Handystrahlung

Kein erhöhtes Hirntumorrisiko bei Kindern

28. Juli 2011, 12:46
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    foto: apa/harald schneider

    Tumore treten nicht häufiger in jenen Hirnregionen auf, die während eines Telefonats am stärksten durch das Handy bestrahlt werden.

Studie über Handynutzung gibt aber keine Entwarnung - Unklarheit über die Genauigkeit der Angaben der Studienteilnehmer

Basel - Das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, ist nicht erhöht, wenn Kinder und Jugendliche mit dem Handy telefonieren. Dies belegt erstmals eine internationale Studie, die von Forschenden des mit der Universität Basel assoziierten Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts zusammen mit Kollegen aus Dänemark, Norwegen und Schweden durchgeführt wurde. Ganz Entwarnung geben können die Studienautoren nicht, da gewisse Unsicherheiten bleiben. Sie fordern deshalb weitere Abklärungen über die Risiken von Handystrahlen auf die Gesundheit. Ihre Forschungsergebnisse sind im amerikanischen Fachmagazin «Journal of the National Cancer Institute» publiziert.

In der Vergangenheit kamen Studien zum Hirntumorrisiko bei Erwachsenen zu widersprüchlichen Resultaten bei Personen, die besonders intensiv mit dem Handy telefonieren. Zudem wurde angenommen, dass Kinder und Jugendliche empfindlicher auf die Mikrowellenstrahlung der Handys reagieren könnten als Erwachsene. Andererseits ist kein biologischer Mechanismus bekannt, wonach schwache Mikrowellenstrahlung von Handys krebserregend sein könnte.

Kein ursächlicher Zusammenhang

Basis der Studie bildet die internationale Fall-Kontrollstudie CEFALO, die Kinder und Erwachsene mit Gehirntumor in Dänemark, Norwegen, Schweden und der Schweiz erfasst. Von den vier Ländern wurden 352 Kinder und Jugendliche in die Studie eingeschlossen, bei denen zwischen 2004 und 2008 ein Hirntumor diagnostiziert worden war. Der Handygebrauch der Patienten vor der Diagnose wurde mit 646 zufällig ausgewählten Kontrollpersonen gleichen Alters, Geschlechts und Wohnregion verglichen.

Junge Handynutzerinnen und -nutzer weisen kein erhöhtes Risiko auf, an einem Hirntumor zu erkranken. Das Risiko ist auch fünf Jahre nach der ersten Handynutzung nicht erhöht. Tumore treten nicht häufiger in den Hirnregionen auf, die während eines Telefonats am stärksten durch das Handy bestrahlt werden. Einzig in einer Untergruppe von Studienteilnehmern, bei denen von den Mobilfunkbetreibern aufgezeichnete Daten zu ihrem Handygebrauch zur Verfügung standen, konnten vereinzelte Zusammenhänge beobachtet werden. Insgesamt lässt das Muster der Resultate jedoch nicht auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Mikrowellenstrahlung schliessen.

Befragungsstudie bringt Unsicherheiten mit sich

Die Resultate sind beruhigend angesichts der weltweit intensiven Handynutzung durch Kinder und Jugendliche. Die Stärken der Studien liegen in der hohen Anzahl teilgenommener Patienten sowie Kontrollpersonen. In allen vier Ländern konnten die meisten Hirntumorpatienten, deren Krankheit während der Studiendauer diagnostiziert wurde, zur Teilnahme bewogen werden. Zudem wurden auch weitere mögliche Risikofaktoren für Hirntumore in der Analyse berücksichtigt.

Dennoch verbleiben gemäß den Autoren Unsicherheiten. Hirntumore sind bei Kindern und Jugendlichen selten und die Handybenützung war bei den Studienteilnehmenden relativ gering. Wie in allen Befragungsstudien ist auch bei der vorliegenden Studie unklar, wie genau die Angaben der Studienteilnehmer zu ihrem früheren Handygebrauch sind. Wenn die Benützung des Handys jährlich zwei oder mehr zusätzliche Fälle von Hirntumoren pro Jahr und 100.000 Personen verursacht hätte, wäre dies in der Studie entdeckt worden. Ein kleineres Risiko kann jedoch mit dieser Studie nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Studien erforderlich

