt so lang wie auf der Straße.

Gehweg ist ja nicht für die Fußgeher da, sondern dafür, dass die Autofahrer ruhigen Gewissens mit 50 Sachen durchs Ortsgebiet fahren können.

Fahrräder sind natürlich auch nur Hindernisse, darum hat man diese auf Radwege verbannt. Daher auch der Ausdruck Rad-Weg!

Wenn man sich die Unfallstatistiken ansieht ist sofort klar, dass die Politik selten so weit von der Realität entfernt judiziert:
- Die häufigste Unfallursache: Überhöhte Geschwindigkeit - vom Punkte-System ausgenommen!
- Kollisionen mit 50 kmh schnellen Fahrzeugen übersteht ein Fußgänger 9x seltener als bei 30 kmh - ÖVP fordert 50 kmh am Wilhelminenberg!

Das Ignorieren der Fahrbahnbenützungspflicht sollte wie das Hupverbot in Wien geahndet werden: gar nicht!

Gruß

Die Kinderanhänger finde ich super

Erst ein Jahrzehnt lang Fruchtbarkeitsbehandlungen beim Gynäkologen und seinen KollegInnen.

Nach der Geburt natürlich extra lange stillen und zufüttern nur aus dem Bioladen.

... und dann wird der Gschrapp in eine unsichtbare, rollende Todesfalle ohne Knautschzone und auf Auspuffhöhe gesetzt.

Die Bobos werden bald so ausgestorben sein wie die Dodos...

Österreich

besteht nicht nur aus Wien, und im westlichsten Bundesland (== dem Bundesland mit dem höchsten Radfahranteil) sind die Kinderanhänger äusserst beliebt.

"Rennradfahrer üben Sport aus und dürfen deshalb auf die Straße."

Ich hatte so einen neulich vor mir. Die Ampel war schon längst rot und der Herr ist noch mit aller Entschlossenheit rüber. "Sportlich!" Hätt's ihm was genützt, wenn ein Auto von der Seite gekommen wäre?

Aber diese "Sportler" dürfen sich ja sowieso eine Extrawurst braten und im dichtesten Verkehr auf der Strasse bleiben, auch wenn's nebenan den schönsten betonierten Radweg hätte.

Wenn das "Sportler" sind, dann sollen's SO gefälligst auch nur bei SPORTVERANSTALTUNGEN fahren dürfen.

Du bist ja ein ganz ein Schlauer! Die meisten die bei Sportveranstaltungen teilnehmen trainieren halt auch manchmal!

Wenn das immer mehr Schule macht,

wie in Wimpassing(NÖ), Antiesehofen, Ulrichskirchen:
Radweg Ende vor jeder Querstraße, damit der Radfahrer dort Nachrang hat, dann bau ich mir einen leichten Anhänger mit einem kleinen Rad, auf den gerade eine Bierdose dauf passt und wenn ich nicht auf dem Radweg fahren will, wird der runter geklappt.

Oder ich bau mir einen ohne Deichsel 30 cm langen, aber 1,80 m breiten Anhänger für 10 Bierdosen, dann halten die Autofahrer wenigstens auch gleich den richtigen Abstand beim Überholen

Und wie ist das mit den sogenannten "Liegerädern"

Diese sind knapp 50 cm hoch und fast unsichtbar.

Es gibt keine "sogenannten" Liegeräder. Entweder etwas ist ein Liegerad, oder es ist keines. Wenn Sie Gegenstände vor Ihnen auf der Fahrbahn nicht wahrnehmen können, tun Sie sich selbst doch etwas Gutes und geben Sie Ihren Führerschein ab!

1. Wer Liegeräder übersieht

fährt auch kleine Kinder um!

2. Bin kürzlich rd. 1000km per Liegerad durch Italien gefahren. Ohne Wimpel und ohne übersehen zu werden!

In der Regel machen Autofahrer um das unbekannte Objekt einen großen Bogen!

Hallo Koffer, das war nicht die Frage.

Und kleine Kinder laufen selten entlang der Strasse.
Und - gratuliere - sportlich - Brenner - Firenze und zurück??
Eine Menge Berge dabei.

Deshalb haben die im Normalfall eine Fahne hinten drauf.

für einen autofahret is nichtmal

ein anderes auto
autobus haus gebirge usw
so sichtbar dass er immer eine kollision vermeiden kann

Es ist wirklich verblüffend, ..

