AUA bleibt tiefrot

Krisenmärkte verhageln Kranich-Halbjahr

28. Juli 2011, 15:08

Volle Flugzeuge, kaum Gewinn bei Lufthansa. Schafft die AUA nicht bald die schwarze Null, gibt es keine Wachstums­finanzierung

Wien/Frankfurt - Volle Flugzeuge, kaum Gewinn bei der Lufthansa. Der Mutterkonzern der AUA (Austrian Airlines) hat es trotz Rekord-Passagierzahlen im ersten Halbjahr 2011 nur knapp in die schwarzen Zahlen geschafft. Der Nettoverlust hat sich aber verdoppelt. Die Erdbebenkatastrophe in Japan, die Unruhen in Nordafrika und die hohen Kerosinpreise machten alle Kalkulationen zunichte. Um die Aktionäre bei der Stange zu halten, winkt die deutsche Airline nun mit einer Dividende. An der Frankfurter Börse zog das nicht - das Papier stürzte am Donnerstag zeitweise um mehr als 5 Prozent ab. Einer der Verlustbringer ist die österreichische Tochter AUA.

Allein Nahost/Japan dürften die Lufthansa heuer mit 200 Mio. Euro belasten. Davon dürften 40 Mio. Euro von der AUA stammen, bei der nun wieder völlig offen ist, ob sie es heuer erstmals wieder aus den roten Zahlen schafft. Die AUA-Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik sprachen heute von rund 100 Millionen Euro, die 2011 an neuen Belastungen und Ertragsausfällen anfallen dürften. Neben den Ausfällen in den Krisenregionen sind es der Kerosinpreissprung, der Dollarkurs und die österreichische Flugsteuer in jeweils zweistelliger Millionenhöhe.

AUA bleibt rot

Mit derart massiven Problemen, wie sie im heurigen ersten Halbjahr auftraten, "wäre die AUA vor einigen Jahren völlig am Ende gewesen", gab Malanik in Wien zu bedenken. "Wir werden versuchen, es trotzdem noch hinzukriegen", sagte er mit Blick auf das Ergebnisziel. "Wir arbeiten hart daran, noch heuer die schwarze Null zu erreichen. Wenn nicht heuer, dann nächstes Jahr". Wird das Ergebnisziel verfehlt, bleibt allerdings Geld für Wachstumsfinanzierungen vom "Kranich" aus. Die AUA muss sich also sehr anstrengen, um den im ersten Halbjahr angefallen Betriebsverlust von mehr als 63 Mio. Euro in der zweiten Jahreshälfte wegzubringen.

Drei Töchter der Lufthansa - neben AUA noch bmi und Germanwings - schrieben bis Juni weiter rote Zahlen. Die schweizerische Tochter Swiss hingegen verdoppelte den operativen Gewinn auf 104 Mio. Euro. 120 Millionen Verlust steuerte die britische bmi zur Lufthansa-Bilanz bei. Der Konzern dementierte heute Gerüchte über einen Abgang des bmi-Chefs. Germanwings kam auf 46 Mio. Euro Halbjahresverlust.

Bis Juni 2011 flog die Lufthansa 3 Mio. Euro operativen Gewinn ein. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 171 Millionen Euro angefallen - allerdings hatte damals die Aschewolke den Flugverkehr tagelang gelähmt, zudem streikten die Piloten. Ein Jahr später sind es andere Belastungen, die die Geschäfte verhageln. "Wir hatten eigentlich mit einem normalen Quartal gerechnet, aber das ist nicht eingetreten", sagte Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow. Er kündigte einen schärferen Restrukturierungskurs an. Bei der AUA wurde auf das laufende Sparpaket schon im März einiges draufgesetzt, darunter einen neuerlichen Aufnahmestopp.

Unter dem Strich wies die Passagiersparte des Lufthansa-Konzerns einen Verlust von 239 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor hatte der Geschäftsbereich infolge der Flugausfälle nach dem Vulkanausbruch in Island mit 342 Millionen Euro in den roten Zahlen gesteckt. Teuer zu stehen kommt den Konzern auch der Spritpreisanstieg: So stiegen die Ausgaben für Kerosin allein im ersten Halbjahr um ein Viertel auf 3 Mrd. Euro.

Sparprogramm

Die Konzernzentrale der Lufthansa steuert gleich mit einem Bündel von Maßnahmen gegen. Am wichtigsten ist das bereits angekündigte Sparprogramm, mit dem die Kosten um 350 Mio. Euro gedrückt werden sollen. Vor allem bei den kriselnden Töchtern AUA und der BMI, die ganz besonders viele Verbindungen nach Tunesien und Ägypten anbietet, sei noch viel zu tun, erläuterte der Manager. Zudem werde der Flugplan für den Konzern kommenden Winter ausgedünnt. Die Kapazitäten werden nur noch um 6 statt um 12 Prozent steigen.