Weil die Handynutzung bei Kindern und Jugendlichen weltweit sehr verbreitet ist, würde selbst ein kleines Risiko zu einer beträchtlichen Anzahl zusätzlichen Erkrankungen führen. Die Studienautoren betonen deshalb, dass weitere Studien zu den Risiken von Handystrahlung für die Gesundheit wichtig sind. Sie empfehlen, anhand von Krebsregisterdaten kontinuierlich zu prüfen, ob Neuerkrankungen wegen Hirntumoren zunehmen. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die Hirnregionen zu legen, die durch das Handy am stärksten bestrahlt werden. (red)

Abstract:

Mobile phone use and risk of brain tumours in children and adolescents: a multicenter case-control study (CEFALO) Journal of the National Cancer Institute, epub ahead of print, doi: 10.1093/jnci/djr244, 2011

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2
max1210
11
29.7.2011, 14:43

Wie kann man das in so kurzer Zeit mit Sicherheit sagen. Da brauchts Langzeituntersuchungen über mehrere Jahrzehnte um die Unschädlichkeit mit Sicherheit zu beweisen.

M L3
01
4.10.2011, 22:11
Beweisen kann man die Unschädlichkeit gar nicht

Man kann nur immer wieder nach möglichen Beweisen für eine Schädlichkeit suchen und Unschädlichkeit annehmen, wenn man nichts findet. Ein Nicht-Effekt lässt sich nicht beweisen.

chem
02
29.7.2011, 13:39
Na- das wird unseren sog. Umweltmedizinern aber nicht gefallen ;.))

utarefson
02
29.7.2011, 14:07
Werden halt mehr auf Bioresonanz und Homöopathie umsteigen!

M L3
01
4.10.2011, 22:12
Irgendwie kann man das Übergewicht in der Geldbörse schon behandeln.

Midway
80
29.7.2011, 12:32

welcher handyhersteller hat die studie in auftrag gegeben?;-)

Transalpin2
00
15.1.2012, 11:33
Funding steht im Artikel (2)

...and the Swedish Radiation Protection Authority (SSI P 1572). The Norwegian CEFALO study was supported
by the Research Council of Norway (grant number 175163/V40).
********************************.
Weiterhin wird genau aufgelistet, welcher der Forscher in welchem Board bzw. welcher Stiftung sitzt, in die auch Gelder der Netzbetreiber / Handyhersteller einfliessen.
***************************
WICHTIG ist dieser Satz:
***************************
The funders did not have any involvement in the design of the study; the collection,
analysis, and interpretation of the data; the writing of the article; or the decision to submit the article for publication.

Transalpin2
00
15.1.2012, 11:31
Lesen! das steht selbstverständlich im Artikel! (1)

"... supported by the Swiss Federal Office of Public Health (grant number 05.001626), the Swiss Research Foundation on Mobile Communication (grant number A2006.18), and the Swiss National Science Foundation (grant number PDFMP3_122873). The Danish CEFALO study was supported by the Danish Strategic Research Council (grant numbers 2103-05-0006 and 2064-04-0010). The Swedish CEFALO study was supported by grants from the Swedish Council for Working Life and Social Research (grant numbers 2004-0504 and 2007-0224), the Swedish Research Council (K2008-70X-15366-04-3), the Swedish Cancer Society (09 0666), the Swedish Childhood Cancer Society (grant numbers PROJ06/050 and PROJ09/086), ...

Got Your Noes!
01

DAS ist paranoia. nicht dass es EINFACH SO sein kann, nein, es muss jemand dahinterstecken der ein kompliziertes lügengeflecht spinnt.

Birni
01
29.7.2011, 11:19
ohne für oder gegen handys zu sein ...

... vermisse ich bei der Diskussion immer etwas die Frage nach dem Wirkprinzip. 1 GhZ ist noch nicht ionisierend, im Gegensatz zu UV, Röntgen oder Gammastrahlung - also habe ich keine Dosis. Auf welchem Mechanismus soll die Dysplasie bei einem Gerät, das eine Leistung im Wattbereich hat, basieren?

M L3
00
4.10.2011, 22:14
Das ist es ja: Man kennt kein Wirkprinzip abgesehen von sehr schwachen thermischen Wirkungen

Dazu passt ja, daß man wieder einmal keine schädigungen gefunden hat. Nachdem man aber einen Nicht-Effekt nicht beweisen kann, kann man die Unschädlichkeit eben nicht BEWEISEN.

utarefson
03
29.7.2011, 11:54
Was wollen sie gegen Gefühle tun?