... wieviele Hobbyrennradfahrer sich hier als Rennfahrer bezeichnen, nur um auf einer Strasse den Verkehr behindern zu können und auf Überlandstrassen nebeneinander fahren zu dürfen. Wo radwege bestehen, dort sollte auch Radwegebenützungspflicht gelten!
Und das gefährlichste sind diese kleinen Wagerln für Kleinkinder, die sich auf Auspuffhöhe durch den Autoverkehr drängeln - Sicherheit ist da für das KfV kein Thema! Zweierlei Maß und Unvernunft!

Diese Rennfahrer sind..

..nun mal ganz besondere Menschen! Nach deren IQ (abgeschätzt bei freier Wahl zwischen vorhandenem Radweg und stark befahrener Straße, irgendwo zwischen Stein und Brot) wurde ihnen das von Ihren Müttern schon eingetrichtert
"Mami, bin ich anders?" "Nein, du bist etwas besonderes!"

interessant, wie viele Autofahrer

auf Gehsteigen, Radwegen, vor und auf Zebrastreifen und in der 5 m-Grenze an Kreuzungen parken. Sie wohl auch?

jo, da sind eindeutig die eltern und die kinder schuld, dass die autos so viel dreck in die luft schleudern. diese brüter sollen sich doch zum teufel scheren!

Jo..unzaehlige unschuldige autolenker mussten schon aufgrund der gefaehrlichen draengelnden kinderanhaengerradfahrer ihr leben lassen. Und vorallem im innerstaedtischen morgenverkehr sieht man horden dieser rowdies ohne ruecksicht das leben anderer gefaehrden

richtig...

und wer als fussgänger auf der strasse gehen will der kaufe sich ein handwagerl...

Hm, vielleicht einfach ein Auto kaufen?

mich wird niemand auf einem radweg sehen

is mir zu gefährlich
ich setzts meine gesundheit nicht aufs spiel wegen irgendwelcher bescheuerten gesetze
die autofahrer sich ausdenken

Nein, nur G'schichten, die das Leben schreibt und ganz im Ernst, witzig sind solche Situationen meistens nicht, vor allem wenn man sich darüber im klaren ist, daß man als Autofahrer naturgemäß und vor dem Gesetz mehr Verantwortung trägt als der Radfahrer.

Selbst wenn an dem scchmarrn irgendwas wahres dran waer, warum sollt jemand darueber rechenschaft ablegen nur weil er radfahren kann?

Hast du dich schon dafuer entschuldigt dass der typ mit dem ferrari vom stand weg gegen das haus gefahren ist ?
Das was du erlebst musst schon selber verarbeiten, oder professionelle hilfe in anspruch nehmen wennst es nicht allein packst.

Wie sehen die Radrennfahrer das ?

Aus meinem Begegnungsrepertoire mit Radrennfahrern:
- Die Erhobene Faust des Radfahrers im Rückspiegel beim bremsen weil Zone-30 .
- Aus der Unübersichtlichen Kurve kommend RrFin steht mitten auf der Strasse und macht Balanceübeungen mit dem Rad. Die Kollegin steht am anderen Fahrstreifen.
- RrF lässt auf der Landstrasse am Fahrstreifen sein Rad stehen und pinkelt, aber so, dass man zusehen darf. Der Kollege steht inzwischen am anderen Fahrstreifen.
- Oft erlebt: RrF tritt wild in die Pedale und braucht den ganzen Fahrstreifen dafür oder mehr.
- Ungeübte Rrf 50+ ließen sich auf den Berg karren, um dann im Rudel die ungesicherte Bergstrasse runterzufahren, ohne Kommentar.
- Nebeneinanderfahren im Rudel von 15 bis 30 Personen, ein Mähdrescher läss

Sie gehören sicher auch zu den Autofahrern

die sich aufregen, wenn das Auto vor ihnen

"den ganzen Fahrstreifen oder mehr" braucht - oder?

Wenn es die Platzverhältnisse erfordern, fahre ich mit dem Rad grundsätzlich "mitten in der Spur",
damit ich nicht trotz Gegenverkehr überholt
und abgedrängt werde.

Für den Autofahrer nur lästig,
für mich überlebenswichtig!

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