Erfolge des Sparprogramms "Climb 2011" seien unter anderem im Europageschäft zu erkennen, das voraussichtlich 2013 profitabel werde, hieß es in Frankfurt. In der Vergangenheit hatte die Lufthansa auf ihrem Heimatkontinent jährlich dreistellige Millionenverluste eingeflogen, setzt nun aber größere und effektiver bestuhlte Flieger ein. Bis 2016 wird sie 190 neue Jets in Betrieb nehmen.

Trotz der Unwägbarkeiten hält der Vorstand des 120.000 Mitarbeiter zählenden Lufthansa-Konzerns an seiner Prognose für dieses Jahr fest: Der operative Gewinn soll die im Vorjahr erzielten 876 Mio. Euro toppen. Damit sei auch dieses Jahr wieder ein Dividende möglich, kündigte Gemkow an. Für 2010 wurden 60 Cent je Titel ausgeschüttet. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 45
1 2
airbus348
00
29.7.2011, 10:08
Swiss als Vorbild

Die AUA sollte sich ein Beispiel an der Swiss nehmen, dort wird das gemacht, was die LH will - Geld verdienen.
Eine restruktuierung der AUA wird wohl kommen - die (uralten) Langstreckenflieger weg, ebenso wie die Fokkers und die alten (Lauda-Air) Boeings.
Mit dem Rest der A319/320/321 Flotte wird dann nur mehr in Europa geflogen - hauptsächlich als Zubringer nach Frankfurt, München und Zürich.
Damit hat sich auch das Problem des alten Flottenmixes erledigt, und LH braucht nicht in neue Flugzeuge investieren, die in einer nur Verlust bringenden AUA eh nichts bringen

Etrillard
00
28.7.2011, 18:59

Ich lese schon seit Jahren vom bunten Flottenmix der AUA. Es hätte schon seit Jahren genug Möglichkeiten gegeben, auch im Zuge der "Redimensionierungen", diesen zu beseitigen, z.B. die uraluten B767 und Fokker abzugeben. Stattdessen wurden die modernen A330 und A340 abgegeben. Solange hier nicht in's Produkt investiert wird, wird das wohl nicht gut gehen.

»Krawuzikapuzi«
00
28.7.2011, 15:48
Prämien

Und ich Dummkopf dachte, die Managerprämien von bis zu 100.000 Euro werden nur für ein positives Ergebnis ausbezahlt...

http://diepresse.com/home/wirt... erpraemien

Allmächtiger Satan
03
28.7.2011, 14:47

Der letzte Absatz sagt alles über Nikis Hauptzutat zum Untergang der AUA:

http://www.wirtschaftsblatt.at/home/3259... 1/index.do

Nicht vergessen, die Geschichte.

Allmächtiger Satan
12
28.7.2011, 14:43

64Mio sind kein Verlust. 230 Absturzopfer in Thailand sind ein Verlust. Niki lacht heute noch.

Kalvarienberg
00
28.7.2011, 13:12
trockenes brot
01
28.7.2011, 11:41
Der

Der lauda ist schuld

Krokodil am Klavier
00
28.7.2011, 11:30

Viel Spass Lufthansa! :-)

Zum Beispiel1
88
28.7.2011, 11:51
Leider leben Sie auf dem Mond ,

sonst hätten Sie sicher mitgekriegt, dass die AUA von 1970 bis 2000 fast ununterbrochen (Ausnahmen 1993-95) Gewinne geschrieben sowie einen Haufen Steuern und Dividenden gezahlt hat. Der Steuerzahler hat durchwegs profitiert von der AUA.

Ab 2000 hat Schwarz/Blau heftig in das Unternehmen hineinregiert, unfähige Vorstände bestellt und das Unternehmen so gründlich ruiniert, dass in 7 Jahren alles zerstört wurde, was vorher über 30 Jahre aufgebaut worden war.

Tja, ohne Kenntnis von Fakten oder der Luftfahrt lebt es sich lustig. Heissen Sie vielleicht Schüssel oder Grasser?

uni versalis
00
28.7.2011, 17:20
frage: haben wir derzeit wahlkampf?

ein bisschen schäbig und nicht minder windschief, die aua für parteipolitisch motivierte aussagen zu missbrauchen.

wer nicht weiss, dass die aua bis zuletzt zum machtpaket der spö gehörte und obendrein mit schwarzen zahlen aus roten monopol- und protektionismuszeiten, die unter ganz anderen marktgegebenheiten zustande kamen, argumentiert, kann nicht wirklich wissen wovon er spricht.

Süffisant
02
28.7.2011, 16:57

In die AUA wurde schon immer hineinregiert, also nicht erst seit Schwarz/Blau. Und die mit Abstand fatalste Entscheidung wurde vom roten Verkehrsminister Streicher getroffen, indem er die AUA gegen ihren Willen zwang, die Zombie-Lauda Air übernehmen zu müssen! Das war auch Jahre vor Schwarz/Blau...