Die Geschichterln um Strahlenwirkung sind Legion, wo gar keine Strahlenquelle vorhanden war und ist.
So wie man Erdstrahlen verspürt und alle möglichen Zustände bekommt, verspüren halt viele Zeitgenossen und vor allem Genossinnen Strahlen, aber nur die, die entsprechend eingetrichtert worden sind!

M L3
00
4.10.2011, 22:16
So wie Beschwerden über alle möglichen Krankheitsbilder nach Errichtung eines neuen Mobilfunkmastens

Sinngemäße Antwort vom Betreiber: Wie schlimm werden ihre Beschwerden erst werden, wenn wir den Sender einbauen und in Betrieb nehmen. :-) Nocebo-Wirkung.

utarefson
01
29.7.2011, 10:16
Zwei Links zum famosen Umweltmediziner!

http://www.telekom-presse.at/channel_m... 34667.html

http://www.scienceblogs.de/kritisch-... erfeld.php

Es zeigt sich, daqss nicht nur ausgemachte Scharlatane durch Schüren von Angst vor allen möglichen und unmöglichen Gefahren sich ein Körberlgeld verdienen - siehe die zahlreichen Amulette gegen Handystrahlen, Erdstrahlen etc, sondern auch promovierte, approbierte Mediziner mit Ordinationen sich damit nicht nur wichtig machen, sondern auch Zubrot verdienen. Prof. Frass, oberster Homöopath wirbt für Atox und Benzinbeleber. Wer an unbekannte, unbewiesene, irreale und eigentlich transzendentale Energien und Kräfte glaubt, kann natürlich alles beweisen - zu Schein

TrickkisteX
01
29.7.2011, 09:29
Einmal so und einmal so

Was soll man da noch denken? Regelmäßig kommen welche heraus die belegen es sei schädlich bzw. unschädlich....

Befreier von Butter und Eier
31
29.7.2011, 13:07

Wie würde der nette Herr von Billa sagen.: Schaltens den Hausverstand ein. Strahlung bleibt Strahlung, je weniger desto besser denke ich.
Wir werden es in 20 Jahren wissen. Und wenn man keinen Hirntumor bekommt wird die Strahlung halt woanders auf den Körper wirken. ABER die Handys sind ja sicher ungefährlich, ganz bestimmt.

marty fink
00
29.7.2011, 14:02
Klar, und Strahlung ist Strahlung

Bleibens hinter der Wurstbudl beim Billa!

The_new_number_2
02
29.7.2011, 13:09

Du willst die Sonne (~1000W/m2) abschaffen?

M L3
00
4.10.2011, 22:17
Bitte nicht!

marty fink
00
29.7.2011, 09:45
Den Beleg liefern nur die Medien

Die letzten Studien die ich kenne, schließen eine Beeinflussung nicht aus, die Korrelation ist bei allen Studien aber nie eindeutig.

märchenonkel
41
28.7.2011, 22:14
Wenn die Kinder Krebs bekommen, dann sind sie bereits Erwachsene und fallen nicht mehr in die Studie.

marty fink
02
29.7.2011, 00:28
märchenonkel...

stimmt!

utarefson
04
28.7.2011, 15:24
Wenn Sie eine postive Studie wollen, dann lautet die Adresse : Dr. Gerd Oberfeld

Dieser famose Umweltdoktor weiß ganz genau, wie ein Ergebnis auszusehen hat, wenn ein Handymast vorhanden wäre!
Sie haben richtig gelesen: Alles nur in der Möglichkeitsform.
Aber Dr. Oberfeld hat die Ergebnisse seiner Studie genau so erklärt. Und erst in 2. Instanz war er bereit seine Ergebisse üder das Auftreten von Krebs in Unterpremstätten (?) zurückzuziehen. Die Telekom hatte schon immer darauf hingewiesen, dass die postulierte Strahlenbelastung mangels Funkmast eine Illusion ist.

marty fink
01
28.7.2011, 19:25
Ist das derselbe, der auch bei nicht in Betrieb genommenen Funkmasten Korrelationen nachgewiesen hat? :-)

anyuser
 
01
29.7.2011, 09:54

Genau der!

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