Krebsbehandlung vorerst nicht mehr im Hilfsprogramm - Keine Beweise für Staub des Einsturzes als Auslöser für Erkrankung
Washington - Mit Wut haben Polizisten, Feuerwehrleute und Abgeordnete in New York auf einen US-Regierungsbericht reagiert, wonach es keinen Beweis dafür gibt, dass der Staub nach dem Einsturz des World Trade Centers am 11. September 2001 für Krebserkrankungen verantwortlich sind. Die Schlussfolgerungen des Berichts haben konkrete Folgen: Krebsbehandlungen sind zumindest für dieses Jahr aus dem Hilfsprogramm ausgeschlossen, das im Jänner für tausende erkrankte Helfer der ersten Stunde verabschiedet worden war.
Das Hilfsprogramm gibt den Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen Helfern, die durch Rauch, Staub und giftige Substanzen in den Trümmern des World Trade Centers verletzt wurden und daran später erkrankten, eigentlich ein Recht auf Entschädigung. In dem am Dienstag veröffentlichten 93-seitigen Bericht kommt der leitende Arzt des amtlichen Gesundheitsprogramms für die Anschlagsopfer, John Howard, allerdings zu dem Schluss, dass keine der bisher untersuchten Studien einen Beweis dafür erbracht habe, dass auch Krebs zu den Erkrankungen zählt. Einschränkend fügte Howard jedoch hinzu, dass es sich nur um einen vorläufigen Bericht handle. Die Untersuchungen würden Mitte 2012 fortgesetzt, um neueres Datenmaterial einzuschließen.
Noch nicht das letzte Wort
Die US-Abgeordneten Carolyn Maloney, Jerrold Nadler und Peter King als maßgebliche Initiatoren des Hilfsprogramms bezeichneten den Bericht als "schlechte Nachricht für die Helfer und Überlebenden der Terroranschläge", die seitdem an Krebs litten und auf Hilfe warteten. "Glücklicherweise wissen wir, dass der Bericht nicht das letzte Wort ist", erklärten sie. Der Bauarbeiter John Feal, der sich nach den Anschlägen freiwillig an den Räumungsarbeiten beteiligte und inzwischen zu einem Sprecher der Erkrankten wurde, sagte, es seien zu viele Helfer an Krebs erkrankt oder gestorben, um nicht an einen Zusammenhang zu glauben. (APA)