Totaler Durchblicksstrudel
00
28.7.2011, 14:59

Ja, damals war aber das Fliegen auch noch dementsprechend teuer ;)

Dark_Bishop
14
28.7.2011, 14:21
Die AUA war IMMER auch unter schwarz/blau

ein dunkelroter Betrieb. Nebenbei ist es natürlich völlig idiotisch Zahlen aus den 70er und 80er heranzuziehen, wo die AUA ein Quasimonopol in Österreich hatte und es einen überschaubaren Wettbewerb zwischen den Fluglinien gegeben hat. Weder gab es die massige Anazahl an lowcost Airlines noch die Konkurrenz aus Nah- und Fernost in einem, auch nur ansatzweise, vergleichbaren Rahmen. Hier mal die Passagierzahlen der Raynair in diesem Zeitraum: http://tiny.cc/gunwz.

Aber wenn es um hirntotes Bashing gegen den Klassenfeind geht, machen sich die Genossen über Fakten natürlich kein Kopfzerbrechen.

M.McFly
00
28.7.2011, 15:28
Du hast einen fehlerhaften Link reinkopiert!

Krokodil am Klavier
22
28.7.2011, 12:37
Schlaumeier

Mir ist das durchaus bewußt, allerdings interessieren Jahre aus der Vergangenheit niemanden, wenn ein Unternehmen kurz vor dem Konkurs steht. Schlimmer in diesem Fall, hat es dem Steuerzahler doch jährlich Millionen gekostet.
Jetzt kostet sie der Lufthansa Millionen jährlich.
Dass schwarz blau damals bei der Auswahl des Vorstandes aus politischen Gründen einen beim Bewertungsverfahren ungereihten auswählten, steht auf einem anderen Blatt und hat mich auch wütend gemacht damals.
Interessant aber was Sie aus einem Satz Posting alles unterstellen...

Zum Beispiel1
00
28.7.2011, 15:44
Sorry, Krokodil ...

meine Antwort galt dem Mondmann vor Ihnen. Noch viel Spass beim Klavierspielen!

Krokodil am Klavier
00
28.7.2011, 15:49

Alles klar :-)

Markus1975
33
28.7.2011, 12:17
wen interessiert das Jahr 2000 und davor ?

und wen interessiert wer schuld ist ?
Die Fakten sind, dass wir für die Übernahme der Airline auch noch Steuergeld zahlen durften und zwar nicht wenig ... Also, wenn Sie mir jetzt erzählen, dass uns diese Airline mehr gebracht hat als gekostete, dann glauben Sie auch daran, dass wir mit unseren Griechenland Haftungen etwas verdienen ... Wir leben im JETZT und da ist es ein Faktum, dass der Verein rote Zahlen schreibt, nur sind die nicht mehr unser Problem ...

Zum Beispiel1
00
28.7.2011, 15:47
Richtig so ...

man soll sich seine Vorurteile nicht von Tatsachen zerstören lassen !

Wissen Sie übrigens, dass die Griechen mehr arbeiten und weniger Urlaub haben als die Deutschen und Österreicher?

Pratt Whitney
12
28.7.2011, 12:59

Fakt ist aber auch, dass die AUA die Dividenden an die ÖIAG bezahlt hat, also eigentlich an den Staat.

Insofern interessiert das Jahr 2000 und davor sehr wohl.

Walter Kaiser.
10
28.7.2011, 12:43
Also, wenn Sie mir jetzt erzählen, dass uns diese Airline mehr gebracht hat als gekostete, ...

Halt ich durchaus für möglich. Oder kassiert die Lohn- und Gehaltsabgaben nicht die Republik Österreich?

Mondmann
42
28.7.2011, 10:58

"AUA schrieb im ersten Halbjahr rote Zahlen" - tut sie das nicht schon die letzten 30 Jahre, diese künstlich mit Steuergeld am Leben erhaltene Versagerfirma?

Allmächtiger Satan
01
28.7.2011, 14:46

Nein, da die AUA meist Gewinn machte, bis man ihr Pleitegeier Niki Nationale unterschob. Ab da gings rasant bergab. 30Mrd. Schilling Schulden zahlt man halt nicht in 5 Jahren ab.

fasziniert
92
28.7.2011, 10:49
Es hilft also auch nichts, wenn die AUA rücksichtlos über dicht besiedelte Gebiete wie den 23. Bezirk dröhnt

denn die damit erzielbaren Einsparungen durch die 2004 geschaffenen minimalst kürzere Startrouten dürften nicht einmal den Effekt durch den damit mittelfristig erreichten Imageverlust wettmachen.

Möglichst viele potentielle Kunden unnötig in ihrer Lebensqualität und Gesundheit zu schädigen kann auf Dauer auch nicht durch aggressives Marketing wett gemacht werden.

Insbesondere die mit der 3. Piste geplante Verlagerung von weiteren Flugverkehr Richtung Wiener Zentralraum (Verdoppelung in der Westeinflugsschneise, mindestens Vervierfachung der Starts über Liesing) ist nicht nur umweltUNverträglich sondern dürfte dort auch der allgemeinen Begeisterung für das Verkehrsmittel Flugzeug nicht gerade zuträglich sein.

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